Recycling (1): Protect Me From What I Want

U.
Nachdem mein Blog, wenn man die Myspace-Zeit dazu rechnet, nun bereits mehr als drei Jahre besteht, habe ich beschlossen, in unregelmäßigen Abständen hier einige der alten Myspace-Beiträge zu wiederholen. Die Gründe:
  • Den Myspace-Blog zu lesen ist einigermaßen anstrengend.
  • Einige der Beiträge hatte ich selbst längst vergessen, wie soll es da erst Leuten gehen, die sie nicht verfasst haben?
  • Eine einfache Art, ohne Arbeit "neue Posts" zu schinden...
Also los geht's ....

Auf MTV gibt es neben den üblichen Schreckenssendungen, die mich am Weiterbestand der menschlichen Gesellschaft zweifeln lassen, die ich mir aber natürlich trotzdem gelegentlich ansehe, auch eine, die ich richtig nett finde: MTV Made.

In dieser Sendung, die nun schon einige Jahre läuft, dürfen Jugendliche ihre wildesten Träume äußern, und ein „Coach" hilft ihnen in einem relativ kurzen Zeitraum bei der Umsetzung.

Diese Träume haben manchmal etwas mit Interessen zu tun, die bisher nicht ausgelebt werden konnten, aber meistens geht es – es handelt sich schließlich um Teenies - letztlich um Anerkennung, Beliebtheit, Freunde und generell das Bild, das man gegenüber der Außenwelt abgibt.

So will ein Junge, der bereits sein ganzes Leben Football spielt, sich gerne als Opernsänger versuchen. Ein dicklicher Metalfan will gerne Model sein. Mädchen, die den äußeren Anforderungen nicht im mindesten entsprechen, möchten Prom Queen werden, ins Cheerleaderteam oder eine Miss-Wahl gewinnen. Mädchen mit dem Zeug zur Prom Queen brechen dagegen lieber aus und versuchen sich beim Skateboarden oder als Schauspielerinnen.

Das Format funktioniert vor allem in der US-Version, wo die amerikanischen Schüler und Studenten offenbar so sehr auf Rollen und bestimmte Freundeskreise festgelegt sind, dass ihnen eine Veränderung auf eigene Faust kaum möglich erscheint – während sich nach den wenigen Wochen, die sie für ihre Umwandlung haben, meist zeigt, dass in kurzer Zeit extrem große Schritte gemacht werden können. Selbst dann, wenn sich das gesteckte Ziel doch als zu ambitioniert erweist und man eben einfach nicht das Zeug zum Sänger, Triathleten etc. hat, hinterlässt die Dokusoap zumeist glückliche und selbstbewusstere Jugendliche, die nun wissen, dass Veränderungen möglich sind – und auch, ob sie überhaupt dazu bereit sind.

Mir gefällt an der Serie Verschiedenes: Zum einen ist der Gedanke, dass man fast alles erreichen kann, wenn man sich nur genügend Mühe gibt, immer wieder ein motivierender. Und die meisten der Kandidaten sind auch sympathisch genug, dass man ihnen ihren Erfolg gönnt. Zweitens ergibt sich bei mir auch immer wieder die Frage die (so oder ähnlich) am Anfang gestellt wird: „What would you do, what would you be, if you could do anything in the world?"

Nun ist mir durchaus bewusst, dass ich älter als fünfzehn bin – und ebenfalls, dass mich weder eine gute Fee noch ein Fernsehteam nebst professionellen Trainern mit der Umsetzung meiner Wünsche überraschen wird. Und nein, ich sehne mich auch nicht (allzu sehr) danach. Aber: Wäre es nicht zumindest wichtig, zu wissen, was dieser eine, wichtigste, umzusetzende Wunsch überhaupt wäre?

Zu wissen, was ich nun eigentlich will, hat noch nie zu meinen größten Stärken gehört, das Umsetzen meiner Träume ebenso wenig. Vielleicht sollte ich mir einfach mal ein Beispiel an eine paar Fünfzehnjährigen nehmen... selbst, wenn wohl kein Made-Coach dabei helfen wird...

Eisblog (4): Meine erste Banane

U.
Heute kam wieder die Eismaschine zum Einsatz. Das Ziel dieses Mal: Bananeneis, und um es etwas spannender zu machen, forderte ich Schokostückchen. Im Tiefkühlregal gibt es ja von Ben & Jerry's den "Chunky Monkey", ein Bananeneis mit Walnuss- und Schokoladenbrocken. In diese Richtung wollte ich gehen.

Für Bananeneis sollte man möglichst überreife Bananen verwenden - was fürs Essen schon etwas sehr braunfleckig erscheint, ist zum Eismachen genau richtig. Die Zubereitung war gewohnt einfach, neben zwei Bananen kam auch der Saft einer halben Zitrone und etwa 2/3 einer Tafel Schokolade in die Eis-Grundmasse. Das Ergebnis schmeckte sehr gut, allerdings gingen die Schoko-Elemente geschmacklich völlig unter. Beim nächsten Versuch möchte ich doppelt so viele Stückchen! Und größere!


Sie kennen meine Methoden, Watson!

U.
Robert Downey Jr. ist wohl die männliche Drew Barrymore: Er spielte von Kindheit an in Filmen mit und hat nach eigenen Angaben ab seinem 8. Lebensjahr Drogen genommen. Nach frühen Filmerfolgen wie Less than Zero (in dem er treffenderweise einen Jugendlichen spielt, der in die Drogenabhängigkeit rutscht) erwartete man spätestens ab Chaplin Großes von ihm, stattdessen widmete er sich seiner Sucht. Auch wenn er stetig weiter Filme machte, blieb die große Karriere aus, viele Rollen (etwa eine bei Ally McBeal) verlor er auch wegen Fehlzeiten und Gerichtsverfahren.

Seit einigen Jahren, angeblich liegt’s an der neuen Ehefrau, ist Herr Downey nun durchgehend clean, und er erfreut sein Publikum, das seine Eskapaden genau wie die Drew Barrymores stets mit mehr Sorge als Verachtung betrachtet hatte, als Ironman. Die unkomplizierte Rückkehr in die Schauspieler-A-Liga sicherte ihm auch seine neueste Rolle, und hier sind die vorhandenen Drogenerfahrungen sicherlich nützlich: Sherlock Holmes, denn auch der berühmte Detektiv ist bekanntlich opiumsüchtig. Der Film läuft am 28. Januar an.

Ich muss gestehen, dass ich die Romane Arthur Conan Doyles weder kenne noch lesen möchte – mich reizen Krimis, in denen ich tatsächlich mitraten kann, einfach mehr als die überheblichen Klugscheißereien des Karomützenträgers gegenüber dem armen Doktor Watson. Dennoch, sowohl die Hauptrollenbesetzung als auch die Tatsache, dass es sich möglicherweise um einen endlich wieder guten Film von Guy Ritchie handeln könnte, weckt mein Interesse.

Und noch ein Faktor klingt spannend: Anscheinend gibt es heftige Diskussionen darüber, ob Sherlock Holmes und Doktor Watson (Jude Law) in Ritchies Version zu viel homosexuellen Subtext zulassen – die US-Inhaberin der Rechte sagte dazu "I am not hostile to homosexuals, but I am to anyone who is not true to the spirit of the books“ und drohte, eigentlich geplante Fortsetzungen zu verhindern. Eine bessere Werbung hätte sie wohl für viele Zuschauer kaum machen können.


Ian Brown

U.
Über Liveauftritte von Ian Brown hatte ich schon einiges gehört: Seine frühere Band, die Stone Roses, gelten zwar für viele auch heute noch als Sternstunde der Popmusikgeschichte, doch ihre Livequalitäten waren dabei eher umstritten – was aber auch egal war, wenn Perlen wie „I Wanna Be Adored“ zum Besten gegeben wurden. Herr Brown ist mittlerweile bereits seit sechs Alben solo unterwegs, und auch seine Live-Auftritte waren nicht immer ein reines Vergnügen. Über sein Erscheinen beim Haldern-Festival 2002 kann man zum Beispiel lesen:

„Das was man [...] zu sehen bekam, ist einfach nur als verstörend zu bezeichnen. Ein schrecklich schief singender Ian Brown, der den Sound seiner toll aufspielenden Band mit dem Gesang geradezu störte. Sein Auftreten ist wohl tatsächlich cool und der Name scheinbar so groß, dass sich ein Teil der Zuschauer nichts aus den schiefen Gesangsversuchen machte. Es stellte sich einem gelegentlich die Frage, ob der ganze Rauch um das ehemalige Stone Roses Mitglied tatsächlich nur von der Nebelmaschine kam.“


Browns aktuelles Album „My Way“ gilt aber für viele als das bisher beste seiner Solokarriere, also entschlossen wir uns, seinen Auftritt in der Mannheimer Feuerwache zu besuchen. Angesichts der alten Geschichten war ich sehr gespannt, in welcher Form sich der Sänger beim Konzert präsentieren würde.

Interessiert waren wohl auch viele andere „Altfans“, denn an den ergrauenden Haaren der zumeist männlichen Gäste, die zum Teil T-Shirts von „historischen“ Bands wie The Sultans of Ping FC oder der frühen Oasis zur Schau trugen (oder gleich als Liam Gallagher-Klon einliefen), erkannte man, dass sich das Publikum gut ins Thema Brown eingearbeitet hatte.



Und da stand er dann auch schon auf der Bühne, und anders als der echte Liam (der ebenfalls Ian Brown als Stilvorbild nennt) war er bestens gelaunt, kommunikativ und freundlich, sprach mit dem Publikum, wusste, dass er in Mannheim war (und das zum ersten Mal) und studierte mit den Fans kleine Tänze ein. Alles prima und alles andere als verstörend.

Zugegeben: Ein toller Sänger ist Ian Brown nicht, gerade das eigentlich sehr schöne Lied „Keep What Ya Got“ versemmelte er durch schiefe Töne und zu langsames Tempo ziemlich. Dennoch funktionierten die meisten Songs prächtig. Die Setliste war dabei eine Mixtur aus dem aktuellen Album und einem „Best of“. Mit „Crowning Of The Poor“, „Golden Gaze“ und „Time Is My Everything“ ging es gleich sehr gut los, wurde jedoch dann im weiteren Verlauf ein wenig mau, um nach vereinzelten Highlights wie „Love Like A Fountain“ mit dem finalen „F.E.A.R.“ richtig toll zu werden.  Die Livedarbietung war dabei sehr drum-lastig, neben dem eigentlichen Schlagzeug betätigte sich ein als Mr. Goldfinger vorgestellter Perkussionist an weiteren Schlaginstrumenten.



Die eigentlichen Knaller waren, stellte sich heraus, für die Zugaben zurückgehalten worden: Vor „Stellify“ und „Just Like You“ bat Herr Brown um Musikwünsche, worauf sich das Publikum mit Titelvorschlägen die Kehlen aus dem Hals brüllte. Den Vorschlag „Supersonic“ setzte er dann aber verständlicherweise nicht um, sondern gab das auch auf der Setliste vermerkte „Fools Gold“ zum Besten, den einzigen Stone Roses-Song des Abends.



Die Fans von Manchester United singen angeblich bei Fußballspielen auf den Tribünen Stone Roses-Songs. Vielleicht haben sie es sich deshalb verdient, dass Ian Brown bei „ihrem“ Konzert im Dezember 2009 als zweiten alten Hit „I Wanna Be Adored“ gespielt hat. Aber das ist nur ein kleiner Wermutstropfen in einem an und für sich schönen Konzertabend.



Setlist:
Crowning Of The Poor
Golden Gaze
Time Is My Everything
All Ablaze
Keep What Ya Got
Save Us
Love Like A Fountain
Corpses In Their Mouths
Laugh Now
Vanity Kills
Own Brain
Longsight M13
Marathon Man
Sister Rose
F.E.A.R.

Zugaben:
Fools Gold
Stellify
Just Like You

Der Besuch beim Doktor

U.
Ich hatte über meine Vorfreude auf den neuen Terry Gilliam-Film ja bereits berichtet, und am letzten Wochenende war es dann so weit: Ich konnte mir Das Kabinett des Dr. Parnassus selbst ansehen.

Was wenig überraschte: Wie alle Kritiker geschrieben hatten, ist der Film visuell ein Genuss. Bei vielen Ideen dachte ich mir, dass andere Autoren / Regisseure darauf einen ganzen Film basiert hätten, und hier wurden sie im Minutentakt verbraten. Schön war auch, dass einiges an frühere Filme erinnerte - zum Beispiel lässt der Kontrast zwischen "Phantasiewelt" und der grauen britischen Realität an den König der Fischer denken -  ohne dabei zum Abklatsch zu werden.



Was (mich) überraschte: Der Ausfall von Heath Ledger und das Einspringen der Ersatzschauspieler funktionierte unerwartet gut. Es fehlten offenbar nur noch Szenen von Ledgers Figur Tony in der Phantasiewelt des Kabinetts, und dass er dort eben anders aussah, erschien im Kontext der Geschichte plausibel.

Was (dann doch) enttäuschte: Die Geschichte gefiel mir über weite Strecken des Films ganz gut, kam aber zu einem zusammengeschustert wirkenden Ende. Sicherlich kann man bei einer Handlung, die die Übergänge von Phantasie und Realität erforscht, nicht erwarten, dass sich alles eindeutig interpretieren lässt. Aber das Ende wirkte auf mich abrupt und unverständlich, als wäre jemand eingefallen "Ach ja, ein Ende brauchen wir ja auch noch!" Schade, denn dieses Problem hätte man leicht und ohne Heath Ledger lösen können.

Eisblog (3): Rolo vs. Snickers

U.
Am letzten Wochenende gab es wieder selbstgemachtes Eis, und dieses Mal traten nach Kitkat und Mars Planets zwei weitere Schokoriegel gegeneinander an - auch wenn ich mich dieses Mal nur am Probieren beteiligt habe.



Zunächst, nachdem die einhellige Antwort auf meine Rolo-Eispläne "Was, Rolo gibt's noch?!" war: Ja, Rolo gibt's noch, und Nestlé sollte vielleicht mal über eine Erinnerungskampagne nachdenken, die ich aber nun für meine fünf bis sechs Leser bereits umsonst übernommen habe. Das sollte denen doch ein Dankes-Schokopaket wert sein.

Das Rolo-Eis enthielt nach den Erfahrungen der letzten Woche viel mehr Schokoteile als im Rezept gefordert. So bekam jeder Bissen des ansonsten gleich gebliebenen (dieses Mal allerdings mit etwas weniger Vanillearoma zubereiteten) Vanilleeises sowohl Schokolade als auch Karamell ab. Das Ergebnis schmeckte wunderbar, allerdings neigte der gekühlte Karamell noch mehr zum In-die-Zähne-kriechen als der normale warme. Nichts für Gebissträger also.



Eine kleine Enttäuschung war dagegen das von mir mit Spannung erwartete Snickers-Eis. Ich mag Erdnussprodukte sehr gerne und hatte deshalb mit etwas Tollem gerechnet. Leider hat es aber wohl seine Gründe, dass es in Eisdielen meines Wissens niemals Erdnusseis zu kaufen gibt: So super schmeckt das nämlich nicht. Schade, aber wir testen weiter! In Zukunft am besten mit Sorten, die nicht auf Vanilleeis basieren und dann hoffentlich auf Fotos leichter zu unterscheiden sind ...

Es macht einen so wütend ...

U.
... wie unglaublich dumm, herzlos und brutal viele Menschen sind. Und ja, natürlich weiß ich, dass in diesem Moment wahrscheinlich vielerorts mit Menschen nicht besser umgegangen wird wie in diesem Film mit Hühnern. Dennoch verstehe ich nicht, wieso Nutztiere und ihr Schicksal so wenig Menschen interessieren. Jetzt regt man sich ein wenig auf, und dann gibt es bald wieder ein leckeres Grillhähnchen vom Imbiss.


Diese verdammten Fahrgäste!

U.
Zugegeben, ich schimpfe gerne mal über die Bahn. Aber mal ganz ehrlich: Leicht haben es die armen Bahn-Angestellten auch nicht gerade. So hatte heute laut Internet-Auskunft ein Zug irgendwann sage und schreibe 150 Minuten Verpätung, weil diese doofen Fahrgäste offenbar beim Ein- und Aussteigen Polonaisen veranstalteten, ihren kompletten Haushaltsumzug per Bahn abwickelten oder was weiß ich. Die interessanten Details liefern die kleinen Informationstexte ja leider, leider nicht.

Das Bild kann man übrigens durch Anklicken größer machen.


Der Vampir-Wahn

U.
Mittlerweile hat auch das letzte Medium bemerkt, dass pubertierende Mädchen (und nicht nur die) Twilight lieben - die dicht bepackten Vampir-Büchertische in den Buchhandelsketten sind der Beweis. Und für die etwas Erwachseneren gibt es die bereits in meinen Jahrescharts genannte Fernsehserie True Blood, die so beliebt ist, dass es nun sogar das namengebende Getränk "in echt" zu kaufen gibt. Es handelt sich natürlich stilecht um einen Blutorgangendrink.



Was bei der Hype-Berichterstattung meistens nicht erwähnt wird ist, dass die ganze Vampirthematik nicht nur uralt ist, sondern auch zu keinem Zeitpunkt richtig out war. Alle paar Jahre gibt es entweder einen neuen Dracula-Film oder "Neubearbeitungen" á la Blade oder Underworld. In meiner Kindheit begleitete mich die Buchserie zum Kleinen Vampir, im Erwachsenenalter schaute ich sieben Staffeln Buffy und fünf Staffeln Angel, und viele andere Frensehserien wie Nick Knight oder Moonlight sind mir zumindest bekannt. Mal davon abgesehen, dass Anne Rice auch schon seit vielen Jahrzehnten davon lebt, dass die Leute Vampire cool finden. Stephenie Meyer hat also wahrlich nichts neu erfunden.

Aber wieso mag nun jeder Vampire? Gestern gab es zur Abwechslung mal einen interessanten Artikel in der Welt: "Blutsauger in Nadelstreifen". Die These: Die Sehnsucht nach dem Vampirsein (oder, siehe Twilight, Vampir-Partner-sein) entspricht der Sehnsucht danach, selbst gutsituiert zu sein, beziehungsweise einen gutsituierten Partner zu haben - denn Vampire sind im Idealfall adelig und in jedem Fall attraktiv und reich. Zombies dagegen entsprechen dem Proletariat und sind entsprechend un-exklusiv, und deshalb interessiert sich auch keiner für die armen.

Nun, das mag sein, aber die Tatsache, dass Zombies ganz schön eklig sind und dass sich niemand wünscht, entweder Gehirne anderer zu essen oder einen Partner zu haben, der es auf das eigene abgesehen hat, spielt bei ihrer generellen Unbeliebtheit sicher auch eine Rolle ...

Neues vom Pechvogel

U.
Diesen Donnerstag läuft ein Film an, auf den ich mich sicherlich nicht alleine freue: Terry Gilliams neues Werk Das Kabinett des Dr. Parnassus.

In den letzten Jahren hat Herr Gilliam, der mit den ersten Monty Python-Filmen und genialen Werken wie Brazil und 12 Monkeys ja einiges an Ruhm eingeheimst hatte, leider wenig gute beziehungsweise erfolgreiche Filme produziert - die Brüder Grimm wurden von der Kritik verrissen, und Tideland schaffte es nur mit Mühe in die amerikanischen und gar nicht in die europäischen Kinos.

Noch trauriger liest sich aber die Liste der Filme, die nicht einmal entstehen konnten: Am bekanntesten ist sicherlich das grandiose Scheitern von Gilliams Film The Man Who Killed Don Quijote. Das Filmen wurde durch neben dem Set aufsteigende Flugzeuge behindert, die als Hintergrund gedachte Wüste durch einen Regenguss mitten im Dreh stark verändert und schließlich fiel der Hauptdarsteller aus. Von einem Budget von mehr als 32 Millionen US$ blieb wenig übrig, und die Filmrechte fielen letztendlich an eine deutsche Versicherung.

Während aber noch Chancen bestehen, dass der Quijote-Film irgendwann neu gedreht wird, ist es für andere Projekte nun definitiv zu spät: Gilliam war J.K. Rowlings Wunschregisseur für die Harry Potter-Reihe und hätte mit dem Stoff sicherlich Interessanteres zustande gebracht als die letztendlichen Umsetzer wie Chris Columbus. Ebenso sollte Terry Gilliam ursprünglich bei der His Dark Materials-Reihe (die nun wegen mangelndem Erfolg wahrscheinlich gar nicht fortgesetzt wird) von Philip Pullman Regie führen, und auch für die Filmversion von Watchmen war er gleich zweimal im Gespräch, ohne dass etwas daraus geworden wäre.

Und auch Das Kabinett des Dr. Parnassus musste bekanntermaßen mit extremen Widrigkeiten kämpfen, denn Hauptdarsteller Heath Ledger starb, bevor seine Szenen vollendet waren. Ihn ersetzen nun gleich drei bekannte Kollegen: Johnny Depp, Colin Farrell und Jude Law. Erste Kritiken bemängeln, dass der Film zwar visuell großartig sei, aber eine eher wenig fesselnde Geschichte biete. Hoffen wir einfach, dass die positive Kritik der Süddeutschen richtig liegt, denn ein echter Erfolg wäre nach all den Fehlschlägen doch mehr als verdient.


Eisblog (2): KitKat vs. Mars Planets

U.
Hier die Ergebnisse des gestern geschilderten Eis-Experiments:

Zur Eispremiere wollten wir uns nicht mit einer einzigen Sorte zufrieden geben. Also entschieden wir uns für ein Vanille-Sahne-Eis als Basis und verfeinerten dann so, dass zwei Sorten entstanden: Einmal mit gefrorenen und dann halbierten Mars-Planets-Kugeln (geplant waren eigentlich Rolos, die es aber nicht zu kaufen gab) und einmal mit zerkleinerten und gekühlten KitKat Chunky-Riegeln.



Bei der Zubereitung produzierte die neue Maschine ein sehr cremiges Eis, das weicher war, als man es aus der Eisdiele gewohnt ist, sich aber gut essen ließ - weil es eben nicht so hart war, wie vieles, das direkt aus der Haushaltspackung kommt.

Die Ergebnisse nach Hinzufügen der zusätzlichen „Geschmackszutaten“ sahen recht ähnlich aus, schmeckten aber unterschiedlich: Die Mars-Kugeln, die teils mit Karamell gefüllt waren, wurden in gefrorenem Zustand etwas zu hart. Die KitKat-Stücke behielten dagegen ihre angenehme Konsistenz, außerdem verteilten sich die Bruchstücke besser im Eis und bildeten mit ihm eine Einheit.


Fazit: Das KitKat-Eis lag beim Testessen vorne. In Zukunft werden wir uns trauen, deutlich mehr Zusatzzutaten einzusetzen, als im Rezept vorgegeben – dabei sollte man ja meinen, dass Ben & Jerry im Hinblick auf Schokostücken usw. relativ großzügig wären. Die Eis-Grundmasse war sehr lecker und lässt sich sicher erfolgreich mit allen möglichen anderen Schokoriegeln kombinieren.

Eisblog (1): Neulich als ich Eis machte

U.
Speiseeis kann man bekanntlich in sehr guter Qualität im Supermarkt kaufen, oder man erwirbt noch besseres in einer guten Eisdiele. Dennoch hat mich die Idee einer eigenen Eismaschine immer gereizt. Nun hat mein Freund eine zu Weihnachten bekommen, so dass ich jetzt ohne eigenen Kauf ausprobieren konnte, was es mit selbstgemachtem Eis so auf sich hat.

Das Geschenk ist eine Krups G VS2 41 für ca. 80 €. Die Maschine kann ungefähr einen Liter Eis herstellen und braucht dafür um die 40 Minuten, allerdings muss ihr Kühlakku vor dem Einsatz 24 Stunden lang im Gefrierfach vorgekühlt werden – also kühlt man den Akku entweder dauerhaft, oder man überlegt sich einen Tag vorher, ob man Eis essen will. Das der Maschine beigefügte Rezeptheft hatte nur Indiskutables (Spargeleis??) und extrem Konservatives (Vanille, Schokolade etc.) zu bieten, also beschloss ich, mich an Experten zu wenden: Ich kaufte ein Rezeptbuch von Ben & Jerry.


Das billige Büchlein (6,91 €) enthält Rezepte für Klassiker aus der Ben & Jerry’s-Riege, also zum Beispiel Cherry Garcia oder auch New York Cookie Dough. Darüber hinaus kann man auch Anleitungen zum Backen von Brownies und Cookies finden (insgesamt 90 Rezepte) und sich über die Geschichte des Ben & Jerry’s-Imperiums informieren.

Einen Nachteil hat das Buch aber: Die Mengenangaben sind allesamt amerikanisch, also sollte der erste Weg vor dem Nachkochen zu Ikea führen, wo man einen Messbecher mit Cup-Maßeinheiten kaufen kann. Oder man informiert sich einfach hier: denn auch die „Ounces“ müssen in Gramm umgerechnet werden.

Wie der erste Eis-Versuch geklappt hat? Wird morgen berichtet.

My Year in Lists (7)

U.
Tadaa! Dieses Jahr (denn die Jahres-Top-5-Listen gibt es ja nun schon in *hüstel* langer Tradition) gibt es eine neue, siebte Kategorie. Als letzte hochwichtige Bestenliste präsentiere ich nun meine Lieblingswebsites des Jahres 2009.

5. My Daily Style

Laut Intro waren Modeblogs ein Kennzeichen der gesamten Nullerjahre. Wenn dem so ist, habe ich sie ja gerade noch rechtzeitig bemerkt und bin erst im Jahr 2009 auf das Phänomen gestoßen: Relativ normale Frauen fotografieren täglich das, was sie anziehen, und Millionen anderer Frauen sehen sich das an. My Daily Style, geführt von einer Spanierin, dürfte dabei eines der erfolgreichsten Produkte sein, denn sie hat es damit immerhin in etliche "echte" Frauenzeitschriften gebracht. Bei vielen anderen Blogs muss man sich allerdings fragen, was um Himmels Willen die Autorin zu der Meinung gebracht hat, ihre Styling-Experimente seien für irgendjemand außer ihr selbst von Interesse. Aber diese Frage kann man natürlich zu jedem Blog stellen, und ich werde sicherlich keinen Stein aus dem Glashaus werfen.



4. Overheard in New York

Der ultimative Blog für Voyeure: Seltsame Gespräche zwischen New Yorkern, protokolliert und nach Themen geordnet. Und so kann man ohne viel Mühe Perlen wie diese hier genießen:

Older woman: Excuse me, miss?
Younger woman: Yeah?
Older woman: Your veil, your burqa is very beautiful. I didn't know your people were allowed to wear it in bright colors.
Younger woman: It's not a burqa, it's a poncho. I'm Jewish. It's for the rain. I got it at TJ Maxx.


3. This Is Why You're Fat

Der ultimative Diätblog, den hauptsächlich seine Skurrilität so faszinierend macht: Es geht um Fotos von besonders ungesundem Essen, und das meiste sieht extrem widerlich aus. Wie wäre es zum Beispiel mit einem frittierten Riesenballen, der neben einer Bratwurst auch das zugehörige Sauerkraut enthält? Äh, Danke, hab' schon gegessen ...


2. The Fashion Police

Eine einzelne Frau im Kampf gegen Modeverbrechen aller Art. Ein harter Job ohne Erfolgsaussichten, aber eine muss ihn ja machen.

1. Passive Aggressive Notes

Notizen von Menschen, deren Büro-Mittagessen gestohlen wurde, die ihren Ärger mit Nachbarn am Namen ihres WLAN-Netzwerks auslassen, die es satt haben, hinter ihrem Mitbewohne herzuräumen oder die der Meinung sind, der Nachbar könnte beim Masturbieren die Rolläden schließen ... teils ist der Ärger verständlich, teils sind nur die selbstgerechten Zettel witzig. In jedem Fall sind die Beiträge zum Schreien komisch.

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