Kunst des Moments: Andy Goldsworthy

U.

We always want to hold on to things as they are, but that’s not the nature of life or things, is it?

Dieses Zitat stammt von Andy Goldsworthy, und in der Tat dürfte es wohl kaum einen Künstler geben, dessen Werk vergänglicher ist. Goldsworthy geht einfach in die Natur und arbeitet dort mit dem, was er findet - ohne weitere Hilfsmittel, in diesem Punkt ist er ziemlich streng mit sich. Und folglich ist "einfach" auch ein Adjektiv, das sich nur sehr bedingt für diese Art der Kunst anwenden lässt, denn die Werke entstehen keineswegs schnell und häufig unter erheblicher Mühe - etwa, wenn man stundenlang Eiszapfen durch bloßes Festhalten irgendwie dazu bekommen muss, als Stern aneinander fest zu frieren - ohne Erfolgsgarantie.


Mit Vollendung der Werke ist deren Schicksal allerdings auch bereits besiegelt: Goldsworthy macht einige Fotos, dann bleibt die Kunst dort zurück, wo sie entstanden ist, und verfällt dort mehr oder weniger schnell. Als einziger Beweis ihrer Existenz bleiben die Fotos.

Die Opelvillen in Rüsselsheim zeigen unter dem Titel "Working with Time" einige dieser Fotografien, und ich kann den Besuch nur empfehlen. Die Bilder sind meist ansprechend und dekorativ, und sicherlich reizen sie auch viele Menschen zur Nachahmung, aber nichtsdestotrotz scheint für mich neben der oberflächlichen Zugänglichkeit auch eine traurige Ernsthaftigkeit  durch. Und in der Tat bestätigt ein weiteres Zitat, dass Goldworthy den Zusammenhang zwischen Vergänglichkeit im Werk und dem Tod an sich bewusst sucht.


The landscape is often perceived as pastoral, pretty, beautiful – something to be enjoyed as a backdrop to your weekend before going back to the nitty-gritty of urban life. But anybody who works the land knows it's not like that. Nature can be harsh – difficult and brutal, as well as beautiful. You couldn't walk five minutes from here without coming across something that is dead or decaying.

Im Rahmen der Ausstellung wird auch der preisgekrönte Film Rivers and Tides gezeigt, in dem Goldsworthy in verschiedenen Ländern und zu unterschiedlichen Jahreszeiten bei der Arbeit gezeigt wird. Ebenfalls sehr empfehlenswert. Man kann den Film auch komplett auf Youtube ansehen, aber dort ist die Qualität so schlecht, dass ich erwägen würde, die 16 Euro für die DVD zu investieren.


2 Kommentare:

  1. Über den 2001-Versand bin ich auch mal auf River and Tides aufmerksam geworden, habe das Geld investiert und bin seitdem begeistert von seiner Kunst. Die hier gezeigten Beispiele finde ich auch wieder sehr faszinierend!

    Vielleicht ergibt sich ja ein Besuch der Ausstellung für mich am Rande des Phono-Pops...

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  2. Ach stimmt, das ist ja auch in Rüsselsheim!

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