My Year in Lists (2)

U.
Filme

5. The Social Network

Einen Film über Facebook zu machen, klingt irrsinnig, und die Biographie eines 26jährigen Computernerds erscheint auch nicht sonderlich vielversprechend. Dennoch, der Film hat etwas, und die Tatsache, dass Mark Zuckerberg ihn nicht verhindert hat, beweist zumindest eine gewisse menschliche Größe.



4. Sherlock Holmes

Robert Downey Junior macht den steifen Sherlock Holmes zu einer amüsanten Sache, wie ich bereits hier berichtet hatte.



3. Up In The Air

Eine unterhaltsame, aber überaus traurige Geschichte über die plötzliche Erkenntnis eines Mannes, dass seine bisherigen Lebensprioritäten allesamt falsch waren. Mich erinnerte die Handlung teils an den noch deprimierenderen About Schmidt.



2. #9

Der Film muss circa zwei Sekunden lang im Kino gelaufen sein (und wurde von seinen wenigen Besuchern sicherlich mit dem gleichzeitig laufenden Musical Nine verwechselt). Auf DVD zeigte sich, dass die recht einfache Geschichte um Puppen in einer Endzeitwelt, die gegen eine Vorherrschaft grausamer Maschinen kämpfen, überaus packend und interessant umgesetzt wurde. Hier hatte ich schon einmal ein bisschen erzählt.



1. Inception

Inhaltliche Parallelen zu The Matrix sind sicherlich offensichtlich: Was ist eigentlich Realität, leben wir alle in einem Traum, und falls dem so ist, möchten wir es wirklich wissen? Der Stoff ist aber so interessant, dass er für zwei tolle Filme mit beeindruckenden Bildern reicht. Hoffentlich verzichtet Inception auf halbausgegorene Fortsetzungen ...

My Year in Lists (1)

U.
Konzerte

Dieses Jahr habe ich über alle Konzerte aus den Top 5 Berichte geschrieben, diese sind jeweils verlinkt. Ein gutes Konzertjahr, die Auswahl ist mir schwer gefallen.

5. Ian Brown, 16. Januar 2010, Alte Feuerwache Mannheim



4. CocoRosie, 27. Juli 2010, Arena Wien



3. Jónsi, 24. Juli 2010, Arena Wien



2. Sophia, 15. Mai 2010, Yellowstage Frankfurt



1. The Magnetic Fields, 30. März 2010, Mousonturm Frankfurt

Bücherfragebogen (11): Ein Buch, das du mal geliebt hast, aber jetzt hasst

U.
So manches Buch wurde im Rahmen meines literaturwissenschaftlichen Studiums zu Tode analysiert, und so werde ich zum Beispiel Arthur Millers The Crucible (Hexenjagd) wohl nie wieder so gut finden, wie bevor ich ein Seminar über Miller belegte und dazu noch für meine Hausarbeit eine lahme 3 einfuhr.


Auch das Buch, das ich letztendlich in dieser Kategorie nennen möchte, war eine Schullektüre: The Outsiders von S.E. Hinton. Der Roman erzählt über verschiedene sozial benachteiligte Jungen im Oklahoma der 60er Jahre. Der Erzähler, Ponyboy, ist ein intelligenter Junge, der mit seinen Brüdern zusammen wohnt, er gehört einer Gang namens "Greasers" an, die im Dauerstreit mit den reicheren "Socs" liegt. Bei einem Streit tötet Ponyboys bester Freund Johnny versehentlich einen Soc, die beiden tauchen mit Hilfe ihres Freundes Dallas unter, während die Rivalitäten der beiden Jugendbanden intensiver werden und in einem Straßenkampf münden. Johnny rettet Kinder aus einer brennenden Kirche und stirbt, Dallas stirbt ebenfalls, Ponyboy kehrt zu seinen Brüdern zurück.

Als ich die Geschichte mit 14 oder so das erste Mal las, habe ich das Buch glaube ich in einem Rutsch durchgelesen und war extrem berührt über die Geschichte und ihre Figuren. Später las ich den Roman als Schullektüre und sah die Verfilmung mit einer ganzen Handvoll zukünftigen Stars (z.B. Tom Cruise und Patrick Swayze), die mich zu Tränen rührte.

Aber diese ist definitiv eine Geschichte, die mit zunehmendem Alter des Lesers nicht besser wird. Als ich später im Studium für ein Didaktik-Referat einen Roman für Schüler vorstellen sollte, griff ich zu meinem alten Lieblingsbuch und war eher entsetzt: So einen Schmalz hatte ich einmal toll gefunden??

Nichtsdestotrotz hasse ich die Outsider und auch die anderen Romane von S.E. Hinton nicht. Nur lesen mag ich sie auch nicht mehr.

Bücherfragebogen (10): Ein Buch von Deinem Lieblingsautor

U.
Eine Schwierigkeit des Bücherfragebogens ist neben den teils seltsamen Fragen auch mein Wunsch, manche geschätzte Autoren in irgendeiner Kategorie "unterzukriegen" - und einige liebe ich eben, ohne dass sie meinen Lieblingsroman geschrieben hätten, oder mein erstes Buch, oder eines, das viel über mein Leben aussagt.



Folglich bin ich froh, dass ich heute zumindest einen der "muss auch unbedingt genannt werden"-Autoren abhaken kann, und erspare mir zusätzlich hirnzermarternde Überlegungen hinsichtlich der Frage, ob ich den einen oder den anderen Lieblingsautor vielleicht noch ein kleines bisschen toller finde.

Stephen Fry ist ob seiner übergroßen Beliebtheit (ca. eine Milliarde Twitterfreunde) mittlerweile jemand, bei dem man zumindest in seiner englischen Heimat eher nach Gründen sucht, ihn doof zu finden, aber es gelingt nicht so recht: Er ist einfach zu sympathisch, intelligent, witzig, selbstironisch ... immerhin ist er nicht sonderlich attraktiv, sonst wäre der Neidhass wohl tatsächlich nicht aufzuhalten.

Fry ist kein reiner Schriftsteller, hat aber mittlerweile doch einige Romane geschrieben, und dieser hier, Making History (Geschichte machen), ist mein liebster: Ein Student, Michael, arbeitet an seiner Geschichts-Abschlussarbeit über Hitlers Werdegang und entwickelt mit einem Bekannten eine Möglichkeit, die Vergangenheit zu ändern und Hitlers Geburt zu verhindern. Nur leider wird mit diesem Eingriff die Gegenwart keineswegs verbessert: Die vorhandenen antisemitischen Tendenzen werden nun statt von Hitler von einem politisch und wissenschaftlich geschickteren Politiker für seinen Aufschwung genutzt, das Ergebnis ist ein bis in die Gegenwart bestehendes, ganz Europa umfassendes Nazireich, das einen kalten Krieg gegen die USA führt.

Michael erwacht aus unerfindlichen Gründen mit intaktem Gedächtnis über die "echte" Geschichte, ist aber nun Amerikaner und stellt schnell fest, dass er mit der Verhinderung von Hitlers Existenz die Welt schlimmer gemacht hat, nicht besser. Und so muss auch diese Vergangenheit wieder verändert werden... und Michael findet nebenbei heraus, dass er schwul ist, was in den von ihm geschaffenen, extrem konservativen USA verboten ist.

In meinen Augen hat die Geschichte ihre logischen Fehler - kann jemand, der in Geschichte promoviert, tatsächlich so naiv sein, zu glauben, dass es ohne die Existenz Hitlers keinen Faschismus gegeben hätte? - das wird aber wett gemacht durch extrem sympathische Figuren und witzige Ideen, im Grunde ist also das Buch wie Herr Fry: Irgendwie einfach liebenswert.

Etwas Putziges für kalte Tage

U.
Nachdem mich der Weihnachtsstress voll im Griff hat und ich hauptsächlich mit Plätzchen backen und "Geschenke als Ersatz für Sachen die nicht mehr ankommen werden, die dann auch nicht ankommen, bestellen" beschäftigt bin, war hier in den letzten Tagen nichts los. Als kleine Wartezeitversüßung hier einige putzige Tiergeschichten:

  • Allerliebst finde ich ein mittlerweile schon recht großes Löwenbaby, das sich mit einem Erdmännchen angefreundet hat und mit ihm wie mit einem Stofftier im "Arm" schläft.


  • Dann gibt es noch das putzige schielende Opossum im Zoo von Leipzig (mit Dank an Frau Shapes).


  • Und zu guter Letzt hätte ich noch eines der beiden Pandababys im Zoo von Madrid. Die beiden wurden von Königin Sofia besucht, und der eine konnte sich vor Freude das Lachen gar nicht verkneifen ...

(Who the) **** (is) Alice

U.
Seit einem Monat habe ich einen Alice-Internetanschluss. Von Anfang an hatte ich Verbindungsabbrüche, zuerst wöchentlich, nun meistens alle zehn Minuten. Vor zwei Wochen schrieb ich an den Kundenservice, der laut Auto-Reply innerhalb einer Woche anrufen wollte, das aber nicht tat. Seitdem rufe ich gelegentlich die 43-Cent-pro-Minute-Hotline an, wo man erst in der Warteschleife hängt, dann mit einem Kundenbetreuer spricht und dann "an die Technik" durchgestellt wird, was wieder einen Aufenthalt in der Warteschleife bedeutet. Bislang habe ich immer irgendwann entnervt aufgelegt, also steht in den Sternen, ob ich a) eines Tages "die Technik" erreiche, b) man mir dort helfen wird und c) ich meine nächste Handyrechnung ohne Herzinfarkt werde studieren können.

Das aber nur als Hintergrund für diese Geschichte: Letzte Woche rief mich nämlich tatsächlich jemand von Alice an, allerdings ohne Zusammenhang mit meinen Problemen. Eine Callcenter-Dame erkundigte sich, ob Alice mich weiterhin anrufen kann, um mich zum Beispiel bezüglich meiner Zufriedenheit zu befragen.

Ich: "Sie können mich schon anrufen, aber ich kann Ihnen auch gleich sagen, dass ich nicht zufrieden bin."

Callcenter-Dame: "Ja, das kann ich mir gut vorstellen."

Bücherfragebogen (9): Das erste Buch, das du je gelesen hast

U.
Ich habe keine Ahnung, welches Buch ich als erstes gelesen habe. Ich wurde erst mit knapp sieben eingeschult und hatte mein langweiliges letztes Kindergartenjahr unter anderem damit verbracht, lesen zu lernen. In den ersten beiden Grundschuljahren hatten die Lese- und Schreibübungen für Schulanfänger für mich nicht viel Spannendes zu bieten, und ich erinnere mich, dass es in meiner Klasse eine kleine Kiste mit Minibüchern zum Selbstlesen gab, von denen ich irgendwann jedes einzelne bereits gelesen hatte. Eine lebenslange Karriere als Klugscheißerin hatte begonnen.



Relativ präzise Erinnerungen habe ich dagegen an die Bücher, die ich in meiner Kindheit super fand. Und hier war Der glückliche Löwe ganz vorne dabei.

Zur Handlung: Der (glückliche) Löwe wohnt im Zoo und freut sich jeden Tag über die Besuche seiner Menschenfreunde. Eines Tages wird sein Käfig nicht richtig abgeschlossen und der Löwe beschließt nun seinerseits, in die Stadt zu gehen und dort die Menschen dort zu besuchen. Blöderweise haben aber alle panische Angst vor ihm, rennen weg und rufen die Feuerwehr. Nur der kleine Franz flieht nicht vor seinem Freund, sondern bringt ihn zurück in den Zoo, wo er sich fortan damit begnügt, Besucher zu empfangen:
Er saß lieber in seinem Felsengarten, wenn an der anderen Seite des Wassergrabens Herr Dupont, Madame Pinson und alle seine alten Freunde standen und wie höfliche und vernünftige Leute "Guten Tag, Glücklicher Löwe" sagten.
Es gibt auch Fortsetzungen des Buchs, in dem der Löwe eine Frau findet, einen Sohn bekommt, und eine Geschichte mit einem Bär (oder war's ein Tiger?) kenne ich auch noch.


Ganz allein scheine ich mit meiner Vorliebe für das Buch (es geht eben nichts über vermenschlichte Tiere) nicht zu stehen, denn die Ausgabe, die ich heute besitze, ist eine Neuauflage, weil die Geschichte als erste überhaupt mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis ausgezeichnet wurde.

Eisblog (6): Cookie Dough

U.
Angeblich wird in Skandinavien viel mehr Eis konsumiert als in Italien. Auch ich mag Eis wohl hauptsächlich, wenn es kalt ist, denn der letzte Blog zu diesem Thema war am 29. März!

Nun schneit es also endlich wieder, und die Eismaschine dreht sich. Dieses Mal haben wir ein relativ komplexes Eisrezept ausprobiert, und noch dazu eine Eissorte, die man auch fertig von Ben & Jerry's kaufen kann: Cookie Dough, also ein Vanilleeis mit rohem Plätzchenteig - klingt etwas ungewöhnlich, aber bekanntermaßen schmeckt Kuchen- und Keksteig aller Art ziemlich gut, Millionen Kinder können nicht irren.

Letztgenannter Teig musste aber zunächst hergestellt (was einfach war) und anschließend in winzig kleine Portionen aufgeteilt werden (was mühsam war). Die Teigkügelchen wurden dann eingefroren, was wegen ihres hohen Fettgehalts nicht zu Kekssteinen führte, nur zu sehr kaltem Teig.


Danach ging es weiter wie sonst: Das Eis selbst war ein Sahne-Milch-Eier-Zucker-Vanille-Gemisch, und als es fast fertig war, gaben wir die Teigkügelchen dazu. Das Ergebnis war sehr, sehr gut, und die Teigkugeln größer als die im Kaufeis. Ben (angeblich ein Verfechter besonders großer Eiszutaten) wäre stolz auf uns gewesen!

Wie bei vielen unserer bisherigen Eisversuche wurde das Eis in der Maschine nicht völlig fest, richtig gefroren war es erst nach ein paar Stunden in der Gefriertruhe, hatte dann aber schon eine gewisse Tendenz zum "schneeig" werden, die sich sicher bei längerer Aufbewahrung noch verschlimmern wird. Beim nächsten Mal kommt deshalb noch mehr Sahne in die Eismischung, denn je fetthaltiger das Eis, desto weniger Eiskristalle (und desto dicker langfristig die Eismacher ...).

Neulich als ich eine Fälschung kaufte

U.
"Ohje, schreibt die etwa schon wieder über Nagellack??" wird sich jetzt so manche(r) fragen. Nun ja, stimmt. Aber das Thema dieses Postings soll eigentlich etwas weiter gefasst sein, denn ich habe kürzlich erstmalig erkannt, dass nicht nur teure Konsumgüter wie Gucci-Taschen oder Parfums gefälscht werden, sondern auch Dinge, bei denen ich erwartet hätte, dass sie für den doch recht aufwendigen Akt des Fälschens zu billig sind. Beispiel - richtig - Nagellack.

Links das Original, rechts die Fälschung

Es begann so: Ich interessierte mich für den Nagellack "Pearl of Wisdom" von OPI, hatte keine Lust, bei Douglas 16 Euro hinzublättern und stellte fest, dass ich ihn über Ebay für einen deutlich geringeren Preis bekommen konnte - aus den USA. Nachdem die Lacke dort generell viel günstiger sind und die Ebay-Händler zusätzlich sicherlich Großhandelspreise bezahlen, machte ich mir über die Echtheit keine Sorgen - an so etwas denke ich sowieso eher, wenn Asien im Spiel ist.

Bald bekam ich den Lack, bemalte vorfreudig einen Probenagel - und war tief enttäuscht. Erwartet hatte ich ein nahezu durchsichtiges Produkt, das eine Art glitzernden Schimmer hinterlassen würde. Bekommen hatte ich eine blickdichte Perlmuttschicht, die man so auch in jedem Drogeriemarkt bekommen konnte. Zunächst dachte ich mir nicht viel dabei, ich hatte eben falsche Erwartungen gehabt. Dann sah ich mir das Fläschchen nochmals an und entdeckte, dass dieser, und nur dieser, Lack asiatische Schriftzeichen aufwies. Und wieso war das Schildchen auf dem Boden, das eigentlich grün sein sollte, schwarz? Und wieso der Pinsel rund statt abgeflacht? Und, wenn wir schon dabei waren, wieso roch das Produkt so seltsam?

Ich nahm Kontakt zum Ebayhändler auf und teilte meinen Verdacht mit, eine Fälschung gekauft zu haben. Antwort: Kann nicht sein, ich verkaufe nur Originalprodukte. Für einen Streitwert von weniger als 10 Euro wollte ich mich nicht auf fruchtlose Diskussionen einlassen und bestellte stattdessen denselben Lack noch einmal - bei einem anderen Ebayhändler. Und siehe da: Keine asiatischen Schriftzeichen, grünes Bodenlabel, abgeflachter Pinsel und vor allem: Die Nagellackfarbe, die ich mir vorgestellt hatte!

Wir lernen also: Auch Produkte, die im westlichen Einzelhandel eher wenig kosten, werden gefälscht. Im Netz habe ich - hinterher, versteht sich - auch gelesen, dass die Make-Up-Produkte von MAC gerne und häufig als Fälschungen angeboten werden. Und wenn ich daran denke, dass gefälschte Parfums angeblich Urin oder Lackverdünner enthalten können, möchte ich mir gar nicht ausmalen, was an zusätzlichen Giftstoffen in einem gefälschten Nagellack enthalten ist - solche Produkte sind ja schon von Haus aus nicht sonderlich gesund.



Von vorne sind nur die Inhaltsangaben verschieden gestaltet - und das deutsche Wort "Nagellack" fehlt.

Das befindet sich bei der Fälschung auf der Rückseite - mit den asiatischen Schriftzeichen.

Das Original hat auf der Unterseite grüne Schrift, die Fälschung schwarze.

Das Original hat einen abgeflachten Pinsel, auf dem das Wort "OPI" steht.

Und hier sieht man recht schön, dass die Inhalte ebenfalls nicht übereinstimmen.
Auf dem Nagel besteht dann eigentlich keinerlei Ähnlichkeit: Die Fälschung deckt, das Original nicht.

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