Applaus! Applaus! Applaus! - Being Elmo

U.

Ich sah letzte Woche noch einen weiteren Film, der mit Muppets zu tun hat, allerdings handelte es ich um eine Dokumentation: Being Elmo erzählt das bisherige Leben von Kevin Clash, der anders als sein Alter Ego, Elmo aus der US-amerikanischen Version der Sesamstraße, relativ unbekannt ist.

Um es kurz zu machen: Der Film ist extrem sehenswert.

Da wäre zunächst die ungewöhnliche Lebensgeschichte von Clash: Er wuchs in den Sechziger Jahren in einer armen, afroamerikanischen Familie in Baltimore auf. Die Marionetten der Sesamstraße faszinierten ihn, sobald diese ab 1969 im Fernsehen lief, und er begann schon als Kind, eigene Marionetten zu basteln und damit in der Nachbarschaft aufzutreten. Kevins Eltern forderten ihren Sohn nicht etwa auf, sich auf etwas weniger Brotloses oder Mädchenhaftes zu konzentrieren, sondern unterstützten ihn, so weit es ihnen möglich war. Und so hatte Kevin bereits als Jugendlicher eine eigene Sendung im Lokalfernsehen und bekam von seiner Mutter gegen Ende seiner Schulzeit ein Treffen mit Kermit Love, einem wichtigen Marionettenbauer der Jim Henson-Truppe, vermittelt. Ab diesem Zeitpunkt und durch Loves Mentorentätigkeit bewegte sich Clash mit verschiedenen Tätigkeiten immer mehr auf Henson zu und begann schließlich, als erster dunkelhäutiger Marionettenspieler für die Sesamstraße zu arbeiten.


Ich bewundere es immer enorm, wenn Menschen so feste Lebenspläne oder -träume haben und diese einfach umsetzen, und Clashs Lebensgeschichte ist hier ein Paradebeispiel. Man sieht aber in dem Film auch, wie er nun seinerseits Muppet-verrückten Kindern die Henson-Werkstätten zeigt und somit all die Förderung, die ihm zuteil wurde, weiter gibt. Einfach ein netter, gleichermaßen inspirierter und inspirierender Mann.

Dann ist da natürlich noch die Figur Elmo. Die ist in Deutschland weniger bekannt als etwa Kermit oder Ernie, in den USA ist das rote, zottelige Monsterkind, das von sich selbst nur in der dritten Person sprechen kann, aber mittlerweile sicherlich der bekannteste Muppet. Und das liegt allein an Clash, denn obwohl es Elmo bereits ein Jahrzehnt gab, konnte niemand sonderlich viel mit ihm anfangen, bis Clash 1984 den Auftrag bekam, sich etwas für die unbeliebte Puppe zu überlegen. Clash dachte nach und machte Elmo zu einem Kleinkind mit Piepsstimme, dessen hervorstechendste Eigenschaft Liebe ist: Elmo liebt und mag jeden (und vor allem jedes Kind), und Clash schafft es, diese absolute Offenheit und Unvorgenommenheit glaubwürdig und von Herzen zu transportieren. Genau deshalb ist Elmo auch die Figur, mit der die meisten totkranken Kinder sich ein Treffen wünschen, und auch diese Begegnungen, die schon lange zum Alltag von Clash gehören, zeigt der Film bemerkenswert unsentimental und rührt gerade dadurch zu Tränen.


Für im Marionettengeschäft unerfahrene Menschen wie mich sind auch die Stellen des Films interessant, die zeigen, wie Clash den Puppenspielern der französischen Sesamstraße im Rahmen eines Workshops seine Kniffe zeigt. Spätestens hier wird klar, dass die Lebendigkeit und Persönlichkeit einer Marionette unglaublich viel mit ihrem Puppenspieler zu tun hat.

Und obwohl all das relativ wenig mit den Muppets der Muppet Show zu tun hat, habe ich durch diesen Film auch zu diesen etwas Wichtiges erfahren: Als Clash die Persönlichkeit von Elmo entwickeln sollte, wurde ihm nämlich erklärt, dass hinter den Figuren immer die Idee von einem Menschen steht. Bei Fozzie ist das die eines gescheiterten Komikers, bei Miss Piggy ist es ein Lastwagenfahrer, der gerne eine Lady wäre. So ist das also.


Nachdem es in dem Film um die Geschichte von Clash und Elmo geht, erfährt man wenig über die private Seite seines Lebens, dennoch wird angedeutet, dass seine Ehe an den ständigen Weltreisen für Elmo zerbrach, und er selbst stellt irgendwann fest, dass er viel mehr Zeit mit fremden Kindern als seiner eigenen Tochter verbrachte. Trotzdem steht fest, dass Elmo mit Hilfe von Kevin Clash Millionen von Kindern auf der ganzen Welt glücklich macht. Hier noch ein kleiner Videobeweis aus der Sesamstraße.

Applaus! Applaus! Applaus! - Der Film

U.
Man glaubt es kaum nach all der Vorbereitungsarbeit, aber gestern habe ich den aktuellen Muppets-Film tatsächlich gesehen!


Eigentlich ist es ja überraschend, dass es so ein Projekt überhaupt gibt. Der letzte, nicht sonderlich erfolgreiche Vorgängerfilm erschien nämlich 1999. Zu verdanken ist das wohl dem Engagement von -Jason "How I met your Mother" Segel, der nicht nur die menschliche Hauptrolle spielt, sondern auch das Drehbuch schrieb und das ganze Projekt durch Verhandlungen mit Disney überhaupt ermöglichte.

Dass die Muppets nicht wirklich ins Jahr 2012 passen, nimmt die Filmgeschichte dann auch praktischerweise gleich als Ausgangspunkt: Kermit, Fozzie, Piggy und Co. machen mittlerweile allesamt etwas anderes, und die Welt hat sie längst vergessen. Sie kommen erst wieder zusammen, um ihr altes Theater vor dem Abriss zu retten und planen überstürzt eine Comeback-Benefiz-Show.



Insbesondere Kermit lebt außerdem sichtlich nicht in der Gegenwart und besitzt einen Computer, der zwar Auto fahren kann, aber Achtziger-Jahre-Sprüche klopft und sich ohrenbetäubend per Modem ins Internet einwählt. Und als für die Show ein Gaststar benötigt wird, ruft der Frosch als erstes David Hasselhoff und Molly Ringwald an.

Sehr gut gefiel mir auch der Umgang des Films mit den Klischees, die solche Geschichten, in denen weit verstreute Figuren wieder eingesammelt werden müssen, immer mit sich bringen - so beschließt man zum Beispiel, nachdem Kermit Fozzie und Gonzo für sein Projekt gewinnen konnte, die anderen Figuren "im Rahmen einer Montage" einzusammeln und so Zeit zu sparen. Die lange Strecke zu Miss Piggy nach Paris lässt sich ebenso schnell "per Landkarte" zurücklegen.


Natürlich gibt es auch menschliche Gastauftritte, wobei einige Schauspieler nur extrem kurz zu sehen sind: Emily Blunts Wiederaufnahme ihrer Rolle aus Der Teufel trägt Prada dauert nur wenige Sekunden, Leslie Feist habe ich gleich komplett übersehen. Lustig war Dave Grohl, der in einer Muppet-Cover-Band die Rolle von Animal spielt, ebenso Jack Black als unfreiwilliger, gefesselter Moderator der Comeback-Show.

Als diese schließlich - in Form einer mehr oder weniger normale Folge der alten Muppet Show - stattfindet, enthält sie einige überraschende Coverversionen, etwa "Smells Like Teen Spirit" als Barbershop-Quartett oder Cee Loo Greens "Fuck You" als von Hühnern gegurrtes Instrumentalstück.


Das Ergebnis war in meinen Augen sehr gelungen, enthielt viele echte Lacher und auch rührende Szenen. Einige Muppets kamen zugunsten der "Hauptstars" ein wenig kurz, so hätte ich gerne mehr von Beaker oder Rowlf gesehen, auch der dänische Koch kam sehr wenig vor.

Sehr unterhaltsam war auch der Vorfilm, eine kleine Weitererzählung des letzten Toy Story-Teils, in der die Spielzeugbeileger von Fast Food-Ketten eine wichtige Rolle spielten.


Spielzeugbeileger gibt es natürlich auch von den Muppets, so hatte der neben mir im Kinosaal sitzende Junge auf dem Deckel seines Getränkebechers ein Wackel-Animal, bei anderen Kindern sah ich auch Fozzie und Piggy. Aber für solche Gimmicks bin ich dann wohl doch schon ein wenig zu alt.

Applaus! Applaus! Applaus! - It's time to play the Music (3)

U.
Man könnte meinen, zum Thema Muppets-Musikclips sei hier mittlerweile alles gesagt, aber es gibt so viele Perlen auf Youtube, dass das Aufhören schwer fällt.

Großartig ist zum Beispiel diese Version von "In The Navy". Erst denkt man sich "Na gut, ein Wikingerschiff mit musizierenden Schweinen", aber dann brandschatzen sie auch mal eben singend ein Dorf. Wunderbar.


Dann gibt es noch eine aus Puppenspielersicht sicherlich extrem schwierige Version von "Octopus's Garden", die thematisch korrekt unter Wasser dargeboten wird. Putzig, wie die Muppets alle schwimmen. Übrigens gibt es auch die deutsche Version "Im Garten eines Kraken", die aber ein anderer Film ist.


Vielen bekannt sein dürfte diese (neue) phantastische Coverversion von "Bohemian Rhapsody", die sich sehr nahe an das Originalvideo hält. Wunderschön insbesondere Animals Strophen ...


Und zu guter Letzt wäre da noch "Pöpcørn" mit dem dänischen Koch und einem subversiven Shrimp. Und viel Popcorn.

Applaus! Applaus! Applaus! - The Muppettes

U.

Anlässlich des Muppets-Kinofilms, der in den USA bereits vor Weihnachten in die Kinos kam, brachte die Nagellackfirma OPI eine Sonderkollektion heraus - die Lacke zum Film also.

Ursprünglich hatte ich beschlossen, die Lacke nicht zu kaufen - kermitgrün und gonzoblau (beide mit Glitter) erschienen mir relativ untragbar, und außerdem besitze ich so oder so schon mehr Nagellack, als ich jemals aufbrauchen kann. Diese Kurzserie bot mir dann aber die ideale Entschuldigung, mir zumindest das vierteilige Miniset namens "Muppettes" - die Fläschchen enthalten jeweils nur 3,75 ml - zu kaufen.


Die gesamte Kollektion mit lustigen Farbnamen wie "Meep-Meep-Meep" oder "Animal-istic" kann man sich zum Beispiel hier ansehen. Ich habe nur die Farben "Wocka Wocka!" (das sagt wohl Fozzie im englischsprachigen Original oft), "Excuse Moi" (ganz klar ein Piggy-Zitat), "Designer... de Better!" und "Warm and Fozzie" (wieder Fozzie). Was der Muppet-Kontext von "Designer... de Better!" sein soll, verstehe ich nicht, und Internetrecherche konnte mir bei dieser Frage auch nicht weiter helfen.

Mit dem Glitterlack "Excuse Moi" kann ich mich noch nicht so recht sehen, der Rest sieht aber durchaus schön und tragbar aus.

Applaus! Applaus! Applaus! - Literatur

U.


Der Nikolaus hat dieses Jahr sehr lange zu mir gebraucht, dafür brachte er mir unter anderem ein Muppet-Comicbuch!

Der Comic von Roger Langridge ähnelt sehr einer Folge der Show in einem anderen Medium, dabei begann die Reihe, von der noch mehr Bände existieren, erst 2009. In vier Kapiteln dreht sich die Geschichte erst um Kermit, dann um Fozzy, Gonzo und schließlich Miss Piggy. Neben der Rahmenhandlung kommen aber in kurzen Abschnitten so gut wie alle Aspekte der Show zur Geltung: Es gibt die Muppet-Nachrichten, Schweine im Weltall, Kermit als Außenreporter, das Muppet-Labor, wo die Zukunft schon heute gemacht wird, die Tierklinik und natürlich Waldorf und Statler.

Zu erwähnen wäre noch, dass dieses Buch unter anderem endlich die Frage behandelt, die bereits in meiner Kindheit die Runde machte: Was zur Hölle soll Gonzo eigentlich für ein Tier sein??




Applaus! Applaus! Applaus! - It's time to play the Music (2)

U.
Man findet im Internet auch Muppets-Gastauftritte, die nicht aus den Achtzigern stammen. Meistens ist dann aber irgendein Haken dabei.

Zum Beispiel hier: R.E.M. zeigen in eine extrem putzige Version von "Furry Happy Monsters" die absolut realistische Bandbreite von Gefühlsschwankungen.


Taten sie schon, und irgendwie sind das auch Muppets. Aber aus der Sesamstraße.

Genau dasselbe gilt für Feists Version von "1, 2, 3, 4", in der es tatsächlich ums Zählen lernen geht:


Anders ist das mit diesem recht bekannten Duett, in dem Kylie Minogues Gesangspartner Jason Donovan durch den wesentlich sympathischeren Kermit ersetzt wurde. Das Ganze war Teil einer englischen TV-Reihe namens "An Audience with...", also auch keine echte Muppet Show.


Und dann gibt es noch Neuproduktionen aus dem Muppet-Labor, die offensichtlich einfach so aus Spaß  unters Volk geworfen wurden, so zum Beispiel diese recht verstörende Version von "Stand By Me" - ohne menschlichen Gast:


Damit ist das Musikkapitel dieser Themenwoche abgeschlossen, morgen geht es dann weiter im Literaturbereich ...

Applaus! Applaus! Applaus! - It's time to play the Music (1)

U.
Heute sah ich auf Facebook dieses Video, in dem zwei aktuelle Serienstars (und etliche Muppets) ein Lied singen, das gestern für den Oscar in der "Bester Filmsong"-Kategorie nominiert wurde:


Menschliche Gaststars waren natürlich auch ein wichtiger Faktor in der richtigen Muppet Show der Siebziger und Achziger Jahre. Und auch wenn ich damals nicht den geringsten Schimmer hatte, wer alle diese Menschen, die von den Puppen gefesselt, entführt oder angeflirtet wurden, eigentlich waren, gab es daunter doch etliche bekannte Stars.

Da wäre zum Beispiel Elton John, der sich kostümtechnisch ausgesprochen gut an sein Umfeld anpasste:


Und Johnny Cash war, etliche Jahre, bevor ich begann, mich für seine Musik zu interessieren, auch schon dort:


Mit Harry Belafonte verbindet mich da musikalisch vergleichsweise weniger, aber er nutzte seinen Besuch bei den Muppets für einen putzigen Schlagzeugwettbewerb mit Animal:


Und wer das ganze Gesinge nicht erträgt, kann sich vielleicht zumindest an diesem Ausschnitt aus der recht gesangsarmen Folge erfreuen, in der Luke Skywalker die Muppets besuchte:

Applaus! Applaus! Applaus! - Fankleidung

U.
Ich habe den Muppets-Film noch nicht gesehen und weiß auch noch nicht, wann es so weit sein wird. Ich kann noch nicht einmal sagen, was ich zu diesem Ereignis anziehen werde, denn hierfür stehen gleich zwei themenbezogene T-Shirts zur Verfügung, die ich beide zu Weihnachten bekommen habe. Hier zeige ich mal die zur Wahl stehenden Motive:




Angezogen (wenn auch nicht von mir) sieht das Ganze dann so aus:




Beim Kermitkopf fallen aus dieser Distanz die ganzen netten Details gar nicht auf, deshalb hier noch ein paar Nahaufnahmen (und die sind sogar von meinem eigenen Shirt):



Hübsch, nicht? Schade, dass momentan noch kein so rechtes T-Shirt-Wetter ist. Vielleicht sollte ich versuchen, den Film in Thailand zu schauen? Ich finde, die Outfitentscheidung rechtfertigt die lange Anreise durchaus ....

Applaus! Applaus! Applaus!

U.
Liest das hier noch jemand? Hallo?

Ich hatte hier mal einen Blog. Leider zeichnete sich das Jahr 2012 bislang bei mir durch Kranksein, Arbeitsstress, viel Regen und Trash-TV aus. Darüber ging dann sowohl die Lust als auch die Zeit zum Bloggen ein wenig verloren. Nichtsdestotrotz möchte ich hier natürlich weiter machen, also mache ich es mir zum Wiedereinstieg einfach und freue mich darüber, dass seit Donnerstag der neue Muppets-Film in den deutschen Kinos ist. In den kommenden Tagen werde ich noch zu einigen anderen Muppets-Aspekten berichten, heute soll das wunderbare OK-Go-Video zum Titelsong ausreichen. Das verbessert sogar meine gegenwärtige Laune erheblich, und das ist eine echte Leistung.

OK Go and The Muppets - Muppet Show Theme Song from wodus100 on Vimeo.

Es gibt übrigens dazu auch ein ganzes Tribute Album - The Green Album - das ich sogar schon ein paarmal bei Simfy gehört habe. Na ja, auf den Film freue ich mich mehr.

In diesem Sinne: Let's watch cat videos!

My Year In Lists (8)

U.
Filme

Heute folgt der letzte Teil meines Jahresrückblicks in Top-5-Listen. An der Filmkategorie hatte ich lange zu knabbern, weil ich das Gefühl hatte, 2011 viel im Kino verpasst zu haben. Und so habe ich seit dem 23. Dezember mal eben schnell noch Ohne Limit, Never Let Me Go, Source Code, Wer ist Hannah?, Contagion und Super 8 angesehen. Und zwei davon haben es tatsächlich noch in die Top 5 geschafft.

5. Source Code

Groundhog Day als Actionfilm? Warum nicht? Jake Gyllenhaal soll heraus bekommen, wer einen fahrenden Zug in die Luft gesprengt hat, und reist dafür wieder und wieder in die Vergangenheit. Dabei weiß er zunächst auch nicht mehr als wir Zuschauer, stellt sich aber mit jeder Reise mehr Fragen dazu, was er eigentlich hier macht und wie er dorthin kommt. Und ist dieser Ort die Realität oder eine Art Holodeck?



4. Black Swan

Ich sah den Film relativ unvorbereitet und war über seine Düsterkeit anfangs etwas verwirrt. Dann stellte mich fest, dass mich die Geschichte zwischen Ballett und Wahnsinn in den folgenden Tagen wieder und wieder beschäftigte - ein gutes Zeichen.



3. X-Men First Class (X-Men: Erste Entscheidung)

Ich liebe die X-Men, und mit Matthew Vaughn haben sie endlich auch wieder einen guten Regisseur gefunden. Das Prequel gefiel mir (abgesehen von January Jones' überraschend schlechter Schauspielkunst) ausgesprochen gut, und die vielen Logikmängel, die die Handlung angeblich aufweist, habe ich allesamt verpasst.



2. The King's Speech

Schlechte Schauspielkunst ist sicher das einzige, was Colin Firth nicht beherrscht. Ein bewegender Film über den Vater der jetzigen englischen Queen, sein Stottern und seine plötzliche Pflicht, als König motivierende Reden zu halten. Die Geschichte macht einen fast zum Monarchiefan.




1. Never Le Me Go (Alles, was wir geben mussten)

Einmal mehr eine gelungene Romanverfilmung, auf die ich mich hier bereits gefreut hatte. Zurecht, wie ich nun weiß. Genauso bewegend und traurig wie das Buch.

My Year In Lists (7)

U.
Auch dieses Mal habe ich mir wieder eine Quatschkategorie ausgedacht, die es wohl nicht in den jährlichen Wiederholungsturnus schaffen wird ... aber wer weiß?

Nagellack

5. Chanel - Black Pearl



4. OPI - Monsoon-er or Later



3. China Glaze - Skyscraper



2. China Glaze - Midtown Magic



1. OPI - Tickle My France-y


Warum hier ein annähernd unsichtbarer Nagellack gewonnen hat, kann man eine männlichen Lesern wohl nicht nahe bringen - selbige haben aber mit Sicherheit sowieso nicht bis hierher gelesen ... Interessentinnen sei gesagt, dass der Lack zwar "Nude" ist, im Sonnenlicht aber sehr schön schimmert und einfach immer passt. Wunderbar.


My Year In Lists (6)

U.
Singles

5. Thees Uhlmann - Zum Laichen und Sterben ziehen die Lachse den Fluss hinauf



4. The Vaccines - Post Break-up Sex



3. Adele - Rolling in the Deep



2. Lana Del Rey - Video Games



1. Kasabian - Days Are Forgotten





Und außer Konkurrenz, da keine Single:

Danger Mouse & Daniele Luppi - Black

My Year In Lists (5)

U.
Bücher

5. Anständig essen - Karen Duve

Gewissermaßen eine Light-Version von Eating Animals (welches ich peinlicherweise immer noch nicht zu lesen gewagt habe). Duve testet im Selbstversuch Ernährungsmethoden von bio bis Frutarierin, informiert sich über industrielle Tierhaltungsbedingungen und spricht mit Vertretern verschiedener Sichtweisen in Bezug auf ethisch korrekte Ernährung. All das erfolgt intelligent und wissbegierig, aber weder überemotional noch mit falscher Leichtigkeit: Die Autorin ist bekennende Junk-Food-Liebhaberin und hat mit den vielen neuen Verboten in ihrem alltäglichen Essensplan durchaus Probleme. Dennoch kann sie sich der Schlussfolgerung, dass Fleisch essen nicht richtig ist (und man im Grunde alle tierischen Produkte meiden sollte) nicht entziehen, und dem Leser ergeht es nicht anders.




4. A Super Sad True Love Story - Gary Shteyngart

Eine Liebesgeschichte in einer nahen Zukunft, wie sie realistischer kaum sein könnte: Die Welt zerfällt in Superreiche und Superarme, die USA kollabieren an ihren Schulden und private Sicherheitsfirmen ergreifen die Macht. Ohne Smartphonecomputer kann man praktisch nicht existieren, und dieser kommuniziert auch unaufgefordert die eigenen Ausweispapiere, die Kreditwürdigkeit und Lebensgeschichte and jeden, den es interessiert. Der altmodische Lenny (er sammelt unhygienischerweise Bücher) lernt durch Zufall die sehr viel jüngere Eunice kennen und lieben. Aber nicht nur der Titel des Romans lässt erahnen, dass diese Beziehung nicht lange gut gehen kann.

Mir gefiel das Zukunftsszenario in Shteyngarts Roman (der auf Deutsch genauso heißt) extrem gut, weil es mir absolut nachvollziehbar erschien. Im Vergleich dazu fand ich die Liebesgeschichte dann etwas platt - wie Lenny konnte ich schlecht nachvollziehen, was Eunice eigentlich mit ihm wollte. Dennoch originell und lesenswert.



3. Bartimaeus: The Ring of Solomon - Jonathan Stroud

Bartimäus ist zurück! Als Prequel zur hier bereits erwähnten Trilogie (deutscher Titel: Bartimäus - Der Ring des Salomo) erfährt der Leser nun, wie der Dschinn Bartimäus im Jerusalem versuchte, dem mächtigen König Salomo dessen Zauberring - mit dessen Hilfe dieser absolute Macht genießt - wegzunehmen. Wie in den späteren Romanen bildet Bartimäus auch hier eine Schicksalsgemeinschaft mit einem Menschen - dieses Mal handelt es sich um das Mädchen Asmira, das in den Diensten der von Salomo bedrohten Königin von Saba steht.

Wie gehabt bereitete mit Bartimäus' Arroganz und Humor große Freude, und auch wenn man manche Wendungen der Geschichte vorausahnen konnte, war diese insgesamt unterhaltsam und letztlich auch überraschend.




2. A Game of Thrones (A Song of Ice and Fire: Book One) - George R.R. Martin

Durch die Serie Game of Thrones, die ja bereits meine letztjährigen Fernsehcharts anführt, kam ich auch auf die Buchreihe, auf der sie basiert; diese umfasst momentan fünf ziegelsteindicke Bände (der erste heißt auf Deutsch Das Lied von Eis und Feuer 01: Die Herren von Winterfell), weitere zwei sollen noch folgen. Gemeinerweise lässt sich der Autor mit den letzten Bänden viel Zeit und hat wohl bereits angekündigt, dass seine Entwürfe vernichtet werden sollen, falls er vor Beendigung der Buchreihe sterben sollte. Das wäre bitter, denn obwohl ich erst die Mitte von Band zwei erreicht habe, ist bereits offensichtlich, dass viele Geheimnisse erst am Schluss enthüllt werden sollen.



1. A Pale View of Hills - Kazuo Ishiguro

Der Debütroman von Kazuo Ishiguro erschien bereits 1982. Dass ich ihn 2011 las, hatte viel damit zu tun, dass er Teil einer "englische Romane für 99 Cent"-Sonderaktion für den Kindle war. Von Ishiguro kannte und schätzte ich bereits den aktuellsten Roman Never let me go, also schlug ich zu und war tief beeindruckt: Der japanischstämmige Brite zeigt hier genau wie in dem späteren Buch seine Gabe, mit wenig Worten und Andeutungen komplexe unterdrückte Gefühlswelten darzustellen. Das Ergebnis ist stellenweise schmerzhaft, aber auch extrem lesenswert.

A Pale View of Hills (deutsch: Damals in Nagasaki) ist der Lebensrückblick einer in England wohnenden Japanerin auf die von ihr erlebte Nachkriegszeit in Nagasaki. Während die Stadt langsam wieder auf die Beine kommt, lernt die schwangere Etsuko Sachiko, eine unkonventionelle alleinstehende Mutter aus ihrer Nachbarschaft, kennen. Diese plant, mit einem Amerikaner in dessen Heimat auszuwandern. Die beiden Frauen verbringen ein wenig Zeit miteinander, und schnell wird klar, dass Sachiko ihre Weltsicht ständig ihrer aktuellen Situation anpasst und dabei wenig Rücksicht auf die Bedürfnisse ihrer Tochter nimmt. Aber geht es in der Geschichte wirklich um Sachiko oder um Etsuko?

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