Es ist zweifellos prima, gut auszusehen. Die Uni Regensburg forscht seit Jahren zum Thema Attraktivität, und alle bisherigen Ergebnisse sage...

Von äußerer und innerer Schönheit

Es ist zweifellos prima, gut auszusehen. Die Uni Regensburg forscht seit Jahren zum Thema Attraktivität, und alle bisherigen Ergebnisse sagen klar aus, dass schöne Menschen es im Leben leichter haben, weil man ihnen automatisch positive Charaktereigenschaften unterstellt. Nun, die Welt ist nicht gerecht, und es sei ihnen gegönnt. Immerhin sind attraktive Leute ja auch ein ästhetischer Genuss für ihr Umfeld.

Auch Carla Bruni hat im Punkt Aussehen Glück gehabt und genießt das. Sie ist sogar im zweifellos erwachsenen Alter von 43 Jahren immer noch davon überwältigt, wie viel besser als andere sie aussieht. So berichteten verschiedene Zeitungen kürzlich, dass sie sich nach einem Treffen süffisant-abfällig über den Stil von Samantha Cameron geäußert habe, außerdem habe sie bereits früher auf ihrer Website eine Karikatur von Sarah Brown veröffentlicht.

Da fragt man sich doch: Hakt's? Die Artikel im Netz berichten meines Erachtens viel zu unaufgeregt über das unreife, respektlose, stutenbissige Verhalten dieser eingebildeten Kuh. Mal davon abgesehen, dass man als Ehefrau eines Staatstoberhaupts ohnehin nicht öffentlich über das Aussehen seiner Kolleginnen herzuziehen hat, ziemt sich das eigentlich für keinen erwachsenen Menschen. Und wenn man, wie Frau Sarkozy, sein gesamtes Selbstvertrauen offenbar aus dem einzigen, anhaltenden Gedanken "Hey, da ist eine Frau, und die sieht ja MAL WIEDER nicht so spitze wie ich aus!" ziehen muss, dann ist ansonsten zwischen den Ohren erwiesenermaßen nicht viel los.

Sie sollte sich wirklich schämen.

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Mein iPhone hat eine neue Software bekommen, und ehrlich gesagt: Viel merkt man davon nicht. Eines springt jedoch sofort ins Auge: Der regul...

Ästhetik 4.0

Mein iPhone hat eine neue Software bekommen, und ehrlich gesagt: Viel merkt man davon nicht. Eines springt jedoch sofort ins Auge: Der reguläre, von jedem Foto bekannte, schwarze Hintergrund der kleinen bunten Icons für die Apps ist weg, stattdessen muss man sich nun für ein Hintergrundbild entscheiden - ein schwarzes wird von Haus aus nicht mehr angeboten.

Was das soll, bleibt unklar, denn hinter dem ganzen anderen Zeug kommt ein Foto von Partner, Hund oder Urlaub natürlich so oder so nicht zur Geltung. Immerhin hat aber ein lustiger Mensch ein Wallpaper designt, das auch den farbbegeistertsten iPhone-Nutzer zufrieden stellen dürfte:


Gruselig, gruselig. Übrigens: Geschmackvolle Hintergrundbilder gibt es ebenfalls.

(P.S.: Und die Links habe ich beide von hier.)

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Als ich vor mehr als zehn Jahren nach Frankfurt zog, gab es hier einiges, was mich als anglophilen Menschen erfreute und ich aus der Kleinst...

So geht der Turmpalast

Als ich vor mehr als zehn Jahren nach Frankfurt zog, gab es hier einiges, was mich als anglophilen Menschen erfreute und ich aus der Kleinstadt nicht kannte: An der Hauptwache begrüßten mich Filialen von Marks & Spencer und HMV, und, wichtiger, es gab in der Innenstadt ein ganzes Kino, in dem nur englischsprachige Filme liefen. So gut wie alles, was mich interessierte, konnte man im Turmpalast ab dem regulären Starttermin in Originalsprache sehen.

Die englischen Geschäfte haben bereits nach wenigen Jahren wieder zugemacht, nun hat den Turmpalast dasselbe Schicksal ereilt: Das 83 Jahre alte Kino hat kurz vor der Fußball-WM heimlich, still und leise für immer dicht gemacht.

Gut, schön war es in dem Kino schon lange nicht mehr: Davon abgesehen, dass die Säle komisch geschnitten waren und einem auf manchen Plätzen sogar Säulen die Sicht versperren konnten, waren die Sitzpolster vielfach kaputt, das Treppenhaus desolat und die Toiletten unattraktiv. Auf dem Boden lag stets Popcorn, bei dem ich mich öfters fragte, ob es vom selben Tag oder doch schon vom letzten Jahr stammte. Seit Jahren konnte man erkennen, dass hier keinerlei Geld in die Zukunft investiert wurde, und dennoch: Ohne Alternativen für eine größeren Auswahl an aktuellen Filmen in Originalsprache kam man gerne hierher.

Besonders ärgerlich ist hierbei, dass das Kino zwar unbedingt sofort weg musste, aber noch keineswgs entschieden ist, was nun aus dem Grundstück werden soll. Bis es hier feste Pläne gibt, kann noch einiges an Zeit vergehen, und bis dahin wird hier entweder eine Ruine oder eine Baulücke stehen.

Gestern morgen bot sich, als ich am Kino vorbei ging, bereits dieses traurige Bild.


Ich frage mich, ob der Mietvertrag verlängert worden wäre, wenn die Kinobetreiber oder die Cinestar-Kette ihr Haus etwas pfleglicher gestaltet hätten. Oder ob das Ende schon vor langer Zeit so sicher war, dass sich keinerlei Investition mehr lohnte.

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In meinen allerfrühesten Blogtagen habe ich schon einmal von meiner Begeisterung für den Graffitikünstler Banksy berichtet, aber irgendwie...

Banksy on Film

In meinen allerfrühesten Blogtagen habe ich schon einmal von meiner Begeisterung für den Graffitikünstler Banksy berichtet, aber irgendwie ist mir trotzdem entgangen, dass der gute Mann einen Film gemacht und bei der Berlinale vorgeführt hat.

Inhalt ist anscheinend, dass der Künstler ursprünglich zustimmte, bei einer Dokumentation über seine Arbeit mitzumachen,  irgendwann aber die Geduld mit dem Filmemacher verlor und dann lieber den Spieß umdrehte - der Film ist also von Banksy, aber über den verhinderten Dokumentar und dessen Weg zum Sprayer ...

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Vor einigen Jahren war ich tief beeindruckt von Kazuo Ishiguros Buch Never Let Me Go (deutsch: Alles, was wir geben mussten ). Ishiguro war...

Never Let Me Go

Vor einigen Jahren war ich tief beeindruckt von Kazuo Ishiguros Buch Never Let Me Go (deutsch: Alles, was wir geben mussten). Ishiguro war mit dem Roman The Remains of the Day (Was vom Tage übrig blieb) bekannt geworden, und auch wenn ich die Qualität des früheren Werkes, das sich fast ausschließlich um unausgesprochene Gefühle, die berühmte englische "stiff upper lip", dreht, durchaus anerkenne, konnte ich mich nie so recht dafür begeistern.

Auch der Erzählton von Never Le Me Go ist gefühlsarm, weil die Erzählerin sich längst mit ihrem eigentlich unerträglichen Schicksal abgefunden hat: Als Klon ist sie in einer Art Internat zum einzigen Zweck groß gezogen worden, im Erwachsenenalter nach und nach ihre Organe zu spenden und schließlich zu sterben. Anders als in ähnlichen Geschichten (etwa dem Film Die Insel) geht es hier nicht um den Kampf der Klone gegen unbekannte Science Fiction-Menschen, die derartige Grausamkeiten planen. Alles bleibt ruhig und traurig-resigniert. Aus einem Essay von Ishiguro weiß ich, dass es ihm mit der Geschichte auch gar nicht vorrangig um die Klonsache geht, sondern um die Vorstellung der Bewusstheit eines zeitlich extrem begrenzten Lebens - und um die Behandlung der mit jeder Existenz verbundenen Frage: Was ist der Sinn des Lebens? Haben wir eine Seele? Wurden wir zu einem bestimmten Zweck geschaffen?

Wie The Remains of the Day ist nun auch Never Le Me Go mit berühmten Schauspielern verfilmt worden, und es bleibt abzuwarten, ob sich die seltsam-traurige Faszination der Geschichte auch in das Medium Film übertragen lässt. Ich bin gespannt.

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Den meisten wird es nicht entgangen sein: Seit einigen Monaten besitze ich ein iPhone. Und so schön es auch ist, mit den relativ großen Bild...

Neulich als mein Blog mobil wurde

Den meisten wird es nicht entgangen sein: Seit einigen Monaten besitze ich ein iPhone. Und so schön es auch ist, mit den relativ großen Bildschirm Websites aufzurufen, um so nerviger ist die Tatsache, dass viele von ihnen keine Smartphone-taugliche Version aufweisen. Klar, so gut wie jede Zeitung vefügt über ein mobiles Portal, so dass man z.B. Spiegel Online-Artikel genauso gut auf dem Telefon lesen kann wie es im Netz funktioniert. Aber gerade bei Blogs erhält man im Safari-Browser zunächst meist ein winziges Bildchen der Originalwebsite und muss dann mühsam scrollen, vergrößern, scrollen und so weiter, bis man irgendetwas lesen kann. Spaß ist etwas anderes.

Aber es geht auch anders: Gestern habe ich entdeckt, dass man mit Hilfe verschiedener Websites den eigenen Blog Smartphone-tauglich machen lassen kann. Kostenlose Seiten wie mippin und feedm8 arbeiten hierbei einfach mit den RSS-Feeds des Blogs und generieren damit eine durchaus lesbare Version. Und so führt der neue Link ganz oben rechts auf dieser Seite nun zur Mippin-Version von Neulich als ich dachte. Endlich können meine vielen, vielen Leser meinen Blog auch bequem per Handy lesen. Juhu!

So richtig perfekt ist die neue Version zugegebenermaßen nicht: Viele meiner Bilder scheinen zum Beispiel zu fehlen, ebenso sämtliche Links, außerdem gibt es nur zwei Seiten mit Einträgen - ältere Sachen kann man so also nicht lesen. Aber dafür, dass der Service umsonst ist, gibt es wirklich wenig zu meckern. Sogar die Farben der Darstellung durfte ich mir aussuchen.

Meine neue Miniseite - gar nicht so übel, oder?

Aber auch für die seltsamen Menschen, die unterwegs lieber andere Blogs lesen möchten, gibt es gute Nachrichten: Die Seiten mowser und skweezer bieten die Möglichkeit, durch einfaches Eintippen einer beliebigen URL für jede Website spontan eine Handyversion zu erstellen. Diese kann man dann auch für die zukünftige Nutzung als Favorit speichern.

Ich habe einige Screenshots von meinem Blog in den verschiedenen Versionen gemacht: Die Ergebnisse sind recht ähnlich, aber für diejenigen von uns, die lesbare Umlaute bevorzugen, liegt der skweezer klar vorne ...

mowser: Durchaus lesbar, aber diese Umlaute ...

Skweezer: Umlaute hurra!

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Vor einer Weile erwischte ich beim Fernseh-Zappen zufällig einen Beitrag über das im Januar im Münchener Tierpark geborene Elefantenbaby Jam...

Mach's gut, Jamuna

Vor einer Weile erwischte ich beim Fernseh-Zappen zufällig einen Beitrag über das im Januar im Münchener Tierpark geborene Elefantenbaby Jamuna Toni. Die kleine war von ihrer Mutter abgelehnt worden und wurde von den Pflegern des Parks aufgezogen.

Ein glückliches Elefantenbaby (Bildquelle)

Die Bilder des Fernsehberichts waren so niedlich, dass ich hängen blieb: Die Zoopfleger ließen den Babyelefant außerhalb der Öffnungszeiten frei herumlaufen, und dieser folgte begeistert jedem, der eine Pflegeruniform trug (und nicht immer dem richtigen). Noch niedlicher als das Herumpesen von Jamuna auf den Besucherwegen war ihr Abendritual: In einem abgetrennten Bereich des Elefantenhauses musste ein Pfleger über Nacht bei ihr bleiben, und sie hinderte ihn erst mit Rüsselschlägen am Lesen und bestand dann darauf, sich mit ihren über 100 Kilo zum Einschlafen an ihn zu kuscheln. Allerliebst.

Heute stand nun in den Zeitungen, dass Jamuna Toni nur sechs Monate alt wurde: Sie litt gleich an mehreren nicht klar definierten Krankheiten und hatte so starke Schmerzen, dass man beschloss, sie nicht länger leiden zu lassen.

Armer kleiner Elefant - mach's gut. Vielleicht hat Deine Mutter von Anfang an gewusst, dass bei Dir irgendetwas nicht ganz in Ordnung war.

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Vorhin, bei meinem ersten Lauf seit dem Halbmarathon des Todes , war die Strecke trotz gutem Wetter völlig frei von grillenden Gruppen. Hatt...

Come on England!

Vorhin, bei meinem ersten Lauf seit dem Halbmarathon des Todes, war die Strecke trotz gutem Wetter völlig frei von grillenden Gruppen. Hatten die anderen auch alle noch Fußblasen, oder hatte ihre Abwesenheit etwa mit dem gerade stattfindenden ersten Deutschlandspiel der Fußball-WM zu tun?

Das Jubeln aus dem Biergarten gegenüber meiner Wohnung lässt mich letzteres vermuten, ganz Deutschland sitzt vor der Glotze. Nur mein WM-Auftakt war bereits gestern, denn bei internationalen Fußballturnieren aller Art unterstütze ich (bei grundsätzlich nicht riesigem Interesse) stets England.



Der Grundstein für diese Neigung wurde im Jahr 1996 gelegt, als ich im Rahmen eines Auslandssemesters gemeinsam mit Briten zusah, wie England bei der EM im eigenen Land ausschied. Gegen Deutschland. Das war bitter und tat mir leid, und auch ansonsten scheint beim englischen Fußball stets die maximale Motivation mit den absurdesten Unglücken gepaart zu sein. Seien es nun unwahrscheinliche Verletzungen, verpatzte Elfmeter oder tollpatschige Torhüter (siehe gestern), England schwimmt beim Thema Pech immer ganz vorne mit.

Ob meine Unterstützung hier etwas ändern kann, bezweifele ich, aber immerhin bin ich nicht allein: Neben mir, Miss Shapes und mindestens einem Kollegen sind dieses Mal auch die Amerikaner We Are Scientists auf unserer Seite. Das muss doch etwas bringen!

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Manche Dinge plant man langfristig und ist dann doch überrascht, wenn sie irgendwann tatsächlich stattfinden. So ging es mir am Sonntag: Sei...

Neulich beim Halbmarathon

Manche Dinge plant man langfristig und ist dann doch überrascht, wenn sie irgendwann tatsächlich stattfinden. So ging es mir am Sonntag: Seit drei Monaten trainierte ich und hatte entgegen meinen ursprünglichen Plänen so ziemlich jedem davon erzählt - aber sollte ICH nun wirklich einen Halbmarathon laufen?

Gegenüber meinem letzjährigen 8- und 10-km-Lauf stellte die 21,0975-km-Strecke eine echte Herausforderung dar, und wenn ich mir so meine Mitstreiter beim diesjährigen Sport-Scheck-Volkslauf ansah, musste ich nicht nur ständig an holländische Fußballfans denken, sondern fragte mich auch ganz ernsthaft, ob ich mir den Lauf wirklich zutraute. Auf der Pro-Seite standen mein monatelanges Training, die Tatsache, dass ich bereits einmal etwa 18 km ohne größere Probleme gelaufen war und die Erwartung, dass Adrenalin und das Wettbewerbsgefühl den Rest schon regeln würden. Schließlich wollte ich ohne feste Zeitvorgabe nur irgendwie ins Ziel, und das nicht gerade als letzte. Das sollte ja wohl zu schaffen sein.

Dann gab es aber auch eine Kontraseite, die mich denken ließ, dass die anderen Teilnehmer irgendwie versierter wirkten, und meine größte Sorge, das Wetter: Während meine Trainingsläufe allesamt eher bei Kälte stattgefunden hatten, fand der Halbmarathon am bislang heißesten Tag des Jahres statt: 31 Grad waren prognostiziert. Durch den schnellen Wetterwandel hatte ich keinerlei Gelegenheit gehabt, mich an die warmen Temperaturen zu gewöhnen. Und wer hatte eigentlich die Schnapsidee gehabt, den Lauf genau auf den Mittag zu legen??

Ich in Orange ... und Nein, ich habe keine so breiten Schultern, das macht das Shirtmuster-Gesamtkunstwerk.

Allzu viel Zeit blieb mir glücklicherweise nicht mehr zum Sorgen machen, nach einer kurzen Gelände-Erkundungstour und dem Genuss einiger Umsonstgetränke musste ich mich mit den anderen Teilnehmern aufstellen, und der Plan wurde Realität: Ich lief. Zu absolvieren waren ausgehend vom Fußballstadion zwei große Runden durch den Frankfurter Stadtwald, in dem es leider weit weniger schattig war als erhofft. Vor und hinter mir erstreckten sich scheinbar endlose Schlangen orange bekleideter Läufer, und ich ließ mich bereitwillig von den fitteren überholen - gute Läufer schaffen die Strecke in etwa 1 Stunde und 45 Minuten, ich hatte für mich selbst mindestens zwei veranschlagt. Ein kurzer iPod-Check bestätigte mir, dass mein Tempo gemessen an dem, was ich bei anderen Läufen erreicht hatte, nicht zu schnell war.

Nach einer Mini-Trinkpause bei 5 km war die nächste "Station" der Startpunkt, an dem die zweite Runde begann. Für eine längere Strecke liefen die, die die erste Runde noch vollenden mussten, den schnelleren Mitteilnehmern entgegen, und wiederum waren meine Gefühle zwiespältig: Die schnelleren waren offenbar viel schneller und die langsamsten noch um einiges langsamer als ich. Doch würden die, die mir als letzte entgegen kamen, und das häufig "walkend" und nicht mehr laufend, die zweite Runde überhaupt absolvieren?

Ohne Holland fahr'n wir zur... äh, laufen wir los (Bildquelle)

Neben grübeln bekam ich auch anderes zu tun: Das Laufen wurde mit einem Mal sehr anstrengend, ich bekam Seitenstiche, und lange vor der nächsten Trinkstation bei 15 km sah ich mich gezwungen, eine Gehpause einzulegen. Mittlerweile hatte sich das Feld so weit gestreckt, dass mich auch im Gehen kaum jemand überholte, dennoch ärgerte ich mich über mich selbst: Der Sinn von monatelangem Training konnte doch nicht gewesen sein, nun einen sehr langen Spaziergang abzuliefern! So schafft es Reiner Calmund auch! Dennoch, es blieb dabei: Immer wieder begann ich zu laufen, und immer wieder brauchte ich eine neue Gehpause. Als mir irgendwann ein Krankenwagen entgegen kam, um eine Läuferin am Wegesrand zu versorgen, konnte ich mich zumindest damit trösten, dass alles noch viel schlimmer sein könnte.

Die Strecke zog und zog sich, und die kleinen Getränkebecher unterwegs hatten nichts daran ändern können, dass ich mittlerweile völlig ausgetrocknet war. Mein iPod hatte ebenfalls seit einer Weile genug und versorgte nur noch eines meiner Ohren mit Musik, und mein langsames Tempo ließ das Ziel in unerreichbare Ferne rücken. Schließlich begannen dann doch die letzten zwei Kilometer: Wiederum kamen mir nun Läufer entgegen, die das Ziel bereits durchlaufen hatten und sich nun glücklich auf den Heimweg machten. Ich selbst musste noch ein größeres Stück vor "Publikum" ums Stadion herum zurücklegen, bei dem ich mich jetzt doch noch zwang, durchzulaufen. Und mit letzter Kraft erreichte mich mit einer grottenschlechten Zeit (2:24) endlich das Ziel. Nun denn, Calli braucht vier Stunden ...

Läufer von hinten, meine Standardaussicht (Bildquelle)

An regenerationsförderndes Auslaufen war nicht zu denken, ich konnte nur sehr langsam zum nächsten Dixieklo wanken und trank anschließend alles, was mir im Zielbereich in die Finger kam: Wasser, alkoholfreies Bier und isotonische Getränke in bunten Farben, bei denen ich hoffte, dass sie meine Erholung beschleunigen würden. Ich überzeugte mich noch etwa eine Viertelstunde lang davon, dass weiterhin Menschen ins Ziel liefen, dann machte ich mich auf den Weg zur S-Bahn.

Etwa später setzte dann doch noch ein gewisser Stolz ein, denn meine Minimalziele hatte ich ja immerhin erreicht. Dennoch drängten sich verschiedene Fragen auf:
  • Hatte mich tatsächlich das Wetter so schlapp gemacht oder lagen meine Probleme an einer inadäquaten Vorbereitung? Zugegeben, der eine oder andere Trainingslauf war ausgefallen, dennoch hatte mich das Ausmaß meiner konditionellen Schwierigkeiten überrascht.
  • Wie schnell wäre ich wohl bei kälteren Temperaturen gelaufen? Und wichtiger: Wäre ich dann durchgelaufen?
  • Hätte ich mich in der Vorbereitung mehr mit "Drumherumkram" wie meiner Pulsfrequenz beschäftigen müssen?
  • Und vor allem: Will ich mir das Ganze zukünftig nochmal antun?
Beantwortet sind alle diese Fragen noch nicht, aber wie ich mich kenne, werde ich es wohl nochmal probieren. Vielleicht im Herbst, gerne auch bei Dauerregen. Und vielleicht werden die ernährungsphysiologisch wertvollen Bananen am Lauf-Vortag dann auch nicht durch Banana Split und Bananenkuchen ersetzt ...

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