Mach's gut, Palm!

U.
In den letzten Tagen ging durch die Medien, dass Hewlett Packard für 1,2 Milliarden Dollar die Firma Palm gekauft hat. Palm ist momentan wohl nur noch durch seine recht erfolglose iPhone-Alternative Palm Pre im Konsumentenbewusstsein vorhanden, aber das war nicht immer so: Lange bevor Smartphones Alltagsgegenstände wurden, waren die Palm-Geräte ihrer Zeit weit voraus.



Aus heutiger Sicht bereits sehr retro: Der Palm m100

Meinen ersten Palm (den m100 mit 2 MB Speicher und Schwarzweiß-Display) muss ich mir 2001 angeschafft haben, und sein Nachfolger, der Tungsten E, ist sogar noch in meinem Besitz. Bereits vor zehn Jahren konnten die Palm-Geräte bereits so gut wie alles, was man heute von einem Smartphone erwartet: Kontakte und Termine ließen sich problemlos mit dem Computer synchronisieren, ebenso bei Interesse E-Mails. Es gab ein Programm, mit dem man PDFs öffnen konnte, und irgendwie muss es auch möglich gewesen sein, Office-Dokumente zu bearbeiten. Statt Apps gab es Tausende kleine Zusatzprogramme im Netz, die man häufig umsonst herunterladen konnte - und die meines Wissens von Palm nicht denselben Zensurallüren unterzogen wurden, wie das heute bei Apple der Fall ist. Auf meinem Palm konnte ich 2004 sowohl den Bahn-Fahrplan benutzen als auch - per PC-Synchronisation - aktuelle Zeitungsartikel lesen. Außerdem enthält er eine umfassende Ernährungsdatenbank, die ich in dieser Qualität fürs iPhone bislang nicht auftreiben konnte.

Aber dann ging's bergab ...

Was genau dann bei der softwaretechnisch definitiv vorreiterischen Firma Palm anschließend schief gelaufen ist, weiß ich nicht so recht. Fest steht, dass das Unternehmen den Übertritt ins Smartphone-Zeitalter nicht geschafft hat - die alten Geräte waren ja keine Handys und auch nicht WLAN oder gar UMTS-tauglich. Für viele Jahre gab es immer nur die gleichen, zunehmend veralteten Geräte zu kaufen, und als dann schließlich neue kamen ... Nun, sie  konnten nicht mehr mit den Konkurrenten, die ihren Vorgängern so viel zu verdanken hatten, konkurrieren.

Die eigentliche Erfolgsgrundlage, die hauseigene Software Palm OS, wurde nicht weiter entwickelt und schließlich aufgegeben, die Neugeräte nutzten WindowsMobile. Damit entfiel aber ein Kaufargument für treue Nutzer wie mich, die ihre Kontakte seit Jahren in Palm Desktop pflegten und eigentlich auch dort behalten wollten.

Schon deutlich schicker: Der Tungsten E

Ich wurde außerdem vom Support enttäuscht, als ich nach der Anschaffung eines Computers mit Windows Vista feststellen musste, dass die sonst so einfache PC-Synchronisation meines Palms nur noch rudimentär funktionierte. Besonders frustrierend war dann die Erkenntnis, dass der Hersteller nicht etwa fieberhaft an einer Lösung für dieses Problem arbeitete, sondern einfach hinnahm, dass ich mein Altgerät so eben kaum noch nutzen konnte.

Als dann letztes Jahr mit dem Palm Pre nach mehreren Fehlstarts das erste ernst zu nehmende Smartphone von Palm auf den Markt kam, hatte ich schon lange genug von der Firma und ihren Produkten. Dass ich mittlerweile mit einem iPhone glücklich geworden bin, dürften aufmerksame Leser eventuell bemerkt haben ... aber ein wenig leid tut mir der alte Palm-Karren, der so dermaßen kompetent an die Wand gefahren wurde, trotzdem. Mal sehen, was der neue Eigentüner Hewlett Packard draus macht.

Fleischeslust: Soja-Hackfleisch

U.
Es gibt bekanntlich viele Gründe, die dagegen sprechen, Fleisch zu essen. Es gibt aber auch einen, der für viele dafür spricht, nämlich der Geschmack. Mir geht es da nicht anders, und ich freue mich stets, wenn ich ein wohlschmeckendes "Ersatzprodukt" finde - und wundere mich, wenn "echte" Fleischesser das kritisieren und sagen, wenn man schon kein Fleisch essen wolle, solle man gefälligst auch auf Nachahmungsprodukte verzichten. Verstehe ich nicht. Nur weil die erste Wurst aus Fleisch war, darf man nichts anderes hinein tun?

Zugegeben, bei den Fleischersatzprodukten auf Soja- oder Seitanbasis gibt es einige, die sicherlich niemand freiwillig zweimal kauft, weil sie nach gar nichts oder unangenehm schmecken - andere dagegen sind richtig lecker. Ich werde demnächst in loser Reihenfolge einige gute Produkte vorstellen. Beginnen wir mit dem Klassiker:  

Sojaschnetzel als Hackfleischersatz



Sojaschnetzel gibt es von vielen Marken und in etlichen Konsistenzen. Ich bevorzuge die "Soja Schnetzel fein" von Alnatura (erhältlich in dm-Märkten). 150 Gramm kosten 1,25 EUR und ergeben aufgequollen etwa die dreifache Menge, also 450 g "Hackfleisch". Ich mag sie, weil sie angenehm neutral schmecken, leicht erhältlich sind und sich auch gut verarbeiten lassen.

Aber zu was? Eigentlich kann man mit den Sojastückchen alles machen, in das man sonst Hackfleisch getan hätte. Ich nehme sie für Lasagne, Bolognesesauce, indische Hackfleischgerichte, Chili ... das einzige, das ich noch nicht ausprobiert habe, sind Rezepte, bei denen die Brösel als Buletten zusammenhalten müssten. Aber vielleicht geht das ja auch.

Letzte Woche habe ich Gnocchi mit Sojahack gemacht. Hier das einigermaßen simple Rezept:

  • Sojaflocken mit kochendem Wasser und Gemüsebrühe anrühren und 10 Minuten quellen lassen.
  • In der Zwischenzeit eine Zwiebel, etwas Knoblauch und zwei rote Paprika klein schneiden. 
  • Die gequollenen Sojaschnetzel abgießen .



  • Zwiebeln und Knoblauch in Olivenöl anbraten, das "Hackfleisch" und nach kurzem Anbraten auch die Paprikastücke dazu geben.
  • Mit Salz, Pfeffer, Rosmarin und Thymian abschmecken, etwas Tomatenmark und Rotweinessig (Rotwein ginge sicher auch gut) unterrühren.
  • Eine Packung fertige Gnocchi aus dem Kühregal untermischen und alles warm werden lassen.
  • Zum Servieren mit gerösteten Pinienkernen und gehobeltem Parmesan bestreuen.

Sicher kein weltveränderndes Rezept, aber eines, das den meisten Fleischfreunden mit Sicherheit schmecken würde.

Der letzte seiner Art

U.
Seit Wochen trage ich einen Schokoriegel mit mir herum. Eine Kollegin hatte ihn mir vom Kiosk mitgebracht, und bislang habe ich mich noch nicht überwinden können, ihn zu essen. Nicht, weil ich ihn nicht mögen würde. Ganz im Gegenteil. Ich weiß nur, dass ich diesen Riegel nach diesem letzten Mal nie wieder genießen können werde.

Besonders populär war der Kitkat Chunky Peanut Butter wohl nie, denn es war immer ein wenig kniffelig, ihn zu bekommen. Immerhin führen ihn aber viele Schlecker-Filialen, einige Supermärkte und zu den Hochzeiten auch ein paar U-Bahn-Süßigkeitenautomaten.


Sieht er nicht appetitlich aus?

Damit ist es nun schon länger vorbei. Die Kitkat-Website preist an Stelle meines Lieblings nun eine neue Chunky-Sorte mit Karamell an, die ich nicht einmal probieren möchte. Andere Läden haben ihre alten Vorräte schon länger verkauft, nur der Kiosk neben meinem Arbeitsplatz hatte unerklärlicherweise noch einen scheinbar unerschöpflichen Vorrat der Riegel. Scheinbar. Aus und vorbei.

Zukünftig muss ich meine Schokolade-mit-Erdnussbutter-Gelüste also wieder mit teuren, importierten Reese-Riegeln stillen. Oder beim Snickers-Essen ganz fest an Erdnussbutter denken. Oder verzichten, was sowieso besser für die Gesundheit ist.

Ganz verstehen kann ich trotzdem nicht, wieso derart wohlschmeckende Geschmackskombinationen kein Publikum finden, sich aber anscheinend eines für eine Salami mit Orange und Guarana anwerben lässt. Pfui.

Neulich als ich eine Zeitung testete

U.
Ich hatte es ja bereits erwähnt: Seit dieser Woche lese ich im Rahmen eines trnd-Projektes für sechs Wochen die Welt Kompakt zur Probe. Ich selbst habe die Zeitung seit Montag täglich im Briefkasten und lese sie auf dem Weg ins Büro. Darüber hinaus habe ich Zeitungsgutscheine zum Verteilen an Freunde und Bekannte bekommen. Aber hier ergibt sich schon das erste Problem, denn anders als beim Pizzaprojekt konnte ich bislang kaum begeisterte Mittester finden. Die Gründe:
  • Einige Freunde und Bekannte haben keinerlei Interesse an der Zeitung und möchten sie auch nicht umsonst lesen.

  • Um die Welt Kompakt lesen beziehungsweise kaufen zu können, muss man in einem Ballungsraum wohnen, und das schränkt den potenziellen Kreis von Testern zusätzlich ein.
Immerhin ich selbst kann aber nun erstmals meine eigene Meinung zur Zeitung kund tun:

Obwohl mir die Existenz der Welt Kompakt dank Werbekampagnen geläufig war, hatte ich vor dem Projekt noch kein einziges Exemplar gelesen. Nachdem ich aber kürzlich angefangen habe, die Frankfurter Rundschau (die ja ebenfalls im "Tabloid"-Format erscheint) mit mir herum zu tragen, dachte ich mir, dass man es ja auch mal mit einem anderen Druckerzeugnis probieren kann. Und in der Tat gibt es Positives zu berichten.
  • Der sehr kleine Frankfurt-Teil der Zeitung ist durchaus interessant gestaltet. Diese Woche konnte ich zum Beispiel über den Auftritt von Frank Witzel, Klaus Walter und Thomas Meinecke im Mousonturm lesen, und auch sonst gab es schon lesenswerte Beiträge zum Frankfurter Alltag.

  • Auch im deutschlandweiten Teil der Zeitung habe ich gut geschrieben Artikel zu Themen gefunden, die mich beschäftigen. Insbesondere die Filmkritiken waren lesenswert.

  • Das Format der Zeitung macht es tatsächlich leicht, sie unterwegs zu lesen. In der U-Bahn mit einer FAZ zu hantieren ist nun mal relativ schwierig, und selbst die ähnlich kleine, aber wesentlich dickere Rundschau neigt zum Auseinanderfallen.

  • Die Welt Kompakt sieht sich als besonders Internet-affine Zeitung, weshalb über Themen wie Facebook oder Websites besonders ausführlich berichtet wird. Das ist in vielen Fällen, etwa bei einem Bericht zum "Marlboro Marine" durchaus interessant.

  • Und last but not least: Die Zeitung kostet nur einen Euro, was nun wirklich ein guter Preis ist.



Werbung für die Welt Kompakt

Allerdings ist die Welt Kompakt nicht die tollste Zeitung der Welt. Hier meine Kritikpunkte:
  • Nicht nur meine Freunde hegen grundsätzliches Misstrauen gegenüber Produkten aus dem Springer-Verlag. Mir geht es genauso.

  • Auch wenn ich die Artikel allgemein recht seriös finde: Eine Tageszeitung, auf deren Titel ein halbseitiges Bild mit Sylvie van der Vaarts neuer Frisur zu sehen ist, finde ich peinlich und werde ungern damit gesehen. Auch sonst sind die Boulevardthemen (gegen die ich gar nichts habe) etwas überrepräsentiert.

  • Die Internet-Affinität wirkt zum Teil forciert: Das Abdrucken von Twitter- und Facebook-Kommentaren bietet aus meiner Sicht nur sehr begrenzten Nutzen.

  • Dasselbe gilt für die Links: Nach dem Herunterladen einer speziellen Software fürs Handy könnte man am Ende vieler Artikel kleine Codes einscannen und würde dann per Handybrowser direkt zu relevanten Websites geführt. Aber ehrlich gesagt finde ich das Eintippen eines Links (wenn er mich denn interessiert) weniger kompliziert als das Installieren einer Software. Mal davon abgesehen, dass man die meisten Websites lieber vom Rechner aus lesen möchte und nicht auf dem kleinen Handybildschirm.

  • Sicherlich kann ich von meinem Wissen nicht auf das der ganzen Welt schließen, aber der Artikel über putzige Katzenwebsites á la icanhascheeseburger und catsthatlooklikehitler kam aus meiner Sicht etwa fünf Jahre zu spät. Wer solche Seiten interessant findet, kennt diese seit langem.



Ich werde die Zeitung noch weitere fünf Wochen lesen und bin gespannt, inwieweit sich meine Eindrücke noch verändern. Angeblich soll es im Rahmen des Projekts auch noch die Möglichkeit geben, sich per Chat mit Redakteuren auszutauschen, was ich sehr interessant fände.

Und übrigens: Falls das hier jemand liest, der Interesse an Testgutscheinen für die Welt Kompakt hat: Bitte bei mir melden, ich habe noch ganz viele.

Bitte hier eintragen

U.
2010 ist unter anderem das Jahr der Tierschutzskandale, scheint mir. Diesmal erspare ich mir und anderen das grausame Video, wer mag und so etwas aushält, findet aber Fernsehbeiträge bei ARD und ZDF.

Das Problem besteht darin, dass die Schlachthöfe wegen der zu bewältigenden Tiermassen und dem damit verbundenen Zeitdruck die Tiere häufig nicht zu dem Zeitpunkt "betäuben", zu dem das eigentlich gewünscht wäre:
Bolzenschussgeräte sind seit Jahren gängige Praxis, um Schlacht-Rinder vor der Tötung zu betäuben wie es das Gesetz vorschreibt. Dass diese Geräte nicht immer beim ersten Schuss das gewünschte Ergebnis - nämlich die vollkommene Bewusstlosigkeit des Tieres – zur Folge haben, ist bekannt. Weniger bekannt ist, dass für einen zweiten und dritten Betäubungsversuch meist keine Zeit bleibt. Denn Schlachtbetriebe kalkulieren pro Tötung eines Rindes eine Minute. So passiert es laut Aussage eines Berichtes des "Stern" in vier bis sieben Prozent der Fälle, dass das Rind nicht bewusstlos ist, wenn es aus seiner Betäubungsbox gezogen und danach durch Blutentzug getötet wird. Bei dreieinhalb Millionen Rindern, die jährlich in Deutschland geschlachtet werden, heißt das, dass mindestens 150.000 Rinder in qualvoller Todesangst sterben und unendliche Schmerzen ohne Betäubung erleiden müssen. Die durch die Todesangst ins Blut abgegebenen Stresshormone isst der Verbraucher dann auf seinem Teller mit. Nichts anderes in der Schweineschlachtung. Hier kommt, weil wirtschaftlicher, anstatt der früher üblichen Elektrozange hinter dem Ohr Kohlendioxid-Gas zum Einsatz. Dabei werden die Schweine voll automatisiert in einen Metallkäfig gepfercht und zum Gas befördert. Der Todeskampf kann laut Recherchen von Tierschützern bis zu 20 Sekunden dauern. Auf vielen Schlachthöfen komme es laut Experten auch vor, dass Schweine versehentlich nicht oder nicht richtig abgestochen werden. Schätzungen gehen davon aus, dass daher jährlich 500.000 Schweine lebend in Brühanlagen gelangen. (© Copyright TASSO e.V.)
Dass unsere Verbraucherministerin sich lieber über Google Streetmaps aufregt und mit der Kündigung ihres Facebook-Accounts droht (oh Schreck) als sich einmal für solche Themen einzusetzen, will mir nicht in den Kopf. Ebensowenig, dass die Deutschen Milliarden für Tierfutter ausgeben, aber keinerlei Interesse an erträglichen Haltungsbedingungen für Nutztiere zu haben scheinen.

Naja, es wäre jedenfalls sehr nett, wenn meine vier bis fünf Leser sich allesamt hier eintragen würden (man muss seine echte Mailadresse angeben, weil man per E-Mail einen Bestätigungslink erhält, auf den man klicken muss). Ob es etwas bringt, weiß ich natürlich nicht.

Alice geht arbeiten

U.
Ich hatte ja Tim Burtons Neuverfilmung von Alice im Wunderland bereits vorgestellt. Entgegen meinen Befürchtungen haben sich der Vertrieb und die Kinos dann noch irgendwie geeinigt, so dass der Film ohne Boykottaktionen starten konnte und auch recht erfolgreich läuft - zumindest in Deutschland liegt er auf Rang 1 der Kinocharts, und in den USA zog er ebenfalls ein großes Publikum an.
Wie ist der Film nun? Zunächst einmal handelt es sich um den ersten Film, den ich als "Realfilm" in 3D-Technik gesehen habe. Wobei die "Realfilm"-Sache eben nur bedingt stimmt, denn schließlich hat Helena Bonham-Carter normalerweise keinen Minikörper mit Riesenkopf, und Johnny Depp trug in anderen Filmen auch nicht diese gigantisch-grünen Drogenaugen. Dennoch ist ein solcher Film sicherlich schwieriger zu gestalten und ins 3D-Format zu bringen als ein komplett animierter, und es funktioniert im Ergebnis ganz gut.

Wie bereits erwähnt, hat Burton nicht etwa die Original-Alice verfilmt, sondern eine Art Fortsetzung, was an und für sich nicht stört, denn die meisten meiner Erinnerungen an die Bücher (Alices ständiges Wachsen und Schrumpfen, Teeparty mit dem verrückten Hutmacher, der Haselmaus und dem Märzhasen, die wahnsinnige Herzkönigin, die mit Flamingos und Igeln Crocket spielt ...) wurden dennoch filmisch umgesetzt. Nur fand ich die abgedrehte Geschichte in der Burton-Version etwas zu logisch. Während die Ursprungsgeschichten viel klarer Traum- oder gar Drogenvisionen waren, die eben keinen besonderen Sinn ergaben, hat der Film eine unerwartete Kontinuität: Alices Mission ist die Tötung des Jabberwockys und die damit verbundene Entmachtung der bösen roten Königin Fürs "echte Leben" lernt sie daraus, dass sie zu mehr fähig ist als sie dachte, und beschließt, fortan ihre eigenen Lebensentscheidungen zu treffen. Und so ist der verrückte Hutmacher auch nicht einfach verrückt wie bei Carroll, sondern irgendwie auch ein genialer Widerstandskämpfer.

Nun, ich weiß nicht, ob mich eine bloße episodische Aneinanderreihung  von Skurrilitäten im Ergebnis glücklicher gemacht hätte, dennoch hatte ich im Ganzen etwas noch Abgedrehteres erwartet, als es Burton mit dem Film abgeliefert hat. Trotzdem, die Bilder sind genial und die schauspielerischen Leistungen vorzüglich. Im großen und ganzen also ein Erfolgsprojekt.

Test vorbei, nächster Test!

U.
Ich habe ja bereits zweimal darüber berichtet, dass ich für die Firma trnd eine neue Dr. Oetker-Pizza namens Tradizionale testen durfte. Nun ist das Projekt fast vorbei, und es wird Zeit, Bilanz zu ziehen.

Im Grunde bin ich ja durchaus in der Lage, mir von meinem eigenen Geld eine Tiefkühlpizza zu kaufen, wenn mir danach ist. Folglich waren meine Motive dafür, bei so etwas mitzumachen, eher andere: Ich wollte wissen, wie so ein Projekt abläuft, dachte, es würde Spaß machen, mit Freunden und Kollegen zu testen und hatte nicht zuletzt diesen Blog im Hinterkopf. Mal davon abgesehen, dass ich Essen und auch Fertigessen grundsätzlich interessant finde. Wie ist also das Fazit?

Zunächst: Die Pizza fand ich nicht so toll. Ich fand den Boden zu dick, die Auflagen zu wenig und die Zutatenliste auf der Verpackung zu lang. Sicher, schlecht ist die Tradizionale nicht, aber es gibt im Handel andere Fertigpizzen, die ich wesentlich lieber esse. Was ich aber sehr interessant fand, war, wie unterschiedlich die Meinungen im Bekanntenkreis ausfielen. Einige fanden die Pizza schrecklich, andere waren hochbegeistert - dem einen war zu wenig Salami auf den Pizzen, dem anderen gefiel es so. Die einen fanden die Tonno großartig, andere zu geschmacksarm. Und - wie könnte es anders sein - auch der Boden war keineswegs allen zu dick.

 Begeisterte (und mir unbekannte) trnd-Pizzatester

Dass die Geschmäcker verschieden sind, wusste ich natürlich bereits vor dem Test, aber dass sich bei neun unterschiedlichen mir bekannten Personen so gar kein Konsens in irgendeinem Punkt finden ließ, war gleichermaßen erstaunlich und lehrreich. Auf das Urteil anderer sollte man sich bei Essensfragen also lieber nicht blind verlassen, sondern besser alles selbst probieren.

Im Rahmen des Projekts wurde man von trnd auch immer wieder aufgefordert, zu bestimmten Themen seine Meinung zu sagen, etwa zur Frage, welche weiteren Tradizionale-Sorten noch auf den Markt gebracht werden sollten oder zum wichtigen Etikette-Dilemma "Pizza mit Besteck oder aus der Hand essen?". Hier war ich etwas überrascht über den in meinen Augen etwas übertriebenen Enthusiasmus meiner Mittester. Selbst wenn die Tradizionale die tollste Pizza der Welt wäre, würde ich wohl kein Fanvideo darüber machen und es auf Youtube einstellen ... So richtig ist mir auch nicht klar geworden, ob meine Mittester wirklich so vorbehaltlos begeistert waren oder nur dachten, dass trnd beziehungsweise Dr. Oetker solche Statements von ihnen erwartet.

Nachdem ich nun bereits mein zweites Projekt an Land gezogen habe, werde ich bald mehr dazu sagen können - zumindest, was den Enthusiasmus der Tester einer völlig anderen Produktkategorie betrifft. Nach Ostern teste ich nämlich für sechs Wochen die Welt kompakt. Ich bin kein Fan der "großen" Welt, aber dennoch bin ich gespannt, ob die "kleine" Variante wirklich so nahe am Puls der Zeit (und insbesondere des Internets) ist, wie sie behauptet. Ich werde berichten ...

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