Filmgeschichte im Film: "The Artist" und "Hugo Cabret"

U.
Am Sonntag werden die Oscars verliehen, und ich bin dieses Jahr in der seltenen Lage, zumindest zwei der Filme, die (neben weiteren neun beziehungsweise zehn Nominierungen) mit großen Chancen in der Kategorie "bester Film" ins Rennen gehen, gesehen zu haben: The Artist und Hugo Cabret.


Über The Artist weiß wohl mittlerweile jeder (außer vereinzelten Zuschauern in Liverpool), dass es sich um einen Stummfilm in schwarzweiß im Format 4:3 handelt. Die Idee, so etwas in den Zeiten von Riesenleinwänden und 3D zu probieren, ist ganz schön mutig und der große Erfolg bei der Kritik war sicher auch für die Macher eine Überraschung. Das Team aus Regisseur Michel Hazanavicius und den Hauptdarstellern Jean Dujardin und Bérénice Bejo hatte vorab zwei in Frankreich erfolgreiche James Bond-Parodien ins Kino gebracht. Eine davon lief kürzlich im Fernsehen - und war auch nicht witziger als die deutschen Wixxer-Filme. Es ist also vom Sensationsniveau in etwa so, als hätte Bastian Pastewka einen international bejubelten Film produziert und sei nun für einige Oscars nominiert.

Die Handlung von The Artist ist, anders als seine Form, relativ konventionell. Der Stummfilmstar George Valentin ist vom Erfolg verwöhnt und erkennt in seiner Arroganz nicht, dass der Tonfilm seiner Karriere schon bald ein abruptes Ende setzen wird. Er verhilft der unbekannten Peppy Miller zu ihrer ersten Filmrolle, und diese ist bald ein größerer Star als er. Valentin wird, nachdem er von seinem Studio gefeuert wurde und sein Versuch, eigene Stummfilme zu produzieren, fehlgeschlagen ist, Alkoholiker, erleidet ein Tief nach dem anderen und akzeptiert schließlich einen von Peppy zahlreichen Rettungsversuchen, was vorher an seinem Stolz gescheitert war.




The Artist ist übrigens in Wirklichkeit gar nicht komplett ohne Ton. Als man sich längst an die Stille des Films und die typischen Zwischentitel für den Dialog gewöhnt hat, folgt eine Albtraumszene von Valentin zum Thema Tonfilm, in der plötzlich alle Dinge Geräusche machen. Und auch am Ende (wer noch ins Kino möchte, liest hier besser nicht weiter) gibt es eine Tonszene: Im Anschluss an eine wilde Tanzszene mit Peppy, die wohl zu Valentins Comeback als Filmstar führen wird, hört man die beiden plötzlich nach Luft ringen, den Regisseur fragen, ob die Szene wiederholt werden kann und Valentins einzige gesprochene Worte, die das bejahen. Diese Miniszene wäre übrigens auch ein Grund, den "Stummfilm" in der englischen Originalversion zu sehen, denn anscheinend antwortet Valentin im Original "With pleasure" und demonstriert mit diesen beiden Worten seinen starken französischen Akzent - was den Zuschauern endlich erklärt, wieso George Valentin als Tonfilmschauspieler in Hollywood so schlechte Chancen hatte.

Heimlicher Star des Films ist übrigens der Hund, der Valentin sowohl in allen seinen Filmrollen als auch im Privatleben begleitet, dabei unglaublich niedlich und gleichzeitig schlau ist und sogar sein Leben rettet. Sein Darsteller Uggie wurde bei all den Oscarnominierungen übergangen, aber eine Facebook-Kampagne versucht, das noch zu ändern.


Martin Scorseses Hugo Cabret (im Original nur Hugo) ist auf den ersten Blick ein völlig anderer Typ Film. Anders als The Artist setzt dieser Film alles an moderner Technologie ein, was nur möglich ist: Der Pariser Bahnhof, in dem die meisten Szenen spielen, ist ein Konglomerat verschiedener echter Bahnhöfe, existiert aber in dieser Form nicht. Die Gänge zwischen den Wänden und über den Decken des Gebäudes, durch die sich der Protagonist schlängelt, die spektakuläre Kamerafahrt der Eröffnungsszene, ein dramatisches Zugunglück: All das sieht phantastisch aus, dürfte erhebliche Mengen an CGI-Effekten enthalten, und das Endergebnis kann man selbstverständlich in 3D bewundern.

Die Handlung: Der Junge Hugo hat seinen technik- und filmbegeisterten Vater verloren, ist nun Vollwaise und wurde von seinem alkoholsüchtigen Onkel instruiert, die Uhren des Bahnhofs Montparnasse zu warten. Der Onkel ist nun verschwunden, aber Hugo kümmert sich weiter um die Uhren, beobachtet die Menschen im Bahnhof und bastelt an seinem kostbarsten Besitz: Einem kaputten Automaten, der einen schreibenden Menschen darstellt, und in dem er eine Botschaft seines verstorbenen Vaters vermutet - wenn er ihn reparieren kann. Als er bei einem mürrischen Spielwarenhändler Ersatzteile für den Automaten stehlen will, wird er von diesem erwischt und dazu verdonnert, im Laden zu arbeiten - wodurch Hugo nach einigen Wendungen schließlich heraus findet, dass der alte Mann Georges Méliès ist, ein ehemals berühmter Stummfilmregisseur.


Gemeinsam mit Méliès' Adoptivtochter Isabelle forscht Hugo nun nach der Vergangenheit des wegweisenden Filmemachers, der denkt, dass sich niemand mehr für sein - größtenteils im Krieg zerstörtes -  Lebenswerk interessiert. Hier ergeben sich die Parallelen zu The Artist: Auch dieser Film dreht sich letzlich um die Ursprünge des Films und den Zauber der ersten, aus heutiger Sicht furchtbar ruckartig und etwas albern eingefangenen bewegten Szenen - die Hugo ja auch an die glücklichere Vergangenheit mit seinem Vater erinnern.

Die Lebensgeschichte des echten Georges Méliès, den es genauso wirklich gab, wie die in Hugo Cabret gezeigten Ausschnitte seiner Filme, entspricht übrigens zu großen Teilen den historischen Fakten: Er hatte tatsächlich einen Spielwarenstand im Pariser Bahnhof Montparnasse und erhielt nach einer Phase der Vergessenheit die Medaille der Légion d'honneur.

Es ist schon etwas seltsam, dass die beiden Oscar-Favoriten auf so unterschiedliche Art an die Anfänge des Films als Massenmedium erinnern - und ich bin gespannt, welcher von beiden (die übrigens als weitere Gemeinsamkeit zwar bei der Kritik sehr gut ankamen, aber keinen großen kommerziellen Erfolg hatten) das Rennen macht. Oder ob am Ende Stephen Spielbergs sentimentaler Pferdefilm alle anderen abhängt.

Neulich bei Simfy

U.
Ich erinnere mich dunkel an den Relaunch von Napster, also den Wandel der Marke von der wohl bekanntesten illegalen Musiktauschbörse hin zu einem völlig gesetzeskonformen Musik-Streamingdienst. Als ich damals - es ist sicherlich fünf Jahre her - über diesen Service las, war ich extrem unbeeindruckt. Warum sollte ich mp3s "mieten" und in dem wahrscheinlichen Fall, dass ich Napster irgendwann nicht mehr nutzen möchte, meine komplette Sammlung verlieren?

Startseite für den Indie-Bereich
Was Napster im Moment macht, weiß ich gar nicht so genau. In Deutschland ist der bekannteste Musik-Streamingdienst mittlerweile sicherlich Simfy. Irgendwann letztes Jahr stellte ich fest, dass man einen Teil des Angebotes umsonst nutzen konnte, und meldete mich an. Ich lud eine Software herunter, mit der ich mit meinem Macbook online Musik suchen und - falls vorhanden - sofort anhören konnte. Dabei fand kein Download statt, ich konnte die Titel aber so oft hören, wie ich wollte, und in der Last.fm-Hörstatistik wurden sie optional ebenfalls erfasst. Im ersten (Test-)-Monat stand mir Simfy zusätzlich auch als App zur Verfügung und ermöglichte so auch auf dem iPhone das Musikstreamen. Und ich hätte wohl auch einen "Offline-Modus" nutzen können, der es ermöglicht, die Musik auch dann zu hören, wenn man nicht im Internet ist (alles andere würde das monatliche Datenlimit auf einem Smartphone wohl auch sehr schnell sprengen).

Nach Ende meines Testmonats änderte sich scheinbar wenig: Die App wurde gesperrt, am Computer lief Simfy weiter. Nur wurde nun manchmal zwischen den Liedern Werbung abgespielt, was mich jedes Mal erschreckte und mir auch ziemlich schnell auf die Nerven ging. Gleichzeitig hatte ich aber die Vorteile des Streamingdienstes schätzen gelernt: Wenn ich im Netz las, dass Band xy ein neues Album habe, konnte ich es mir sofort und ohne Kaufverpflichtung komplett anhören. Ein weiterer Vorteil von Simfy, den ich aber mangels Phantasie viel zu wenig nutze, ist, dass einem auch alles musikalisch offen steht, was man sich niemals kaufen würde: Hätte ich Lust auf ein altes Kate Bush-Album, Deutschlands Beitrag zum Eurovision Song Contest, den Soundtrack vom Film, den ich kürzlich sah ... all das steht mir offen.

Meine als Favoriten gespeicherten Alben
Und so entschied ich mich nach einer Weile, auf der billigsten Stufe zahlende Simfy-Kundin zu werden. Mein Tarif kostet monatlich 4,99 Euro, dafür genieße ich meine Musik wieder ohne nervige Werbung, kann die Smartphone-App aber weiterhin nicht nutzen (dafür wären weitere fünf Euro fällig) - sie fehlt mir auch nicht. Simfy ist bei mir kein Ersatz für das Kaufen von Musik, sondern eine Ergänzung - und zu diesem Preis ist sie mir das wert.

Meine Entscheidung, Simfy-Kundin zu werden, fiel kurz vor eine folgenschweren Änderung, die die Firma traf: Nachdem man - zweifellos, um mehr zahlende Hörer zu bekommen - die Möglichkeit, umsonst Musik mit Werbung zu hören, auf monatlich 20 Stunden beschränkt hatte, waren es nach zwei Monaten mit diesem System plötzlich nur noch fünf! Mich betraf das alles nicht mehr, aber viele bisherige Umsonsthörer wollten sich partout nicht zwingen lassen, zahlende Kunden zu werden, und die Aktion wurde zu einem ziemlichen Marketingdesaster.

Nicht alles bei Simfy ist super: Wohl wegen eines iTunes-Exklusiv-Vertrags gibt es keine Lieder der Beatles, und manche Indie-Neuerscheinung fehlt ebenfalls im Katalog. Wenn ich mir die etwa die aktuellen Neuvorstellungen von Platten vor Gericht ansehe, finde ich auf Simfy The Twilight Sad, James Levy & The Blood Rose, Chairlift, Tennis, Air, Terry Hoax, The Holiday Crowd und Liechtenstein, nicht aber die aktuellen Alben der Tindersticks oder von Alcoholic Faith Mission - oder irgendetwas von Human Tetris. Von New Order fehlt seltsamerweise das großartige Album "Get Ready", während ältere und neuere vorhanden sind - im Grunde egal, da ich die Platte ohnehin in iTunes habe, aber es demonstriert die gewisse Löchrigkeit des Simfy-Katalogs.

Wo ist New Orders "Get Ready"? (Nein, auch nicht auf Seite 2)
Die aktuellen Alben von Thees Uhlmann und kürzlich Kettcar erschienen in der Datenbank zunächst nur als "Spezialversionen", in denen die Lieder jeweils von den Künstlern unterbrochen und erklärt wurden. So etwas ist ja als Zusatzangebot ganz nett, aber man möchte ja zumindest die Option haben, das Album auch ohne Kommentare zu hören. Seit Kurzem kann man auch eigene Alben und Playlists in die Datenbank hochladen, so dass man eigene Musik auch dann per Simfy hören kann, wenn sie dort nicht vorhanden ist. Für solche Musik funktioniert aber die Last.fm-Verknüpfung nicht.

Wie gesagt, Simfy bedeutet für mich keinen Umstieg von CDs und mp3s auf eine neue Plattform, sondern nur eine Ergänzung. Und so lange der 5-Euro-Tarif besteht, bleibe ich wahrscheinlich auch.

Neulich als ich ausmistete

U.
Sicher erinnern sich noch alle lebhaft an meinen Blogeintrag vom 29. Dezember 2007. Falls nicht, hier ein kleines Erinnerungsbild:


Die Geschichte mit der seit sechs Jahren abgelaufenen Bohnendose bekomme ich von meinem Freund immer noch häufig aufs Brot geschmiert. Gestern konnte ich ihn aber mit meiner (nun ehemaligen) Schreibtischauflage noch tiefer beeindrucken:


Dabei war es ein ausgesprochen doofer Zeitpunkt, sich von dem guten Stück zu trennen, denn soeben konnte ich mit komplizierten Berechnungen ermitteln, dass 2013 wieder die Wochentagsaufteilung von 1991 gilt. Schade!

Der Tatortreiniger

U.

Alles begann - zumindest für mich - mit einem Blogeintrag von Stefan Niggemeier. Darin beklagte er sich darüber, dass der NDR zwar eine gute Serie namens Der Tatortreiniger produziert habe, aber geradezu Aufwand dafür betreibe, dass sie auch ja niemand zu sehen bekäme. Deshalb hatte man die Erstausstrahlung auf die Weihnachtstage gelegt, wo die vier Folgen spätnachts auf dem NDR weggesendet wurden. Eine Wiederholung auf einem besseren Sendeplatz war dann nur für die ersten beiden Episoden geplant, der Rest sollte erst einmal in der Versenkung verschwinden.


Diese Wiederholungen sah ich mir dann auf diese Empfehlung hin aber immerhin an, und tatsächlich ist Der Tatortreiniger durchaus unterhaltsam: Bjarne Mädel spielt die Titelfigur, deren Arbeit, wie er gerne sagt, da beginnt, "wo sich andere vor Entsetzen übergeben". Stets sucht er relativ gut gelaunt eine Wohnung auf, in der es viel Blut und manches andere Eklige zu beseitigen gibt, und stets verläuft sein Arbeitstag anders als erwartet: Sei es, dass die vom Verstorbenen gebuchte Prostituierte plötzlich in der Wohnung steht, sei es, dass ihm der erschossene Psychologe erscheint und versucht, ihn zu therapieren. Dabei ist Mädels Rolle eine andere als er bislang in Stromberg und Mord mit Aussicht verkörperte: Schotti ist nämlich kein Intellektueller, aber auch alles andere als doof. Er kann mit seiner Bodenständigkeit und seiner Gewöhnung an gewaltsame Todesfälle so manche geheuchelte Phrase als solche entlarven. Und so ergibt sich ein Teil der Attraktivität der Serie durch die skurrilen Begegnungen verschiedener Lebenswelten, ein anderer aber auch durch den sehr ungewöhnlichen Umgang mit dem Thema Tod.


Das fanden auch viele andere, und so häuften sich irgendwann die den NDR anklagenden Beiträge zum Thema Tatortreiniger. Dieser reagierte, zeigt ab dem 28. Februar (22 Uhr) die dritte und vierte Folge nochmals, und ab dem 9. März gibt es das Ganze dann auf DVD. Außerdem wird die Serie anscheinend noch dieses Jahr fortgesetzt und wurde mittlerweile für den Grimmepreis nominiert.

Was die geplante Fortsetzung angeht, weiß ich gar nicht, ob ich darüber so glücklich sein soll. Ich kenne mittlerweile die vier existierenden Folgen, die allesamt völlig unterschiedlich sind, aber beliebig viele skurrile, neue und doch irgendwie liebenswerte Begegnungen im Umfeld "blutverschmierter Tatort" kann ich mir eigentlich nicht vorstellen. Hoffentlich lässt sich das Niveau also halten.


Kleines Update: Ab dem 17. Mai (Christi Himmelfahrt) zeigt nun auch Das Erste die Serie, voraussichtlich um 21:45.

Wimpernkleister Marke Body Shop

U.
Zu Wimperntusche haben die meisten Frauen eine feste Meinung. Irgendein Produkt ist der heilige Gral, alles andere demnach Mist. Ich dagegen falle immer wieder auf Werbebilder neuer Produkte herein, die versprechen, besonders dicke, lange und wunderbarerweise sogar mehr Wimpern zu zaubern. Was natürlich niemals erfüllt wird.

Vor einer ganzen Weile las ich in diesem Blog, dass die beste Wimperntusche der Welt von Lancôme sei. Wichtig sei es, eine wasserfeste Tusche dieser Marke zu wählen, weil man nur mit dieser den Schwung der Wimpern  - den man vorher mit einer Wimpernzange herstellt - über einen längeren Zeitraum erhalten könne. Und so kaufte ich vor etwa zwei Jahren meine erste Tusche dieser Marke, war zufrieden und erwarb letztes Jahr die zweite. So weit, so gut, ich hatte also meine Marke gefunden.


Als sich nun die schwarze Farbe einmal mehr dem Ende zuneigte, hatte ich aber eigentlich keine Lust mehr auf Lancôme. Die Firma gehört zum L'Oréal-Konzern und macht zwar scheinbar engagierte Aussagen zum Thema Tierversuche - man führt diese nur mit Inhaltsstoffen durch, soweit sie gesetzlich vorgeschrieben sind - faktisch wäre aber ein kompletter Verzicht auf Tests wünschenswert. Und überhaupt, es musste doch möglich sein, eine gute Tusche für weniger als 30 Euro zu bekommen?

Mein erster Weg führte mich in den dm-Markt. Nachdem ich wusste, dass die dort erhältliche Billigmarke P2 sowohl auf Tierversuche verzichtet als auch guten Nagellack produziert, dachte ich, die Wimperntusche könnte auch etwas taugen. Weit gefehlt. Das angeblich wasserfeste Produkt bildete im Lauf des Tages (und ohne jede Wassereinwirkung) schwarze Augenringe. Noch nie hatte ich eine derart schlechte Wimperntusche gehabt. Gut, dass sie wenigstens günstig gewesen war.


Mein nächster Versuch führte mich zum Body Shop, der mich letztes Jahr sowohl begeistert als auch enttäuscht hatte. Diese Kette gehört mittlerweile ebenfalls L'Oréal, ist aber (hoffe ich zumindest) den eigenen Grundsätzen zum Thema Tierversuche treu geblieben. Der Body Shop hat nur eine wasserfeste Wimperntusche im Angebot, also war meine Entscheidung schnell getroffen. An der Kasse fragte mich die Verkäuferin, ob ich einen guten Make-Up-Entferner hätte, denn die Tusche sei wirklich haltbar. Nach der P2-Erfahrung nahm ich das in Kauf.

Tatsächlich war die Body Shop-Tusche auf ihre eigene Art aber genauso schlecht. Sie klebte beim Auftragen, machte Flecken auf meine Augenlider, und das abendliche Entfernen entpuppte sich als mehr oder weniger unmöglich. Man konnte rubbeln und rubbeln, die meiste Tusche blieb da, wo sie war - oder aber, ich riss mir gleich die betroffene Wimper aus.


Nach zwei Tagen war dieses Experiment beendet, ich ärgerte mich darüber, schon wieder Geld verschwendet zu haben und stellte auf der Website des Body Shops anhand der Bewertungen fest, dass ich mit meinem Urteil alles andere als allein da stand: So gut wie jede Käuferin schien diese Tusche zu hassen. Erstaunlich, dass der Body Shop sie nach wie vor verkauft.

Letzte Woche gab ich vorerst auf und erwarb ein neues Fläschchen "Lancôme Hypnôse Drama waterproof". Die Suche nach einer Alternative wir dann fortgesetzt, wenn das Röhrchen in einem knappen Jahr aufgebraucht ist ...

Eisblog (10): Rocher und Wunderbar Butter Fudge

U.
Dieses Wochenende war mal wieder Eiszeit, und das nicht nur draußen. Nach dem Stöbern auf der US-amerikanischen Ben & Jerry's Website, die selbst, wenn man sich beim Zählen nur auf die regulären Supermarktbecher beschränkt, mit beeindruckenden 61 Sorten aufwartet (in Deutschland gibt es ganze zwölf, davon drei brandneu!), fühlten wir uns zu Abenteuern inspiriert, aber auch ein wenig ratlos: Was für ein Eis könnten wir neu erfinden?


Lange hielten wir uns in der Süßigkeitenabteilung des Supermarkts auf, wo wir uns letztlich für Rocher, zwei Wunderbar-Riegel und eine Packung Butter Fudge entschieden.

Daheim bereiteten wir wie gehabt zwei Portionen Eis mit Vanillebasis zu, die Geschmackszutaten kamen klein geschnitten dazu, dann folgte eine Wartezeit, in der das Eis im Gefrierschrank noch etwas fester werden sollte. Und dann wurde natürlich probiert.


Leider waren wir wohl nicht abenteuerlustig genug. Wunderbar (ein Schokoriegel mit Erdnussbutter und Karamel) hält im Eis durchaus, was sein Name verspricht, der in dieser Sorte ebenfalls zum Einsatz gekommene Butter Fudge machte dagegen weniger Eindruck, zumal die Stücke ein wenig zu groß waren. Bei einer Wiederholung würde ich entweder mehr Riegel kaufen oder aber zusätzlich noch deren Zutaten - also Erdnussbutter oder auch Erdnüsse, vielleicht auch Schokoladensplitter - hinzugeben. Da ginge noch so einiges.

Ähnlich erging es uns mit dem Rocher-Eis. Obwohl ich fast eine ganze Packung (14 Stück) zerschnitten und zugegeben hatte, litt das Eis nicht unter Überbevölkerung. Auch hier hätten weitere Zutaten, zum Beispiel geröstete Haselnüsse, das Geschmackserlebnis sicher noch gesteigert.


Ferrero selbst produziert übrigens auch ein Rocher-Eis, das anders als unseres dunkel ist und als Dekoration mit Mini-Rochers aufwarten kann. Schmeckt durchaus gut, dafür verzichtete unser hausgemachtes aber auch auf die alberne Verpackung.

Neulich als ich wieder Lebensmittel bestellte

U.
In Frankfurt (und mittlerweile Hamburg) läuft immer noch Rewes Pilotprojekt zum Thema Online-Lebensmitteleinkauf. Nachdem ich in letzter Zeit verschiedene Vorräte aufgebraucht habe, und momentan längere Einkaufsmärsche auch temperaturbedingt wenig attraktiv erscheinen, wagte ich diese Woche meine zweite Bestellung. Gut, mein erster Versuch hatte nicht uneingeschränkt gut geklappt, aber die Vorstellung, mein ganzes Zeug am Samstagmittag einfach geliefert zu bekommen, ohne in die Kälte zu müssen, und noch dazu mein Leergut loszuwerden, war mir 5 Euro Liefergebühr wert.

Schnell stellte ich eine überraschend lange Einkaufsliste zusammen - es sollte sich ja lohnen - und entschied mich für einen Liefertermin am Samstag zwischen 12 und 13 Uhr. Doch wie bei der ersten Bestellung wartete ich zunächst umsonst. Als 13 Uhr vorbei war, wurde ich nervös: Hatte der Lieferfahrer Verspätung oder war meine Bestellung komplett vergessen worden? Würde ich schon wieder diese doofe Hotline anrufen müssen?


Dann klingelte mein Handy - der Fahrer meldete sich und teilte um 13:15 Uhr mit, dass es etwas später werden würde - in etwa zwanzig Minuten sei er da. Verspätungen können natürlich immer passieren, aber es wäre um einiges angenehmer gewesen, früher davon zu erfahren (und dann noch aus dem Haus zu können) statt erst die komplette Lieferzeit abzuwarten und dann zu erfahren, dass es später wird. Da waren Fahrer und Ware dann um 13:45 Uhr, ich hatte also fast zwei Stunden gewartet.

Auch dieses Mal bekam ich nicht alle bestellten Waren. Drei meiner bestellten Artikel waren nicht lieferbar. Es gab auch keine Ersatzprodukte. Dabei handelte es sich unter anderem um Bier und gehackte Mandeln, von denen Rewe Dutzende Sorten im Angebot hat. Und davon war keine einzige im Sossenheimer Markt vorrätig?? Nach der langen Wartezeit stand dann notgedrungen also doch noch ein Fußmarsch-Einkauf an.

Ersatzprodukte gab es dann aber doch, nämlich eine andere Marmeladensorte als die bestellte und Vollmilch statt 1,5 %. Davon sagte mir der Fahrer aber nichts und war längst weg, als ich das auf dem Lieferschein entdeckte. So konnte ich auch nichts ablehnen - hätte ich in diesem Fall auch nicht getan, aber dennoch ist es ein komisches Gefühl, erst beim Wegräumen der Einkäufe zu entdecken, dass man etwas anderes bekommen hat.

"Mein" heutiger Fahrer teilte mir auch mit, dass er im Zeitfenster von 12 bis 13 Uhr heute fünf Lieferungen hatte, was mir auch als sehr viel erscheint - so eine Lieferung funktioniert ja nicht wie eine Paketlieferung, sondern es wird unter Umständen mehrmals die Treppe herauf gegangen, Ersatzartikel müssen erklärt, das Leergut gezählt und die endgültige Rechnung kalkuliert werden. Hinzu kommt dann noch die Fahrtzeit - und dafür sollen insgesamt 12 Minuten pro Kunde ausreichen? Hier müsste sicher organisatorisch nachgebessert werden, indem entsprechende Zeitfenster eben früher ausgebucht sind.

Weiterhin bin ich zwiespältig, was meine Meinung zum Online-Lebensmittel-Shopping betrifft. Die Warterei geht mir fürchterlich auf die Nerven, und dass man nicht alles Bestellte bekommt, ebenfalls. Andererseits habe ich nun zwei Sixpacks Wasser, die ich nicht schleppen musste, und ich habe mir auch die samstägliche Schlange am Einweg-Pfandautomaten erspart.

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