Konsum Teil 2

U.
Vielleicht erinnert sich der eine oder andere noch an meinen mittlerweile mehr als zwei Jahre alten Beitrag zur Anschaffung meines iPhones. Dazu eine gute Nachricht: Das Spielzeug erfreut sich nach wie vor bester Gesundheit, obwohl es mittlerweile in der dritten Generation überholt ist und bei Fünfzehnjährigen in der U-Bahn sicher zu Lachanfällen führt. Natürlich beherrscht mein "altes" 3GS nicht alle Tricks, mit denen seine Nachfahren prahlen, aber wenn man diese Features nüchtern und ohne diese seltsame Gier betrachtet, die diese immer neuen Produktlaunches zugegebenermaßen auch bei mir auslösen, stellt man schnell fest: So einen großen Unterschied macht das alles nicht, zumindest keinen, der die Ausgabe von schlappen 680 Euro  rechtfertigen würde.  Im Übrigen erweist sich Apple ja im Hinblick auf die Verfügbarkeit von Software-Updates immer als recht großzügig, so dass auch auf meinem Altgerät das aktuelle Betriebssystem iOS6 läuft, und zwar ohne Zicken.


Dennoch habe ich vorletzte Woche ein neues Apple-Gerät angeschafft, ein iPad. Und ich muss zugeben, dass mir diese Tatsache ein wenig peinlich ist. Denn seit diese Dinger auf dem Markt sind, erzählte ich jedem, den ich kenne, dass ich mir beim besten Willen keinen vernünftigen Nutzen für ein Riesen-iPhone vorstellen kann. Immerhin sind die Funktionen gegenüber einem 'richtigen' Computer doch arg reduziert, so dass es sich letztlich nur um ein sehr teures Spielzeug handelt.

Dennoch blieb ein gewisses Grundinteresse zurück, und immer wieder hörte ich von anderen Menschen, wie toll sie ihre iPads - oder andere Tablets - fanden. Und nachdem ich mein MacBook zwar schätze und benutze, es aber ganz schön viel wiegt, wuchs in mir der Luxuswunsch nach einem computerartigen Gerät, das sich wirklich leicht transportieren lässt.

Nachdem ich für solche Situationen ein gewissen Talent zu haben scheine, passierte mir dieses Mal wieder genau dasselbe, wie bei der Anschaffung besagten MacBooks: Ich erwarb das iPad 3 zu einem relativ günstigen Preis bei Saturn, und weniger als eine Woche später erschein - Tadaa - das neue iPad 4, das sogar gegenüber dem Vorgängermodell so überlegen ist, dass dieses komplett vom Markt genommen wird.


Ein wenig überlegte ich, ob ich einen Umtausch versuchen soll, beschloss aber letztlich, dass es mir den Aufwand nicht wert ist, und dass meine Aussagen hinsichtlich meines iPhones genauso für das neue alte iPad gelten müssen: Man wird eben früher oder später kein aktuelles Modell mehr haben, und in diesem Fall ist es eben früher.

Gestern habe ich noch eine passende Hülle erworben, mit der man das neue Gerät flach oder steil aufstellen kann, was sich bereits als ziemlich nützlich erwiesen hat, und nun bin ich gespannt darauf, ob sich das iPad, das mir bislang zumindest als Sofa-Spielzeug großen Spaß bereitet hat, auf Reisen brillieren kann oder ob mich das Tippen auf dem Touchscreen dann doch zu sehr nervt. Immerhin: Diesen Post habe ich so verfasst. Nur das Einfügen von Bildern klappt so noch nicht. Aber dafür finde ich sicher auch noch eine Lösung.

Und hier noch ein Insider-Gag, nämlich eine Neuversion des Fotos, mit dem ich einst meinen neuen Kindle präsentierte. Ja, ich bin schon eine Ulknudel ...


Sendeschluss: Sizarr - Purple Fried

U.

Nachdem ich gestern beim Konzert von Sizarr im Zoom war, hier nun heute das zur Soundästhetik passend asiatisch angehauchte Video zu "Purple Fried":





Ein halbes Jahr Verspätung: Sizarr im Frankfurter Zoom

U.

Sizarr sind mir namentlich seit dem diesjährigen Maifeld-Derby ein Begriff. Die sehr junge deutsche Band aus Landau war für einen Zeitpunkt eingeplant gewesen, an dem ein gewaltiges Gewitter jegliche Musikausübung verhinderte. Letztlich musste der Auftritt ganz abgesagt werden.

Fürs nächstjährige Maifeld Derby haben wir nun auch schon „Überraschungstickets“ (es sind noch keine Bands bestätigt), vielleicht wird es dann ja etwas mit Sizarr. Allerdings kenne ich die Band mittlerweile sowieso, denn inzwischen erschien das Debütalbum, und gestern trat sie im Rahmen ihrer ersten Tournee im Frankfurter Zoom auf.

Der Merchandise-Stand am Eingang verfügte neben dem normalen Sortiment von T-Shirts, CDs, Platten und Jutetaschen auch über Ungewöhnliches wie Jo-Jos, Turnbeutel und sogar Bandwein.  Nicht nur die Jo-Jos erinnerten mich an meine Schulzeit, auch das Publikum schein sich frisurentechnisch und modisch in dieser Epoche sehr wohl zu fühlen – es sah aus, als hätte es vor dem Konzert noch schnell einen Gruppenausflug zu „Urban Outfitters“ gegeben.


Als Sizarrs Vorband zu spielen begann, füllte sich langsam aber sicher der Zuschauerraum vor der Bühne. I Confess, der mit echtem Namen Christian Kühn heißt, ist ein 23jähriger Singer / Songwriter, der seine zumeist ruhigen Songs zu Gitarre und gelegentlichen Beats aus dem Laptop vortrug. Ein Album hat I Confess noch nicht.  Seine verhuschten Ansagen waren nur schwer verständlich, so konnte der Name erst durch eine Internetrecherche geklärt werden. Er tritt bei 4 Konzerten im Vorprogramm von Sizarr auf, die sich sein Konzert von vor der Bühne aus ansahen. Philipp bekam auch eines seiner Lieder gewidmet.

Der Hauptact Sizarr war zunächst wenig zeremoniell mit dem Aufbauen beschäftigt, so dass es keinen beklatschen Einzug gab, sondern die Band, als alles fertig war, einfach mit „Mushin“ begann. Die drei  Musiker waren live, anders als nach dem Hören des recht elektronischen Albums befürchtet, viel mit ihren „richtigen“ Instrumenten zugange: Fabian (Gesang, Gitarre) machte sich gelegentlich auch am Synthesizer zu schaffen und schwang Rasseln, Philipp (Synthesizer, Gitarre) und Marc (Schlagzeug) waren sowieso mit ihren Instrumenten beschäftigt, wobei Philipp auch mitsang.


Die Band wies zwischendurch darauf hin, dass heute Abend viele Freunde von ihnen gekommen seien (diese bekamen auch ein Lied gewidmet), auch sonst wäre uns aufgefallen, dass viele der Anwesenden die Bandmitglieder zu kennen schienen. Das war vielleicht der Grund für die etwas widersprüchliche Stimmung im Zoom: Mir erschien die grundsätzliche Begeisterung für die Band sehr groß zu sein, gleichzeitig wurde aber gerade beiden ruhigen Liedern unglaublich viel geredet, so dass ich den Eindruck bekam, das Interesse an diesem konkreten Auftritt sei nicht gerade riesig.

Das folgende Lied wurde dem gesamten Publikum („also allen unseren neuen Freunden“) gewidmet, außerdem wurden wir aufgefordert, an einem Fotowettbewerb teilzunehmen, in dessen Rahmen man Bilder zu dieser Tour (aber nicht von der Band) einreichen soll.  Und wir bekamen erklärt, dass Fabians Vater Winzer sei, was den Sizarr-Wein am Merchandise-Stand erklärte.


Bei Bands mit nur einem Album fallen die Liveauftritte materialmangelbedingt immer recht kurz aus, und tatsächlich wurde jeder Song von „Psycho Boy Happy“ plus ein zusätzlicher („Fake Foxes“) gespielt. Mit der besonders umjubelten Single „Purple Fried“ endete das reguläre Set, natürlich kam aber auch noch eine Zugabe. Als eine Coverversion angekündigt wurde, rechneten wir bereits fest mit Radioheads „Lucky“, das die Band für einen Musik Express-Beileger aufgenommen hatte, stattdessen hörten wir das im Original unsägliche „Would I Lie To You“ von Charles & Eddie, das aber in der gespielten Version zu einem geradezu guten Song mutierte. Danach folgte noch die ebenfalls stark umjubelte erste Single „Boarding Time“.

Die erste Reihe des Publikums bestand übrigens ausschließlich aus sehr jungen Mädchen, so dass möglicherweise auch das Teenie-Segment fantechnisch erschlossen werden kann – wobei ich vermute, dass die Band das nicht möchte.


Setliste:

Mushin
Word Up
Pocket Walt
PBEW
Run Dry
Fake Foxes
Cat Mountaineer
Blade
Icy Martini
Mulo
Tagedieb
Purple Fried

Would I Lie
Boarding Time

Neulich als ich kochte: „Winterblume im Sommermantel“

U.

Das dritte und letzte Kochprojekt der hellofresh-Woche trug den poetischen Namen "Winterblume im Sommermantel", war aber nichts anderes als ein weiterer Nudelauflauf (Cannelloni gefüllt mit Broccoli).

Diese Mahlzeit ist mir mit Abstand am schlechtesten gelungen. Für die Cannelloni waren nicht die traditionellen Nudelröhren vorgesehen, sondern normale Lasagneblätter. Diese musste man vorkochen und dann den ebenfalls leicht gekochten Broccoli darin einwickeln. Das fiel mir ziemlich schwer, zumal einige der Nudelplatten beim Kochen Risse bekommen hatten. Auf die entstandenen Nudelrollen kam eine Soße aus Zwiebeln, Milch und Kräuterfrischkäse und darüber Parmesan. Abschließend wurde das Ganze im Ofen überbacken, so dass für die Zubereitung insgesamt rund 45 Minuten notwendig waren.


Auch dieser Auflauf schmeckte mir gut, aber das Einrollen des Broccolis in die Nudelplatten hatte stellenweise zu ziemlich dicken Nudelschichten geführt. Angesichts der Tatsache, dass mir diese Aufgabe auch keinerlei Spaß gemacht hatte, hätte das Gericht als reguläre Lasagne bei weniger komplizierter Zubereitung also auch besser geschmeckt.

Für diesen Auflauf, dessen Rest erneut gut zum Einfrieren geeignet war, war übrigens kein Beilagensalat vorgesehen, da ich aber noch eine Portion Salatzutaten von Rezept Nummer Eins übrig hatte, habe ich mir einfach regelwidrig trotzdem einen gemacht.


Was ist nun das Fazit nach den drei Testmahlzeiten?

Nun, für den Testpreis von 19 Euro habe ich viermal gut gegessen und noch zwei Büromahlzeiten im Gefrierschrank, und es hat Spaß gemacht, neue Rezepte auszuprobieren - selbst, wenn sie nicht allzu außergewöhnlich waren. Für jede Woche wären mir drei festgelegte Zwei-Personenmahlzeiten wohl zu viel - ich denke, bei vielen Abendterminen würde ich es gelegentlich nicht schaffen, dreimal zu kochen, und Zutaten würden in den Müll wandern. Kostentechnisch finde ich den regulären Preis von 39 Euro für das Gebotene relativ hoch, aber gerade noch tragbar. Ich kann mir vorstellen, wieder bei hellofresh zu bestellen, wenn auch sicher nicht jede Woche.

Zur Erinnerung: Falls jemand den Service selbst ausprobieren möchte, gibt es mit dem Code 89S4UZ 20 Euro Rabatt auf die erste Lieferung.

Neulich als ich kochte: „Pisas Türmchen"

U.

Das zweite von mir getestete hellofresh-Rezept war eine Kombination aus gebratenen Auberginenscheiben und einem Linsengemüse mit Ziegenfrischkäse.

Die Zubereitung war denkbar einfach: Die Linsen mussten mit Schalotten und Karottenstückchen angebraten und dann kurz gekocht werden, kurz vor dem Ende kamen noch Kirschtomaten dazu, gleichzeitig musste man die Auberginenscheiben in Öl anbraten. Anschließend wurden die Scheiben abwechselnd mit dem Linsengemüse aufgestapelt, der Frischkäse kam in kleinen Portionen hinzu. Dazu gab es noch Rucola. Die kleinen Türmchen trugen ob ihrer Schiefheit ihren Namen zurecht.


Trotz den klaren Anweisungen habe ich die Auberginen etwas zu lang gebraten und hatte auch wenig Geduld mit dem Projekt Turmbau. Geschmacklich war aber auch diese Mahlzeit sehr gut und darüber hinaus etwas ungewöhnlicher als der vorangegangene Auflauf. Lediglich das als Beilage gedachte Fertigbaguette der Billigmarke "Harry" war genau so enttäuschend, wie ich erwartet hatte.

Natürlich behielt ich auch dieses Mal eine Portion übrig. Einfrieren erschien mir in diesem Fall nicht ratsam, also packte ich den Rest in eine Tupperschüssel und aß ihn am nächsten Tag kalt als Abendessen.

Neulich als ich kochte: „Popeyes Geheimnis“

U.

Wie versprochen berichte ich heute über das erste gekochte Rezept aus meiner Testwoche beim Lebensmittel-Lieferdienst hellofresh. Als erstes der gelieferten Rezepte probierte ich "Popeyes Geheimnis" aus, dahinter verbargen sich überbackene Knöpfle mit Tomaten-Selleriesalat.


Das der Lieferung beigefügte Rezeptheft erklärte genau, welche der gelieferten Zutaten in welchem Umfang zum Einsatz kommen sollten, da sie teilweise für mehrere Gerichte gedacht waren. Außerdem war separat aufgeführt, was man zusätzlich im Haus haben sollte, in diesem Fall Essig, Öl, Pfeffer und Salz. Zudem waren für jede Portion die Nährwerte aufgeführt.

Die Mahlzeit entpuppte sich als eine Schnellvariante von Käsespätzle mit zusätzlich eingebautem frischen Spinat. Durch die kurze Kochzeit der Nudeln ließ sich der Auflauf relativ schnell zubereiten, die Kochschritte waren leicht verständlich und gut durchführbar. Lediglich die Backzeit im Ofen war etwas kurz bemessen. Insgesamt dauerte die Zubereitung ca. 35 Minuten.


Das fertige Gericht war als Nudelauflauf natürlich keine kulinarische Innovation, schmeckte mir aber mit dem dazugehörigen Tomaten-Selleriesalat sehr gut und war bezüglich der Portionsgröße mehr als ausreichend. Frischen Spinat kaufe ich für mich allein nie, dadurch war diese Mahlzeit eine nette Abwechslung. Die übrig gebliebene Hälfte (die Mindestbestellgröße war ja für zwei Personen gedacht) ließ sich als Büromahlzeit einfrieren.

Neulich als ich kochte: Das Paket kommt an

U.

Es ist an der Zeit, zu berichten, wie mein bereits angekündigtes Experiment mit hellofresh verlaufen ist. Am Dienstagabend war es so weit, ich verließ das Büro besonders früh, um meine Lebensmittellieferung im jedem Fall selbst entgegennehmen zu können. Laut Internet wird das Paket, falls niemand angetroffen wird und sich auch kein Nachbar findet, vor der Haustür abgestellt, aber diese Variante wollte ich in Frankfurt lieber nicht ausprobieren.


Die Lieferung klappte dann auch reibungslos, gegen 19 Uhr brachte mir eine Spedition einen großen Karton. Darin befand sich eine Menge Essen, ein Rezeptheft und - überraschenderweise - eine Tafel Bio-Schokolade. Ich packte alles aus und verglich vorsorglich mit dem Rezeptheft, ob ich auch alle darin genannten Zutaten erhalten hatte. Und tatsächlich: Von den für ein Rezept erforderlichen 40 Gramm Parmesan war nichts zu sehen. Den Rest räumte ich schnell weg, etliche Rezeptzutaten mussten ja in den Kühlschrank.

Danach ging es an den Computer: Nachdem ich hellofresh über den fehlenden Parmesankäse informiert hatte (und daraufhin eine Gutschrift erhielt), wollte ich nachforschen, wie viel mich die soeben erhaltenen Lebensmittel im Supermarkt gekostet hätten. Die Recherche erwies sich als nicht ganz einfach, denn einer der Vorteile des Lieferservices ist ja, dass man die Zutaten eben nicht in handelsüblichen Mengen erhält, sondern nur so viel, wie man braucht. So enthielt mein Paket unter anderem eine einzelne Stange Sellerie, drei Zwiebeln, 50 Gramm rote Linsen...


Ich suchte mir auf der Website von Rewe zunächst die Lebensmittel so zusammen, wie sie eben verkauft werden, also eine normale Packung Linsen, ein ganzer Staudensellerie und so weiter. Mit diesem Konzept hätte mich der Einkauf im Supermarkt 32 Euro gekostet, also nur 7 Euro weniger als bei hellofresh. Aber richtig fair war dieser Vergleich nicht, denn natürlich hätte ich viele der größeren Einkaufsmengen ein andermal aufgebraucht, zumindest bei den haltbaren Lebensmitteln. Bei anderen, wie etwa Schnittlauch oder Petersilie, wäre mir für die Reste aber wahrscheinlich keine sinnvolle Verwendung eingefallen. Wie soll man also die Preise vergleichen? Wenn man den Preis für die Zutaten, bei denen der Rest haltbar und somit noch anderweitig verwendbar wäre, anteilig berechnet, kommt man nur auf einen Supermarktpreis von etwa 21,50 Euro. So betrachtet erscheint hellofresh mit seinem regulären Wochenpreis von 39 Euro dann doch ganz schön teuer.

Wie sah es aber nun mit dem Bio-Anteil aus, der auf der Website mit zwei Dritteln angepriesen wurde? Tatsächlich schien keines der Gemüse 'bio' zu sein, immerhin der Kräuter- und der Ziegenfrischkäse entpuppten sich bei näherer Untersuchung als Bio-Lebensmittel. Die Milch war dagegen reguläre Supermarktware, und bei den Aufbackbaguettes hatte man sich mit der Marke "Harry" sogar für ein regelrechtes Billigprodukt entschieden.

In einem Kommentar zu meinem früheren Post hatte ich erwähnt, dass es bereits etliche Firmen gibt, die einem Kochzutaten nach Hause liefern, wobei sich Preise und Leistungsumfang sehr ähneln. Zu hellofresh lässt sich abschließend sagen, dass die Firma einerseits bei einem kürzlichen Test der ARD am besten abschnitt, andererseits aber auch, dass es sich um ein Unternehmen von Rocket Internet handelt, also ein neues Projekt der nicht gerade sympathischen Samwer-Brüder. Das Unternehmen ist dafür bekannt, dass es bereits vorhandene Geschäftsideen aufgreift und dann die Konkurrenz mit viel Geld aus dem Markt drängt.

Über das Gelingen meiner drei Mahlzeiten berichte ich in den nächsten Tagen.

Sendeschluss: Honig - For Those Lost At Sea

U.

Zum Abschluss der kleinen Düsseldorf-Reihe (zwei Konzerte und zwei Ausstellungen) und als Einstimmung in den Herbst nun noch ein Musiktipp von der längsten Theke der Welt: Die Toten Hosen Honig mit "For Those Lost At Sea" aus deren zweiten Album "Empty Orchestra".




Weiß Stefan Honig denn nicht, wie gefährlich Kanu fahren ist? Mich bekommt man nicht in so ein Todesgerät! Als Beweis dient das ähnliche Video zu Mercury Revs "Goddess On A Highway": 

Fotografie als Malerei: Andreas Gursky im Düsseldorfer Museum Kunstpalast

U.
Wie bereits im Rankin-Beitrag erwähnt, verstehe ich nicht viel von Fotografie. Immerhin in Bezug auf Andreas Gursky kann ich aber auf gewisse Grundkenntnisse zurückgreifen, denn die Düsseldorfer Ausstellung des weltbekannten Fotokünstlers war bereits die dritte, die ich besuchte (die vorangegangenen waren in Darmstadt und Stockholm).


Das öffentlich-rechtliche Fernsehen zeigt hin und wieder eine Dokumentation über den Künstler (Das globale Foto), in der man nicht nur den Entstehungsprozess eines seiner bekannten, großflächigen Bilder vom eigentlichen Objekt bis hin zum kondensierten, vergrößerten und perfektionierten Abbild verfolgen kann, sondern auch Zeuge einer Erklärung Gurskys zu seiner Vorgehensweise wird, bei der Realität und Authentizität in den Hintergrund treten: Seine Kunstwerke sind Erinnerungen an Bildeindrücke, wie man sie auch mit Malerei oder einem Roman darstellen würde, insofern ist für Irrelevantes kein Platz, während das im Blickpunkt stehende Objekt vergrößert und teils multipliziert wird.

Andreas Gursky, Bangkok V, 2011, C-Print, 307 x 227 x 6,2 cm (gerahmt), © Andreas Gursky / VG Bild-Kunst, Bonn 2012, Courtesy: Sprüth Magers Berlin London
Teil der Düsseldorfer Ausstellung war auch eine neue Bilderserie mit dem Titel Bangkok, die aus stark verfremdeten Bildern des Flusses Chao Phraya besteht: Abgesehen vom Titel gibt es keine Hinweise auf den Entstehungsort der Fotos, und die Bearbeitung lässt die Wasserbilder besonders abstrakt wirken und mehr als andere an Malerei oder gar Comics erinnern.

Andreas Gursky, Bahrain I, 2005, C-Print, 306 x 221,5 x 6,2 cm (gerahmt), © Andreas Gursky / VG Bild-Kunst, Bonn 2012, Courtesy: Sprüth Magers Berlin London
Obwohl ich einen Teil der Bilder bereits aus den vorher besuchten Ausstellungen kannte, ist die Düsseldorfer Werkschau mit ihren 60 Bildern die größte, die ich bisher sehen konnte, und hatte neben alten Bekannten wie Gurskys Bildern von den Abflugtafeln eines Flughafens (Frankfurt), einem riesigen Wohnhaus in Paris (Montparnasse) der aufgehängten Kleidung von Bergleuten (Hamm, Bergwerk Ost) oder den Waren in einem amerikanischen Supermarkt (99 Cent) auch viel Neues zu bieten. Neben der erwähnten Bangkok-Bilderreihe sah ich zum Beispiel erstmalig sein Bild aus dem Frankfurter Cocoon-Club, das auch die Plakate der Ausstellung ziert.

Blick in die Ausstellung ANDREAS GURSKY im Museum Kunstpalast, Düsseldorf. Links: Hamm, Bergwerk Ost, 2008, 307 x 223,6 cm, © Andreas Gursky / VG Bild-Kunst, Bonn 2012 Courtesy Sprüth Magers Berlin London; Rechts: Bahrain I, 2005, 306 x 221,5 cm, © Andreas Gursky / VG Bild-Kunst, Bonn 2012 Courtesy Sprüth Magers Berlin London. Foto: Stefan Arendt, Medienzentrum Rheinland
In der an und für sich ebenfalls großen Stockholmer Ausstellung hatte man viele Werke nur in kleineren Versionen betrachten können, während in Düsseldorf ausschließlich die riesigen Originalformate zum Einsatz kamen, was angesichts der Detailfülle vieler Bilder extrem wichtig ist: Die kleinen Pappbecher auf den genannten Bild aus dem Cocoon-Club, die winzigen Radfahrer der Tour de France oder die Bewohner des Hauses in Montparnasse kann man nur entdecken, wenn das Bild die vorgesehene Größe hat.

Auch die dritte Gursky-Ausstellung meines Lebens war also ein echter Genuss, den ich anderen nur empfehlen kann. Man kann sie noch bis zum 13. Januar besuchen.

Andreas Gursky, ohne Titel XV, 2008, C-Print, 237 x 506 x 6,2 cm, © Andreas Gursky / VG Bild-Kunst, Bonn 2012, Courtesy: Sprüth Magers Berlin London

Die Zeit bleibt nicht stehen: Radiohead in der Kölner Lanxess-Arena

U.
Mein Verhältnis zu Radiohead ist ziemlich zwiespältig. Zu Studienzeiten liebte ich ihre ersten drei Alben - ich glaube, ich hatte für längere Zeit ein "OK Computer"-Poster an der Badezimmertür hängen - und eines meiner absurdesten Konzerterlebnisse bestand darin, diese Band im Juni 1994 als Eröffnungsakt des zweiten Tages beim Münchener "Rock in Riem" Festival zu erleben - es war irgendwann mittags, nur ein Häufchen Zuschauer war erschienen und der damals noch platinblonde und sichtlich verschlafene Thom Yorke begrüßte uns mit "You should all be in bed!".


Tja, diese Geschichte ist nun schon ein bisschen länger her, immerhin sah ich Radiohead aber nochmals im Juni 2008 live, damals bei einem gigantischen Open Air-Konzert in einem Londoner Park, in dessen Rahmen die Band an zwei Abenden insgesamt sicher 150 000 Zuschauer anzog und einen kompletten Stadtteil lahmlegte. Größer hätte der Unterschied zwischen den beiden von mir erlebten Auftritten wohl nicht sein können, aber leider auch, was meine Radiohead-Musikbegeisterung betrifft: Schon seit "Kid A" kann mich keines ihrer Alben mehr wirklich begeistern, und nachdem bei Konzerten natürlich Wert auf neueres Material wert gelegt wird, erübrigt sich, dass man als Fan des zugänglicheren Altmaterials wenig Hoffnung auf Wunscherfüllung hat. 2008 lautete des Fazit deshalb auch:
Ein toller Abend mit beeindruckender Lichtshow, bei dem jedoch die älteren Stücke zu kurz kamen.
Nichtsdestotrotz stand gestern also ein drittes Konzert der Band an, noch dazu in der gigantischen Kölner Lanxess-Arena, gegenüber deren gewaltiger Infrastruktur im Hinblick auf Parkplätze, Fressstände oder auch Toiletten man sich als Frankfurterin fast ein bisschen für die mickrige Festhalle schämen muss. Immerhin riecht es in der letztgenannten aber nicht permanent nach Bratwurst.


Wir hatten uns ganz altersgerecht für Sitzplatz-Tickets entschieden und waren folglich etwas weiter von der Bühne entfernt, allerdings bei großartiger Sicht und ständigem Zugriff auf einen Eisverkäufer. Die Sicht war ebenfalls prima, und so lauschten wir, umgeben von überraschend vielen Briten (im Parkhaus hatte man bereits Autos aus Belgien, den Niederlanden und sogar Spanien sehen können), zunächst den wabernden Klängen der mir im Vorfeld komplett unbekannten Band Caribou. Nun ja, korrekt formuliert handelt es sich wohl um einen Solokünstler mit Liveband (Daniel Snaith, einen studierter Mathematiker aus Kanada), aber mehr habe ich zu dem Auftritt auch nicht zu sagen, außer, dass er recht schnell vorbei war und für Menschen, die empfindlich auf Stroboskoplicht reagieren (zu denen ich mich leider zähle) kein großer Spaß war. Die nichts ganz ausverkaufte Eishockeyhalle wurde kurzzeitig zu einer Großraum-Technodisco.


Etwas skeptisch sah mich mir daraufhin die Lichtausstattung an, die der Hauptact auffahren ließ, diese entpuppte sich aber letztlich als gleichermaßen strobofrei wie putzig: sechs fest installierte und zwölf bewegliche LED-Bildschirme ordneten sich von Lied zu Lied neu an, zeigten die Bandmitglieder, Strichcodes, bunte Muster oder bildeten auch einige Male ein leuchtendes Dach für die Band.

Nun muss ich wohl noch etwas zur Musik schreiben. Leider entwickelte sich die Setliste wiederum genau wie befürchtet, zwischen wenigen Klassikern spielte die Band größtenteils Lieder von "The King of Limbs", "In Rainbows" und ganz neues Material, das bisher nur Sammler besitzen ("The Daily Mail", "These Are My Twisted Words") oder noch nicht einmal diese ("Identikit", "Ful Stop").


Ich hatte nicht wirklich mit vielen alten Hits gerechnet, aber ein paar mehr hätten es schon sein dürfen, vor allem, da als zweites Lied mit "Lucky" bereits ein Song aus "OK Computer" gespielt wurde und die Erwartungen und Hoffnungen zunächst steigen ließ - der zweite und letzte Song von diesem Album folgte aber erst 90 Minuten später, aus "The Bends" gab es gar nichts. Letztlich hätte ich zu nur sehr wenigen der gespielten Titel sagen können, wie sie heißen und auf welchem Album sie sind.

Aufgebaut waren zwei Schlagzeuge, für Philip Selway und den zusätzlichen Drummer Clive Deamer, da auch Ed O'Brien oder die beiden Greenwood-Brüder Jonny und Colin zu Percussion-Instrumenten griffen (etwa bei "There There") war das ganze, über 2 Stunden dauernde Konzert sehr rhythmusorientiert. Dennoch gab es auch immer wieder ruhigere Momente, wie etwa bei "Pyramid Song" oder "Nude".


Thom Yorke trug einen kuriosen Pferdeschwanz, tanzte viel und expressiv und sprach wenig, immerhin sagte er aber vor "Daily Mail", dass er Publikationen dieser Art verabscheue und schimpfte im Anschluss, also vor "Myxomatosis", auf Tony Blair, der nicht nur mit George Bush im Irak jede Menge Mist gebaut habe, sondern nun auch noch Millionen damit verdiene, durch die Welt zu reisen und in Vorträgen über seine tollen Erfolge zu sprechen. Die restliche Band verhielt sich ausgesprochen unauffällig, allerdings tanzte einer der Greenwood-Brüder bei "National Anthem" und "Idioteque", bei denen er instrumental gerade nicht gebraucht wurde, auch entspannt am Bühnenrand herum.


Nach "Bodysnatchers" war der Hauptteil des Sets beendet, Radiohead wurden von einer absolut begeisterten und vielfach stehenden Lanxess-Arena aber noch für drei Zugaben zurück geklatscht. "Paranoid Android" beschloss das erste Zugabeset und riss viele Zuschauer von den Sitzen. Vor "Everything in its right place" sang Thom Yorke zunächst einige Textzeilen aus R.E.M.s "The One I Love", danach verließ die Band erneut nach und nach die Bühne, kam aber dann zu den letzten Geräuschen für das finale "Idioteque" zurück.

Wie schon 2008 hatten wir auch am Montag ein bisschen Pech, denn Radiohead haben bei ihren Auftritten ein variierendes Programm, und die Setlisten anderer kürzlicher Konzerte wiesen durchaus mehr Titel von  früheren Alben aus. Für mich lautet das Fazit deshalb auch dieses Mal wieder: "Ein toller Abend mit beeindruckender Lichtshow, bei dem jedoch die älteren Stücke zu kurz kamen."


Setliste:

Bloom
Lucky
15 step
Morning Mr Magpie
The national anthem
The gloaming
Separator
Reckoner
Pyramid Song
These are my twisted words
Nude
Identikit
Lotus flower
There there
Feral
Bodysnatchers

Weird fishes / Arpeggi
Ful stop
The Daily Mail
Myxomatosis
Paranoid android

How to disappear completely
Everything in its right place

Idioteque

Sendeschluss: LaBrassBanda - Autobahn

U.

Musik in Dialekt ist, völlig unabhängig von der eingesetzten Mundart, nicht so meins. Nichtsdestotrotz haben LaBrassBanda ein sehr schickes Video zu einem unterhaltsamen Lied produziert, und man lernt beim Ansehen gleich noch Passau kennen, das mich optisch sehr an Regensburg erinnert.




Ich weiß nicht, ob ich mit dieser Assoziation allein dastehe, aber bei dieser Art One Shot Video muss ich auch stets an dieses Relikt aus meiner VIVA- und MTV-Zeit denken. 

Neulich als ich kochte

U.
Im Sommer war ich kurz in Berlin, und meine Schwester besuchte mit mir ein Geschäft, das wie ein begehbares Kochbuch funktionierte: Auf verschiedenen Tischen waren jeweils Bilder eines Gerichts, daneben lag das zugehörige Rezept und man konnte sich direkt am Tisch mit den benötigten Zutaten - bei Interesse auch mit dem dazu empfohlenen Wein - eindecken. Praktisch erschien mir diese Idee ja schon - Kochinspiration und kompletter Einkauf in einem, und kein ewiges Gerenne durch den Supermarkt auf der Suche nach den Dosentomaten. Natürlich ist ein so eingekauftes Gericht teurer als anderswo, aber das Angebot wendet sich auch sicher nicht an Discounterkunden.

Pressebild von hellofresh.de
Als ich vor ein paar Wochen mit meiner Bitebox einen Gutschein über 20 Euro erhielt, um hellofresh zu testen, dachte ich zunächst, es sei derselbe Laden, der seine Zutaten nun auch versendet. Tatsächlich handelt es sich aber um ein anderes Unternehmen, das mit seinem Konzept anscheinend bereits in anderen Ländern erfolgreich ist. Zunächst entscheidet man sich für die vegetarische oder nichtvegetarische Variante des Abonnements, dann noch für die Personenzahl (2, 4 oder 6) und die Anzahl der wöchentlich gewünschten Mahlzeiten (3 oder 5).

Dann bekommt man Dienstagabends die gewünschte Box geliefert, die alle Zutaten enthält, die für die ebenfalls gelieferten Rezepte benötigt werden - lediglich absolute Standarddinge wie Öl oder Salz muss man selbst im Haus haben. Die dienstägliche Hauslieferung klappt allerdings nur in sieben Großstädten, wo das Unternehmen selbst ausliefert, an andere Orte wird, so weit ich es verstehe, mit einem Logistikunternehmen versendet. Mit einer Frist von acht Tagen kann man das Abonnement jederzeit unterbrechen oder ganz kündigen.

Noch ein Pressebild von hellofresh.de
Da ich ziemlich knickerig und außerdem ständig auf der Suche nach Berichtenswertem für diesen Blog bin, habe ich beschlossen, dass ich den Gutschein einsetze und die Sache einfach einmal ausprobiere: Am Dienstagabend erhalte ich also - hoffentlich - meine vegetarische Box für drei Mahlzeiten á zwei Portionen in der kommenden Woche. Gut, ich wohne und koche meist allein, aber man kann sich die Reste ja im Büro aufwärmen.

Ich sehe an der Idee viele Vorteile: Tatsächlich koche ich gerne, aber abends nach dem Büro noch einzukaufen und danach zu kochen dauert meist einfach zu lange. Und gerade, wenn man alleine wohnt, führt fast jeder Einkauf für ein bestimmtes Rezept zu gewaltigen Restemengen: Man braucht nur ein paar Blättchen Salbei, muss aber einen riesigen Busch kaufen, oder ein Rezept erfordert ein Ei, aber weniger als vier gibt es nirgends zu kaufen. Zu viel landet dann nach langem Aufenthalt im Kühlschrank am Ende im Müll. Hinzu kommt der Überraschungseffekt ("Was gibt es wohl nächste Woche?") und gesparte Zeit, in der man nicht - oder seltener - in den Supermarkt muss.

Eines der Gerichte der kommenden Woche

Natürlich habe ich aber auch bereits im Vorfeld etwas zu meckern:
  1. Auch dieser Spaß ist ziemlich teuer, mit meiner vegetarischen Box für regulär 39 Euro komme ich auf etwa sieben Euro pro Portion. Hätte ich das Paket mit fünf Mahlzeiten genommen, würde der Preis auf 5 Euro sinken. Angesichts der Tatsache, dass ich für 6 Euro auch ein bereits gekochtes und gut schmeckendes Imbissgericht bekommen kann, erscheinen diese Preise recht hoch.

  2. Ein Thema, über das ich mich gerne echauffiere: Die vegetarischen Boxen kosten genauso viel wie die fleischhaltigen. Dabei muss doch ein Fleischgericht, wenn es nicht gerade vom Qualhuhn kommt, mehr kosten als ein vegetarisches! Zugegebenermaßen gibt es auch im fleischhaltigen Paket nicht jeden Tag Tier, dennoch wäre ein gewisser Preisunterschied in meinen Augen fair und im Hinblick auf die vermutete Fleischherkunft auch beruhigend.

  3. Abgesehen von der Kein-Fleisch-Sache bin ich eine ausgesprochen unkomplizierter Esserin, eigentlich mag ich fast alles. Und das ist auch gut so, denn man kann weder Zutaten noch ganze Gerichte ausschließen, alle Kunden bekommen die gleichen zwei Pakete geliefert. Wer unter Laktoseintoleranz leidet,  kein Schweinefleisch isst oder Rosenkohl partout nicht ausstehen kann, muss sich also dennoch überraschen lassen.

  4. Die Sache mit der Lieferung am Dienstagabend ist grundsätzlich prima, aber der Bote kommt frühestens um 17:30. Da ich normalerweise frühestens um 18:30 daheim bin, käme für mich schon deshalb kein regelmäßiges Abonnement in Frage. Eine Lieferung ins Büro wäre ebenfalls unpraktisch, denn der Bote kommt spätestens um 22:30 - so lange möchte ich nicht maximal arbeiten müssen.
Heute wurde ich schon per Mail informiert, was der Speiseplan der kommenden Woche zu bieten hat. Es gibt (UPDATE, die Berichte zu den Mahlzeiten sind nun hier verlinkt):

Ein weiteres der Gerichte der kommenden Woche
  1. Pisas Türmchen“ (Auberginen und Linsen geschichtet)
  2. Winterblume im Sommermantel“ (Cannelloni gefüllt mit Broccoli)
  3. Popeyes Geheimnis“ (Überbackene Knöpfle mit Tomaten-Selleriesalat)

Ich werde überschlagen, was mich die Zutaten anderswo gekostet hätten und prüfen, inwieweit Bioware zum Einsatz kommt (laut Website sollten zwei Drittel der Produkte "bio" sein). Und natürlich werde ich die Rezepte kochen, berichten, wie das Ganze geschmeckt hat und, sollte die Zubereitung nicht komplett daneben gehen, auch Bilder zur Verfügung stellen.

Wer nun auch Lust bekommen hat, den Service einmal auszuprobieren, bekommt übrigens mit dem Code 89S4UZ ebenfalls einmalig 20 Euro Rabatt - und ich für jeden, der den Code nutzt, nochmals 12. Win-win!

Prominenz im Großbild: Rankin in Düsseldorf

U.


Ich kann den Grund selbst nicht so richtig erklären, aber während mir nicht im Traum einfiele, eine Castingshow wie Deutschland sucht den Superstar oder The X Factor anzusehen, kenne ich so gut wie jede Staffel von Germany's Next Topmodel - wenn auch mein Interesse deutlich nachgelassen hat, seit ich die Sendung nicht mehr Sekt trinkend und lästernd bei den Nachbarn sehen kann (die gemeinerweise weggezogen sind). Heidis Model-Such-Serie hat den offensichtlichen Vorteil, dass darin nicht gesungen wird, doch vieles andere - die plumpe Manipulation der Teilnehmerinnen und Zuschauer, das endlose Hinauszögern von Entscheidungen, das Einhämmern von bedeutungslosen Phrasen wie "ich muss 100 Prozent geben", die nicht wirklich vorhandenen Karrierechancen für die Siegerin - ähnelt sich in allen genannten Formaten doch extrem.

Rankin - Show Off, Poster © Rankin 
Eine weitere Eigenschaft von Germany's Next Topmodel ist, dass dort Leute als große Modekoryphäen vorgestellt werden, die das offensichtlich nicht - oder in sehr viel kleinerem Ausmaß - sind. Seien es Jurymitglieder, Laufstegtrainer oder Fotografen, häufig muss man Heidis Behauptung (das natürlich von den Teilnehmern nachgebetet wird) akzeptieren, dass es sich hier um die ganz Großen ihres Fachbereichs handelt, von denen man als Laie eben einfach noch nie gehört hat.

Meine Zweifel an diesen Behauptungen sind mit den Jahren so groß geworden, dass ich den Fotografen Rankin zwar bereits aus mehreren Topmodel-Staffeln kannte - er absolvierte stets ein besonders schwieriges Shooting mit den Möchtegernmodels und wurde dabei wiederholt als fotografische Berühmtheit bezeichnet - mir aber keineswegs sicher war, ob er außerhalb der Pro Sieben-Welt auch nur annähernd so wichtig und berühmt ist, wie er den Zuschauern verkauft wurde.

Heidi Chocolate Eyes Shut, 2009 © Rankin 
Nun, er ist es. Und so muss die zukünftige Frage also wohl nicht mehr "Ist dieser Rankin eigentlich so bedeutsam, wie die immer tun?" lauten, sondern "Warum zur Hölle macht ein derart erfolgreicher Fotograf wiederholt bei einer Sendung wie Germany's Next Topmodel mit? Folglich stimmt möglicherweise auch eine weitere, mich sonst wenig überzeugende These der Sendung, nämlich die, dass Rankin und Heidi Klum sich sehr gut verstehen.

Warum schreibe ich das alles eigentlich? Nun, ich war letzte Woche in einer riesigen Rankin-Retrospektive. Ich war in Düsseldorf, die Ausstellung befand sich in unmittelbarer Nähe unserer Konzertverpflichtungen, das Plakat sah interessant aus - warum also nicht ansehen, was Rankin so zu bieten hat?

Studded Mask, 2010 © Rankin 
Menschen, die wie ich mit relativ wenig Vorkenntnissen in die Museumsräume kommen (dass ich nicht sonderlich viel von Fotografie verstehe, kommt noch hinzu), leistet die Ausstellung keine besonderen Hilfestellungen: Nach einem kurzen Einführungstext geht es einfach los. Zunächst betrachtet man die vielen, vielen Prominentenbilder, die der Fotograf - sicherlich häufig für Zeitschriften - gemacht hat. Madonna, Michael Jackson, die Spice Girls, Blondie, Richard Ashcroft, Damon Albarn, Pete Doherty, die englische Queen(!), alle sind sie da, und dazwischen immer wieder sein besonderer Liebling Heidi Klum. Die Bilder an sich ähneln sich nur in ihrer Großformatigkeit, die Portraits an sich sind zwar allesamt originell und auffällig, aber auch höchst unterschiedlich.

Im Verlauf des Ausstellungsbesuchs, zu dessen Beginn man übrigens vor möglicherweise verstörenden Darstellungen sexueller Art gewarnt wird, lernt man aber auch andere Seiten des Rankin-Stils kennen. Da wären zunächst überraschend humorvolle Selbstportraits: Der Fotograf tröstet sich selbst als kleinen Jungen, ist Superman oder küsst sich selbst. Dann gibt es Neuversionen seiner bekannteren Bilder mit anderen Models. In Fotoserien werden mehrere Frauen im selben Kleid dargestellt, oder präsentieren Mode offenbar, kurz nachdem sie einen tödlichen Unfall hatten (was ich übrigens verstörender fand als die - teils allerdings wirklich ganz schön explizite - Nacktheit).

Sitting Pussy Cat, 2001 © Rankin 
Und dann wird es ganz bizarr, wenn Menschen in einer Kooperation mit Damien Hirst als Mensch-Tier-Hybride dargestellt werden oder Frauen abgelichtet werden, die teils Mensch, teils Katze sind. 

Wie gesagt, bezüglich Erklärungen bietet die Ausstellung nicht sonderlich viel, weshalb ich zum Beispiel nicht weiß, ob die Ordnung von Promifoto nach Chimäre auch die Entwicklung des Künstlers darstellt oder einfach thematisch getrennt wurde. An manchen anderen Stellen hätte ich noch weitere Fragen gehabt (Warum hängt neben dem großen Michael Jackson-Bild nochmal dasselbe in klein? Was war der Anlass für die Neuversionen mancher Prominentenbilder mit anderen Modellen? Ist es Zufall, dass ausgerechnet die Bilder von Rankins Gattin Tuuli schon fast BILD-Seite 3-Niveau haben? Für solche Informationen müsste man wohl eine Führung besuchen, oder aber sich einfach besser auskennen.

Insgesamt also eine durchaus sehenswerte Ausstellung mit Erinnerungswert. Bis zum 13. Januar kann sie noch im NRW-Forum Düsseldorf betrachtet werden.

At Last I’ve Found True Love, 2004 © Rankin

Sendeschluss: Get Well Soon - Roland, I Feel You

U.

Zum Sendeschluss gibt es nun wie angekündigt am Ende der Woche ein Exemplar einer bedrohten Art, des Musikvideos. In meiner Kindheit endete das Fernsehprogramm auf den drei empfangbaren Sendern gegen 1 Uhr nachts mit der Nationalhymne und dem Testbild, wobei ich nicht glaube, dass ich den echten Sendeschluss jemals live erlebt habe. Statt der Nationalhymne gibt es hier eben Pophymnen ...

Diese Woche ging es zum Konzert von Get Well Soon nach Düsseldorf. Hier aus gegebenem Anlass deren Videoclip zu "Roland, I Feel You", der sich an den befremdlicheren Filmkategorien der 60er und 70er Jahre orientiert. Italo-Western, Horror-Trash, Monsterfilm - alles ist dabei, nur die Band ist nicht zu sehen. Im Vorfeld der Veröffentlichung des aktuellen Albums The Scarlet Beast O' Seven Heads hatte man so getan, als habe man sich einer Sekte angeschlossen, und ich hatte eigentlich erwartet (wenn auch nicht gehofft), dass an dieser Idee weiter gesponnen werden würde. Da gefallen mir die verstörend authentisch umgesetzten Einflüsse des aktuellen Videos schon besser. Allerdings könnte das Album selbst eingängiger sein.

Die Produzenten des Videos, die bildundtonfabrik, haben diese Woche für die Talksendung Roche & Böhmermann den Deutschen Fernsehpreis bekommen.




Alte Bekannte: Get Well Soon und Dear Reader im Düsseldorfer Robert Schumann-Saal

U.

Dear Reader, die südafrikanische Band, die mittlerweile als einziges festes Mitglied Cherilyn MacNeil aufzuweisen hat, hatte ich zuletzt gleich zweimal hintereinander beim Maifeld Derby gesehen, wobei ein Auftritt ein Acoustic-Set darstellte. Beim New Fall Festival-Auftritt am Donnerstag rechnete ich mit einem ähnlichen Lineup, also der Sängerin plus weiblicher Unterstützung sowie den beiden männlichen Mitgliedern von The Marching Band an weiteren Instrumenten, aber es kam anders. Dear Reader nimmt nämlich gerade ihr drittes Album auf und ist folglich auch nicht auf Tournee, für den Einzelauftritt hatte sie keine Band dabei, sondern einen einzelnen Herrn aus Kanada (der wie sie in Berlin wohnt). Er unterstütze sie sowohl an der Geige als auch stimmlich, indem er häufig die zweite Stimme übernahm und in einem Lied sogar zum Duettpartner wurde.


Das neun Lieder umfassende Set wurde am Flügel mit „Monkey“ eröffnet, wobei diese Tastenuntermalung um einiges schöner klang als das sonst von der Sängerin bevorzugte Keyboard, für manche Lieder wie das darauf folgende „Dearheart“ wechselte sie auch zur Gitarre. Insgesamt gefielen mir die reduzierten Arrangements dieses Abends sehr gut.

Auch vom neuen, noch unveröffentlichten Album, das sich thematisch um die Geschichte Südafrikas drehen soll, bekamen wir zwei Lieder zu hören. Die Titel verriet sie uns nicht, wohl aber, dass es im ersten Song um gestrandete Seeleute ging, die in Südafrika an die Küste gespült werden und im anderen um einen Pionier und dessen Liebe.


Cherilyn erzählte uns, dass sie Get Well Soon bereits seit 2009 von einer gemeinsamen Tour kennt und seitdem mit der Band befreundet ist, man ist auch beim selben Label. Außerdem erfuhren wir, dass sie auch viele andere Bands des New Fall Festivals schätzt und bedauerte, am Vorabend The Notwist verpasst zu haben. Und so räumte das „Titelmädchen“ des diesjährigen Festivalprogramms gut gelaunt die Bühne für den Hauptact des Abends.

Setliste:

Monkey (You Can Go Home Now)    
Dearheart
Heavy
Camel (Not Black Or White But Camel)
Came From the Sea (neu)
Earthworm (All Hail Our Ailing Mother)
Whale (Boohoo)
Already are (neu)
What We Wanted

(Danke an Gudrun für die Ergänzung der beiden neuen Lieder!)



Auch Get Well Soon hatte ich schon das eine andere Mal live gesehen, wenn ich nachrechne komme ich auf vier Konzerte vor dem in Düsseldorf. Im Vorfeld des neuen Albums hatte die Band so getan, als habe sie sich einer seltsamen Sekte angeschlossen und entsprechend verstörendeVideos auf ihrer Homepage veröffentlicht. Auch wenn darauf im Rahmen des Konzerts nicht Bezug genommen wurde, war das "Sektensymbol" sowohl in leuchtend rot als auch als Glitzerskulptur allgegenwärtig. Der restliche Bühnenaufbau erinnerte mit seinen roten Stoffbehängen an das aktuelle Albumcover.

Get Well Soon erschienen zunächst als ihr eigenen Roadies auf der Bühne, insbesondere Konstantin Gropper baute lange diverse Instrumente auf. Mit „Prologue“ begann dann das eigentliche Set, wobei die dafür offenbar eingeplante Gitarre dann trotz der vielen Vorarbeit nicht funktionierte und schnell auf eine andere gewechselt werden musste. Schließlich musste nach „The Last Days Of Rome“ und „5 Steps/7 Swords“, das Gitarrenproblem gelöst werden, was zu einer längeren technischen Pause zwecks Problemlösung führte.


Gropper überbrückte sichtlich verlegen, indem er erklärte „Jetzt müsste man ein guter Entertainer sein!“, nachfragte, ob jemand eine witzige Ansage parat hätte und schließlich den Kalauer eines Bandkollegen wiederholte, „dieser Roman, äh Robert Schumann baut schöne Säle“. Er stellte außerdem fest, dass man sich in diesem Umfeld underdressed fühle, erwähnte, dass einer der Festivalsponsoren ja die Anzugmarkte Strellson sei und teilte hilfsbereit auch gleich seine Anzuggröße mit: 48. Als das Gitarrenproblem endlich behoben zu sein schien, behauptete er, jetzt werde er den Rest des Abends nichts mehr sagen.

Diesem Vorsatz wurde er aber schon nach „A Voice In The Louvre“ gebrochen, als Gropper (dem vorher aus dem Publikum eine Frage zu seinem kürzlichen Roche & Böhmermann-Auftritt zugerufen worden war) erklärte, künftig könne er die Frage nach seinem peinlichsten Karriereerlebnis mit „Damals in Düsseldorf“ beantworten.


„Roland I Feel You“ widmete er anschließend der bildundtonfabrik, die anscheinend am selben Abend im ZDF den Deutschen Fernsehpreis bekommen sollte und die für sie zu diesem Song "das beste Video der Welt" produziert hatte. Der Song und das folgende „Listen! Those Lost At Sea Sing A Song On Christmas Day“ erhielten den bis dahin den größten Zuschauerzuspruch.

Vor „Disney“ erfolgte wieder eine kurze Pause, in der eine für die Untermalung des Songs notwendige Schallplatte aufgelegt wurde. Gropper kommentierte das im Hinblick auf die vorangegangene Unterbrechung mit „Das hätte mir früher einfallen sollen!“

Vor dem letzten Titel, dem sehr lauten und rockig dargebotenen „You Cannot Cast Out The Demons (You Might As Well Dance)“ forderte Gropper das Publikum zum Tanzen auf, was bei Sitzkonzerten nicht so schlimm sei, weil er sich dann nicht ärgern müsse, wenn dann doch keiner tanzt. Aber vereinzelt wurde doch am Rande der Stuhlreihen getanzt und die Band bereits jetzt mit stehenden Ovationen verabschiedet. Und tatsächlich waren bei diesem offiziellen Konzertende auch wieder Seifenblasen versprüht worden, es handelt sich also wohl um ein regelmäßiges Feature des New Fall Festivals - auch, wenn der Hauptteil des Seifenblasenbudgets offenbar bereits am Vorabend verbraucht worden war.


Zu Beginn des obligatorischen Zugabenteils wurde das zum Teil immer noch stehende Publikum von Grupper zunächst aufgefordert, sich nun wieder zu setzen („Das ist wie in der Kirche hier!“). Danach wurde „Werner Herzog gets shot“ gespielt, bevor mit „I Sold My Hands For Food So Please Feed Me“ ein fulminantes Finale folgte. Die Band wurde vom Publikum wiederum sofort auf die Bühne zurückbeordert und erklärte nun, man habe eigentlich noch etwas Schnelles spielen wollen, aber festgestellt, dass man nichts (mehr) habe, also gab es stattdessen noch „Lost In The Mountains (Of The Heart)“, das immerhin mit gewaltigem Crescendo dargeboten wurde.

Dann war endgültig Schluss, aber im Hinblick auf den tollen Sound, das absolut aufmerksame Publikum (was wir bei derselben Band anlässlich des „eigenen“ Maifeld Festivals schon anders erlebt hatten) und die aufwendige Lightshow verließ man zufrieden und glücklich den Saal.



Setliste:

Prologue
The Last Days Of Rome
5 Steps/7 Swords
A Voice In The Louvre
Just Like Henry Darger
Roland, I Feel You
Listen! Those Lost At Sea Sing A Song On Christmas Day
Good Friday
Disney
A Gallows
Courage, Tiger!
Oh My! Good Heart
Angry Young Man
You Cannot Cast Out The Demons (You Might As Well Dance)

Werner Herzog Gets Shot
I Sold My Hands For Food So Please Feed Me

Lost In The Mountains (Of The Heart)

Alljährliche Renovierungsarbeiten

U.

Jetzt bin ich schon vier Jahre bei Blogger! Alle coolen, zeitgemäßen Menschen sind mittlerweile zu tumblr gewechselt, aber als jemand, der zunächst bei Myspace bloggte, bin ich wahrscheinlich ohnehin als etwas rückwärtsgerichtet zu beschreiben.

Nichtsdestotrotz wurde der Blog heute wieder einmal ein wenig aufgehübscht. Nachdem ich mit dem vorangegangenen Template nie hundertprozentig glücklich wurde, bin ich dieses Mal besonders froh über den Wechsel, zumal das neue Layout in meinen Augen wirklich schick ist.

Und nun folgt der mittlerweile schon traditionelle Rückblick auf die bisherigen Templates:

Fleur: 2008 bis 2009
Stitch: 2009 bis 2010
Silva: 2010 bis 2011

CS5 Texturizer: 2011 bis 2012

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