Zwei Promis, ein Wochenende, fünf Kinder, eine Aufgabe: Wer kann den Nachwuchs einen Tag lang besser unterhalten und beschäftigen? Das ents...

TVLab 2013 (7): Tohuwabohu

Zwei Promis, ein Wochenende, fünf Kinder, eine Aufgabe: Wer kann den Nachwuchs einen Tag lang besser unterhalten und beschäftigen? Das entscheidet am Ende die kritischste Jury überhaupt: die Kinder selbst. Direkt und unberechenbar – Tohuwabohu eben!  
Wo die Promis sonst cool und souverän sind, geht es nun ans Eingemachte. Denn die "Tohuwabohu"-Kinder sind gnadenlos ehrlich und lassen sich nicht vom VIP-Status einschüchtern. Clevere Knirpse, die es faustdick hinter den Ohren haben. Und Promis, die man sich eher auf dem roten Teppich als auf dem Spielplatz vorstellen kann. Wer erfüllt die Klischees, wer überrascht uns? Wer hat Spaß, wer ist am Ende genervt von Chaos und schrillem Kindergeschrei? Und vor allen Dingen: Wen mögen die Kids lieber?

Seit Beginn des Zuschauervotings führt Tohuwabohu das Ranking der Beiträge an - eigentlich ziemlich doof, dass man jederzeit online den aktuellen Zwischenstand der Abstimmung sehen kann, denn so bekommen, die Probesendungen, die ganz hinten liegen, sicher noch weniger Stimmen, weil sowieso schon klar ist, dass sie keine Chance haben.

In Erinnerung an Deutsches Fleisch im letzten Jahr, das ebenfalls von Beginn an uneinholbar vorne lag, und das ich selbst völlig bescheuert fand, rechnete ich damit, Tohuwabohu ebenfalls total doof zu finden. Das war dann überraschenderweise nicht der Fall.


Zwei Promis lösen abwechselnd mit derselben Kindergruppe verschiedene Aufgaben: Hochseilgarten, Schnitzeljagd, Ernährungsdiskussion und so weiter. Dabei kommt es zum einen darauf an, von den Kindern gemocht zu werden, denn sie stimmen am Ende darüber ab, wen sie netter fanden. Zum anderen sollen die Promis sich aber auch pädagogisch korrekt verhalten und zum Beispiel den Kindern, die vor einer Aufgabe Angst haben, Mut machen.

Die "Promis" der Pilotsendung, Jeanette Biedermann (die von den Kindern nicht erkannt wurde) und Ross Anthony, lösten diese Aufgabe beide ziemlich souverän. Dabei war eigentlich die ganze Zeit klar, dass der schillerndere Ross am Ende den Sieg davon tragen und seiner Dschungelkönigskrone eine weitere hinzufügen würde können - der Sieger bekommt nämlich eine Königskrone, der Verlierer wird dagegen mit Wasserbomben beworfen. Der unsichtbare Sprecher, der jeweils die Aufgaben erklärte, war übrigens Oliver Rohrbeck, also die Stimme von Justus Jonas.


Wieder einmal empfinde ich mich nicht als die angepeilte Zielgruppe des Formats, und ich weiß auch nicht, wie eine Kinder- / Familiensendung ins sonstige Programm von ZDFneo passen soll. Dennoch ist Tohuwabohu tatsächlich in diesem Jahr das "rundeste" Format, bei dem ich mir am leichtesten vorstellen könnte, dass es irgendwo regelmäßig kommt.

Falls jemand nun eifrig alle Vorstellungen gelesen hat: Heute bis 12 Uhr kann noch abgestimmt werden!

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Stellen Sie sich vor, Sie müssten als absoluter Laie einen Abend in einem Fünf-Sterne-Restaurant unter Realbedingungen kochen. Als Nicht-Tä...

TVLab 2013 (6): Die Blender

Stellen Sie sich vor, Sie müssten als absoluter Laie einen Abend in einem Fünf-Sterne-Restaurant unter Realbedingungen kochen. Als Nicht-Tänzer in einem Musical auftreten. Als vermeintlich schwuler Make up-Artist aus New York bei einer Modenschau aushelfen oder auf einem Symposium zur Breschnew-Ära die russische Dissidentin geben. Doch das ist noch lange nicht alles: Niemand darf Ihre Hochstapelei bemerken. Jetzt fragen Sie sich: Warum sollte ich so etwas tun? Warum? Es ist "TVLab"! Aber Sie müssen es nicht tun. Das übernehmen andere für Sie. 
Wir schicken für Sie die Blender in den Ring: zwei junge Comedians, Tahnee Schaffarczyk und Bastian Bielendorfer, die in jeder Folge vor eine neue Herausforderung gestellt werden. Die Missionen sind unterschiedlich, haben jedoch eines gemeinsam: Es gilt, so geschickt in eine andere Rolle zu schlüpfen, dass niemand merkt, wie er nach allen Regeln der Kunst geblendet wird.

Richtig gut fand ich im diesjährigen Aufguss des TVLabs ja noch nichts, aber ich hatte zu allen Formaten auch etwas Positives zu sagen. Beinahe fragte ich mich, ob ich vielleicht altersmilde werde, da kamen Die Blender um die Ecke.

Die Sendung macht den starken Eindruck, als hätten zwei Oberstufenschüler für den Kunst-Grundkurs ihre schnell gebrainstormten Ideen verfilmt. Dass die beiden Akteure zwischen den Szenen des "Blendens" zusammensitzen und sich selbst beglückwünschen, wie gut das alles gelungen sei, verstärkt diesen Eindruck.


Bastian Bielendorfer versucht sich als Künstler und borgt dabei sehr großzügig von Hape Kerkelings 20 Jahre alten "Hurz!"-Auftritt. Davor albert er in der Fußgängerzone herum und freut sich, dass Passanten mitmachen - als ob das etwas damit zu tun hätte, dass man ihm den Künstler abnimmt. Später zeigt er im Rahmen einer Vernissage Bilder, liest einen wirren Text vor und benimmt sich daneben - dass es hier überhaupt ein Publikum gibt, wird bereits als Riesenerfolg verkauft.

Noch schlechter ist der Beitrag von Tahnee Schaffarczyk, die mit Sonnenbrille, zickigem Gehabe, Manager und Stretchlimousine so tut, als sei sie ein Star. Dass ich dasselbe erst kürzlich bei Germany's Next Topmodel gesehen habe, spricht nicht für die Originalität dieser Idee. Kerkeling (schon wieder) hatte eine witzigere Version dieses Konzeptes, als er als Königin Beatrix auftrat - das war 1991.


Tahnee versucht als ultimativen Test ihres Erfolges mit der Promimasche einen Kurzauftritt bei einem Popmessen-Konzert, der prompt komplett in die Hose geht - nur sie selbst bejubelt sich, erklärt aber hinterher trotzdem begeistert, wie krass das war.

Für das Publikum ist das alles leider ziemlich uninteressant. So, TVLab, aus meiner Sicht war das der letzte Platz - zumindest, bis ich mir morgen den Voting-Spitzenreiter Tohuwabohu mit Jeanette Biedermann ansehe ...

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"Wegsperren! Lebenslang!" – nicht gerade zimperlich ist der Richter, der in jedem von uns steckt. Bei schweren Straftaten, die öf...

TVLab 2013 (5): Der Richter in Dir

"Wegsperren! Lebenslang!" – nicht gerade zimperlich ist der Richter, der in jedem von uns steckt. Bei schweren Straftaten, die öffentlich werden, fällt er schnell ein hartes Urteil darüber, was eine gerechte Strafe für den Täter wäre. Beinahe täglich empören sich die Boulevard-Medien über vermeintlich zu milde Urteile. Die Gefahr der Vorverurteilung eines Menschen ist groß, eine öffentliche Hetzjagd scheint mittlerweile die Regel.  
"Der Richter in Dir" ist ein interaktives TV-Format, das sich in einem spannenden Experiment mit der Manipulierbarkeit der öffentlichen Wahrnehmung befasst. Moderator Michel Friedman präsentiert einen realen Kriminalfall: Ein Mann tritt auf seine kranke und hilflose Schwiegermutter ein, die an den Folgen stirbt. Zweimal stimmen die Zuschauer über das Strafmaß ab, das der Täter in deren Augen verdient hat. Michel Friedmann leitet das Experiment. Er polarisiert – als Verteidiger, als Ankläger, als Richter und beeinflusst durch immer mehr Hintergründe und Details das Rechtsempfinden der Zuschauer. Was wird am Ende passieren? Wird es Michel Friedman schaffen, die Meinung der Menschen zu steuern? Und: Kommen die Zuschauer zu einem anderen, vielleicht sogar zu einem milderem Richterspruch als der Richter im Original-Urteil?

In meiner Kindheit lief im ZDF Wie würden Sie entscheiden? Ich kann mich nicht genau erinnern, wie die Sendung funktionierte, aber gewisse Parallelen zu Michel Friedmans Beitrag zum TVLab dürften vorhanden sein.

Das Ganze funktioniert so: Dem Studiopublikum wird ein Film eines nachgespielten Kriminalfalls gezeigt, danach darf es über ein Urteil abstimmen. Anschließend bekommen einzelne Zuschauer die Gelegenheit, ihr Urteil und dessen Begründung zu erläutern, dann werden weitere Details zum Fall gezeigt, der dadurch in ein etwas anderes Licht gerückt wird. Darauf wird wieder diskutiert, anschließend eine weitere bislang unbekannte Szene gezeigt und schließlich abschließend nochmals ein Urteil abgegeben sowie das vom echten Richter in der Realität gefällt Urteil bekannt gegeben.


An und für sich fand ich die Sendung gar nicht so schlecht gemacht, empfand die Struktur aber als viel zu manipulativ. Die Sympathien der Zuschauer wurden penetrant in eine bestimmte Richtung gedrängt, um diese geradezu aufgezwungene Voreingenommenheit anschließend ins Wanken zu bringen.


Als Moral zum Mitnehmen bleibt dann, dass man nicht über eine Situation beziehungsweise einen Menschen urteilen sollte, ohne alle Fakten zu kennen, aber das weiß ja nun ehrlich gesagt schon jeder (dass man es häufig dennoch tut, steht auf einem anderen Blatt). Witzig auch, dass man sich, wenn Friedman sehr ernsthaft sagt, dass die Justizmaschinerie, wenn sie einmal angelaufen sei, nicht mehr zu stoppen sei, daran erinnert, wie er selbst schon in Konflikt mit dem Gesetz geraten ist. Und insbesondere vor Gericht käme ja hoffentlich niemand auf die Idee, zu urteilen, bevor alle Beweise gesichtet und alle Zeugen gehört wurden.

Mit einem weniger starren Korsett - denn die mit dem Brecheisen erzwungene Meinungsänderung wäre ja sicherlich ein Feature jeder potenziellen Folge - hätte mit Der Richter in Dir um einiges besser gefallen.

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Die Welthistorie ist ab jetzt endgültig Geschichte! Denn in "Hi-Hi-History! – Spartanisches Fernsehen von gestern" jagen die Scha...

TVLab 2013 (4): Hi-Hi-History!

Die Welthistorie ist ab jetzt endgültig Geschichte! Denn in "Hi-Hi-History! – Spartanisches Fernsehen von gestern" jagen die Schauspieler Lore Richter und Michael Gössler die Annalen der Menschheit durch den Schredder – und leimen sie aus den Fetzen irrwitziger Sketche zusammen, die uns die nüchterne Chronik leider vorenthalten hat. Statt in altbackenen Kostümen spielen Hannelore und Maximilian in "Hi-Hi-History – Spartanisches Fernsehen von gestern" gekonnt mit reduzierten Mitteln – und Hektoliter weise Herzblut! Wer will schon Prunk, wenn er auch Punk haben kann? Es wird Zeit, die fade Geschichte endgültig abzustauben! Und sie mit Vollkaracho auf Popkultur prallen zu lassen: Lore und Michael schicken Jesus in die Schönheitsklinik, Gandhi an den TV-Herd und den Rest der quietschbunten historischen Bagage in die Schwafelrunde zu Talkmaster Lanzelot. Nur einer hat bei "Hi-Hi-History! – Spartanisches Fernsehen von gestern" garantiert Hausverbot: Hitler!

Dass es letztes Jahr beim TVLab auch einen Zuschauerwettbewerb gab, war mir neu. Hi-Hi-History ist die Weiterentwicklung des Gewinnervideos und ist kurz zusammengefasst eine Art Switch mit historischen Figuren. Der Vorsatz "garantiert ohne Hitler" wird dabei nicht eingehalten, was ja auch nicht weiter tragisch ist. Das Doofe ist nur: Es zündete auch längst nicht jeder Gag.


Durch die schnell aufeinander folgenden Szenen lässt das Format stets Hoffnung, dass gleich wieder etwas Witziges kommen könnte, aber vielfach entpuppte sich diese als vergebens. Dabei kann ich mich durchaus an gute Pointen erinnern, gleich der Vorspann ist zum Beispiel durchaus unterhaltsam, auch so mancher Dialog saß hervorragend - aber zwischen den zu wenigen guten Szenen war einfach zu viel unlustiger Abstand.


Dennoch fand ich das Format, dem man ansah, dass es quasi ohne Budget produziert werden musste (was auch Witz-Grundlage war), irgendwie sympathisch. Vielleicht könnten man die guten Aspekte mit mehr senderseitiger Unterstützung ausweiten?

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Heute einmal was ganz Bizarres: Oder was soll man sonst über ein Video sagen, in dem alles hochsymbolisch zu sein scheint, man aber am En...

Sendeschluss: The Polyphonic Spree - You Don't Know Me


Heute einmal was ganz Bizarres: Oder was soll man sonst über ein Video sagen, in dem alles hochsymbolisch zu sein scheint, man aber am Ende keinen Schimmer hat, was es bedeuten sollte? Die tanzenden Kinder in Anzügen erinnern mich an Stephen King-Filme, die Hauptfigur an Ellen Page. Und wenn ich das nächste Mal ausgehe, muss ich unbedingt versuchen, am Club-Eingang mit einem Fisch zu bezahlen!

Stichwort bizarr: Mein Freund wurde einmal von einem Handwerker gefragt, ob er Priester sei! Der Grund: An seinem Schrank hing eine sehr religiös anmutende Kutte. Diese war allerdings in Wirklichkeit Band-Merchandise von The Polyphonic Spree, die eine Weile lang in ebensolchen Kutten auftraten - unter anderem beim Haldern Pop Festival, wo er die Kutte erwarb. Angezogen hat er sie seitdem meines Wissens nicht.

Vor zwei Wochen spielten The Polyphonic Spree bei einem Festival in Frankreich, und ich weigerte mich, extra wegen der Band an einem Samstag dreieinhalb Stunden (einfach) im Auto zu verbringen. Wer weiß, was für Kleidungskäufe dieser 45-Minuten-Auftritt nach sich gezogen hätte ...

Aber falls dieser Blogbeitrag fünf Kommentare bekommen sollte, die nicht von mir sind, lässt mein Freund sich in der Kutte fotografieren! Los los los!

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Im Zentrum dieser Doku-Sitcom stehen die mehr oder weniger gepflegten Halbbrüder Michael, Bernd und Marco Kaminski, die auf der Suche nach ...

TVLab 2013 (3): Diese Kaminskis

Im Zentrum dieser Doku-Sitcom stehen die mehr oder weniger gepflegten Halbbrüder Michael, Bernd und Marco Kaminski, die auf der Suche nach einem sicheren Job ein heruntergekommenes Bestattungsgeschäft übernommen haben. Ihre Devise: "Zeig mir mal jemanden, der nicht stirbt!". Doch es gibt ein Problem: vom Bestattungswesen haben die Kaminskis nicht die geringste Ahnung. Zudem ist Ordnung für sie ein Fremdwort und Chaos ihr ständiger Begleiter. Bernd ist zudem neurotisch und leichenphobisch, Michael geistig untermotorisiert und der Jüngste, Marco, ist ein testosterongeschwängerter Allroundlaie.

Was genau der Unterschied zwischen einer Mockumentary und einer Doku-Sitcom ist, habe ich ehrlich gesagt nicht ganz verstanden. Tatsache ist, dass sich Diese Kaminskis nicht, wie Niemand hat die Absicht, einen Flughafen zu eröffnen, an seriösen Reportagen orientiert, sondern sich stattdessen die "Dokus" des einschlägigen Privatfernsehens zum Vorbild nimmt - man denke an Frauentausch, Familien im Brennpunkt, den Bachelor und so weiter. Tatsächlich ist die herablassende Erzählstimme ("Während sich Bernd und Michael mit der neuen Situation vertraut machen, begrüßt ihr Bruder Marco den ersten Kunden im Geschäft. Jetzt kann er beweisen, dass er ein seriöser Verkäufer ist.") gekoppelt mit ständigen Einzelinterviews, die das vor einer Sekunde Gesehene nacherzählen plus dauernde Musikeinspielungen erschreckend nahe am "Vorbild".


Das Kombination "Beerdigung mit Comedy" ist in jedem Fall originell, der "Promiauftritt" (Simon Gosejohann zerrt den ihm bekannten Regisseur vor die Kamera, weil er als Beerdigungsgast "irgendwas Lustiges" machen möchte) war ebenfalls gelungen.

Die Machart der Serienfolge um ein komplett inkompetentes Bestattertrio hat mir sehr gut gefallen, wobei sich auch hier (schon wieder) die Frage stellt, inwieweit eventuelle Fortsetzungen noch Neues bieten könnten. Aber versuchen könnte man es ja einmal, beim Tatortreiniger hat es ja auch geklappt..


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" Niemand hat die Absicht, einen Flughafen zu eröffnen " ist eine satirische Mockumentary im Stile bekannter Vorbilder wie "...

TVLab 2013 (2): Niemand hat die Absicht, einen Flughafen zu eröffnen

"Niemand hat die Absicht, einen Flughafen zu eröffnen" ist eine satirische Mockumentary im Stile bekannter Vorbilder wie "Monty Python" und "Come Fly with me". Alles dreht sich um das größte Bauprojekt Deutschlands, das allerdings nie fertig gestellt wird. Immer wieder scheitert die Einweihung des Flughafens aufs Neue an den Unzulänglichkeiten, Planungsfehlern und persönlichen Konflikten des skurrilen und chaotischen Bodenpersonals. In der Sicherheitscheckliste, die ein Flughafen erfüllen muss, um offiziell eröffnet werden zu können, gibt es um die 20.000 potentielle Mängel, Makel und Gefahrenquellen, aber die Crew schafft es immer wieder, noch ein paar neue zu kreieren. Jedes Mal endet alles aufs Neue im Scheitern oder Aufschub der Eröffnung. Schuld daran ist vor allem das Ensemble, das trotz großem Sympathie-Faktor auf ganzer Linie unterqualifiziert ist und dem es vor allem an einem mangelt: Technischem und zwischenmenschlichem Know-how.

Wenn ich "Mockumentary" denke, kommen mir vor allem zwei Serien in den Sinn: das britische The Office und dessen deutsche Nachahmung Stromberg. Beide sind leider viel besser, weil gnadenloser, als diese Sendung.

Richtig schlecht ist Niemand hat die Absicht ... eigentlich nicht. Die Schauspieler sind gut, einige Gags treffen, das Thema Berliner Flughafen drängt sich für Comedy geradezu auf, ohne, dass es bereits zu ausgelaugt wäre ... aber letztlich muss man sich bei allen "Probesendungen" des TVLabs ja fragen "Wenn das regelmäßig käme, würde ich es schauen wollen?". Bei dieser Sendung ist meine Antwort ganz klar "Nein".


Wie schon bei About Men muss ich einräumen, dass gegen die Machart von Niemand hat die Absicht ... wenig einzuwenden ist. Die Kulisse ist sogar so gut gelungen, dass ich mich beim Ansehen öfter gefragt habe, wo zur Hölle das wohl gedreht wurde - leere, frisch gebaut aussehende Riesenhallen fallen ja nicht vom Himmel. Allerdings habe ich auch genauso oft gefragt, wann die halbe Stunde denn nun vorbei ist.


Dabei ist das Format immer noch um einiges witziger als vieles, was im deutschen Fernsehen seit Ewigkeiten läuft (ich denke an Die dreisten Drei und Konsorten). Insofern muss man eigentlich irgendwie doch dafür sein, dass es in Serie geht.

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About Men – Das Magazin für echte Männer" feiert das Mannsein, den Lifestyle, den Hedonismus. Es ist ein Kulturmagazin im Sc...

TVLab 2013 (1): About Men


About Men – Das Magazin für echte Männer" feiert das Mannsein, den Lifestyle, den Hedonismus. Es ist ein Kulturmagazin im Schafspelz der Männerdomänen. Es ist verankert in der Welt von heute, aber orientiert sich am Gestus der frühen 80er Jahre – als es noch nicht verpönt war, Fleisch zu essen oder am frühen Nachmittag einen Scotch zu genießen. 
Als "Jet Set" noch ein Sehnsuchtsbegriff war und kein anrüchiger Tummelplatz für B-Promis. In der Welt des Männermagazins sind 20-Liter-Autos noch cool, Gadgets nichts für Nerds und ein rosa Hemd kein Fauxpas, sondern ein Statement. Stil, Kultur und Abenteuer – das gehört zum Mannsein wie die Frauen. Es ist eine Welt, in der der Mann noch der King sein darf. Und die Frau selbstverständlich die Göttin. "About Men" – ein Kulturmagazin für den Mann von Welt.

Ich tue mich schwer dabei, diese Sendung zu krititieren, denn ähnlich wie bei den unsäglichen Beef Brothers im letzten Jahr ist so dermaßen klar, dass ich nicht Teil der anvisierten Zielgruppe bin, dass es sich etwas müßig anfühlt, das noch einmal explizit zu erwähnen - nicht umsonst läuft auch das aus irgendeinem Grund in Beef Buddies umbenannte und nun anscheinend als Serie produzierte Format gleich vorneweg.

Kurz gesagt ist About Men eine verfilmte Version der Zeitschrift GQ. Die Frage, was Männlichkeit (oder auch Weiblichkeit) in einer weitgehend emanziperten Zeit bedeuten kann, halte ich für gar nicht einmal so uninteressant, aber außer Autos, Striptease, Fleisch grillen und Aufreißtipps plus ein paar Moderatschlägen ist den Machern leider nicht viel zum Thema eingefallen.


Bezeichnenderweise beklagte sich mein männlicher Mitzuschauer beim Ansehen darüber, dass er nicht zum Europapokal umschalten durfte - Fußball ist eben noch männlicher als alles bisher genannte, aber vielleicht kommt das ja dann in Folge 2. Immerhin gefiel ihm, dass der testosterontriefende Protagonist sich in den Übergangsszenen zwischen den Beiträgen mit einem Roger Moore-Foto unterhielt und dieses auch die Synchronstimme des Schauspielers hatte.

Positiv hervorheben kann man die Machart an sich: Das Design der Einblendungen, die angebliche Wohnung des Protagonisten ... das ist schon alles sehr schön gemacht. Aber selbst wenn mir das Format gefallen hätte, müsste ich auch die Frage stellen, was in weiteren Folgen vorkommen sollte: Eigentlich scheinen ja alle sich anbietenden Themen (außer eben Fußball) bereits abgehandelt zu sein.

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Letztes und vorletztes Jahr habe ich an dieser Stelle über das ZDFneo TVLab berichtet, eine Reihe von einzeln produzierten Pilotfolgen von...

TVLab die Dritte

Letztes und vorletztes Jahr habe ich an dieser Stelle über das ZDFneo TVLab berichtet, eine Reihe von einzeln produzierten Pilotfolgen von Fernsehsendungen, die jeweils ein mehr oder weniger innovatives Format vorstellen. Die Zuschauer können die Sendungen kommentieren und darüber abstimmen, und der Sieger geht dann in Serie. Sarah Kuttner erklärt, wie es geht:


Vorletztes Jahr gab es tatsächlich einige spannende Neuvorstellungen, und statt nur des Siegers schafften es am Ende gleich vier Sendungen (Bambule, Moviacs, German Angst und der Sieger Teddy's Show), zeitweise in Serie zu gehen. Moviacs lief allerdings leider nur recht kurz, der Rest existiert meines Wissens immer noch. Den Wettbewerb vefolgten 1,4 Millionen Zuschauer.


Ganz anders im letzten Jahr, als das Testen und Berichten für mich eher zur Qual ausartete. Der Sieger, die Trickserie Deutsches Fleisch, stand dank Internetpropaganda und Mitwirkung von Sido von Anfang an fest. Ich wollte keine der vorgestellten Sendungen regelmäßig oder überhaupt noch einmal sehen, stellte aber eben eher entsetzt fest, dass auch zwei weitere Formate der zweiten Staffel (Heiß & Fettig und Beef Buddies) nun produziert wurden bzw. werden. Der Zuschauererfolg dieser Auflage fiel dann auch wenig überraschend deutlich verhaltener aus.

2012 gab es zusätzlich erstmalig einen "Viewers' Contest", in dessen Rahmen auch Zuschauer Konzepte entwickeln konnten. Dessen Sieger Hi-Hi-History (Comedy) ist nun einer der Kandidaten der neuesten Auflage. Außerdem treten an: Ein Männermagazin, eine Mockumentary, eine Doku-Sitcom, Justiz-Dokutainment (was immer das nun wieder ist), eine Familienshow und ein weiteres Comedyformat.

Einen Trailer kann man sich schon einmal unten ansehen, ab Donnerstag kommen dann eine Woche lang bis zum 29.08. (Sendetermine) die einzelnen Sendungen, die man nach Ausstrahlung sicher auch wieder in der Mediathek ansehen kann. Und ich werde sie wieder hier vorstellen und hoffe innig, dass diese Erlebnis weniger schmerzhaft ausfällt als letztes Jahr! Von den Trailern her sehen einige Sendungen tatsächlich ganz spannend aus.

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Im Sendeschluss gibt es heute das wirklich sehenswerte aktuelle Video von Placebo zu sehen. Der Erzähler, der die Handlung des Clips einr...

Sendeschluss: Placebo - Too Many Friends


Im Sendeschluss gibt es heute das wirklich sehenswerte aktuelle Video von Placebo zu sehen. Der Erzähler, der die Handlung des Clips einrahmt, ist Bret Easton Ellis, und die agierenden Figuren erinnern in ihrem wohlhabenden, ästhetischen  und drogenorientierten Lebensstil auch prompt an dessen Romane.

Der Song dazu ist auch ziemlich gut - erinnerungswürdiger als vieles andere in der letzten Zeit.

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Als wir im Reiseführer lasen, dass der Palazzo del Freddo die älteste Eisdiele in Rom sei (der Gründer begann 1880 mit seinem Eisgeschäf...

Der große römische Eistest: Palazzo del Freddo Giovanni Fassi


Als wir im Reiseführer lasen, dass der Palazzo del Freddo die älteste Eisdiele in Rom sei (der Gründer begann 1880 mit seinem Eisgeschäft), musste er natürlich besucht werden. Auf den Weg in die Via Principe Eugenio 65 hatte man allerdings so gar nicht den Eindruck, in einer "Eisdielengegend" unterwegs zu sein, eher schon in Roms Variante von China Town, die noch dazu ziemlich ausgestorben erschien.


Tatsächlich befand sich das Geschäft aber genau dort, wo es sollte, und vor uns tat sich beim Eintreten zu unserer Überraschung eine riesige Markthalle mit entsprechend hohem Geräuschpegel auf. An zahlreichen Tischen saßen hauptsächlich Italiener und Asiaten und löffelten Eisbecher oder genossen Eis auf Brioche. An der Kasse gab es einen kuriosen Schaukasten, in dem alle erhältlichen Produkte als Plastikimitation besichtigt werden konnten, so dass man sich ohne Missverständnis das Passende aussuchen konnte. Die Preise waren dabei ausgesprochen günstig, die größte Eisportion kostete hier nur 3 €.


Mit dem Kassenzettel ging es auf zur langen, fast die Ladenbreite einnehmenden Eistheke, die darin enthaltenen Sorten (36 waren es sicher) konnte man sich zusätzlich auch an der Wand durchlesen. Vier Bedienungen kümmerten sich um die Kundenwünsche, eine weitere war nur dafür zuständig, die riesigen Sahneberge in der Theke kontinuierlich nachzufüllen und gelegentlich eine neu gefüllte Eiswanne zu bringen. Hinter der Theke konnte man auch durch eine Glaswand sehen, wie frisches Eis zubereitet wurde. Zu den ohnehin großen Eisportionen bekam man auf Wunsch kostenlos Sahne und ein riesiges Waffelröllchen.


Ich entschied mich für einen Eisbecher mit den Sorten Blutorange, Nocciolato und Zabaione, mein Freund nahm Tiramisu, Pistazie und Banane. Die Mengen der Sorten fielen dabei recht unterschiedlich aus, leider konnte mich die Sorte Blutorange, von der ich einen ganzen Berg bekommen hatte, am wenigsten überzeugen. Nocciolato und Zabaione schmeckten dagegen recht gut. Pistazie und Tiramisu waren allzu mild im Geschmack, das Bananeneis ein wenig wässrig.


Das Ambiente der "Eis-Bahnhofshalle" war schon ziemlich speziell. Neben alten Plakaten und Eismaschinen, die auf die lange Tradition des Geschäftes verwiesen, fand sich auch viel Plastik. Den kleinen, ruhigeren Innenhof des Geschäftes entdeckten wir leider erst, als unser Eis bereits aufgegessen war.

Wegen des Eisgeschmacks ist der Palazzo, der sich wie seine Konkurrenten mit zahlreichen Umfragesiegen schmückt, vielleicht keinen Besuch wert, aber der Laden ist in jedem Fall einzigartig. Wer es nicht bis Rom schafft, kann den Palazzo del Freddo übrigens auch in Südkorea aufsuchen, wo er sage und schreibe 82 Filialen betreibt!


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Hatte ich geschrieben, dass bei Sigur Rós die Einlasszeit etwas sehr früh angesetzt gewesen war? Nun, beim Blur-Konzert für den kommenden Ab...

It all passed in a Blur: Blur im römischen Ippodromo delle Capannelle

Hatte ich geschrieben, dass bei Sigur Rós die Einlasszeit etwas sehr früh angesetzt gewesen war? Nun, beim Blur-Konzert für den kommenden Abend hatte man sie um eine weitere Stunde nach vorne verlegt! Ganz so früh waren wir dann doch nicht angereist, standen aber dieses Mal noch deutlich vor 8 Uhr abends vor der Bühne und warteten - wiederum ohne Vorband - darauf, dass es endlich Viertel vor 10 wurde. Dass die auf den LED-Wänden neben der Bühne gezeigten Videos und Werbespots dieselben wie am Vorabend waren, ließ diese "Ablenkung" eher zur Folter werden.


Das Publikum um uns herum war ein anderes als am Vorabend und vor allem sehr viel fröhlicher (man könnte in zahlreichen Fällen auch "betrunkener" schreiben). Nachdem ich selbst mich im Blur-Back-Catalogue eher mäßig auskenne, war ich darüber überrascht, dass die Italiener während der Wartezeit wieder und wieder "Tender" anstimmten ("Oh my baby / Oh my baby / Oh why? / Oh my") - das kannte ich nämlich im Vorfeld überhaupt nicht, scheint aber südlich der Alpen Blurs größter Hit überhaupt zu sein.


Die offizielle Konzert-Beginn-Zeit kam und verstrich, von Blur war nichts zu sehen. Erst mit 30 Minuten Verspätung erschienen Damon, Graham, Alex und Dave begleitet von vier Backgroundsängern und drei Bläsern auf der Bühne und lösten mit dem ersten Song "Girls and Boys" in der Menge sofort begeistertes Toben aus. Damon spritzte literweise Wasser ins Publikum, alle sprangen auf und ab, man sang und brüllte. Seltsamerweise wurde man bei alldem als etwas ruhigerer Konzertbesucher nicht oder zumindest kaum herumgestoßen oder angerempelt: Die "Nachbarn", um deren Konzertgebahren und Alkoholpegel ich mir im Vorfeld bereits ein wenig Sorgen gemacht hatte, zogen alle nach weiter vorne ab.


Während "Popscene" und "There's No Other Way" tobte die Menge weiter, bis ihr "Beetlebum" einen ersten Stimmungsdämpfer versetzte. Das lag natürlich an der Langsamkeit des Songs, allerdings gab es für vorbereitete Konzertbesucher noch einen zusätzlichen Stimmungskiller: Blur haben nämlich momentan für Festivals eine feste, aus 17 Songs bestehende Setliste. Bei "eigenen" Konzerten spielen sie aber mindestens zwei Lieder mehr, und das erste von ihnen hätte vor "Beetlebum" kommen müssen. Folglich wurde uns an diesem Punkt klar, dass an diesem Abend die Festival-Setliste zum Einsatz kam - angesichts der langen Wartezeit eine ziemliche Enttäuschung.


Es folgten - wegen der Vorab-Bekanntheit der Setliste nicht unerwartet, aber für ein "Best-of-Set" dennoch ziemlich kurios - "Out Of Time", "Trimm Trabb" und "Caramel". Bei "Out Of Time" wurde um mich herum noch ergriffen mitgesungen, mit den anderen zwei Songs (beide vom eher sperrigen Album "13") wurde das Publikum dann definitiv nicht mehr richtig warm. Gut, dass darauf "Coffee and TV" folgte, das die Stimmung wieder verbesserte.

Bereits während der Wartezeit hatten wir gesehen, dass zwei Konzertbesucherinnen die Milchkartons aus dem zugehörigen Video ziemlich perfekt nachgebastelt hatten. Diese waren schon bei vorausgegangenen Liedern hochgehalten und durch die Menge gereicht worden und traten nun, bei ihrem eigenen Lied, besonders stark in Erscheinung. Schade, dass die Band diese sicherlich anstrengende Bastelarbeit mit keinem Wort würdigte - wobei ich natürlich auch nicht weiß, mit wie vielen nachgebastelten Milchpackungen sie im Laufe ihrer Karriere bereits konfrontiert wurde.


Ansonsten konnte man Blur nicht vorwerfen, keine Begeisterung zu zeigen: Alle Mitglieder der Band waren völlig verschwitzt, wirkten dabei fröhlich und schienen alles zu geben. Damon sprach als einziger und erklärte, er wisse zwar nicht, wann man zuletzt in Rom gewesen sei, es sei aber offensichtlich zu lange her. Außerdem wollte er anschließend mit uns allen ausgehen.


Weiter ging es mit dem mir mittlerweile aus den Fangesängen bestens bekannten "Tender". Darauf folgten "Country House", bei dem sich Damon ins Publikum stellte,  und "Parklife", das er offensichtlich nur mit einer albernen Plastiksonnebrille darbieten darf. Wir blieben also auf sicherem Hit-Terrain, bevor nach "End of a Century" mit Blurs eigenem Favoriten "This is a Low" bereits das letzte Lied des Sets gespielt wurde.

Natürlich gab es, trotz der wiederum ausgesprochen schweigsamen Zugabeforderungen, noch einen Nachschlag, der aus vier Songs bestand. Das Finale "Song 2" sorgte selbstverständlich wieder für kollektives Ausflippen, danach war endgültig Schluss.


Zeit für uns, wieder den Veranstalterbus zurück in die Innenstadt zu nehmen, dessen Zugangskontrolle wieder genauso chaotisch organisiert war wie am Vortag - immerhin wir hatten aber mittlerweile Routine gewonnen. Der Konzertabend ließ auf der anschließenden Reise ins Hotel gemischte Gefühle zurück: Die Band hatte einen begeisterten und engagierten Eindruck gemacht und nicht zuletzt sehr gut gespielt, sich aber für eine etwas merkwürdige Songauswahl entschieden, die dauerhafte Begeisterung geradezu unterband. Hinzu kam die lange Wartezeit auf den Auftritt, gefolgt von einer eher kurzen Setliste: Der Hauptauftritt ohne die vier Zugabensongs hatte um die 75 Minuten gedauert. Möglicherweise hatte aber gerade der verzögerte Auftritt (an dem wohl technische Probleme schuld waren) dazu geführt, dass man eben nicht länger spielen konnte?


Setliste:

Girls & Boys
Popscene
There’s No Other Way
Beetlebum
Out Of Time
Trimm Trabb
Caramel
Coffee & TV
Tender
Country House
Parklife
End Of A Century
This Is A Low

Under The Westway
For Tomorrow
The Universal
Song 2

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Es ist immer blöd, wenn man eine Band richtig toll findet und diese dann ihren Stil in eine Richtung ändert, in die man ihr nicht mehr fo...

Sendeschluss: Goldfrapp - Drew


Es ist immer blöd, wenn man eine Band richtig toll findet und diese dann ihren Stil in eine Richtung ändert, in die man ihr nicht mehr folgen kann (ja, Editors, ich sehe euch an!). So geschah das auch bei Goldfrapp: Nach vier durchaus unterschiedlichen, aber stets guten Albenveröffentlichungen entschied man sich 2009 mit "Head First" plötzlich und unerwartet für das Genre Italo Pop / gemischte Scheußlichkeiten aus den 80ern. Für Fans von Van Halen eine gute Sache, für den Rest von uns eher weniger.

Am 9. September erscheint aber nun der Nachfolger "Tales Of Us", und der Vorab-Single "Drew" nach bewegen sich Goldfrapp nun wieder auf ruhigeren und stilvolleren Pfaden. Hurra!

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Wussten alle außer mir, dass DIE Sehenswürdigkeit von Rom der Trevibrunnen ist? Unglaublich, was sich auf dem kleinen Platz für Menschen...

Der große römische Eistest: Il Cantagalli und Valentino



Wussten alle außer mir, dass DIE Sehenswürdigkeit von Rom der Trevibrunnen ist? Unglaublich, was sich auf dem kleinen Platz für Menschenmengen herumdrückten. Direkt in der Nachbarschaft waren wir eigentlich auf der Suche nach einer anderen Eisdiele, nachdem diese aber verschwunden schien, sah Il Cantagalli auch ganz gut aus. Ich entschied mich für die Kombination Café und Straciatella für 3 €, drei Sorten hätten 3,50 € gekostet.

Ich fand Café gut und Straciatella überraschenderweise etwas kokosnussig, mein Mittester empfand Café als zu bitter und das Straciatella Eis als kokos-verseucht.


Der Laden bietet auch Gebäck an, durch eine Glaswand kann man dessen Herstellung sehen. An und für sich war hier alles gut (wenn man keine Kokosnuss-Aversion hat), aber das Gebotene war eben auch nichts Außergewöhnliches.


Wenig später passierten wir eine Eisdiele, die damit warb, Gewinner einer Umfrage unter Reisenden bei tripadvisor zu sein. Da musste nachgeprüft werden!

Grundsätzlich wirkte das Geschäft nicht sonderlich einladend, hässliche riesige Plastikeistüten flankierten den Eingang, die Eistöpfe wirkten überladen und waren mit Plastikobst verziert. Eis gab es hier ab 2 €, 3 Kugeln kosten wie fast überall 3,50 €.

Valentino (Via Del Lavatore, 96) hatte 31 Sorten Eis in der Theke, an dieser arbeiteten drei Bedienungen, die alle gut Englisch sprachen und außergewöhnlich freundlich waren: Zwei Kinder, denen ihr Eis offenbar nicht schmeckte, bekamen kurzerhand ein anderes angeboten. Und auch bei unserer Bestellung war man aufmerksam: Da wir nur ein Eis kauften (ich hatte ja gerade erst eines bei Il Cantagalli gegessen) bekamen wir unaufgefordert zwei Löffel in den Becher gesteckt. Standard für jeden Gast war hier dagegen die im Pappbecher versenkte Eistüte.


Von den Sorten Banane, Pistazie und Karamell schmeckte das Karamelleis ein bisschen wie Paradiescreme, das Bananeneis sehr gut (wenn auch einen Tick schlechter als bei Il Crispino) und das Pistazieneis delikat. Definitiv ein empfehlenswerter Eisladen.

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Grom In unmittelbarer Nachbarschaft von Giolitti  (Via della Maddalena 30) befindet sich die Kette Grom, die unser Reiseführer ebenfal...

Der große römische Eistest: San Crispino und Grom

Grom


In unmittelbarer Nachbarschaft von Giolitti  (Via della Maddalena 30) befindet sich die Kette Grom, die unser Reiseführer ebenfalls besonders empfehlen konnte. Grom setzt in seiner Strategie nicht auf eine riesige Auswahl, die Sortenvielfalt entspricht mit immerhin 30 Geschmacksrichtungen etwa der einer regulären deutschen Eisdiele. Die kleinen Läden wirken sehr aufgeräumt und angenehm, bei meiner Bestellung (in einer anderen Filiale an der Piazza Navona) konnte ich sehen, wie im Hinterzimmer neues Eis hergestellt wurde.

Bei Grom gibt es nur Eis und ein wenig Gebäck, alles zum Mitnehmen. Die Preisgestaltung entspricht genau der des großen Konkurrenten, also gab ich wiederum 3,50 € für drei Kugeln aus, die ich mir nach den tropfenden Erfahrungen des Vortages diesmal in einen Becher spachteln ließ. Damit verpasste ich eine Besonderheit des Geschäfts, denn am Vortag hatte ich Grom-Kunden mit Eiswaffeln gesehen, in denen drei Eisbällchen platt übereinander gestapelt waren.


Dieses Mal entschied ich mich für Bacio, Pistazie und Himbeere. Wiederum zeigte sich nach ein paar Löffeln, dass die Intensität des Eisgeschmacks die meisten deutschen Eise in den Schatten stellte. Sehr zu empfehlen.

San Crispino


Die etwas unscheinbare Eisdiele in der Nähe des Pantheons (Via della Panetteria 42) bietet optisch viele glatte Aluminiumflächen, die etwa 20 Sorten Eis sind unter Deckeln verborgen und werden erst nach Bestellung aufgedeckt. Als Besonderheit gibt es kleine Visitenkarten, die bestimmte Sortenkombinationen vorschlagen. Bei den Eisgeschmäckern sind auch durchaus ungewöhnliche, etwa Ingwer-Zimt und gleich zwei Variationen von Karamelleis.

Die Preise bei San Crispino sind höher als bei der Konkurrenz, für die gewohnten 3,50 € bekommt man statt drei nur zwei Sorten Eis, mit den entsprechenden Mengeneinbußen.


Mein Begleiter (ich hatte vorher bereits bei Grom zugeschlagen) entschied sich für Pistazie und Banane. Das Pistazieneis enthielt eine große Menge klitzekleine Pistazienstückchen, was etwas seltsam anmutete. Verglichen mit den beiden vorher getesteten Pistazieneisen gelangte es deshalb nur auf Rang 3, was insofern unfair erscheint, als es sicherlich dennoch das beste Pistazieneis von Frankfurt wäre. Die römische Konkurrenz ist stark... Das Bananeneis polarisierte mit seiner Konsistenz nicht und schmeckte lecker stark nach Banane.


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Am 18. August veröffentlichen Franz Ferdinand ihre erste Single vom kommenden Album "Right Thoughts, Right Words, Right Action"...

Sendeschluss: Franz Ferdinand - Right Action / Love Illumination


Am 18. August veröffentlichen Franz Ferdinand ihre erste Single vom kommenden Album "Right Thoughts, Right Words, Right Action". Sie heißt passenderweise "Right Action" und erscheint als neonpinke Vinylsingle mit "Love Illumination" auf der anderen Seite. Und wer keinen Plattenspieler besitzt, schaut hier einfach die Videos an.

Richtig packen kann mich die Band mit den neuen Songs nicht. Während sich die Editors allzu stark weiter "entwickeln", gibt es bei Franz Ferdinands Musik für meinen Geschmack zu wenig Veränderung. Aber mal sehen, wie das Album wird - und die Videos, insbesondere "Right Action", sind ziemlich gut.



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Eigentlich war für dieses Jahr überhaupt kein Sommerurlaub vorgesehen. Dann kam mein Freund mit zwei Konzerten in Rom um die Ecke, es ...

Neulich auf der Rennbahn: Sigur Rós im römischen Ippodromo delle Capannelle


Eigentlich war für dieses Jahr überhaupt kein Sommerurlaub vorgesehen. Dann kam mein Freund mit zwei Konzerten in Rom um die Ecke, es gab noch bezahlbare Flüge und Hotelzimmer und - zack - gab es zumindest einen Kurztrip. Ob es so schlau ist, bei über 30 Grad in Deutschland in eine noch heißere Stadt zu fahren, die noch dazu dafür berühmt ist, dass ihre Einwohner ihr im Hochsommer entfliehen (weil sie es dort auch nicht aushalten), sei einmal dahingestellt. Immerhin mussten wir uns zwischen Deutschland und Italien temperaturtechnisch kaum umstellen.


Rock in Roma ist eine Konzertveranstaltung, die bereits seit 11 Jahren besteht. Dort, wo sich normalerweise eine Pferderennbahn befindet, wird eine Art Festivalgelände mit Getränkeständen, Essen, Sponsoren und allem Pipapo aufgebaut, und dann spielen dort über zwei Monate hinweg verschiedene Bands - in diesem Jahr zum Beispiel My Bloody Valentine, Smashing Pumpkins, Rammstein, Zucchero und Bruce Springsteen - um eine stilistische Abstimmung der Live-Acts müssen sich die Veranstalter ja wegen der zeitlichen Trennung nicht bemühen.

Konzertbesuche im Ausland - noch dazu, wenn man die Sprache nicht spricht - sind ja immer ein wenig aufregend und so waren wir gespannt, ob die Anreise mit der italienischen Bahn vom Bahnhof Termini (Kostenpunkt: 1 Euro) sowie die Abholung der Tickets an der Abendkasse problemlos klappen würde. Das funktionierte aber ganz wunderbar, und so waren wir lange vor Konzertbeginn auf dem Gelände.


Wohl um den Essens- und Getränkeverkauf anzukurbeln, findet der Einlassbeginn bei Rock in Roma nämlich geradezu absurd früh statt. Sigur Rós sollten um 21:45 Uhr auf der Bühne stehen (Einlass: 18:30 Uhr), eine Vorband gab es nicht. Dennoch standen wir mit vielen anderen bereits gegen 20:00 Uhr vor der Bühne herum, um uns zumindest einen halbwegs guten Platz zu sichern. Auf den LED-Wänden neben der Bühne liefen zwar ein paar Musikvideos, aber sowohl diese als auch die Werbung dazwischen wiederholten sich ziemlich schnell. Dass wir auf dem Weg übers Gelände geradezu mit Werbegeschenken überschüttet worden waren (Stofftaschen, Kaugummi, Kondome), war da auch nur ein schwacher Trost, eineinhalb Stunden in der auch gegen Viertel vor Zehn noch intensiven Hitze zu warten macht einfach keinen Spaß. Klügere Konzertbesucher in unserer Nachbarschaft packten aus Tupperschüsseln ein halbes Picknick aus ...


So hatten wir zumindest mehr als ausreichend Zeit, das Bühnenarrangement zu betrachten, das aus ca. 50 Glühbirnen auf unterschiedlich hohen Ständern bestand. Außerdem gab es unter anderem auch ein Vibraphon zu besichtigen.

Relativ pünktlich begann dann das Konzert, und das Publikum um uns herum, das mir vorher noch als allzu gesprächig erschienen war, entpuppte sich dann doch als ziemlich ruhig. Dafür gab es mehrfach "Szenenapplaus" mitten im Lied (zum Beispiel als Jónsi bei "Svefn-g-englar" in seine Gitarre sang) und auch Versuche, mitzuklatschen! Bei Sigur Rós!


Die LED Leinwände neben der Bühne projizierten nun Bilder der Band von fest installierten Kameras, eine weitere hinter der Bühne zeigte Funkenflüge, Regen, Farbverläufe und Sequenzen aus Videos.

Das Set begann mit zwei Songs ("Yfirborð" und "Brennisteinn") vom neuen Album, danach waren weitere Titel aus "Kveikur" in einer Art "Best Of", die alle Albenveröffentlichungen berücksichtigte, eingebettet. Bei den aktuellen Liveterminen spielt die Band eine wechselnde Auswahl aus einem Grundstock von 18 Liedern - an diesem Abend bekamen wir 15 davon zu hören. 


Ungeachtet der Temperaturen über 30 Grad trugen Jónsi und ein Großteil der Band langärmlige Jacken und legten diese auch zu keinem Zeitpunkt ab. Alle waren dabei dunkel und schlicht gekleidet, nur Jónsi fiel mit seiner Phantasieuniformsjacke etwas auf, auch wenn diese nicht so schillernd war wie beim Solokonzert. Zu den drei verbleibenden festen Bandmitgliedern hatten sich noch zwei weitere Musiker gesellt, die häufig die Instrumente wechselten. Dazu kamen noch je drei Streicher und Bläser im Bühnenhintergrund.


Die Kommunikation mit dem Publikum wurde eher klein geschrieben: Nur Jónsi sagte einmal etwas, und das konnten wir leider nicht verstehen. Beim Lied "Olsen Olsen" übernahm einer der Bläser den Querflötenteil des kürzlich ausgestiegenen Kjartan „Kjarri“ Sveinsson. Die Wiederholung dieses musikalischen Motivs am Ende des Songs fiel allerdings weg. Das Publikum reagierte am begeistertsten auf "Hoppípolla", das darauf folgende "Með Blóðnasir" sang Jónsi allein, alle anderen Musiker hatten kurzzeitig die Bühne verlassen. 


Nach "Festival" war dann der Hauptteil des Konzertes nach rund 80 Minuten zu Ende. Im Mai hatte der ebenfalls isländische Künstler Ólafur Arnalds bei seinem Wiesbadener Konzert erzählt, dass das italienische Publikum seine Begeisterung anders ausdrückt als das deutsche, und wir konnten uns von der Korrektheit dieser Aussage überzeugen: Erst wurde durchaus begeistert applaudiert, dann wartete man mehr oder weniger schweigend auf die Rückkehr der Band.

Diese kannte sich mit den lokalen Gewohnheiten sicher ebenfalls aus und kehrte auch ohne "Zugabe"-Rufe oder andauernden Applaus nochmals für zwei Songs zurück auf die Bühne - eigentlich eine ärmliche Zugabe, aber bei Sigur Rós dauern zwei Titel, wenn man "Svefn-g-englar" und "Popplagið" auswählt, gerne einmal insgesamt 25 Minuten.


Danach gab es keine weitere Zugabe, aber die Band kehrte ihrer eigenen Tradition entsprechend nochmals zurück auf die Bühne und verbeugte sich zum Abschied.

Für den Rückkehr in die Innenstadt - mittlerweile war es nach Mitternacht und der letzte Zug weg - hatten wir uns Plätze in einem vom Veranstalter eingesetzten Bus gebucht, der uns zurück an den Hauptbahnhof Termini fahren sollte. Das tat er dann irgendwann auch, aber erst, nachdem wir ein unorganisiertes Chaos überstanden hatten, in dem der Name jedes einzelnen Busgastes in einer alphabetischen Liste abgehakt werden musste. Die sich daran anschließende Fahrt im Nachtbus vom Bahnhof zum Hotel erwies sich dagegen als ausgesprochen effizient, zumindest im Hinblick auf die Geschwindigkeit. Immerhin haben wir - glaube ich - niemand überfahren.


Setliste:

Yfirborð
Brennisteinn
Glósóli
Vaka
Ísjaki
Sæglópur
Olsen Olsen
Hrafntinna
Varúð
Hoppípolla
Með Blóðnasir
Kveikur
Festival

Svefn-g-englar
Popplagið



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