Schon wieder so eine schwierige Kategorie: Wenn ein Roman in Barcelona spielt, erinnert er mich natürlich an diese Stadt, aber solche Verb...

Bücherfragebogen (8): Ein Buch, das dich an einen Ort erinnert



Schon wieder so eine schwierige Kategorie: Wenn ein Roman in Barcelona spielt, erinnert er mich natürlich an diese Stadt, aber solche Verbindungen sind ja kaum der Rede wert. Und häufig weiß ich bei Büchern auch noch, wo ich sie einst gelesen habe, das wiederum hat dann aber mit dem Inhalt gar nichts zu tun.

Ich entscheide mich hier für die zweite Option: Im November 2004 verbrachte ich zwei Wochen in Thailand und las das mitgebrachte Buch The Virgin Suicides am Pool eine Ferienresorts. Irgendwie schwappte dann eine Lache Chlorwasser darüber, und das Buch wurde patschnass. Und so, wie es jetzt aussieht, muss ich bei seinem Anblick immer an den damaligen Urlaub denken, und ein bisschen an die Tatsache, dass die Ferieninsel einen knappen Monat später vom Tsunami dem Erdboden gleich gemacht wurde.

Mit dem Roman von Jeffrey Eugidines über die Selbstmorde mehrerer Schwestern aus Sicht ihrer Klassenkameraden hat all das - abgesehen von einer gewissen Morbidität - nichts zu tun, sowohl das Buch als auch der Urlaub waren aber sehr schön.

Wiederum gibt es auch eine empfehlenswerte Verfilmung, die dem Roman sehr gerecht wird. Die Geschichte über die geheimnisvollen Selbstmorde der fünf Lisbon-Schwestern ist gleichermaßen traurig, mysteriös und doch schön, und die ungewöhnliche Erzählperspektive aus Sicht der Nachbarjungen wirkt viel weniger gekünstelt, als sie das eigentlich müsste.

0 Kommentare:

Manche Kategorien dieses Bücherfragebogens erscheinen mir etwas seltsam. Zu dieser hier fällt mir immerhin irgendetwas ein, bei einigen zuk...

Bücherfragebogen (7) – Ein Buch, das dich an jemanden erinnert


Manche Kategorien dieses Bücherfragebogens erscheinen mir etwas seltsam. Zu dieser hier fällt mir immerhin irgendetwas ein, bei einigen zukünftigen Fragen wird das noch schwierig werden.

Grundsätzlich erinnern mich Bücher häufig an die Person, die sie mir einmal geschenkt oder auch nur empfohlen hat. Nachdem das aber kaum erzählenswert ist, wähle ich hier stattdessen High Fidelity von Nick Hornby. Als ich das Buch vor vielen Jahren las, wusste ich zwar nicht, dass es von meinem jetzigen Freund handelt. Ich kann mir aber sehr gut vorstellen, wie es ihm bei der Erstlektüre gegangen sein muss: "Ein Buch über mich, unglaublich!"

Tatsächlich war er von dem Roman um einen musikbesessenen Plattenladenbesitzer, der erfolglos versucht, sein Leben in Top-5-Listen zu organisieren, so begeistert, dass er sich für die Premiere der Verfilmung etwas ganz Besonderes ausdachte: Er bereitete gemeinsam mit einem Freund einige Mixtapes (ebenfalls ein wichtiger Bestandteil des Romans, wobei Mixtapes ja gewissermaßen Top-X-Listen in Musikform sind) vor, die sie den Mitbesuchern der Kinopremiere in ihrer Stadt schenken wollten. Leider missfiel ihnen dann nicht nur der Film (den ich übrigens ganz gerne mag), sondern die Vorstellung war auch noch extrem schlecht besucht. Von Leuten, die nicht interessant genug erschienen, um sich ein Mixtape verdient zu haben (und folglich auch nie erfuhren, was ihnen an diesem Abend entging).

Eine solche Aktion wäre den fiktiven Angestellten von Championship Vinyl auch zuzutrauen. Ebenso auch die Idee, sich die bereits im Haushalt vorhandenen Lieblings-CDs nochmal neu in Vinyl anzuschaffen und einfach nur, noch original verschweißt, im Wohnzimmer an die Wand zu lehnen. Womit ich jetzt nicht behaupten möchte, dass ich jemand kenne, der so etwas machen würde ...

1 Kommentare:

Eine kleine Werbepause: Kürzlich kaufte ich einen "Riesensmoothie" von Innocent. Eigentlich eine sehr interessante Entwicklung, Fr...

Unschuldiges Marketing

Eine kleine Werbepause: Kürzlich kaufte ich einen "Riesensmoothie" von Innocent. Eigentlich eine sehr interessante Entwicklung, Fruchtsäfte, die man früher ja nur aus Literpackungen kannte, erst winzig klein und extrem teuer zu machen (eben zu Smoothies), um sie nun wieder größer werden zu lassen und dabei den Preis nicht wesentlich zu reduzieren. Dennoch, ein wenig günstiger sind die großen Gebinde schon, und sie schmecken ja auch gut. Beim Konsum dieses speziellen Produkts fiel dann auch noch auf, wie niedlich Verpackung und Inhaltsangaben gestaltet wurden - da war das Verpackungsdesign fast interessanter als der Inhalt und musste dann gleich festgehalten werden.


Endlich mal ein Produkt ohne zugesetzte Gummienten.


Putziger Strichcode



 


Übrigens gehen 10 % der Smootie-Einnahmen in eine Stiftung, die Entwicklungsprojekte in den Herkunftsländern des Zutaten-Obsts unterstützt. Das scheint mir gemessen an sonstigen "Wir geben bei jedem verkauften Auto 10 Cent an UNICEF" Werbesprüchen relativ viel zu sein. Also vielleicht wirklich eine nette Firma.

2 Kommentare:

Wie bereits erwähnt lese ich die meisten Bücher nur einmal, folglich könnte ich hier so gut wie jedes nennen. Also gehe ich einen Schritt we...

Bücherfragebogen (6): Ein Buch, das du nur einmal lesen kannst (egal, ob du es hasst oder nicht)

Wie bereits erwähnt lese ich die meisten Bücher nur einmal, folglich könnte ich hier so gut wie jedes nennen. Also gehe ich einen Schritt weiter und nenne zwei Romane, die ich mit großer Wahrscheinlichkeit nie fertig lesen werde.


Nummer 1 ist The Comfort of Strangers (Der Trost von Fremden) von Ian McEwan. In diesem Buch hat Herr McEwan stilistisch und figurentechnisch gar nichts falsch gemacht, mein Nicht-weiter-lesen-wollen hat also nicht mit meiner Schimpftirade zum Thema "Hassbuch" zu tun. Allerdings sah ich noch während der begonnenen Lektüre die Verfilmung und weiß deshalb, dass die Handlung auf ein ziemlich schreckliches Ereignis (das mich in der Filmversion noch dazu völlig überraschte) zusteuert. Und eigentlich möchte ich das nicht auch noch lesen. Und Urlaubsbekanntschaften möchte ich zukünftig auch nicht mehr machen.


Nummer 2 ist DBC Pierres Vernon God Little (Jesus von Texas). Dieser Roman gewann 2003, in einer Phase, in der ich mich für solche Dinge interessierte, den britischen Booker Prize. Als ich das Buch nun für diesen Blogeintrag wieder zur Hand nahm, sah ich auf dem Cover auch weitere begeisterte Beurteilungen: "the outstanding literary debut of 2003" und "one of the 100 best things in the World" schrieb die Presse damals über das Buch, keine Seite sollte ohne einen tollen Witz vorbei gehen.

Leider verstehe ich die Sprache des Romans aber einfach nicht. Der häufig lügende Erzähler aus Texas drückt sich für mich sehr schwierig aus und kommt ständig vom Thema ab, und nach einigen Kapiteln musste ich entnervt feststellen, dass ich nur eine sehr oberflächliche Ahnung davon hatte, was handlungstechnisch vor sich ging. Und so werde ich wohl nie erfahren, ob die begeisterten Besprechungen gerechtfertigt waren oder nicht.

0 Kommentare:

Ohne besonderen Anlass, einfach nur, weil mir aufgefallen ist, dass sie hier lange nicht vorgekommen sind, möchte ich heute einmal ein wenig...

Elmo und Kami

Ohne besonderen Anlass, einfach nur, weil mir aufgefallen ist, dass sie hier lange nicht vorgekommen sind, möchte ich heute einmal ein wenig mit meinen Katzen angeben. Die beiden sind Wurfschwestern und mittlerweile schon sechs Jahre alt. Gemeinsam haben sie, dass sie nicht sonderlich gerne fressen, die Türklingel und den Staubsauger leidenschaftlich hassen, Angst vor Kindern haben und Tapeten für Katzenunterhaltungsmaterial halten. Dann gibt es aber auch wichtige Unterschiede:

Elmo ist eine unheimlich schüchterne Katze, die, obwohl ihr in ihrem ganzen Leben noch nichts Schlimmes passiert ist, ständig damit zu rechnen scheint, dass ihr jemand Böses will. Obwohl sie sehr an mir hängt und sich zum Beispiel in meiner Abwesenheit den meisten Katzensittern gar nicht erst zeigt, ist ihr Vertrauen auch mir gegenüber nicht grenzenlos. Am allerliebsten mag es Elmo, gestreichelt zu werden, und das fordert sie, wenn man durch Kleinigkeiten wie arbeiten, essen oder schlafen abgelenkt ist, auch recht penetrant ein - von mir und allen Leuten, vor denen sie nicht gerade Angst hat. Sie kann Gegenstände, die man ihr zuwirft, sehr gut fangen, apportiert manchmal, sitzt gerne in Blumenkästen und hat eine Piepsstimme.





Kami ist nur im Direktvergleich mit Elmo selbstbewusst, in Wirklichkeit ist auch sie ein ziemlicher Schisser. Sie versteckt sich genau wie ihre Schwester unter der Bettdecke, wenn zum Beispiel der Staubsauger hervorgeholt wird, zumindest wagt sie sich aber wieder hervor, wenn ich sie nach Ende der Todesgefahr rufe. Am allerliebsten jagt sie Bällchen oder den Laserpointerpunkt, und sie kann auf so viele verschiedene Arten miauen, dass man immer genau weiß, ob sie "Hallo", "Mir ist langweilig!", "Lass mich ins Bad!" oder "Ich mag dich" meint. Vögel, die sich vor dem Fenster zeigen, werden als üble Provokateure beschimpft. Und wenn man sie anspricht, bekommt man fast immer eine Antwort. Kami ist weniger streichelsüchtig als Elmo, aber wenn sie in Stimmung ist, legt sie sich auf den Schoß der ausgewählten Person, streckt alle Beine in die Luft und lässt sich laut schnurrend den Bauch kraulen.



3 Kommentare:

fün Ehrlich gesagt ist das eine schwierige Kategorie für mich, denn ich bin keine große Bücher-mehrmals-Leserin. Meistens reizt mich das...

Bücherfragebogen (5): Ein Buch, das du immer und immer wieder lesen könntest

fün

Ehrlich gesagt ist das eine schwierige Kategorie für mich, denn ich bin keine große Bücher-mehrmals-Leserin. Meistens reizt mich das Neue einfach zu sehr, und auch wenn ich mir bei vielen Romanen vornehme, sie irgendwann nochmals zu lesen: Das passiert meistens nicht.

Die größten Chancen in diesem Bereich haben noch Sachbücher: So ein Kochbuch nimmt man eben nutzungsbedingt immer wieder zur Hand. Ich war auch kurz davor, zu diesem Punkt ein Bild von einem meiner drei Lieblings-Jamie-Oliver-Werke einzustellen, da fiel mir dann doch noch ein Roman ein: Pride and Prejudice (Stolz und Vorurteil) von Jane Austen.

Die Handlung des Romans ist so bekannt, dass ich kaum darüber schreiben mag: Elizabeth Bennet ist eine von fünf Töchtern eines verarmten Landadeligen, die zur Existenzsicherung allesamt schleunigst heiraten müssten. Bei einem Ball lernt sie den stinkreichen Mr. Darcy kennen, und beide können sich auf Anhieb nicht leiden, lernen einander durch verschiedene Zufälle nach und nach dennoch besser kennen - und müssen feststellen, dass sich ineinander gründlich geirrt haben.

Neben der Liebesgeschichte sind es aber, wie immer bei Austen, die glaubwürdigen Personencharakterisierungen, die den Roman so interessant machen - man bekommt eine recht klare Vorstellung davon, wie das Leben als Frau im beginnenden 19. Jahrhundert gewesen sein muss und vor allem, wie wenig Möglichkeiten man hatte, über seine eigene Zukunft zu bestimmen. Und dennoch ist die Handlung andererseits völlig zeitlos, insbesondere die Darstellung des Umgangs der Figuren miteinander und der Gefühle, die sie dabei haben.

Das intelligente und liebenswerte Vorbild der heutigen "Chick Lit" habe ich nicht nur mehrmals im Original gelesen, und ich besitze auch das BBC-DVD-Set der Verfilmung, die ich ebenfalls öfter angesehen habe (und die mir besser gefällt als der ebenfalls nicht schlechte Keira Knightley-Film). Mit diesem Lieblingsbuch stehe ich in der Welt nicht völlig allein da, schließlich dürfte es kaum ein literarisches Werk geben, das mehr Nachahmungen inspiriert hat: Der erste Bridget Jones-Roman, die Bollywood-Komödie Bride and Prejudice... kenne ich alles. Ein Blick auf Wikipedia lässt mich allerdings erkennen, dass mir ein Großteil der Pride and Prejudice-inspirierten Literatur dennoch unbekannt ist. Und den Zombie-Roman, der letztes Jahr hohe Wellen schlug, habe ich bislang auch ignoriert.

2 Kommentare:

Das Gegenteil von Liebe ist nicht Hass sondern Gleichgültigkeit - wer hasst, fühlt immerhin intensiv, und das liegt näher an der Liebe, als...

Bücherfragebogen (4): Dein Hassbuch


Das Gegenteil von Liebe ist nicht Hass sondern Gleichgültigkeit - wer hasst, fühlt immerhin intensiv, und das liegt näher an der Liebe, als man manchmal wahr haben möchte.

Und so ist mein Hassbuch eben auch keine ganz distanzierte Sache: Ian McEwan ist einer meiner Lieblingsautoren, und als 2005 sein Roman Saturday herauskam, war ich mir sicher, dass ich ihn lieben würde - ich kaufte ihn extra als Flughafen-Edition, als das Taschenbuch noch lange nicht erschienen war, mit großer Vorfreude aufs Lesen.

Doch es kam anders. Was ich als Kritik am Vorgängerwerk Atonement (Abbitte) zwar gehört hatte, aber selbst nicht nachvollziehen konnte, stach mir bei Saturday geradezu ins Auge: Hinter dem Erzählgeflecht blitzte allgegenwärtig ein von sich selbst eingenommener Autor hervor, der stets nach Bewunderung zu heischen schien, weil ihm schon wieder so etwas Tolles eingefallen war. "Sieh nur," schien er zu sagen, "jetzt flechte ich auch noch den Irakkrieg ein, bin ich nicht clever? Und ist Dir auch aufgefallen, dass ich mich minutiös in die Methoden der Gehirnchirurge eingearbeitet habe, damit die Gedankenwelt meines Protagonisten glaubwürdig wird? Und hast Du auch gemerkt, wie ich ihm jedes literarische Interesse abspreche, damit er so völlig anders zu sein scheint als ich? Das war schon ganz schön super von mir, oder?"

Und so erscheint mir dieser Roman völlig blutleer, vollgepackt mir unglaubwürdigen, unsympathischen Figuren und albernen Handlungselementen. Ein Trost war, dass es die Besprechung der "Times" damals genauso sah:

It is like reading a 300-page Christmas round robin from the world's smuggest family: "Well, everyone has been most busy: Rosalind has just saved press freedom (again!), Daisy was awarded a first at Oxford and her volume of poetry has won a literary prize (well done!) And our concerns about Theo leaving school at 16 were unfounded: he's now a world-class blues musician ..." On and on. While the only plot thread concerns Henry pranging his posh (lavishly-described) car into a minor villain. But even that does not burst his haute-bourgeois bubble.
The scene that made me howl with derision (read no farther if you do not want to know the "twist") is when the thug, who is about to rape Daisy naked at knifepoint, makes her read a poem. And so moved is he by a quick stanza of Matthew Arnold's Dover Beach that he lets her go. Oh behold how the gentle arts sootheth the savage beast. To which I replied in best southern Californian, "Oh pul lease!" 

(Quelle: The Times, 26.02.2005, "Bad Booker" von Janice Turner)

Der Roman führte zu einem Bruch in meiner unvoreingenommenen Bewunderung des Herrn McEwan, auch seine  Folgeerzählung On Chesil Beach (Am Strand) packte mich nicht wirklich. Seinen neuesten Roman Solar besitze ich noch gar nicht, weil ich mich ehrlich gesagt noch nicht an ihn heran getraut habe: Nicht, das das noch einmal so eine Enttäuschung wird.

0 Kommentare:

Nur damit es hier nicht zu intellektuell wird, muss ich mich auch mal wieder zu den brisanten, bereits behandelten Themen Nagellack und iPh...

Nicht farbecht

Nur damit es hier nicht zu intellektuell wird, muss ich mich auch mal wieder zu den brisanten, bereits behandelten Themen Nagellack und iPhone-Apps äußern: Die US-Marke OPI (ihres Zeichens wohl einer der Weltmarktführer im Nagellack-Business) hat nämlich eine App auf den Markt geworfen, mit der man auch unterwegs das gesamte beachtliche Sortiment in der Flasche und am Nagel betrachten kann.

Brauchen tut so etwas natürlich kein Mensch, aber es wäre zumindest leidlich interessant, wenn die Farbe im Fläschchen in etwa der auf dem Display ähneln würde. Tut sie leider nicht.

Yodel me on my Cell (jaja ...) in echt und in der App

0 Kommentare:

Natürlich habe ich mehrere Lieblingsbücher, und die Frage nach dem ultimativen ist eine schwierige, die genauso fies ist wie die nach der L...

Bücherfragebogen (3): Dein Lieblingsbuch


Natürlich habe ich mehrere Lieblingsbücher, und die Frage nach dem ultimativen ist eine schwierige, die genauso fies ist wie die nach der Lieblingsplatte, der Lieblingskatze... kurz: Gerne beantwortet man so etwas nicht.

Nachdem ich hier aber irgendeine Entscheidung treffen muss, entscheide ich mich einfach mal für Cloud Atlas von David Mitchell (deutsch: Der Wolkenatlas). Der Roman schafft es, gleichzeitig äußerst kurzweilig, formell innovativ und intellektuell anspruchsvoll zu sein, und das muss man in ein und demselben Buch erst einmal schaffen.

Der Inhalt ist schwierig zu erzählen: In der ersten Buchhälfte beginnt eine Geschichte nach der anderen und bricht jeweils abrupt in der Mitte ab, worauf eine scheinbar völlig andere, zeitlich wesentlich später angesiedelte Erzählung beginnt. Nach einem Mittelpunkt in Form einer vollständigen Geschichte folgen die fehlenden Kapitelhälften. Erst nach und nach begreift man als Leser das Konzept des "Romans" und erkennt auch, dass die so unterschiedlichen Handlungen trotz aller Unwahrscheinlichkeit miteinander zu tun haben. Und das Ganze ist wie gesagt bei der Lektüre nicht sonderlich anstrengend, sondern nur spannend und neu. Ach wäre ich froh, wenn ich so etwas erschaffen könnte.

Kürzlich hat sich der virtuelle "Book Club" des englischen Guardian das Buch vorgenommen, die Aufsätze und Diskussionen dazu kann man hier lesen.

1 Kommentare:

Ich neige leider dazu, Bücher auf Vorrat zu kaufen: Irgendwo lese ich eine positive Besprechung und zack! ist wieder ein Buch bestellt, wir...

Bücherfragebogen (2): Das Buch, das du als nächstes lesen willst


Ich neige leider dazu, Bücher auf Vorrat zu kaufen: Irgendwo lese ich eine positive Besprechung und zack! ist wieder ein Buch bestellt, wird daheim aufgestapelt und wartet darauf, gelesen zu werden - und häufig vergesse ich kurz darauf, was mich eigentlich genau zum Kauf dieses speziellen Werks motiviert hatte. Das führt dazu, dass der Rückstau in meinem Regal ziemlich unüberschaubar ist und ich eigentlich einen absoluten Kaufstopp einlegen müsste, bis alles, aber auch alles bereits Vorhandene gelesen ist.

Die Auswahl des Buches, das ich als nächstes lesen werde, ist also einigermaßen willkürlich, aber da ich kürzlich Geburtstag hatte, gibt es momentan einige besonders attraktive Kandidaten in der Warteschlange. Ganz nach vorne gedrängelt hat sich nun Tiere essen von Jonathan Safran Foer. Nachdem ich bereits ein Interview zu dem Buch aus der FAZ kenne, habe ich keine großen Zweifel daran, dass das Buch etwas für mich ist, denn Tierschutz- und Ernährungsthemen liegen mir ja durchaus am Herzen.

Da ich aber keine echte Vegetarierin bin (Sushi, Sardellenpizza, Lachssteak und Thunfischsalat finden durchaus noch ihren Weg in meinen Magen), habe ich aber auch Angst vor der Lektüre: Vielleicht fühle ich mich danach dazu gezwungen, auch auf Fisch völlig zu verzichten. Das wäre sicher ein Gewinn für die Tierwelt, aber ein Verlust für die Vielfalt meines Speiseplans.

3 Kommentare:

Im Moment lese ich parallel zwei Bücher. Zum einen das neueste Werk von einem meiner Lieblingsautoren, David Mitchell. Es heißt The Thousan...

Bücherfragebogen (1): Das Buch, das du zurzeit liest


Im Moment lese ich parallel zwei Bücher. Zum einen das neueste Werk von einem meiner Lieblingsautoren, David Mitchell. Es heißt The Thousand Autumns of Jacob de Zoet, eine deutsche Übersetzung scheint es noch nicht zu geben. Hätte man mich vor einigen Monaten gefragt, ob ich einen historischen Roman lesen möchte, der sich um die Handelsbeziehungen zwischen Holländern und Japanern des späten 18. Jahrhunderts dreht, und in dem ich viele Begrifflichkeiten nicht verstehe, da ich weder mit Japan, noch mit Holland, der Schiffahrt, dem Handel oder dem späten 18. Jahrhundert sonderlich viel am Hut habe, wäre ich wohl vor Beendigung der Frage bereits eingeschlafen. Tatsächlich ist aber auch dieser Roman Mitchells spannend, rührend, überraschend und sogar horizonterweiternd: Zumindest über Japan und dessen jahrhundertelange Weltabgewandtheit habe ich nun bereits eine ganze Menge gelernt. Und momentan bin ich hauptsächlich darauf gespannt, wie die einzelnen, mittlerweile recht verzweigten Handlungsstränge zu einem hoffentlich befriedigenden Ende finden können.



Buch Nummer 2 ist ein Geburtstagsgeschenk, Komm, wir werfen ein Schlagzeug in den Schnee von Eric Pfeil. Als lose verknüpfte "Tagebucheinträge" enthält das Buch kolumnenartige Texte zum Musikjournalistendasein, der Musik an sich, Künstlern, Konzerten, dem Leben ... Die meist kurzen Beiträge lassen sich leicht mal eben in der U-Bahn lesen (weshalb ich das Buch auch bereits parallel zum anderen begonnen habe), sind aber dennoch meist gleichermaßen tiefsinnig wie witzig, und häufig nicke ich lachend beim Lesen, weil der Autor und ich mal wieder einen Sachverhalt völlig übereinstimmend sehen. Nur dass Herr Pfeil Depeche Mode so gar nicht leiden kann, befremdet mich ein wenig, und aus Rache habe ich den seitenlangen Text über Bob Dylan einfach überschlagen. Ätsch.

1 Kommentare: