Wir hatten bei unserem Festivalbesuch ja wie bereits erwähnt die „Rentnervariante“ gewählt und uns in einem Hotel eingemietet. Folglich bega...

Hurricane Festival 2012 Tag 3: Deiche brechen richtig …

Wir hatten bei unserem Festivalbesuch ja wie bereits erwähnt die „Rentnervariante“ gewählt und uns in einem Hotel eingemietet. Folglich begannen wir den komplett verregneten Sonntag anders als die meisten Hurricane-Besucher trocken, sahen aber zunehmend missmutig aus dem Fenster. Ein derart starker Regen musste doch irgendwann wieder aufhören? Da er das nicht tat, entschlossen wir uns erst gegen 16 Uhr zum Aufbruch Richtung Scheeßel, und sobald wir uns ins Auto setzten, legte der Regen noch ein wenig nach und wurde zum Guss.


Angesichts der Wetterbedingungen war es auch relativ schwierig, am Gelände zu parken, aber irgendwann hatten wir es dann geschafft und machten uns in Gummistiefeln und Regenjacken auf einen langen und missmutigen Fußmarsch, während uns zahlreiche bereits abreisende Festivalgäste erst in Autos und später zu Fuß entgegenkamen. Das ganze Szenario erinnerte nun eher an Flüchtlingslager als an Party, und das Gedränge vom Vortag war extrem ausgedünnt. Ich schätze, die Hälfte der 70 000 Besucher ist vor Sonntagabend abgereist.

Kettcar


Dennoch hatte sich vor der Hauptbühne eine ansehnliche Menge versammelt, um Kettcar zu sehen, die ihr Set mit „Rettung“ eröffneten. Marcus Wiebusch klärte uns gelassen darüber auf, dass es schon etliche Kettcar-Auftritte beim Hurricane gegeben habe, und dass es bei allen bis auf den ersten (in einem heißen Zelt) geregnet habe. Und es gebe immer einen Idioten, der behaupte „Da hinten hellt es ein bisschen auf“, dem man am besten sofort auf die Fresse hauen solle, denn „Das Schlimmste, das uns jetzt passieren kann, ist Hoffnung!“


Es folgte „Deiche“, doch im Gegensatz zur Textzeile „Deiche brechen richtig oder eben nicht“ schlossen sich die Himmelsschleusen irgendwann im Verlauf von Kettcars Auftritt. Später ließ Wiebusch sich aber – berechtigt – selbst zu dieser Klischee-Äußerung hinreißen und musste sogar – unter „Ausziehen!“-Kommentaren – im plötzlichen Sonnenschein wegen steigender Temperaturen seine Jacke ablegen – was wiederum zu einem Austausch zum Thema „körperlicher Verfall“ mit der ersten Reihe und den Mitmusikern Anlass gab: Nachdem Wiebusch versichert hatte, dass wir seinen nackten Oberkörper sicher nicht sehen wollen, regte er sich gespielt darüber auf, dass sich nun Sechzehnjährige in der ersten Reihe über seine Figur lustig machten – und dass die 40jährigen in der dritten Reihe still grinsen. Das Thema Alter scheint die Band auch sonst zu beschäftigen, denn in „Balkon gegenüber“ wurde die Zeile  „Vielleicht ist er 30 geworden?“ um zehn Jahre erhöht.


Obwohl im Hintergrund der Bühne das Cover von „Zwischen den Runden“ groß aufgezogen worden war, spielten Kettcar nur fünf Titel aus diesem Album, darunter „R.I.P.“, das als „Wenn das der Frieden ist, musst du den Krieg nicht noch erfinden“ angekündigt wurde. Für mehr Resonanz beim Publikum sorgten jedoch vor allem die alten Titel wie „Graceland“ oder „Stockhausen, Bill Gates und ich“. Besonders abgefeiert wurden die insgesamt sechs Lieder, die aus ihrem Debütalbum „Du und wieviel von deinen Freunden“ dargeboten wurden. Vergleicht man die Stimmung mit dem großartigen Auftritt von Thees Uhlmann am Vorabend, so geht Hemmoor dank des Heimvorteils gegen Hamburg als knapper Sieger hervor. Apropos Thees, Reimer Bustorff wusste noch zu berichten, dass ihn am Vortag, als er den Uhlmann-Auftritt besuchte und dieser groß auf der Videoleinwand zu sehen war, von einem Besoffenen angesprochen und gefragt worden sei, ob er nicht Thees Uhlmann sei.

Vielleicht euphorisiert von der Tatsache, dass an einem Tag des Dauerregens ausgerechnet bei ihnen der Regen nachließ und die Sonne sogar schien, ließen sich Kettcar zu einem Singspiel mit dem Publikum verleiten, sagten dazu jedoch: „So etwas machen wir sonst nicht.“ Einen schönen Abschluss eines Konzertes, das ruhig noch länger hätte dauern dürfen, bildeten „Landungsbrücken raus“ und „Balu“, das Marcus Wiebusch gemeinsam mit seinem Bruder Lars am Keyboard zu Hunderten von erhobenen und winkenden Händen vortrug.


Setliste:

Rettung
Deiche
Kein Außen mehr
Graceland
Balkon gegenüber
Der apokalyptische Reiter und das besorgte Pferd
Money LeftToBurn
Im Club
48 Stunden
R.I.P.
Ausgetrunken
Ich danke der Academy
Stockhausen, Bill Gates und ich
Im Taxi weinen
Schrilles buntes Hamburg
Landungsbrücken raus
Balu

The Kooks

Ebenfalls auf der Hauptbühne traten als nächstes The Kooks aus Brighton auf, deren erstes Album von 2005, „Inside In/Inside Out“, mich durchaus zu fesseln vermochte. Die beiden folgenden Werke schafften das weniger gut, aber wir hatten eben gerade Zeit. So ging es möglicherweise auch anderen Zuschauern, denn der Besuch desKooks-Auftritts gewährleistete gute Stehplätze für das danach anstehende Ärzte-Konzert. Oder aber, auch The Kooks sind viel beliebter als ich dachte.


Der Regen, der beim Ende des Kettcar-Auftritts wieder leicht eingesetzt hatte, entwickelte sich während des Kooks-Konzerts zu einem richtigen Wolkenbruch. Auch mit Regenjacke und Gummistiefeln war es schwierig, echte Begeisterung dafür zu empfinden, was auf der Bühne geschah, während es gleichzeitig von oben derart auf einen niederprasselte. Die Band gab sich jedoch redliche Mühe und speziell Sänger Luke Pritchard scheute sich auch nicht davor, am Bühnenrand herum zu turnen und selbst nass zu werden, um die Stimmung anzuheizen.

Auch meine Notizen hinsichtlich der Setliste litten unter dem Wolkenbruch, und so kann ich nur stückhafte Informationen liefern. Insgesamt war der Auftritt durchaus solide, und ich selbst überrascht, wie viele gute Songs die Kooks doch haben. Besonders gut gefiel mir die allein von Luke an der Gitarre gesungene Version meines Lieblingslieds „Seaside“. Aber für meine volle Konzentration war dieses Konzert einfach zu nass.


Setliste (mit Lücken):

Is it me?
See the World
Down to the Market
Sofa Song
Rosie
She Moves in Her Own Way

Seaside

Shine On
Junk of the Heart
Naïve

New Order

Wer ist bloß für diesen Zeitplan verantwortlich und kam auf die Idee, am Sonntagabend Die Ärzte, Beirut und New Order gleichzeitig auftreten zu lassen? Alle drei Bands wollte ich gerne sehen, aber ich musste mich entscheiden. Ebenso ging es meinem Freund, und obwohl wir beide uns auf Die Ärzte gefreut hatten, entschieden wir uns letztendlich beide für andere Bands: Er verließ den Kooks-Auftritt vorzeitig und watete zur Red Stage, um dort erst Temper Trap und dann Beirut zu sehen – und anschließend darüber zu berichten. Und meine Wahl fiel letzten Endes schweren Herzens auf New Order, die ich noch nie live gesehen hatte, und bei denen man ja auch nicht weiß, ob sie noch lange Konzerte geben werden. Ich wollte mir diese Chance nicht entgehen lassen – auch wenn mit der jetzigen Form der Band ohne Peter Hook natürlich die Originalbesetzung nicht mehr gegeben ist.


Im mittlerweile immer noch strömenden Regen machte ich mich also nach den Kooks auf zur Blue Stage und war bei meiner Ankunft überrascht: Noch fast niemand da? Mir war schon bewusst gewesen, dass die Band unter der starken Konkurrenz (zusätzlich zu den Genannten und ebenfalls parallel trat auch noch Fritz Kalkbrenner auf, drinnen!) leiden würde, und viele waren ja nach dem Regentag bereits abgereist, aber New Order sind doch eine Legende, die viele Menschen gerne einmal live sehen möchten, oder etwa nicht? Allein stand ich mit meiner Verwunderung über den Mangel an Publikum nicht da, gleich zweimal wurde ich von anderen Besuchern angesprochen und irritiert gefragt, ob hier denn nun um 22 Uhr New Order spielen, da ja so wenig los sei.

Während auf den Video-Leinwänden am Rande der Bühne der Beginn des höchstwahrscheinlich phantastischen Ärzte-Konzertes auf der Hauptbühne übertragen wurde, begann ich, mir Sorgen zu machen, ob ich die richtige Entscheidung getroffen hatte. Immerhin, kurz vor 10 hatte sich der Zuschauerraum zumindest leidlich gefüllt, und der Regen hatte sich in ein erträgliches Nieseln verwandelt. Und da waren sie nun, die leicht gealterten 80er-Jahre-Legenden, minus Peter Hook, mitten in der norddeutschen Pampa, zu ihrem „Einzug“ lief das instrumentale „Elegia“.


Abgesehen von meiner Freude, die Band endlich einmal zu sehen, war leider schnell klar, dass der Regen wohl zu technischen Schwierigkeiten geführt hatte: Vom ersten „richtigen“ Song  „Crystal“  konnte ich den Text eher erahnen als hören. Zwischen den ersten Liedern – nach „Crystal“ folgten „Regret“ und „Ceremony“ - gab es immer wieder Unterbrechungen, in denen irgendetwas geregelt wurde, aber der Gesang blieb leise und der Sound insgesamt verbesserungswürdig, was der Band sichtlich auf die Nerven ging.

Toll dagegen war die Videodarbietung auf derselben LED-Wand, die uns schon bei den Stone Roses erfreut hatte. Sie zeigte teils Bilder, teils Filme, so zu „True Faith“ das komplette Video des Songs, bei „Temptation“ erschienen die gesungenen Zahlen exakt zeitgleich auf der Leinwand. Die Effekte waren atemberaubend, hätten aber bei einem Hallenkonzert vielleicht noch besser gewirkt.
Wann immer die Videoleinwände das Publikum zeigten, wurde zwar entschlossen getanzt, so richtig glücklich sah aber niemand aus. Ähnlich ging es auch der Band, die am Ende des Sets zur großen Begeisterung des Publikums noch Joy Divisions „Love Will Tear Us Apart“ spielte und dann ihren Auftritt etwas vor Ende des ihm eigentlich zugedachten Zeitfensters beendete. Bernhard Sumner zeigte dem Regen zum Abschied den Stinkefinger und versprach uns „We’ll come back and play for you indoors!“ Mal sehen, ob das auch umgesetzt wird.


Setliste:

(Elegia)
Crystal
Regret
Ceremony
Age of Consent
Isolation
Krafty
Bizarre Love Triangle
True Faith
586
Perfect Kiss
Blue Monday
Temptation
Love Will Tear Us Apart

Mein "Außenreporter" hatte von seinen beiden allein besuchten Konzerten Folgendes zu berichten:

The Temper Trap

Bei strömendem Regen betraten The Temper Trap die Bühne und legte, anders als von der Setliste ausgewiesen („Repeater“), mit „London’s Burning“ los. Vermutlich wollte das australische Quintett den Fans bei diesem miesen Wetter ein wenig aufwärmen. „Are you enjoying the Hurricane?“, wollte Dougy Mandagi, der Sänger mit indonesischen Wurzeln, zunächst wissen, bevor er mit „What a perfect name!“ die äußeren Umstände treffend umschrieb. Mit „Need Your Love“ und „Love Lost“ fanden Temper Trap in die Setliste zurück und heizten Publikum und Security ordentlich ein.


Überhaupt, die Security! Bei den meisten Festivals sind dies grimmige, muskelbepackte Schränke die finster drein schauen, vor der Red Stage des Hurricane Festivals bot uns jedoch ein anderes Bild. Mindestens 8 gewohnt muskelbepackte Schränke hatten sich dort versammelt, doch ihre Aufgabe schien darin zu bestehen, dem Publikum Getränke auszuschenken, Haribos zu verteilen, bei der Musik mitzuwippen, kleinere Choreographien vorzuführen und das Publikum zu animieren. Waren am Vorabend bei Garbage zunächst noch 2 Mitglieder der Securtiy positiv aufgefallen, so hatten sich bis zum folgenden Abend alle anstecken lassen.
Bei „Fader“ erklommen also alle Mitglieder der Security winkend und klatschend die metallene Trennbarriere, so dass sich auch Dougy Mandagi später ein Lächeln und ein Dankeschön nicht verkneifen konnte. Ob er wohl auch phasenweise an ein Männerballet oder den Film „Ganz oder gar nicht“ denken musste?


The Temper Trap boten an diesem Abend insgesamt 12 Songs dar. Beschlossen wurde das Set vom instrumentalen „Drum Song“ für das der Sänger passenderweise ein zusätzliches Schlagzeug aufgebaut bekam. Für den eben so schönen wie schlichten Effekt einer hochspritzenden Fontäne hätte er aber nicht extra sein Mineralwasser auf das Fell schütten müssen, fünf Sekunden vor der Bühne hätten auch gereicht.
Doch das Highlight ihres Auftritts hoben sich die Australier für den Schluss auf: Nach „Sweet Disposition“ wurden The Temper Trap von Publikum und den erneut auf den Barrieren stehenden Security-Leuten lauthals verabschiedet.

Setliste:

London’s Burning
Need Your Love
Love Lost
Rabbit Hole
Fader
This Isn't Happiness
Trembling Hands
Dreams
Science of Fear
Resurrection
Drum Song
Sweet Disposition

Beirut

Zum Regen gesellten sich nun noch kalte Windböen und deutlich mehr Zuschauer als zuvor noch bei The Temper Trap. Aber Beirut sollten unsere Herzen erwärmen!


Spätestens als Zach Condon, Kelly Pratt und Ben Lanz beim Opener „Santa Fe“ zum ersten Mal an diesem Abend in Position traten, gemeinsam Trompeten und Posaune erschallen ließen und dies mit lautem Jubelgeschrei des Publikums beantwortet wurde, war allen Anwesenden egal, ob auf den anderen Bühnen gerade New Order, Die Ärzte oder sonst irgendwer spielten.

Aber vielleicht doch nicht allen Anwesenden, denn die Band, zu der auch noch Perrin Cloutier (Akkordeon, Klavier), Paul Collins (Bass) und Nick Petree (Schlagzeug) zählten, schien etwas vom herüber schallenden Lärm gestört zu sein. Dass auch noch Zach Condons Ukulele vor dem sechsten Titel wegen technischer Probleme ihren Geist aufgab, passte zu den widrigen Umständen dieses Auftritts. Der Begeisterung im Publikum tat dies jedoch keinen Abbruch.


Beirut spielten in knapp einer Stunde ein Set, das die drei Alben mit jeweils drei Titeln gleich bedachte, zudem Songs aus den EPs „Lon Gisland“,„March Of The Zapotec“ und „Holland“ beisteuerte und nur wenig Wünsche offen ließ. Nur den neunten Titel konnte ich nicht recht zuordnen, eine instrumentale Balkan-Pop-Nummer mit Posaunen-Solo, die vielleicht „Serbian Cocek“, im Original von A Hawk And A Hacksaw+ The HunHangár Ensemble stammend, gewesen sein könnte.

Müsste ich einen Titel bestimmen, der Publikum (und (wieder einmal) Security) am meisten begeisterte, so wäre dies vielleicht „Cherbourg“, das für die größte Bewegung vor der Bühne sorgte oder vielleicht „East Harlem“, das äußert lautstark umjubelt wurde oder „The Gulag Orkestar“, für das Beirut noch einmal zurück auf die Bühne kamen oder...


Setliste:

Santa Fe
The Shrew
Elephant Gun
Vagabond
Nantes
Postcards from Italy
A SundaySmile
East Harlem
Serbian Cocek
Cherbourg
Scenic World
MyNight with the Prostitute from Marseille
Carousels

The Gulag Orkestar



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Nach einer erholsamen, wenn auch kurzen Nacht in einem Landhotel, dessen restliche Kundschaft ebenfalls aus Hurricanegästen zu bestehen sch...

Hurricane Festival 2012 Tag 2: Lat.: 53.2, Lon.: 9.5225


Nach einer erholsamen, wenn auch kurzen Nacht in einem Landhotel, dessen restliche Kundschaft ebenfalls aus Hurricanegästen zu bestehen schien, ging es am Samstag gegen 17 Uhr wieder aufs Festivalgelände, das uns nun noch voller erschien. Egal, wo man sich hinzubewegen versuchte, überall Menschenmassen. Allerdings blieben an diesem Tag dennoch jegliche Begegnungen mit menschlichen Abgründen aus, sowohl die anderen Besucher als auch die Securityleute verhielten sich ausnahmslos freundlich und rücksichtsvoll, und das Wetter war ebenfalls prima. Muss man ja auch mal sagen ...

Thees Uhlmann


Ein Leitmotiv für mich an diesem Festivalsamstag war meine Erkenntnis, dass meine Vorstellungen davon, welche Bands wie erfolgreich sind, nicht immer der Realität entsprechen. So hatte ich unter anderem nicht damit gerechnet, dass sich bei einem Auftritt von Thees Uhlmann größere Menschenmengen einfinden würden und lag damit gründlich falsch. Thees selbst war über das Besucheraufkommen ausgesprochen erfreut und rief uns zu „Wer hätte vor einem Jahr gedacht, dass ich hier heute vor so vielen Leuten spiele!“, woraus ich schließe, dass er solo erfolgreicher ist als mit Tomte. Wusste ich nicht.

Sein spezieller Erfolg beim Hurricane hängt natürlich auch damit zusammen, dass er selbst aus dieser norddeutschen Einöde stammt, und so sangen um uns herum nicht nur zahlreiche Abiturienten jede Textzeile mit, sogar Hamburger Prominenz hatte sich in Form von Tim Mälzer eingefunden. Darüber hinaus hielt ein Mädchen ein dekoriertes Pappschild mit dem Ortsnamen „Hemmoor“ hoch – Thees Uhlmanns Heimatort war also ebenfalls vertreten.


Das Set begann mit Thees und seiner Keyboarderin Julia Hügel, die vor dem Auftreten der restlichen Band den Anfang von „Römer am Ende Roms“ gemeinsam darboten. Der Sänger blieb zunächst ungewohnt ohne Gitarre und überließ die Instrumente für die ersten beiden Lieder seiner Band. In der bekannt netten Thees-Art widmete er seine Lieder unterschiedlichen Gruppen: „Mädchen von Kasse 2“ ging an alle, die beim Festival arbeiten müssen (was dem Brezelverkäufer neben mir einen Jubelschrei entlockte), „Lat: 53.7 Lon: 9.11667“, das er „Hier komme ich her, hier bin ich geboren“ nannte, ging an alle, die vom Land stammen und schließlich „Die Toten auf dem Rücksitz“ an Band und Crew.

Auch einige Geschichten bekamen wir erzählt, so (ebenfalls zu „Lat: 53.7 Lon: 9.11667“), dass er als Kompromiss mit seinen Pädagogeneltern als Heavy Metal-Fan nur einen Vokuhila tragen durfte, zu „Sommer in der Stadt“, dass er von einem Berliner, den er darauf hingewiesen hatte, dass er ein Taschentuch auf die Straße geworfen habe, die Antwort „Fick dich, Alter!“ bekommen habe und zu guter Letzt noch viele Lobpreisungen zu seinem nicht anwesenden Duettpartner Casper: „In einer Welt, in der Casper mehr Platten verkauft als Sido und Bushido zusammen, ist die Hoffnung noch nicht verloren!“


Casper, dessen Erfolg ebenfalls ein wenig an mir vorbei gegangen ist, war bereits am Freitag beim Hurricane aufgetreten, so dass die beiden zwar beim selben Festival spielten, sich aber nicht gegenseitig unterstützen konnten. Hätte man das im Zeitplan nicht besser abstimmen können?

So konnte Thees ihm den gemeinsamen Song „& Jay-Z singt uns ein Lied“ zwar widmen, musste ihn aber allein darbieten. Er übernahm den Sprechgesang-Part einfach selbst und rief danach aus „Ich habe gerappt!“ und legte noch die andere, auf Caspers Album zu findende Kooperation „XOXO“ nach.

Das letzte Lied „Die Toten auf dem Rücksitz“ stellte dann eine Rückkehr zum Anfang dar: Während die übrigen Bandmitglieder um Tobias Kuhn, der das Finale mit seinem Handy filmte, ihre Instrumente bereits zur Seite gelegt hatten, sang Thees allein mit der Keyboarderin. Die Menge war von Anfang bis Ende begeistert und Thees so gerührt, dass er sich am Ende sichtlich gar nicht von uns trennen mochte und rief „Ich komme hier aus der Gegend!“. Für eine Zugabe war aber dennoch leider keine Zeit.


Setliste:

Römer am Ende Roms
Das Mädchen von Kasse 2
Vom Delta bis zur Quelle
Lat: 53.7 Lon: 9.11667
Sommer in der Stadt
Zum Laichen und Sterben ziehen die Lachse den Fluss hinauf
Die Nacht war kurz (ich stehe früh auf)
17 Worte
& Jay-Z singt uns ein Lied
XOXO (Casper Cover)
Die Toten auf dem Rücksitz

Florence and the Machine


Stattdessen war es auf derselben Bühne schon beinahe Zeit für Florence and the Machine. Das Publikum um uns herum wechselte in Richtung weiblich und  modebewusst, und auch auf der Bühne bekamen wir nun etwas grundsätzlich anderes zu sehen.

Es erschienen ein Harfist (!) ein Gitarrist, zwei Schlagzeuger, eine Background-Sängerin und zwei Keyboardspieler, eine davon weiblich, mit blauen Haaren und transparentem Kleid. Danach schwebte auch Florence in einem wallenden Blumengewand, blass, groß und rothaarig auf die Bühne, sie eröffnete ihr Set mit „Only If for a Night“ und „What the Water Gave Me“.


Persönlich hält sich meine Begeisterung für die Musik von Florence Welch eher in Grenzen. Mir ist das alles zu ätherisch und Enya-mäßig. Und auch der Auftritt ging mir zu Beginn ein wenig auf die Nerven. Mit großen Gesten und durchinszenierten, dramatischen Posen erschien mit Frau Welch überkandidelt und darüber hinaus wenig passend zum Festivalumfeld. Im Laufe des Auftritts musste ich meine Meinung jedoch ändern. Zu nett war die Engländerin und zu begeistert ihr Publikum – und sie wiederum zu dankbar dafür. Die Musik mag immer noch nicht meins sein, aber die Band ist mir ein Stück näher gekommen.


Vor „Rabbit Heart (Raise It Up)“ forderte Florence als Gegenleistung für die weite Anreise der Band ein Menschenopfer, und so sollte jeder, der mit einem geliebten Menschen da war, diesen hochheben und so als Opfer darbieten, was ein nettes Bild ergab. Bei „Spectrum“ wurde dagegen mit der Anweisung „get your shit out“ (in Erinnerung an den pinkelnden Engländer vom Vorabend löste diese Aufforderung bei mir etwas Panik aus) ein Tanzwettbewerb ausgerufen, und zu „Dog Days Are Over“ sollten wir rhythmisch hüpfen, was die zahlreichen Fans auch ausgiebig taten.

Ähnlich wie Thees zeigte auch Florence echte Freude über die entgegengebrachte Wertschätzung und erzählte, man sei bereits im vergangenen Jahr hier gewesen, aber bei schlechterem Wetter und vor kleinerem Publikum. Nach diesem Auftritt dürfte sicher sein, dass die Band auch noch ein weiteres Mal für das Hurricane / Southside gebucht werden wird.


Setliste:

Only If for a Night
What the Water Gave Me
Cosmic Love
Rabbit Heart (Raise It Up)
Spectrum
Shake It Out
Never Let Me Go
Dog Days Are Over
No Light, No Light


Noel Gallagher’s High Flying Birds


Und wieder konnten wir zwischen zwei Konzerten einfach vor der Bühne stehen bleiben, während um uns herum das Publikum ein weiteres Mal wechselte. Junge Modeblogleserinnen wurden durch ältere, männliche Oasis-Fans ausgetauscht.

Noels Auftritt war durchaus gut, lässt aber wenig Raum für Berichte. Wie schon beim Kölner Konzert war er offenbar angereist, um seine Lieder professionell zu präsentieren, nicht weniger, aber auch nicht mehr. So etwas kann man sich wohl nur leisten, wenn man Titel wie „If I had a Gun“ oder „Little by Little“ im Gepäck hat und sich den „Godlike Genius Award“ des NME auf die Boxen stellen kann.


Auf gerührte Ansprachen, lustige Anekdoten oder Publikumsanimationen mussten wir selbstverständlich verzichten, immerhin konnten ihn aber einige Publikumsmitglieder ein wenig aus der Fassung bringen: Ein Mensch im lila Bodysuit unter einem Manchester City-Shirt erregte Noels Mitleid wegen seiner „skin condition“ und bekam ein Lied gewidmet, ebenso ein Mädchen mit einer winzigen Melone, die er „psychedelic“ fand. Mehr Erwähnenswertes gab es nicht, höchstens noch die Ankündigung, dass der nach ihm auftretende Marcus Mumford sich seine Hand gebrochen habe und deshalb heute alle Instrumente mit den Füßen bedienen werde.


Noels traditionelle, nahezu zementierte 90-minütige Setliste wurde für den einstündigen Auftritt einfach nur ein wenig zusammengestutzt, die Reihenfolge blieb gleich. So fehlten die B-Seite „The Good Rebel“ und das unveröffentlichte „Freaky Teeth“ nur bedingt, wurden aber die sonst akustisch dargebotenen „Supersonic“ und „Wonderwall“ durchaus vermisst. Besonders auf „Whatever“ im Zugabenteil hatte sich mein Freund gefreut, doch auch das fiel dem Rotstift zum Opfer.

Aber wir waren ja schon froh, dass Herr Gallagher überhaupt erschienen war, schließlich kollidierte sein Auftrittstermin mit dem EM-Viertelfinalzeitplan. So präsentierte er uns Großteile seines Soloalbums, drei Oasis-B-Seiten und als Abschluss nach „Little By Little“ das durch den Fangesang immer wieder berührende „Don't Look Back In Anger“.


Setliste:

(It's Good) To Be Free
Everybody's on the Run
Dream On
If I Had a Gun...
The Death of You and Me
 (I Wanna Live in a Dream in My) Record Machine
AKA... What a Life!
Talk Tonight
AKA... Broken Arrow
Half The World Away
(Stranded On) The Wrong Beach
Little By Little
Don't Look Back In Anger

Mumford & Sons


Wo wir schon einmal bei den Gallaghers sind: Bei jeder Erwähnung der Band Mumford & Sons muss ich an ein Zitat von Liam denken, der über diese Band einmal sinngemäß sagte, der Sinn des Rockstardaseins sei doch, cool zu sein, und nicht, sich anzuziehen wie Amish People.

Zugegebenermaßen war der Amish-Eindruck am Samstagabend beim Hurricane weniger intensiv als sonst: Herr Mumford selbst trug ein schickes Sakko, seine Band bevorzugte eher Jeanslook. Auch der andere Gallagher lag mit seiner (scherzhaften) Vermutung falsch: Marcus Mumford, die rechte Hand im Gips, nutzte die linke, um gelegentlich auf die Pauke zu hauen und stand mit den Füßen fest auf den Brettern der Blue Stage. Seine Aufgaben an Gitarre und Schlagzeug wurden von zwei Gastmusikern übernommen. Viel Manpower also bei Mumford & Sons, denn fünf weitere Musiker bedienten Blas- und Streichinstrumente.

Auf einer mit Satellitenschüsseln dekorierten Bühne wurden uns neben den bekannten Songs des Debütalbums „Sigh No More“ auch Titel aus der neuen, im September erscheinenden Platte dargeboten: „Below My Feet“, „Ghosts That We Knew“ und „Whispers In The Dark“.


Mumford & Sons ist eine weitere Gruppe, deren Bekanntheit ich offensichtlich völlig falsch eingeschätzt hatte. Zum Auftritt war wesentlich mehr Publikum gekommen als zu den vorausgegangenen Bands, und nachdem etliche der Liedanfänge bejubelt und beklatscht wurden, waren die Leute auch nicht aus Langeweile gekommen. Zu „Timshel“ wurden sogar Feuerzeuge und Wunderkerzen gezündet.
Ben Lovett schmierte uns zusätzlich Honig um den Mund, indem er erklärte, er habe selten ein derart ruhiges und aufmerksames Festivalpublikum erlebt, und dass er auch beim vorangegangenen Auftritt von Florence and the Machine beeindruckt gewesen sei, wie respektvoll wir alle zugehört hätten.

Außerdem probierte die Band auch ihre äußerst begrenzten Deutschkenntnisse an uns aus, so bekamen wir zunächst gesagt, „Ted hat heute Geburtstag“, um nach einer Publikumsdarbietung von „Zum Geburtstag viel Glück“ zu erfahren, dass dieser Satz bei jedem Konzert in Deutschland geäußert wird, weil er zu den wenigen gehört, die sie beherrschen. Wir wurden aber immerhin auch zu zukünftigen Geburtstagsfeiern anlässlich des neuen Albums eingeladen.


Setliste:

Lover's Eyes
Little Lion Man
Winter Winds
White Blank Page
Timshel
Below My Feet
Roll Away Your Stone
Lover of the Light
Thistle & Weeds
Ghosts That We Knew
Awake My Soul
Dust Bowl Dance
Whispers In The Dark
The Cave

Garbage

Mitte der Neunziger war ich ein riesiger Garbage-Fan. Der jetzigen Wiederauferstehung der Band stand ich dennoch eher skeptisch gegenüber, schließlich waren die Alben immer schwächer geworden und auch das neue Werk ist, nun, nicht direkt schlecht, aber auch nichts, das mein Leben sonderlich bereichert hätte. Nichtsdestotrotz war es interessant, die Band nach schlappen 16 Jahren auch mal wieder live zu sehen, also ging es am späten Abend noch zur kleinsten Bühne des Festivals, wo schon viele Fans ungeduldig warteten (manche von ihnen allerdings auch auf die Beatsteaks, die hier gerüchteweise einen Geheimauftritt haben sollten).


Die Bühne erklommen dann aber nur Garbage, was uns auch lieber war. Es erschienen Butch Vig, Steve Marker, Duke Erikson und ein weiterer Mi(e)tmusiker, die ihre Plätze eher am Bühnenrand einnahmen. Der Mittelpunkt und ein Extraauftritt gebührten Shirley Manson. Sie hat immer noch ihre roten Haare, die sie oben auf ihrem Kopf zu einem strengen Dutt frisiert hatte, und auch sonst war mit ihrem Bühnengebahren nicht zu spaßen. Wie eine Tigerin im Käfig schritt sie die Bühne wieder und wieder ab und gab alte und neue Garbage-Hits mit kräftiger Stimme zum Besten.

Eröffnet wurde das Set mit „Automatic Systematic Habit“ vom neuen Album, doch es sollte neben der mauen Single „Blood for Poppies“ und dem überraschend starken „Control“ der einzige Song aus „Not Your Kind Of People“ bleiben. Den Rest des Auftritts bestritten Garbage mit ihren zahlreichen Hits. „Shut Your Mouth“ wurde überraschend als Rap dargeboten, den Einstieg zu „Stupid Girl“ bildete der bekannte „I love to love you“-Gesang, der zu „I Feel Love“ gehört – vielleicht eine Reminiszenz an die kürzlich verstorbene Donna Summer.


Ansonsten bleibt festzuhalten, dass Garbage ihre Songs deutlich rockiger darboten als gewohnt und auf ruhige Titel wie etwa „Milk“ oder „The World Is Not Enough“ im Gegensatz zu ihren eigenen Konzerten bei diesem Festivalauftritt komplett verzichteten. Höhe- und gleichzeitig Schlusspunkt dieses überraschend überzeugenden Auftritts bildete „Only Happy When It Rains“ – was auch ein böses Omen für den folgenden dritten Tag darstellen sollte.

Setliste:

Automatic Systematic Habit
I Think I'm Paranoid
Blood for Poppies
Why Do You Love Me
Queer
Shut Your Mouth
Stupid Girl
#1 Crush
Control
Cherry Lips (Go Baby Go!)
Vow
Push It
Only Happy When It Rains

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Mit Norddeutschland kenne ich mich eher schlecht aus, und wohl deshalb bin ich, wann immer ich in diese Gegend komme, stets erstaunt, wi...

Hurricane Festival 2012 Tag 1 - alte Helden am späten Abend



Mit Norddeutschland kenne ich mich eher schlecht aus, und wohl deshalb bin ich, wann immer ich in diese Gegend komme, stets erstaunt, wie viel es davon gibt. Und entsprechend dauern auch Fahrten nach und durch den Norden immer viel länger, als ursprünglich erwartet.

Der gestrige Tag war keine Ausnahme von dieser Regel, und so schafften wir es nach einer dank Bahn leicht verspäteten, frühnachmittäglichen Abfahrt von Koblenz aus nicht einmal annähernd, das Hurricane-Festivals zur ursprünglich angestrebten Ankunftszeit zu erreichen. Nach endloser Fahrerei über Autobahnen mit Staus, Landstraßen und kleine Dörfer (nicht zuletzt einen Ort namens „Grauen“) und dem Einchecken in ein ländliches Hotel war es bereits 21 Uhr. Ganz Deutschland saß nun vor dem EM-Viertelfinale, wir dagegen mussten schleunigst weiter zum Festivalgelände. Und obwohl  immerhin dieser letzte Anfahrtsweg recht zügig verlief, war der Auftritt von The XX bereits in vollem Gange, als wir uns noch um unsere Einlassbändchen bemühten. Immerhin hatten wir so das etwas bittere Vergnügen, zu deren „Intro“ auf das Gelände zu marschieren – dem Lied von The XX, zu dem zurzeit auch die Nationalmannschaften bei der EM aus der Kabine einlaufen.

The Cure


Bis wir dann erfolgreich die Einlasskontrolle passiert hatten, war es schon Zeit, sich zum Auftritt vom Headliner des ersten Abends auf der Hauptbühne zu begeben: The Cure. Wohl wegen der diversen Erfahrungen mit unschönen Ereignissen bei Massenveranstaltungen ist man beim Hurricane sehr vorsichtig geworden: Vor den beiden großen Bühnen gibt es jeweils zwei „Brecher“, und um den zweiten zu passieren und direkt vor die Bühne zu gelangen, muss man durch einen Security-geregelten Bereich ganz an der Seite der Bühne. Bei The Cure war uns dieser doch recht umständliche Weg zu weit und gleichzeitig zu wenig erfolgversprechend, und wir entschieden uns, an der Barriere stehen zu bleiben, die uns vom Vorbühnenraum trennte – was sich als Fehler erwies. Hurricane-Gäste sind leider häufig besoffen und rücksichtslos, und so wurde man an dieser Stelle, an der die von Menschen verdeckte Barriere in besoffenem Zustand nicht einwandfrei erkennbar war, häufig von Menschen beiseite gedrängelt, die nicht verstanden, dass nach vorne kein Durchkommen war.

Ein persönliches Highlight des Freitagabends war für mich auch, dass wir zuerst hinter drei betrunkenen Engländern standen, von denen einer, als er kurz vor Konzertbeginn mal musste, sich einfach auf die Knie niederließ und laufen ließ. Ein schneller Platzwechsel unsererseits war die Folge.


In dem bei mir aufsteigenden Menschenhass gingen die doch sehr weit entfernten The Cure ein wenig unter, dabei spielten sie ein stellenweise sehr schönes Set mit vielen Klassikern älteren Datums („In Between Days“, „Just Like Heaven“) und Überflüssigem neueren Datums („Mint Car“, „Wrong Number“). Besonders viel Gefallen hatten Robert & Co. an diesem Abend an den Alben „Disintegration“ und „Wish“, von denen jeweils eine Handvoll Songs berücksichtigt wurde.

Robert Smith war pummelig, schwarz gekleidet und geschminkt wie eh und je, nur der Haarpuschel enthielt verglichen mit früher mehr grau. Im Publikum fanden sich, wie bei Festivals ja üblich, neben beinharten Fans auch viele komplette Neulinge, und so wurde mein Freund ausgerechnet während des superbekannten „A Forest“ gefragt, welche Band da denn gerade spiele. Immerhin „Friday I’m in Love“ und „Lullaby“ schienen beim Publikum weitgehend bekannt zu sein, bei Cure-Konzerten wohl traditionelle Interaktionen bei Liedern wie „A Forest“ und „Play for Today“ klappten mangels informierter Fans aber überhaupt nicht.


Nach „Disintegration“, das den heutigen Festivalauftritt abschloss, mussten wir das Konzert verlassen, weil wir einen wichtigen Termin vor der Blue Stage hatten. Im Gegensatz zu vollständigen The Cure-Konzerten verpassten wir nach diesem Hauptteil nicht noch eine weitere Stunde Musik, sondern nur die Zugaben „The Same Deep Water as You“ und „Boys Don’t Cry“.

Setliste:

Plainsong
Pictures of You
High
The End of the World
Lovesong
Sleep When I'm Dead
In Between Days
Just Like Heaven
From the Edge of the Deep Green Sea
The Hungry Ghost
Play for Today
A Forest
Bananafishbones
Lullaby
The Walk
Mint Car
Friday I'm in Love
Doing the Unstuck
Trust
Want
Wrong Number
One Hundred Years
Disintegration

The Same Deep Water as You
Boys Don’t Cry


The Stone Roses


Zur etwas späten Anfangszeit von 0:30 Uhr standen die Stone Roses auf dem Programm, ein Termin, der uns so wichtig war, dass wir das Ende von The Cure sausen ließen. Dieses Mal gelangten wir auch mühelos in den Vorbühnenbereich, in dem wir gut sehen konnten und dank relativ viel Platz auch sämtlichen Idioten ausweichen konnten. Die Stone Roses treten ja zurzeit europaweit bei Festivals und auch allein auf, und teils hörte man schon Berichte, die Anlass zur Sorge gaben, dass eine erneute Bandauflösung unmittelbar bevorstehen könnte.


Beim Hurricane waren aber alle gut gelaunt und scherzten miteinander. Dass Ian Brown nicht singen kann, ist bekannt und sollte niemand, der die Band mag, stören. Sein Gesang war aber gerade während der ersten paar Lieder im Rahmen seiner Möglichkeiten in Ordnung und erhielt gleich beim Opener „I Wanna Be Adored“ reichlich Unterstützung aus dem Publikum. Herr Brown war ansonsten entertainermäßig unterwegs: Er gestikulierte für die Fernsehkameras und das Publikum, warf sich in dramatische Posen und drohte an einer Stelle scherzhaft, Manis Bass an einem Lautsprecher zu zerschlagen.


An einer LED-Wand im Hintergrund konnte man sich an zahlreichen Erinnerungen aus der Stone Roses-Geschichte erfreuen, also den Drop Paintings von John Squire, Zitronenscheiben, psychedelischen Animationen und Ausschnitten des Covers von „Fool’s Gold“.

Die Setliste wird von Konzert zu Konzert leicht variiert, die Schwäche, dass im ersten Drittel jedoch gleich drei Single-B-Seiten präsentiert werden, aber nicht behoben. Daher war ein deutlicher Stimmungsanstieg ab „Fool’s Gold“ zu verspüren.
„Fool’s Gold“ und auch „Waterfall“ fielen durch ausgiebige Gitarrensolos von John Squire deutlich länger aus als auf Platte (bei „Fool’s Gold“ handelt es sich bei der veröffentlichten 9-Minuten-Singleversion also offenbar um eine gekürzte). Hier konnten die Stone Roses zeigen, dass mit Squire, Reni und Mani drei hervorragende Musiker in der Band stehen. Und eben Ian Brown.


Dieser ergänzte „Love Spreads“ am Ende durch eine Rap-Einlage („The Stone Roses are back on stage“ ?) und versemmelte „Don’t Stop“ gehörig. Da wollte der Titel des Songs so gar nicht zum Eindruck beim Hören passen. Der Abschluss ließ mit vier weiteren Songs aus ihrem Debütalbum sicherlich keine Fan-Wünsche offen.
Vielleicht um die Gefahr zu mindern, dass einzelne Bandmitglieder schon nach Hause fahren könnten, wurde „I am the Resurrection“ nicht als Zugabe sondern einfach als letzter Song gespielt.


Setliste:

I Wanna Be Adored
Mersey Paradise
Sally Cinnamon
Where Angels Play
Shoot You Down
(Bye bye) Badman
Ten Storey Love Song
Standing Here
Fools Gold
Something’s Burning
Waterfall
Don’t Stop
Love Spreads
Made Of Stone
This Is The One
She Bangs The Drums
I Am The Resurrection

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Eigentlich bin ich ja zu alt für diesen Festivalquatsch. Ja, selbst mit Hotel statt Zelt. Diese Herumsteherei bei jedem Wetter. Die Toile...

Bald beim Southside, äh, Hurricane


Eigentlich bin ich ja zu alt für diesen Festivalquatsch. Ja, selbst mit Hotel statt Zelt. Diese Herumsteherei bei jedem Wetter. Die Toilettensituation. Die Besoffenen. Die Toilettensituation. Minderwertiges Essen zu Gourmetpreisen. Und natürlich die Toilettensituation. Und seien wir mal ehrlich: Auch wenn man bei einem Festival mit gutem Lineup theoretisch viel gute Musik für wenig Geld zu hören bekommt, scheinen mir Festivalauftritte von Bands auch ganz besonders schlecht im Gedächtnis zu haften. So kann ich zum Depeche Mode-Auftritt bei Rock im Park 2006 heutzutage nicht viel mehr sagen, als dass er stattgefunden hat und ich (nüchtern) anwesend war. Hm.

Dennoch, irgendwie passiert es mir immer wieder, dass mich so ein Event, zu dem ich eigentlich nicht möchte, mich dann doch ganz gemein anlockt. Im Falle von Southside beziehungsweise Hurricane (beide Festivals haben dasselbe Lineup am selben Wochenende an verschiedenen Enden Deutschlands) waren die Argumente New Order, Die Ärzte, The Cure, The Stone Roses, Noel Gallagher, Kettcar und Thees Uhlmann. Sowie etliche andere. Und schwupps, schon hat man sich quasi versehentlich wieder so ein Wochenendticket gekauft - in diesem Falle fürs Southside.

Als dann vor zwei Wochen die Zeitpläne der Bandauftritte bekanntgegeben wurden, kam dann zu dem Schock, sich tatsächlich wieder für einen Festivalbesuch entschieden zu haben, ein weiterer: Etliche der für uns interessanten Bands sollten bereits am Freitag auftreten. Wir würden aber erst relativ spät abends eintreffen und deshalb viele davon verpassen. Mist.

Von der Distanz her sind Hurricane (bei Hamburg) und Southside (am Bodensee) von Frankfurt beinahe gleich weit entfernt, folglich lag es nahe, die Southsidekarten abzustoßen und welche fürs Hurricane zu erwerben. Nur waren aber natürlich beide Festivals mittlerweile ausverkauft, und insbesondere der Zweitmarkt für Hurricane-Tickets trieb solche Auswüchse, dass man meinen konnte, man bemühte sich um Tickets für ein WM-Endspiel mit deutscher Beteiligung.

Über Kontakte und mit etwas Spannung gelang dann doch das scheinbar Unmögliche: Die Southsidekarten konnten zum Einkaufspreis verkauft und Hurricanekarten zu ebendiesem angeschafft werden. Nun geht es morgen also nach Norden statt nach Süden, aber auch das neue Lineup hat seine Tücken: Irgendein Idiot hat nämlich zugelassen, dass beim Hurricane New Order, Die Ärzte und Beirut gleichzeitig auftreten!

Und wäre das nicht bereits ausreichend Grund zum Jammern, könnte ich auch noch anmerken, dass ich seit heute ganz gemein erkältet bin und mir kaum etwas weniger attraktives vorstellen kann, als erst fünfeinhalb Stunden im Auto zu sitzen und anschließend drei Stunden in einem matschigen Feld zu stehen.

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Anders als die bisher hier vorgestellten Restaurants und Imbisse ist Moschmosch eine Kette. Allein in Frankfurt existieren fünf Filialen (...

Frankfurt Vegetarisch (5): Moschmosch

Anders als die bisher hier vorgestellten Restaurants und Imbisse ist Moschmosch eine Kette. Allein in Frankfurt existieren fünf Filialen (zwei davon am Flughafen), drüber hinaus gibt es Lokale in Mainz, Wiesbaden, Köln, Düsseldorf und Heidelberg. Es handelt sich also nicht gerade um ein Imperium von McDonald's-Ausmaßen, aber eben auch nicht um ein kleines Start-up.

Das erste Moschmosch-Lokal eröffnete schon 2002. Damals aß ich noch Fleisch und probierte besonders gerne die verschiedenen Ramen-Suppen, riesige Nudelsuppenschüsseln mit verschiedenem Gemüse und häufig Fleisch oder Fisch. Heutzutage bestelle ich nur noch eine davon, das "Frühlingserwachen", aber glücklicherweise ist dieses erstens sehr gut und zweitens gibt es auch etliche andere vegetarische Gerichte auf der Karte, diese sind auch klar gekennzeichnet.


Wer anderswo in Europa schon einmal die Asia-Restaurantkette Wagamama besucht hat, wird sich bei Moschmosch sofort auskennen: Die Inspirationsquelle ist ziemlich offensichtlich, aber nachdem es Wagamama in Deutschland nicht gibt, bestehen von meiner Seite aus keinerlei Einwände gegen eine gute Nachahmung. Bei Moschmosch wie Wagamama gibt sich die Speisekarte japanisch, schert sich aber dabei weniger um Authentizität als darum, was der Kundschaft schmeckt. Tophits im Sortiment sind neben den genannten Ramensuppen auch gebratene Nudeln (Fleisch muss hierzu separat bestellt werden, weshalb Vegetarier auch fündig werden), verschiedene Curry-Varianten, Salate und einiges mehr. Je nach Jahreszeit gibt es saisonale Zusatzgerichte, momentan zum Beispiel ein Gericht aus kalten Reisnudeln für den Sommer. Die Preise liegen für die Hauptgerichte zwischen sieben und zehn Euro.


Gestern hatte ich aber im Regenwetter Lust auf eine wärmende Suppe, und so wählte ich einmal mehr das "Frühlingserwachen". An der Getränkefront musste ich mich ebenfalls nicht zum ersten Mal zwischen hausgemachtem Eistee und ebenso hausgemachter Limonade entscheiden, beide sind empfehlenswert.

Moschmosch wird zu den Stoßzeiten mittags und am frühen Abend manchmal sehr voll, und das führt gelegentlich dazu, dass der Service nicht mehr nachkommt. Zur Vermeidung der Samstags-Shopping-Rush-Hour hatte ich mich gestern für einen Besuch in der Filiale am Baseler Platz entschieden. Dieses Restaurant liegt relativ weit von der Fußgängerzone entfernt und entpuppte sich in der Tat als angenehm leer. So bekam ich meine Suppe auch schon nach maximal fünf Minuten Wartezeit. Angenehm überrascht konnte ich außerdem feststellen, dass der ehemals im "Frühlingserwachen" stets vorhandene Shiitake-Pilz durch ein kleineres und wohlschmeckenderes Exemplar ausgetauscht worden war.


Insgesamt bleiben Besuche bei Moschmosch also auch nach mittlerweile zehn Jahren eine angenehme Erfahrung.

Moschmosch gibt es in Frankfurt am Goetheplatz, an den Baseler Arkaden (Wilhelm-Leuschner-Straße 78) und neu im Europaviertel (Europa-Allee 20).

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We always want to hold on to things as they are, but that’s not the nature of life or things, is it? Dieses Zitat stammt von Andy Gold...

Kunst des Moments: Andy Goldsworthy


We always want to hold on to things as they are, but that’s not the nature of life or things, is it?

Dieses Zitat stammt von Andy Goldsworthy, und in der Tat dürfte es wohl kaum einen Künstler geben, dessen Werk vergänglicher ist. Goldsworthy geht einfach in die Natur und arbeitet dort mit dem, was er findet - ohne weitere Hilfsmittel, in diesem Punkt ist er ziemlich streng mit sich. Und folglich ist "einfach" auch ein Adjektiv, das sich nur sehr bedingt für diese Art der Kunst anwenden lässt, denn die Werke entstehen keineswegs schnell und häufig unter erheblicher Mühe - etwa, wenn man stundenlang Eiszapfen durch bloßes Festhalten irgendwie dazu bekommen muss, als Stern aneinander fest zu frieren - ohne Erfolgsgarantie.


Mit Vollendung der Werke ist deren Schicksal allerdings auch bereits besiegelt: Goldsworthy macht einige Fotos, dann bleibt die Kunst dort zurück, wo sie entstanden ist, und verfällt dort mehr oder weniger schnell. Als einziger Beweis ihrer Existenz bleiben die Fotos.

Die Opelvillen in Rüsselsheim zeigen unter dem Titel "Working with Time" einige dieser Fotografien, und ich kann den Besuch nur empfehlen. Die Bilder sind meist ansprechend und dekorativ, und sicherlich reizen sie auch viele Menschen zur Nachahmung, aber nichtsdestotrotz scheint für mich neben der oberflächlichen Zugänglichkeit auch eine traurige Ernsthaftigkeit  durch. Und in der Tat bestätigt ein weiteres Zitat, dass Goldworthy den Zusammenhang zwischen Vergänglichkeit im Werk und dem Tod an sich bewusst sucht.


The landscape is often perceived as pastoral, pretty, beautiful – something to be enjoyed as a backdrop to your weekend before going back to the nitty-gritty of urban life. But anybody who works the land knows it's not like that. Nature can be harsh – difficult and brutal, as well as beautiful. You couldn't walk five minutes from here without coming across something that is dead or decaying.

Im Rahmen der Ausstellung wird auch der preisgekrönte Film Rivers and Tides gezeigt, in dem Goldsworthy in verschiedenen Ländern und zu unterschiedlichen Jahreszeiten bei der Arbeit gezeigt wird. Ebenfalls sehr empfehlenswert. Man kann den Film auch komplett auf Youtube ansehen, aber dort ist die Qualität so schlecht, dass ich erwägen würde, die 16 Euro für die DVD zu investieren.


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Beide kommen aus Island, beide spielen bei Seabear, beide veröffentlichen ihre Alben über Morr Musik und beide sind wunderbar. Sie (Sóley) v...

Grr!: Sin Fang ohne Sóley im Wiesbadener Schlachthof

Beide kommen aus Island, beide spielen bei Seabear, beide veröffentlichen ihre Alben über Morr Musik und beide sind wunderbar. Sie (Sóley) vielleicht derzeit noch etwas mehr als er (Sinn Fang). Und beide sollten gemeinsam im Wiesbadener Schlachthof ein Konzert spielen - ausgerechnet zeitgleich zum Finale von Germany‘s Next Top Model, was bei uns zu leichten Diskussionen über die wünschenswerte Abendgestaltung führte. Die Kultur siegte. Also das Konzert.


Nachmittags wurden noch einmal schnell die Rahmenbedingungen per Homepage des Veranstalters überprüft (Konzert von 20 bis 23 Uhr, Eintritt 13 Euro), da wir nicht umsonst durch die sintflutartigen Regenfälle in die hessische Landeshauptstadt fahren wollten. Pünktlich trafen wir in Wiesbaden ein, doch die Türen blieben zunächst verschlossen, und so sammelte sich vor dem Schlachthof eine immer größer werdende Menschenmenge an. Irgendwann, weit nach 20 Uhr, hatte das Warten aber ein Ende, und wir konnten die Konzerthalle betreten. Jedoch erwartete uns an der Kasse ein Schild, das darauf hinwies, dass das Konzert von Sóley krankheitsbedingt ausfallen müsse. Dabei war die Vorfreude auf die Live-Darbietung ihres Solodebüts „We Sink“ doch so groß gewesen! Na ja, zumindest die von einem von uns.

Während einseitig und erfolglos der Vorschlag unterbreitet wurde, zum Public Viewing der Finalübertragung zu gehen, wurden wir in der Schlange weiter nach vorne geschoben, zahlten nahezu automatisch den ermäßigten Eintritt von 10 Euro und bekamen den Stempel verpasst, der unser beider aktuelle Stimmung recht gut wiedergab: Grr!
Innen bekamen wir noch reichlich Zeit, um uns über das Verpassen von Sóley Stefánsdóttir (bzw. Heidi Klum) auszulassen, bis Sin Fang nach 21 Uhr endlich die Bühne betreten sollten.


Sindri Már Sigfússon wurde von einem Sitz- und einem Stehschlagzeuger, einem Bassisten und einem Gitarristen, der sich seine Effektgeräte aus Tunfischdosen selbst zusammengebastelt hatte, begleitet. Sigfússon nutze die drei auf ihn wartenden Mikrofone, spielte Gitarre und streute sehr spärlich Samples und Effekte mit Hilfe seines Macbooks ein, so dass die Liveumsetzung deutlich weniger experimentierfreudig war als auf seinen Alben „Clangour“ (als Sin Fang Bous) und „Summer Echoes“.

Das Konzert wurde mit „Nothings“ und „Always everything“ eröffnet, und auch wenn Sigfússon die meisten Titel vorher höflich nannte, war bei den Ansagen der entscheidende Teil häufig recht unverständlich: The next Song is called „Rgnf“ (oder so ähnlich). Zudem baute er nicht nur Songs seiner noch sehr neuen EP „Half Dreams“ ein, sondern auch bisher unveröffentlichte Lieder, so dass sich zwischendurch auch die Mitmusiker über anstehende Akkorde verständigen mussten.

Eine Verständigung erfolgte dank einer mitfühlenden Freundin auch mit Hilfe der App „WhatsApp“ über die aktuellen Geschehnisse bei GNTM. Die Kommunikationsfrequenz zwischen Sindri Sigfússon und dem Publikum war stellenweise deutlich geringer als die auf meinem iPhone zum Thema Modelfinale. Zwischendurch fragte er jedoch, ob heute ein Feiertag in Deutschland sein und reagierte auf die scherzhaft gemeinte Übersetzung „Happy Kadaver Day“ mit der Rückfrage, ob das wirklich ein christlicher Feiertag sei.


Nach elf Titeln beendeten Sin Fang ihr Set, Sigfússon kam jedoch für zwei Zugabelieder, die er allein am Keyboard bestritt, zurück. Er teilte uns mit, dass er den noch nicht veröffentlichen Titel „Look at the Light“ am Abend zuvor in Paris recht manierlich hinbekommen habe und hoffe, dass ihm dies auch nun gelingen würde. Muss es wohl, denn er und seine Mitstreiter wurden anschließend zu einer weiteren Zugabe auf die Bühne geklatscht.

Bei dieser standen die fünf Musiker jedoch zunächst ein wenig untätig herum und mussten sich erst einmal auf einen Titel einigen. Aus dem Publikum wurde „Cat Piano“ von Seabear gewünscht, jedoch mit dem Hinweis, dass sie den Song nicht mehr spielen könnten, abgelehnt. Da dieses Mal noch nicht einmal eine verhallte und vernuschelte Ansage erfolgte, blieb uns der Titel des letzten Liedes leider verborgen. Nachdem wir als „handsome, wonderful and nice“ bezeichnet worden waren, verließen Sin Fang endgültig die Bühne – vermutlich, um gemeinsam mit Sóley die letzte Stunde von Germany's Next Top Model zu schauen. Uns dagegen blieb nach der Heimfahrt nur noch die doofe Aftershowsendung bei Pro Siebens Red.



Setliste:

Nothings
Always everything
Everything is all right (neu)
Slow lights
Catch the light
Clangour and flutes
Only Eyes
Because of the blood
The Jubilee Choruses
Sea (?)
Sunbeam

Look at the light (neu)
Walk with you
?

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