Vegetarische Bratwürstchen sind meiner Erfahrung nach besonders schwierig zu kaufen. Im Supermarktregal sehen alle halbwegs identisch a...

Fleischeslust: Kampf der Bratwürstchen (Teil 1)


Vegetarische Bratwürstchen sind meiner Erfahrung nach besonders schwierig zu kaufen. Im Supermarktregal sehen alle halbwegs identisch aus, aber wenn man sie dann anbrät und probiert, zeigen sich immense Unterschiede - manche "Würstchen" sind wirklich kaum essbar, andere wiederum erstaunlich lecker.

So richtig kann ich mir aber leider nicht merken, welche Art Würstchen wie schmeckt, wie gesagt unterscheiden sie sich optisch meistens kaum voneinander. Also war es höchste Zeit für einen hochprofessionellen Test. Es traten an:

Kräuterknacker von Taifun (250 g für 2,79 Euro)
wie Bratwürstchen von Heirler (200 g für 2,79 Euro)
Bratknackies Bauern Art von Wheaty (150 g für 2,79)
"Bratwürstchen" aus Seitan von Alnatura (200 g für 3,49 Euro)

Oben Taifun, unten Heirler


Gekauft wurden alle Produkte bei Alnatura, bis auf die Heirler-Würstchen waren alle rein pflanzlich.

Im ersten Test traten die Würstchen von Taifun und Heirler gegeneinander an. Die Kräuterknacker bestehen aus 77 % Tofu, während die  Heirler-Würstchen als Hauptzutaten Rapsöl, Weizenstärke und Hühnereiweiß enthalten.

Angebraten wirkten beide Produkte optisch einigermaßen appetitlich, allerdings waren die Taifun-Würstchen extrem wabbelig geblieben. Das wirkte sich erheblich auf das Esserlebnis aus, das ziemlich unangenehm war. Dem gegenüber entpuppten sich die Heirler-Würstchen als relativ lecker - sie boten keine Geschmacksexplosion, hatten aber eine feine, nun,  Bratwurstnote.

War das schon der Höhepunkt der Möglichkeiten im Veggie-Würstchenbereich? Das wird der zweite Teil des Tests zeigen.


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Mit Tocotronic konnte ich eigentlich noch nie sonderlich viel anfangen. Von Ferne war mir die Band immer ganz sympathisch, aber für echte...

Sendeschluss: Tocotronic - Auf dem Pfad der Dämmerung


Mit Tocotronic konnte ich eigentlich noch nie sonderlich viel anfangen. Von Ferne war mir die Band immer ganz sympathisch, aber für echtes Interesse an ihrer Musik hat es bei mir nie gereicht. Das muss ich wohl nun ändern, denn anscheinend teile ich mit Sänger Dirk von Lowtzow eine wichtige Vorliebe: unsere nie endende Liebe zu Buffy the Vampire Slayer. Hier also das großartige Video zur neuen Single, das bei Fans wegen seiner Trashigkeit anscheinend Befremden ausgelöst hat. Die haben ja keine Ahnung!

Netter Song, furchtbares Video. Ähnliches hat man auf YouTube schon professioneller gesehen.
Weder Song noch Bildsprache reissen mich vom Hocker. Langeweile in Graugrün. Da lobe ich mir 'Junge uncut' von den Ärzten. Ähnliche Thematik, aber um Klassen besser (und humorvoller) umgesetzt… 
Das Video ein einziger Murks. 
Anyway, Berlin ist inzwischen fast so gut wie New York, Tocotronic inziwschen beinahe so schlecht wie .. keine Ahnung .. Und Buffy ist inzwischen hundert Jahre alt. Wir pfählen unsere Vampire jetzt selber. (Quelle für alle)

Allerdings muss ich den Viedomachern zuflüstern: Die "echte" Buffy hat bei Vampiren immer aufs Herz gezielt und nicht vage irgendwo in die Körpermitte! Nur dann zerfallen sie zu Staub!




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Als ich Ende 1992 für ein knappes Jahr nach London ging, war Suede dort gerade die hipste Band aller Zeiten. Tatsächlich brauchte ich dam...

Sendeschluss: Suede - Barriers


Als ich Ende 1992 für ein knappes Jahr nach London ging, war Suede dort gerade die hipste Band aller Zeiten. Tatsächlich brauchte ich damals Monate, bis ich überhaupt einmal ein Lied der Musiker zu hören bekam, lange vorher kannte ich schon Bilder und Artikel in Melody Maker und NME. Erstaunlicherweise enttäuschten mich Songs wie "The Drowners" und "Metal Mickey" trotz diesen großen Vorerwartungen dann nicht. Mit insgesamt drei Anläufen schaffte ich es sogar zu einem Suede-Konzert (beim ersten Mal fiel der Auftritt wegen Unregelmäßigkeiten beim Vorverkauf aus, beim zweiten Versuch konnte sich meine Gastfamilie nicht entscheiden, ob sie mich an dem Abend zum Babysitten brauchen würde oder nicht), das ebenfalls ziemlich beeindruckend war und nur darunter litt, dass neben mir eine hysterische Frau ununterbrochen "Bernaaaaaard!" kreischte.

Seitdem haben sich Suedes kreative Köpfe Brett Anderson und Bernard Butler verkracht und versöhnt, es gab einen Fankrieg gegen Blur, gemeinsame und getrennte Alben sowie das Kurzzeitprojekt "The Tears". Nach vier Soloalben von Brett Anderson erschien letzte Woche dann, über 20 Jahre nach dem großen britischen Hype, eine neue Single von Suede - allerdings nicht, wie ich zunächst vermutet hatte, in Originalbesetzung, sondern weiterhin ohne Butler.

Im März wird Suedes nun erstes Album seit 2002 erscheinen, "Bloodsports". Wenn man nach der zum Umsonst-Download zur Verfügung gestellten Vorabsingle "Barriers" geht, hat sich musikalisch bei. Suede nicht allzu viel geändert. Ich bin schon gespannt, wie mir "Bloodsports" letztlich gefällt.

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Bekanntermaßen lese ich ja seit über einem Jahr hauptsächlich auf dem Kindle, nichtsdestotrotz hat sich in den letzten Monaten zusätzlich ei...

Neulich vor dem Bücherberg

Bekanntermaßen lese ich ja seit über einem Jahr hauptsächlich auf dem Kindle, nichtsdestotrotz hat sich in den letzten Monaten zusätzlich ein alarmierender Berg von Büchern auf meinem "noch zu lesen"-Stapel realer Bücher entwickelt. Ich möchte sie ja durchaus gerne allesamt lesen, aber wann soll ich das bloß schaffen, wenn man berücksichtigt, dass wir hier von 5404 Papierseiten sprechen - und ich zusätzlich noch etwa dieselbe Menge ungelesene Literatur auf dem Kindle beherberge? Am besten ist es wohl, ich gebe meine Berufstätigkeit auf und widme mich komplett dem Lesen.


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Edekas vegetarische Frikadellen hatten mich ja bereits unbeeindruckt zurückgelassen , dennoch habe ich mich im Interesse der objektiven u...

Fleischeslust: Schnitzel vs. Currywurst


Edekas vegetarische Frikadellen hatten mich ja bereits unbeeindruckt zurückgelassen, dennoch habe ich mich im Interesse der objektiven und vollständigen Berichterstattung dazu entschlossen, auch die vegetarischen Schnitzel auszuprobieren. Nachdem kein Konkurrenzschnitzel zur Verfügung stand, trag unter dem Leitmotiv "Junk Food" in der anderen Ecke eine als Currywurst zubereitete Bratwurst von Veggie Life (erhältlich unter anderem bei Rewe) an.


Wie immer wirkten die "rohen" Produkte nicht sonderlich einladend. Die Schnitzel entsprachen der Größenordnung "winzig" und ließen durch ihre seltsame Form keinen Zweifel an ihrer Künstlichkeit. Die Würstchen sahen nicht besser oder schlechter aus, als das rohe Bratwürste eben tun.


Anders war das schon beim zubereiteten Produkt. Die Schnitzel wirkten unter den sie annähernd abdeckenden Zitronenscheiben zwar noch kümmerlicher als zuvor, aber ein bisschen Farbe hat ihnen sehr gut getan. Die Würste wurden durchs Anbraten und mit Ketchup anrichten auch um ein Vielfaches appetitlicher.


Im Geschmack konnten mich die Schnitzel nicht überzeugen, entpuppten sich aber immerhin als genießbarer als ihre Edeka-Frikadellenkollegen. Mit Zitrone ließen sie sich durchaus essen, boten aber den hier ebenfalls bereits vorgestellten Sojaschnitzeln keine ernst zu nehmende Konkurrenz, dafür waren sie zu weich und langweilig. Die Würste dagegen waren zwar ebenfalls nicht gerade geschmacksintensiv, aber in Konsistenz und Aroma durchaus angenehm. Ich werde sie demnächst noch einmal kaufen und ihnen eine echte, warme Currysauce gönnen.

Die Preise der Prudukte habe ich dieses Mal leider nicht notiert, ich recherchierte aber, dass die Schnitzel im Zweierpack - der von einer Person locker zu schaffen ist -  2,29 Euro kosten. Die Würstchen (drei Stück) dürften bei um die 3 Euro liegen.

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In der Simpsons -Folge "Der Knüppeltag" sollen, einer grausamen Tradition folgend, in ganz Springfield Schlangen erschlagen werden...

Keine Schlangenplage in Hausen: Maximilian Hecker in der Frankfurter Brotfabrik

In der Simpsons-Folge "Der Knüppeltag" sollen, einer grausamen Tradition folgend, in ganz Springfield Schlangen erschlagen werden. Die tierfreundliche Lisa will das verhindern, indem sie die Schlangen, die von tiefen Tönen angelockt werden, mit Musik ins Haus der Simpsons lockt und in Sicherheit bringt. Doch als sie in der Plattensammlung ihres Vaters nach geeigneter Musik sucht, findet sie dort nur Perlen wie "Alwin und die Chipmunks" und "Kastratenweihnacht". Schließlich kommt aber Barry White persönlich vorbei und singt etwas adäquat Tiefes für die Schlangen.



Irgendwie kam mir diese Geschichte in den Kopf, als mein Freund mir erzählte, dass Maximilian Hecker, der selbst nicht gerade durch sonderlich tiefen Gesang bekannt geworden ist, zurzeit mit Felix Räuber (dem Sänger von Polarkreis 18) auf Tournee sei. Würden die beiden um die Wette piepsen und die Schlangen rund um die Brotfabrik vertreiben?

Nach Sichtung eines tatsächlich recht piepsigen Youtube-Videos der Kollaboration, beschlossen wir, einfach die Probe aufs Exempel zu machen. Herrn Hecker hatten wir 2009 bereits einmal ohne Begleitung (und auch ohne Blogeintrag) im Frankfurter Mousonturm gesehen, damals war uns der Gesang zum Klavierspiel auf die Dauer etwas eintönig erschienen - eigentlich kann ich mich nur noch daran erinnern, dass das erste Lied mit einer Strumpfmaske vorgetragen wurde. Vielleicht würde ein weiterer Künstler auf der Bühne (dessen Musik ich ja bei all ihrer Sopranlastigkeit durchaus schätze) für mehr Abwechslung sorgen?


Als wir die Brotfabrik erreichten, waren dort im Zuschauerraum Stuhlreihen aufgestellt, die sich nach und nach mit etwa 100 Zuschauern füllten. Direkt neben uns in der ersten Reihe waren drei Stühle als reserviert markiert. Deren Inhaber bekamen die ehrenvolle Aufgabe, die etwa 100 Ikea-Teelichter auf der Bühne anzuzünden. Ob man sich dafür wohl hatte bewerben können?

Als die Lichter brannten, begann der Auftritt der beiden in schwarz gekleideten Künstler mit einem eingespielten Intro und "Mirage of bliss" (Part 1 gefolgt von Part 2). Hecker nahm dabei links am Flügel Platz, während Felix Räuber ihn an Gitarre, Keyboard und Glockenspiel begleitete (wobei das Glockenspiel vor seinem Einsatz erst noch gesucht und zusammengesetzt werden musste) und meist größere Gesangsparts übernahm - mal war es "nur" die zweite Stimme, dann eine ganze Strophe ("Whereabouts of love") oder auch der komplette Titel ("Birch"). Ebenfalls in sein Ressort fiel beinahe die gesamte Kommunikation mit dem Publikum.


So bekamen wir vor "Kate Moss" erzählt, dass es sich um eines von Räubers Lieblingsliedern handelt und dass er versucht habe, bei den Proben möglichst viele seiner Favoriten in die Setliste zu schummeln und sich darin größere Parts zuzuteilen. Die beiden kennen sich - das erfuhren wir etwas später - erst seit dem letzten April, weil Räuber damals im Sardinien-Urlaub Heckers letztes Album "Mirage of Bliss" angehört hatte und davon so beeindruckt war, dass er Kontakt aufnahm - woraus sich dann letztlich die jetzige gemeinsame Tournee entwickelte, für die Frankfurt erst die zweite Station darstellte. Amüsant fand ich, dass mit keinem Wort erwähnt wurde, dass Räuber ja selbst ein relativ bekannter Popmusiker ist. Vielleicht denkt jetzt der eine oder andere aus dem Publikum, dass Maximilian Hecker gerade mit einem verrückten Fan auf Tournee ist.


Seit kurzem gibt es Maximilian Hecker auch als Buchautor, und nach "The Forsakenness of raging love" wurde das Konzert für eine kurze Lesung des ersten Kapitels aus seiner Autobiographie "The rise and fall of Maximilian Hecker" unterbrochen - so erfuhren wir von Heckers Erlebnissen auf einer vom Goetheinstitut veranstalteten Welttournee. Das anschließende "If only I could see" trug Hecker dann allein am Flügel vor. Hier zeigte sich bei den leisen Stellen, dass über die rechte Lautsprecherbox leise ein Radio zu laufen schien. Als besonders störend empfand ich das nicht, fragte mich aber, ob dieser Soundeffekt Absicht oder ein Versehen sei. Tatsächlich handelte es sich, wie später erklärt wurde, um ein nicht lösbares Soundproblem der Brotfabrik.


Bei "Birch" sah es zunächst so aus, als werde Felix Räuber weiterhin nicht auf die Bühne, die er vor der Lesung verlassen hatte, zurückkehren, tatsächlich trug er dann aber die erste Strophe aus dem Publikum vor - wobei sich zeigte, dass er das sonst beim Gesang benutzte Mikrophon nicht wirklich benötigte. Auf "Birch" folgte dann das einzige von Felix Räuber geschriebene Lied des Abends, "Running out of time", dessen Gesang er ebenfalls allein bestritt. Danach war das Konzert auch beinahe schon vorbei, allerdings bekamen wir nach "Snow white" und "The whereabouts of love" noch zwei Zugaben präsentiert (das auf der Setliste vermerkte "Fool" wurde leider ausgelassen). Für "Head up high" tauschten die beiden Künstler die Plätze und Instrumente, bei "I'll be a virgin, I'll be a mountain" saß Hecker, nachdem er sich zunächst melodramatisch das Hemd aufgerissen hatte, nochmals allein am Flügel. Als Räuber noch kurz aus dem Publikum zu ihm eilte, um etwas zu fragen, sagte Hecker verwirrt "Oh, ich dachte, das sei ein Ordnungshüter!"

Anschließend machte des Kerzenteam die Teelichter wieder aus, und man hätte man sich noch von beiden Künstlern am Merchandise-Stand beraten lassen können, worauf wir aber verzichteten. Tatsächlich war der Konzertabend ausgesprochen schnell vorbei gegangen, und die Anwesenheit von Felix Räuber hatte zum einen dazu geführt, dass die balladeske Musik von Maximilian Hecker live abwechslungsreicher dargeboten werden konnte, zum anderen hatte der bei Hecker - sei es absichtlich oder nicht - stets ungelenk gehandhabte Bereich "Kommunikation" an Gewicht verloren. Sollte man also nicht gerade verzweifelt Schlangen einfangen wollen, kann ich die Konzerttournee des Duos durchaus empfehlen.



Setliste:

(Intro)
Mirage of bliss (Part 1)
Mirage of bliss (Part 2)
Summer days in bloom
Heavenlies
Silent, lucid flashes
Kate Moss
Treasure trove
The forsakenness of raging love
- Lesung -
If only I could see
Birch
Running out of time (Felix Räuber)
Snow White
The whereabouts of love

Head up high
I'll be a virgin, I'll be a mountain

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In der Leerlaufzeit zwischen den Jahren 2011 und 2012 versendete der NDR schnell eine kleine, feine Serie, von der er offensichtlich aus ...

Schotty putzt wieder: Die Rückkehr des Tatortreinigers


In der Leerlaufzeit zwischen den Jahren 2011 und 2012 versendete der NDR schnell eine kleine, feine Serie, von der er offensichtlich aus unbekannten Gründen wollte, dass sie so wenig Menschen wie möglich zu Gesicht bekommen würden. Die wenigen, die es dennoch geschafft hatten, den Tatortreiniger bei der Fernsehausstrahlung zu verfolgen, machten anschließend allerdings so viel begeisterten Rabatz, dass dieser zu etlichen Wiederholungen auf dem NDR und im Ersten führte, die Serie erhielt letztlich einen Grimmepreis für die Autoren und dazu sogar die höchste erreichbare Ehrung: Einen Beitrag in diesem Blog.

Nun hat der NDR eine zweite Staffel von ganzen drei Folgen produzieren lassen (die erste enthielt vier) und hat diese aus alter Gewohnheit in der Saure-Gurken-Zeit zu Jahresbeginn ohne große Ankündigung schnell spätabends an zwei Abenden hintereinander weggesendet. Wieder war es also sehr leicht, die Serie einfach komplett zu verpassen, aber immerhin konnte der Sender nicht umhin, sie in seine Mediathek einzupflegen, wo man die neuen Folgen momentan noch betrachten kann

Folge 6: Die Challenge
Folge 7: Schottys Kampf

Eine dritte Staffel wurde übrigens ebenfalls bestellt und wird dann zwei Folgen enthalten ... dass es eine fünfte Staffel geben wird, ist also anhand der bisherigen Folgen-pro-Staffel-Entwicklung unwahrscheinlich.

Mir ist es letzte Woche tatsächlich gelungen, die neuen Folgen im Fernsehen zu verfolgen. Wie gehabt begibt sich der von Bjarne Mädel verkörperte Schotty allein an die Orte von Gewalttaten und Unfällen, um in Anschluss an die Spurensicherung ordentlich zu putzen, und wiederum wird er dabei unablässig von Hinterbliebenen, Mitbewohnern, Kollegen oder gar dem Mörder des Opfers gestört, woraus sich immer wieder neue, skurrile Situationen ergeben.


In "Über den Wolken" begegnet Schotty zunächst der neugierigen Nachbarin einer vom Ehemann mit der Axt gemeuchelten Frau, doch gerade, als man vermutet, diese sei die Mithauptfigur der Folge, taucht plötzlich der Ehemann höchstpersönlich wieder am Tatort auf und bedroht Schotty mit einer Waffe. Diese Folge ist dadurch, dass sich Mörder und Geisel recht gut verstehen, und durch eine gemeinsame Rezitation von Reinhard Meys "Über den Wolken" herrlich skurril.


In "Die Challenge" ist die Putzaktion am Tatort eigentlich bereits erfolgreich beendet, da taucht die Exfreundin des Mordopfers auf und versucht, Schotty zu überreden, das Blutbad wiederherzustellen, damit sie aus einem tränenüberströmten Interview vor diesem Hintergrund Publicity schlagen kann. Das Mädchen entpuppt sich als Castingshowteilnehmerin auf dem absteigenden Ast, die sich ausschließlich in den aus solchen Sendungen bekannten Phrasen ausdrücken kann. Das später stattfindende Interview verläuft dann anders als geplant.


Das Unfallopfer in "Schottys Kampf" stellt sich als aktives Mitglied in einem Neonaziverein heraus. Der Tatort entpuppt sich als Hitler-Gedenksaal, der dem Putzmann kurzfristig die Sprache raubt, zumal ihn der beste Freund des Opfers mit seiner Ideologie zutextet. Als dann noch ein Bomberjackenträger der gröberen Sorte dazu kommt, um das Putzen zu beaufsichtigen, greift der zunächst verunsicherte Schotty zu drastischen Maßnahmen.

Meine Befürchtung, dass sich das Konzept der Serie - Schotty begegnet am Tatort irgendjemand Skurrilem und interagiert mit diesem - irgendwann totlaufen könnte, hat sich zumindest in den drei neuen Folgen nicht bewahrheitet, keine Folg ähnelt einer anderen. Am besten gefiel mir in dieser Staffel "Über den Wolken", weil hier das humoristische Timing einfach am perfektesten war und zudem keine Lehre transportiert werden sollte.

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Ausstellungen Hat dieser Listenwahnsinn jemals ein Ende? Ja, denn das hier ist der letzte Teil. Dieses Jahr war ich einigen Ausstellung...

My Year In Lists (10)

Ausstellungen


Hat dieser Listenwahnsinn jemals ein Ende? Ja, denn das hier ist der letzte Teil. Dieses Jahr war ich einigen Ausstellungen, allerdings auch nicht in wesentlich mehr als fünf. Aber das soll mich nicht daran hindern, sie in eine Reihenfolge zu bringen ...

5. Film Noir! - Deutsches Filmmuseum Frankfurt

Dank dieser Ausstellung weiß ich nun endlich, was genau einen Film Noir ausmacht. Die unterschiedlichen Elemente wurden an Beispielen sowohl aus Originalfilmen als auch aus von ihnen inspirierten aktuellen Werken gezeigt. Sehr anschaulich.



4. Edvard Munch: Der moderne Blick - Schirn Frankfurt

Munch habe ich in relativ jungen Jahren spontan zu meinem Lieblingsmaler erklärt. Diese Entscheidung musste ich zwischenzeitlich revidieren, finde aber nach wie vor, dass er extrem tiefgründige Bilder gemalt hat. Seit der Ausstellung weiß ich außerdem, dass Munch der Erfinder des "Kamera in der eigenen Hand"-Fotos war, dass man so häufig auf Facebook und anderswo sieht ...



3. Privat - Schirn Frankfurt

Über diese Ausstellung habe ich hier bereits ausführlich geschrieben. Ich konnte zwar nicht nachvollziehen, was uns die Zusammenstellung nun eigentlich genau zum Thema Privatsphäre sagen wollte, dennoch habe ich sie ziemlich beeindruckt verlassen.



2. Rankin - Show Off - NRW-Forum Düsseldorf

Auch zu Heidi Klums Lieblingsfotografen habe ich mich hier bereits ausführlich geäußert.



1. Andreas Gursky - Museum Kunstpalast Düsseldorf

Bei Gursky ist nicht einmal das Ausstellungsplakat im Netz verfügbar, auch die in meinem Artikel verlinkten Bilder aus dem Pressebereich werde ich nach einem Jahr löschen müssen. Als ob die Gefahr bestünde, dass sie jemand bei sich zuhause in 3 mal 6 Metern ausdruckt und dann an seine Wand hängt ... wie dem auch sei, die Ausstellung war toll.


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Singles 5. Sizarr - Purple Fried 4. Hot Chip - Flutes 3. Soulsavers - Longest Day 2. Lana del Rey - Born To Die ...

My Year In Lists (9)

Singles


5. Sizarr - Purple Fried



4. Hot Chip - Flutes



3. Soulsavers - Longest Day



2. Lana del Rey - Born To Die



1. The XX - Angels



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Fernsehserien Irgendwann werde ich mich wohl dem aktuellen Jahr zuwenden müssen, aber noch ist meine Rückschau auf 2012 nicht beendet. ...

My Year In Lists (8)

Fernsehserien


Irgendwann werde ich mich wohl dem aktuellen Jahr zuwenden müssen, aber noch ist meine Rückschau auf 2012 nicht beendet.

5. New Girl (2. Staffel)



Komisch, in der ersten Staffel ging mit Zooey Deschanel noch auf die Nerven, aber mittlerweile habe ich mich wohl an sie gewöhnt. So sehr, dass ich mich mehrfach dabei ertappte, mich auf neue Folgen der Sitcom zu freuen. Und das kostet in der Rückschau das sehr viel hippere Girls den 5. Platz.

4. True Blood (5. Staffel)


Längst zieht mich True Blood nicht mehr so sehr in seinen Bann wie in den ersten beiden Staffeln. Dennoch war der 5. Aufguss nach einem nervig-unlogischen Beginn erstaunlich spannend und unterhaltsam, was sicherlich viel damit zu tun hatte, dass Hauptfigur Sookie alleinstehend war und blieb.

3. Mad Men (4. Staffel)


Sowohl ästhetisch als auch emotional betrachtet spielt Mad Men einfach in einer völlig eigenen Liga. Hoffentlich hört die Serie eines Tages auf, bevor sie qualitativ nachlässt.

2. Game Of Thrones (2. Staffel)


Auch Game of Thrones konnte die ursprüngliche Qualität in der zweiten Staffel aufrecht erhalten, wobei ich mich frage, wie lange die immer komplexer werdenden Romane sich noch ins Fernsehen umsetzen lassen, ohne, dass man inhaltlich völlig abweichen muss. Egal, bislang ist alles prima.

1. Sherlock (2. Staffel)


Nur eine Serie konnte mich dieses Jahr mehr fesseln als Game Of Thrones, und das war die zweite Staffel von Sherlock (hier schrieb ich bereits darüber). Das hat möglicherweise auch damit zu tun, dass man uns wieder nur drei lausige Folgen gegönnt hat, von denen die letzte dazu noch mit einem gigantischen Cliffhanger endet. Ich muss doch wissen, wie es weiter geht!

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Nagellack Auch dieses Mal habe ich mir wieder eine Quatschkategorie ausgedacht, die es wohl nicht in den jährlichen Wiederh...

My Year In Lists (7)

Nagellack


Auch dieses Mal habe ich mir wieder eine Quatschkategorie ausgedacht, die es wohl nicht in den jährlichen Wiederholungsturnus schaffen wird ... aber wer weiß?
So meine naiven Worte im letzten Jahr. Der Nagellackkategorie geht es nämlich prima! Hier die Knaller von 2012:

5. Revlon - Facets of Fuchsia


4. OPI - Live And Let Die


3. Chanel - Lotus Rouge


2. OPI - The Spy Who Loved Me


1. Deborah Lippmann - Lady Sings The Blues




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Bücher 2012 war für mich ein gutes Lesejahr, ich habe etliche interessante Bücher und Autoren entdeckt. Darüber hinaus war 2012, zumindest...

My Year In Lists (6)

Bücher

2012 war für mich ein gutes Lesejahr, ich habe etliche interessante Bücher und Autoren entdeckt. Darüber hinaus war 2012, zumindest in Bezug auf die unten stehenden Top 5, auch ein unglaublich günstiges Lesejahr, für diese Bücher habe ich nämlich, wie mir eben erstaunt klar wurde, insgesamt 99 Cent bezahlt.

5. Die Flüsse von London - Ben Aaronovitch

Ein Geschenk, dessen Lektüre ich ein wenig besorgt entgegen sah, da sich der Klappentext ein wenig nach Harry Potter-Abklatsch anhörte. Tatsächlich ist der Roman (der den ersten in einer Reihe von bislang drei Bänden darstellt) aber gleichermaßen originell wie unterhaltsam. Ein junger Polizist entdeckt eines Tages, dass er zaubern kann, und wird daraufhin in eine spezielle Abteilung versetzt, die sich ausschließlich mit übernatürlichen Verbrechen beschäftigt. Die Verknüpfung des gegenwärtigen London, des regulären Polizeialltags und der magischen Parallelwelt funktioniert dabei ausgesprochen gut. Band zwei kenne ich ebenfalls, auf Band drei freue ich mich schon.



4. 1Q84 - Haruki Murakami

Es war mir stets ein wenig peinlich, noch nie etwas von Murakami gelesen zu haben. Dank amazon, die die Kindle-Version der ersten beiden Bände von 1Q84 irgendwann verschenkten, hat sich das nun endlich geändert. Zunächst wusste ich überhaupt nicht, wie dies seltsame Geschichte über eine einsame Auftragsmörderin, einen traumatisierten Ghostwriter, eine geheimnisvolle Autorin und eine seltsame Sekte mit mir hinwollte, aber irgendwann zog sie mich dann doch völlig in ihren Bann. Und seitdem bin ich immer leicht beruhigt, wenn ich am Nachthimmel nur einen Mond sehe.



3. Tschick - Wolfgang Herrrndorf

Tschick des leider schwer kranken Wolfgang Herrndorf erzählt eine Geschichte, die man so oder ähnlich schon aus etlichen Filmen kennt: Zwei Jungen, Außenseiter, wissen in den Sommerferien nichts mit sich anzufangen und beschließen, mit einem geklauten Auto durch die Gegend zu fahren. Unterweg begegnen sie vielen seltsamen Menschen, geraten in Gefahren und werden letztlich erwachsener. Diese Variation des bekannten Themas entpuppte sich als überaus lesenswert, zumal die konkreten Ereignisse dann doch sehr unerwartet sind.



2. The Sense of an Ending - Julian Barnes

Julian Barnes ist ein Autor, bei dessen Werken mich stets der Verdacht beschleicht, dass ich sie nicht wirklich begreife. The Sense of an Ending, das ich geschenkt bekam, ist aber ein erfreulich einfach verständlicher Roman, zumindest für Barnes-Verhältnisse. Es geht um Lebenslügen und unterschiedliche Versionen von Erinnerungen an die Vergangenheit - eine Geschichte, die lange im Gedächtnis bleibt und einen auch anregt, eigene Erinnerungen hinsichtlich ihrer Objektivität zu hinterfragen.



1. A Visit from the Goon Squad - Jennifer Egan

Jennifer Egans Episodenroman über lose verknüpfte Figuren auf verschiedenen Zeitebenen erinnert in seiner gleichermaßen komplexen wie dann doch durchschaubaren Struktur an David Mitchell - was in aus meinem Mund stets ein Kompliment ist. Es ist schwer, zu erklären, worum es im Werk als Ganzes geht: Letztlich wohl einfach ums Altern, die Tatsache, dass Lebenswege häufig anders verlaufen, als man das hätte erwarten können und die Endlichkeit von allem. Ein tolles Buch, für das man durchaus viel mehr ausgeben kann als die 99 Cent, die es als Sonderangebot kostete.




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