Fleischeslust: Wiener Würstchen

U.
Meist fällt mir der Verzicht auf Fleisch nicht schwer, aber aus irgendeinem Grund mag ich Linsensuppe nur mit Würstcheneinlage so richtig gerne. Macht ja nichts, auch hier gibt es zahlreiche Fleischersatzprodukte - und auch hier gibt es wohlschmeckende und ziemlich eklige.

Dieses Mal traten gegeneinander an: Vegetarische Wienerle von "Le Gusto" (Aldi Süd) und Berief Soja Fit Wiener Art.





Die Aldi-Würstchen sehen eigentlich ziemlich genau aus wie echte, lediglich ihre Konsistenz beim Schneiden ist weicher. Die Berief-Würstchen sind einzeln in Plastik verpackt und etwas dicker als normale Wiener, aber die Optik kommt (wenn man den Plastikmantel entfernt) ebenfalls hin.

Wenn man die Würstchen in der (übrigens vollkommen selbstgemachten) Linsensuppe erhitzt, wird es allerdings ein wenig gruselig: Die Berief-Würstchen saugen sich nämlich mit Flüssigkeit voll und wachsen ein wenig. Das ist schon wenig vertrauenerweckend, aber richtig enttäuschend ist der Geschmack - sie haben nämlich keinen. Man hat lediglich geschmacklose, spülschwammartige Inseln in einer ansonsten guten Suppe.

Die Aldi-Würstchen behalten dagegen ihre ursprüngliche Größe und schmecken in der Suppe auch ziemlich authentisch - etwas milder als echte Wiener Würstchen, aber wenn man ein paar Jahre keines gegessen hat, kann man sich einbilden, sie seien echt ...

Neulich als ich doof war

U.
Ich schreibe diesen Post auf einem nagelneuen Macbook Pro. Mein Laptop, beziehungsweise sein Display, stirbt seit Monaten vor sich hin, und die kontinuierliche Apple-Propaganda in meinem Umfeld hat mich über die Jahre weich geklopft.

Die Kaufentscheidung war demnach keineswegs übereilt: Obwohl bei der Wahl eines Macs ja nicht so viele Modelle zur Auswahl stehen wie bei PCs, verglich ich lange verschiedene Optionen (Reicht das normale Macbook? Keinesfalls! Reicht das kleinste Modell der Pro-Serie? Wohl kaum!), grübelte über die Wahl zwischen entspiegeltem und glänzendem Display und suchte nach einer nicht allzu teuren Kaufmöglichkeit.

Vor zwei Wochen war es dann so weit, das gute Stück wurde bestellt. Und gestern kam nach langem, gespannten Warten der UPS-Mann ins Büro und brachte das neue Gerät.

Nun bin ich mit Kennenlernen beschäftigt, überlege noch, wie ich am besten mein iPhone migriere und wäre an und für sich gut gelaunt, wenn da nicht eine Sache wäre:

Heute nachmittag hat Apple die jüngste Macbook Pro-Serie vorgestellt. Ab sofort gibt es zum selben Preis die neuen Modelle. Und ich habe somit EINEN EINZIGEN TAG LANG ein aktuelles Macbook besessen. Seit heute nachmittag ist es es eine alte Mühle. Tja.

Recycling: Der schlimmste Sitznachbar der Welt

U.
Diese Geschichte ereignte sich im Jahr 2006 und bleibt bis heute unvergessen.

Es ist Sonntagnachmittag, und genau wie, gemessen an der Vollheit meines Zuges, jeder andere Mensch in Deutschland bin auch ich gerade damit beschäftigt, vom langen Wochenende in meinen Wohnort zurück zu kehren.

Mein Zug besteht aus mehreren Teilen, von denen einer dem Anschein nach verloren gegangen ist, weshalb der andere eine halbe Stunde lang nutzlos in Regensburg herumstand, bevor man mit neuen Waggons weiterfahren konnte. Es ist heiß, die meisten Sitzplätze sind reserviert und einige Fahrgäste müssen auf dem Boden vor den Türen kauern. Viele Toiletten sind gesperrt, vor den restlichen sind Schlangen. Die Verspätung vergrößert sich langsam aber stetig auf 50 Minuten.

All das verdirbt mir nicht die Laune. Ich freue mich an meiner Sitzplatzreservierung und darüber, dass ich endlich im Zug sitze, und lese zufrieden in meinem spannenden Buch. Doch dann kommt ER.

ER war offenkundig auf einer Messe in Nürnberg und ist mit mindestens fünf verschiedenen Tüten mit Werbemotiven bepackt. Er setzt sich auf den einzigen freien Platz im ganzen Zug, der sich, richtig, neben mir befindet. Seine Tüten platziert er auf dem Gang, so dass jeder, der vorbei will, darüber steigen muss. Er macht sich neben mir möglichst breit, so dass ich völlig eingeparkt bin, und schläft sofort ein.

Seit er sitzt, macht sich ein komischer Geruch nach ungewaschener Kleidung breit. Ich werfe einen Blick neben mich und stelle fest, dass mein neuer Sitznachbar Hausschuhe trägt. Und dann, dass seine Jeans im Schrittbereich eine feuchte Stelle hat. Ich wende mich entsetzt wieder meinem Buch zu und wäge die Optionen ab.

Einen anderen Sitzplatz werde ich nicht finden. Und vertreiben lassen möchte ich mich eigentlich auch nicht. Andererseits überkommt mich ein Würgereiz. Ich beschließe, dass der Kerl sicher in Würzburg aussteigen wird. Mit Hausschuhen und ohne Koffer reist man ja normalerweise nicht weit. Die eine Stunde kann ich aushalten und bemühe mich konzentriert, die feuchte Stelle als Schweiß wahrzunehmen und ansonsten an frisch gemahlenen Kaffee zu denken.

Würzburg kommt. Der Typ schläft weiter. Immerhin kommt kurze Zeit später endlich der Kontrolleur, der den Kerl aufweckt und mir eine Gelegenheit bietet, auf die Toilette zu fliehen.

Als ich nach einer Viertelstunde zurückkehre, stehen die Tüten nicht mehr auf dem Gang, sondern auf meinem Platz. In eine von ihnen hat der Typ gut sichtbar meine beiden Wasserflaschen (eine voll, eine leer) gepackt, die sich in der Sitztasche vor mir befanden. Mir gegenüber sagt er "Oh, ich dachte, Sie wärn ausgestiegen." "Wo denn??" entgegne ich sehr unfreundlich - der Zug hat ja seit Würzburg nicht gehalten. Die Flaschen packe ich kommentarlos wieder in die Sitztasche.

Der Hausschuhträger babbelt hessisch, insofern ist klar, dass ich ihn noch eine Stunde ertragen muss. Und richtig, er steigt auch nicht in Hanau aus, sondern begleitet mich bis Frankfurt, wo er mir einen schönen Abend wünscht. Ich mir auch.

Der peinlichste Sitznachbar der Welt

U.
Es ist Sonntagnachmittag, und ich befinde mich im Zug von Passau nach Dortmund. Wie immer ist der Großraumwagen gut gefüllt, und mein Freund und ich haben Plätze an einem der Tische ergattert. Uns gegenüber sitzt ein Mann, wie wir Ende 30, der seine Fahrkarten gut sichtbar vor sich auf den Tisch gelegt hat. Ich erfahre so, zunächst ohne großes Interesse, dass er erst am Samstag von Köln nach Regensburg gefahren ist und sich nun auf der Rückfahrt befindet.

Nach kurzer Fahrt beginnt unser Reisebegleiter sichtlich, sich zu langweilen, er mag sich weder mit seinem Laptop noch seiner Bildzeitung bechäftigen. Schließlich greift er zum Handy, ruft einen Bekannten an und beginnt, ihm vom gerade vergangenen Wochenende zu erzählen. Zunächst spricht er Englisch, wechselt dann aber ins Deutsche, was zumindest bei mir den Eindruck erweckt, dass das anfängliche Englisch nicht kommunikativ notwendig war, sondern Affektiertheit. Dafür spricht auch, dass er im Deutschen seltsame Wörter wie "callen" und "Gym" benutzt.

Auf Deutsch und Englisch gemischt hören wir, sowie die ebenfalls bei uns sitzende junge Frau neben dem genannten Herrn, dass dieser in Regensburg war, um dort eine Bekannte zu treffen. Offenbar kannte man sich schon länger aus dem Internet, war sich aber noch nie im echten Leben begegnet. Wir erfahren, dass man einen angenehmen Abend verbrachte und schließlich im Bett landete (Zitat: "Und dann hab' ich mich einfach in ihr Bett gelegt, als sie im Bad war" (...) "und dann ging's zur Sache"), was aber voll locker und unkompliziert  war, da beide Beteiligten single sind.

Die Geschichte umfasst noch etliche weitere Details über die Umstände des One-Night-Stands, und ich wundere mich mehr und mehr, dass mein Gegenüber dieses Gespräch gut hörbar im vollen Großraumwagen führt. War das Englische vielleicht ein extrem dämlicher Versuch, sich quasi in einer Geheimsprache (Wer spricht denn schon Englisch??) auszusprechen?

Wäre ich nicht zu sehr mit dem Unterdrücken meines Lachens beschäftigt, würde ich den Mann ja gerne einige Dinge fragen - immerhin hat er uns alle ja mit der Geschichte konfrontiert. Noch lange nach der ansonsten ereignislosen Fahrt stelle ich mir vor, wie ich ihn nach dem Auflegen ganz cool frage, ob und wie denn verhütet wurde. Und ob er sich sicher ist, dass seine Bekannte die Sache auch so unkompliziert und locker sieht. Und wohin er denn nächstes Wochenende fährt.

Das ist übrigens nicht die seltsamste Geschichte, die mir bislang im Zug passiert ist. Fortsetzung folgt.

Fleischeslust: Burger

U.
Der letzte Post zu diesem Thema ist schon etliche Monate her, aber immer noch probiere ich gerne gute und weniger gute Fleischersatzprodukte aus. Gleich beide Kategorien kann ich mit dem kürzlich veranstalteten Burgervergleich bedienen.


Ins Rennen gingen jeweils zwei Fertigburger von Vegetaria (Eyckeler & Malt) und Berief Soja Fit. Schon beim Auspacken sahen die Vegetaria-Burger um einiges überzeugender aus und passten auch von der Größe her viel besser auf die Fertig-Hamburger-Brötchen. Nach dem Braten bestätigte sich der erste Eindruck: Vegetaria war weniger trocken und schmeckte einfach besser als Soja Fit. Für den befriedigenden Verzehr waren viel Ketchup, Gurken, Tomaten und Käse erforderlich. Und noch etwas habe ich gelernt: Man sollte keine zwei Burger essen, das ist wirklich zu viel.

Berief - am Rand ist viel Brötchen übrig

Auch bei sonstigen Vergleichen hat sich dieses Urteil bestätigt: Mir hat bislang eigentlich jedes Vegetaria-Produkt gut geschmeckt. Irritierend ist lediglich, dass man, wenn man zu der Herstellerfirma Eyckeler & Malt eine Website sucht, ausschließlich auf Großmetzgereien im Raum Hilden stößt. Man fragt sich also etwas besorgt, ob in Hilden auch Sojaschweine gehalten werden.

Vegetaria - sieht doch schon besser aus

Stuff on my Cat - Top 5

U.
Nachdem mich der letzte Beitrag wieder einmal zu stuffonmycat führte, blieb ich dort natürlich kichernd hängen. Katzen haben eine unnachahmliche Art, auch in den albernsten Kostümierungen würdevoll auszusehen. Hier meine Top 5 aus dem noch jungen Jahr - eigene "stuff on my own cats"-Experimente müssen noch fortschreiten.

Platz 5

Platz 4


Platz 3


Platz 2


Platz 1


Der Kostümreichtum von Kater Norbert ist ja ein wenig verstörend, die Ergebnisse aber dann doch sehr niedlich.

Recycling: Hasenfieber

U.
Schon vor einigen Jahren begann meine Faszination für die Labbits von Frank Kozik. Hier steht, wie alles losging:

Alles fing an mit einem Besuch auf der großartigen Seite www.stuffonmycat.com. Als ich eines Tages wieder lachend ansah, was andere Menschen mit ihren Katzen anstellen können (meine beiden sind in Bezug auf Verkleidungen und das "Sachen-auf-sich-legen-lassen" einigermaßen unkooperativ), sah ich dieses Bild: Eine wunderschöne, dreifarbige New Yorker Katze schläft in einem Waschbecken und wird von rauchenden Häschen beobachtet - und möglicherweise gefangen genommen.


Ich bin normalerweise kein großer Fan von Figürchen aller Art - sind ja alles Staubfänger - aber als ich die Häschen sah, durchfuhren mich in extrem rascher Reihenfolge die folgenden Gedanken:
  1. Was ist das denn??
  2. Ach nein wie süß!
  3. Ich brauche diese Hasen!
  4. Wo bekomme ich diese Hasen???
  5. HASEEEN!!!
Glücklicherweise wurde in den Bildkommentaren erwähnt, dass das neue Objekt der Begierde "Smorkin Labbit" hieß. Google und Ebay konnten meinen soeben erkeimten Herzenswunsch anschließend mit geradezu rasender Geschwindigkeit erfüllen, und wenige Tage später besaß ich die "Smorkin Labbit Flock Platinum Pimp Gold" Kollektion und somit fünf Häschen in verschiedenen Farben. Mein Myspace-Bild, das mittlerweile auch Handydisplay und Kreditkarte ziert, folgte zeitnahe.

Vorbei war der Rausch damit aber noch nicht, denn die Häschen erscheinen (zweifellos, um den Suchtfaktor zu fördern) in verschiedenen Kollektionen und werden nach dem Überraschungsei-Prinzip verkauft: Man kauft eine kleine Schachtel und erfährt erst nach dem Auspacken, welches Hasenmodell man erwischt hat. In der letzten Kollektion hätten mich am meisten der Tartanhase und der mit dem Skelettkostüm interessiert - also bestellte ich zwei Zufallsschachteln bei einem Berliner Comicladen. Bekommen habe ich einen hellblauen „normalen" Hasen und (immerhin) einen mit Pflastern... naja.

Seit einiger Zeit gibt es nun eine neue, dritte Kollektion (Anmerkung: Mittlerweile sind es vier), die unter anderem einen Hasen im Bienenkostüm, einen als Hai und einen mit Schnurrbart enthält. Ganz klar, es mussten also wieder zwei Schachteln bestellt werden. Ich habe sie vor einigen Tagen erhalten, aber noch nicht gewagt, sie zu öffnen. Noch sind ja alle Möglichkeiten "drin" - aber was, wenn mich dieses Mal gleich zweimal langweilige Einfarbigkeit erwartet? Gebe ich mich der Enttäuschung hin? Bestelle ich noch mehr Hasen? Werde ich abhängig und kann meine Miete nicht mehr bezahlen, weil alles in kleine Plastikhasen gesteckt wurde?



So weit die Geschichte von damals. Mittlerweile habe ich dreizehn putzige kleine Häschen auf meinem Sideboard - es waren mal fünfzehn, aber zwei verschwanden unter mysteriösen Umständen - entweder meine Putzfrau hat jetzt ihre eigene kleine Sammlung oder Elmo und Kami haben ihr Taschengeld bei Ebay aufgebessert. Ein weiterer Hase hat seit dem Besuch des zweijährigen Nachbarjungen keine Zigarette mehr im Mund. Und den schwarzen habe ich zweimal hinterm Sofa gefunden - irgendeine Katze kann ihn wohl nicht leiden (oder hat ihn besonders gerne, das ist bei Katzen manchmal schwer zu unterscheiden).



Mittlerweile könnte ich aber doch zumindest einmal eine Katze dazu bringen, mit Häschen zu posieren. Wir üben weiter.

Bücherfragebogen (16): Das 9. Buch in deinem Regal von rechts

U.
Am rechten Rand meiner Regale kommen die Kochbücher, die in der Küche keinen Platz gefunden haben. Kochbücher führen bei mir zu einem ähnlichen Kaufverhalten wie Nagellacke: Ich habe eigentlich bereits zu viele und sollte lieber die vorhandenen einmal richtig nutzen. Aber irgendwie landet dann doch immer wieder eines in meinem, meist virtuellen Einkaufskorb.



Wagamama ist an und für sich eine Restaurantkette, die in London ihren Anfang nahm und mittlerweile in vielen europäischen Ländern zu finden ist. Deutschland gehört leider nicht dazu. Die Gäste sitzen an langen Holztischen und bestellen asiatische Gerichte, die blitzschnell in der offenen Küche zubereitet werden. Die japanisch angehauchten Speisen schmecken allesamt ungewöhnlich und toll, und die Preise sind gerade für Londoner Verhältnisse gemäßigt. Hinzu kommt meist eine gleichermaßen informelle wie freundliche Atmosphäre.

Nachdem ich also gerne bei Wagamama esse, musste auch das Kochbuch her. Leider lassen sich die Gerichte zwar recht schnell kochen, man braucht aber häufig sehr exotische Zutaten für sie, und von diesen dann jeweils sehr wenig. Deshalb wurde das Kochbuch in meinem Haushalt bei weitem nicht so häufig benutzt wie erwartet, und ich suche lieber weiterhin den deutschen Wagamama-Klon MoschMosch auf.

Schön ist das Kochbuch aber trotzdem,und vielleicht sollte ich doch mal wieder eines der Gerichte ausprobieren.




Silikon im Gesicht

U.
Alle paar Jahre mache ich wieder einen Anlauf, eine für mich geeignete Tagescreme zu finden. Meine Haut scheint ganz zufrieden damit zu sein, zweimal täglich mit der "normalen", blauen Nivea-Creme beglückt zu werden, und reagiert auf fast alles andere mit Rötungen und Spannungen. Statt aber froh zu sein, dass ich im Bereich Gesichtspflege viel Geld spare, komme ich mir immer ein wenig unzureichend vor: Nivea enthält sehr viel Mineralöl, was nicht wirklich gut für die Haut sein soll (meiner aber offenbar egal ist). Und was ist mit all den anderen tollen Stoffen und Vitaminen, die "richtige" Gesichtscremes enthalten? Fehlen die bei mir nicht?

Solche Gedankengänge führen dann meist dazu, dass ich mir irgendetwas Tolles kaufe, nach ein paar Tagen feststelle, dass meine Haut trockene Stellen bekommt und dann reumütig wieder mit Nivea schmiere. Bis zum nächsten Versuch. Und kürzlich war es wieder einmal so weit.

Ich hatte ja bereits berichtet, dass ich nach längerer Pause als Kundin zum Body Shop zurückgekehrt bin: Immerhin gibt es dort viele gute Produkte, die Firma geht in ihren Tierversuchsversprechen weiter als etliche andere Kosmetikhersteller und die Preise sind in vielen Fällen in Ordnung. Als ich kürzlich dort war und der Verkäuferin meine Hautprobleme schilderte, empfahl sie mir die "Vitamin E Intense Moisture Cream", und bei sehr trockener Haut noch das passende Serum dazu.

Nun hätte es angesichts der großen Zahl "guter" Produkte, die bei mir bereits in den Müll gewandert sind, verschiedene sinnvolle Handlungsstrategien gegeben (hier aufgelistet in der Reihenfolge ihrer Vernunft):

Nicht zur Nachahmung empfohlen (das Spray enthält aber kein Silikon und ist ganz gut)  ...
  1. Das Angebot in Erinnerung an frühere Erfahrungen ablehnen.
  2. Erklären, dass ich schon viel Mist gekauft habe und um Proben bitten, damit ich mir vor dem Kauf ein richtiges Bild machen kann.
  3. Das eine empfohlene Produkt kaufen aber ERST EINMAL NICHTS ANDERES.
Tja, leider war ich aber nicht vernünftig und entschied mich stattdessen für diese Strategie:

  1. Die beiden empfohlenen Produkte kaufen, zwei Tage lang verwenden und dann beschließen, dass man sie ja offensichtlich verträgt. Daraufhin zusätzlich noch die Nachtpflege und die Handcreme derselben Serie kaufen.
Natürlich stellte sich nach ein paar weiteren Tagen heraus, dass meine Haut die Vitamin E-Serie, wie so viele andere, nicht wirklich gerne mag. Ich benutze sie momentan trotzdem tapfer weiter, aber im Grunde ist das Ende absehbar.

Hinzu kommt, dass ich kürzlich in diesem Blogeintrag (beziehungsweise den Kommentaren dazu) über die Problematik von Silikon in Hautpflegemitteln las - und ein prüfender Blick auf meine neuen Body Shop Produkte stellte schnell klar, dass sie alle große Mengen von Silikon in Form von Dimethicone enthalten.

Dieser Umstand überraschte mich angesichts der Tatsache, dass der Body Shop parallel mit seinen neuen, silikonfreien Shampoos wirbt, doch ziemlich.

Was an Silikon so schlimm ist? Nun, gefährlich ist es wohl nicht, aber anscheinend macht es dasselbe, wie das böse Erdöl aus der Nivea-Creme: Es bildet eine Schicht auf der Haut, die sich außen weich anfühlt, aber nach unten wenig Pflege abgibt. Die Haut vertrocknet also unter einer Plastikschicht. Und Silikon lässt sich, anders als der Erdölfilm, nicht einmal mit Wasser und Seife abwaschen - wer es in Form von Creme, Make-Up oder Shampoo benutzt, hat also eine ganze Weile lang etwas davon.

Obwohl mir klar war, dass der Body Shop keine zertifizierte Naturkosmetik verkauft, finde ich es schon etwas frech, in der Beschreibung der Cremes über wertvolles Weizenkeimöl zu faseln und dann als Hauptzutat Plastik zu verwenden. Na ja, die Dummen sterben eben nicht aus. Und damit meine ich mich.

Neulich beim Music Discovery Project

U.
Manchmal gibt es ja in großen Hallen solche "Pop goes classic" oder "Night of the Proms"-Veranstaltungen, wo dann Berufsmusiker mit schmelzenden Geigen "From Sarah with Love" oder ähnliche Schnulzen präsentieren und sich dabei sicherlich fragen, ob sie wirklich die richtige Berufswahl getroffen haben. So stelle ich es mir zumindest vor.

Mit etwas gemischten Gefühlen las ich deshalb online in der Intro, dass an diesem Wochenende in der Frankfurter Jahrhunderthalle das "Music Discovery Project" stattfinden würde, eine "Begegnung des erfolgreichen deutschen Pop-Duos 2raumwohnung mit der 5. Sinfonie von Gustav Mahler, musikalisch vermittelt und konfrontiert durch den international bekannten Komponisten Moritz Eggert". Ich mag 2raumwohnung ganz gerne, und gegen Mahler habe ich ohne tiefere Kenntnis auch nichts, aber zusammen? Wären wir dann nicht wieder bei meiner Schreckensvorstellung von "das London Symphonic Orchestra spielt die größten Hits der Kastelruther Spatzen"?

Bildquelle: hr
Naja, man konnte Karten gewinnen, ich machte mit und gewann. Und eine Begleitung  für den Freibesuch war ebenfalls zur Abwechslung einmal schnell gefunden. Also ging es dann gestern abend gespannt nach Höchst. Leider hatten wir planungstechnisch denselben Fehler gemacht wie erst kürzlich bei Erdmöbel. Mentale Notiz für die Zukunft: Wenn a) eine "klassische" Location oder b) "klassische" Künstler beteiligt sind, sollte man die auf dem Ticket angegebene Zeit wirklich ernst nehmen als den Zeitpunkt, zu dem die erste Note gespielt wird.

So gerade noch pünktlich betraten wir also die Halle und konnten uns dank freier Platzwahl, aber dicht besetzten Rängen nur noch ganz an den Rand quetschen. Die Bühne war weit weg, zum Teil verdeckt und die Akteure nur von der Seite zu sehen. Doof. Immerhin zeigte sich nach der Anmoderation durch einen fröhlichen Youfm-Moderator, dass wir in unserem Eckchen direkt vor einer Videoleinwand saßen. Und da das Konzert für das Fernsehen aufgezeichnet wurde, waren etliche Kameraleute unterwegs und nahmen Bilder auf.

Der Konzertabend begann ganz "normal" mit Mahler, dann wurde mit 2raumwohnung (die eine eigene kleine Bühne vor dem Orchester  betraten und in ihren "Pausen" auch wieder verließen) abgewechselt. Von Wechsel zu Wechsel beteiligte sich das Orchester mehr an den 2raumwohnung-Liedern, das zum Glück aber ohne die gefürchteten schmelzenden Geigen - die Arrangements klangen durchaus interessant und unterhaltsam. Während den "Klassik"-Teilen ging es mir dann wie immer in klassischen Konzerten: Erst hörte ich interessiert zu, um schon bald in Gedanken zu versinken und die Musik nicht mehr bewusst wahrzunehmen.

Als interessante Ablenkung entpuppte sich hierbei die Videoleinwand, auf der immer wieder spezielle Musikergruppen gezeigt wurden - es war durchaus interessant, zu sehen, was so im Orchester unter den Streichern, Bläsern, Harfisten und so weiter vor sich ging, und ich konnte meiner Begleiterin auch gleich kompetent den Unterschied zwischen einer Klarinette und einer Oboe erklären (dafür haben sich all die Jahre im Schulorchester doch gelohnt).

Bildquelle: hr
Was aber nun genau der Komponist geleistet hatte, blieb mir leider wegen mangelnder Mahler- und mittelmäßiger 2raumwohnung-Kenntnisse verborgen: Die Sinfonie war sicherlich nicht umgeschrieben worden, hatte er also lediglich Übergänge geschaffen? Oder ging es nur um die Arrangements der Popsongs? So richtig werde ich das wohl nie wissen.

Dennoch, eines meiner Lieblingslieder von 2raumwohnung, "Zwei von Millionen von Sternen", setzte für mich ein persönliches Highlight, und der wohl extra für den Abend komponierte (ah!) Song "Bei dir bin ich schön" vermittelte gerade bei seiner Wiederholung als Zugabe eine wunderbare Stimmung, die sichtlich auch von den Orchestermusikern geteilt wurde.

Insgesamt also ein Abend, den ich nicht bereue, auch wenn er mich voraussichtlich nicht näher an die klassische Musik heran geführt hat - was ja wohl der Zweck dieser jährlich stattfindenden Kooperationen sein soll.

Das vom Publikum mit absoluter Begeisterung inklusive "standing ovations" aufgenommene Konzert kann man übrigens zum Teil online ansehen. Darüber hinaus überträgt es der Hessische Rundfunk noch heute Abend um Mitternacht im Fernsehen. Eine Radioversion wird am Freitag, den 25. Februar, um 20.05 Uhr, in hr2-kultur gesendet.

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