Frankfurt Vegetarisch (13): Le Crobag

U.
Seit ich im letzten Mai weggezogen bin, hat sich in Frankfurt einiges für Vegetarier und besonders Veganer getan. Diese Neuerungen scheinen sich hauptsächlich in der Umgebung des Supermarkts Veganz zu sammeln, denn in Bornheim gibt es mittlerweile gleich zwei vegane Restaurants.

Aber auch an weniger alternativen Orten verändert sich etwas. Die Brötchenkette Le Crobag bietet seit neuestem zwei vegan belegte Baguettes an. Das Angebot ist noch nicht bundesweit erhältlich, sondern ein Test: Nachdem man die Snacks zunächst nur in Berlin kaufen konnte, gibt es sie nun bundesweit in fünf Städten - und eine der Testfilialen ist im Frankfurter Hauptbahnhof (es handelt sich um die in der Nähe von Gleis 12).


Ich komme an diesem Stand an jedem Wochentag zweimal vorbei, deshalb konnte ich bereits beobachten, dass die beiden Baguettes morgens häufig ausverkauft, abends aber eigentlich stets reichlich vorhanden sind. Offenbar decken sich die vegan interessierten Kunden vor allem morgens auf dem Weg ins Büro ein.

Ich selbst bin ja keine Veganerin und außerdem recht begeistert von den Tomate/Rucola/Parmesan-Ficelles, die Le Crobag ebenfalls anbietet. Dennoch sympathisiere ich mit der Idee eine komplett tierproduktfreien Ernährung und möchte sowohl die Menschen, die sich darauf einlassen, als auch die kommerziellen Anbieter, die sich mit diesem Thema beschäftigen, unterstützen. Darüber hinaus bin ich auch einfach neugierig. Deshalb habe ich mittlerweile beide Baguettes probiert.

Das Baguette mit Kräuteraufstrich und Gurke kostet 2,95 Euro: Nicht wahnsinnig günstig, aber im sonstigen Produktsortiment von Le Crobag auch nicht auffällig teuer. Geschmacklich hatte ich an ein Gurkenbaguette keine riesigen Erwartungen, tatsächlich gibt der Kräuteraufstrich der Sache aber so viel Würze, dass das Endergebnis überraschend angenehm schmeckt. Bei meinem Test machte außerdem das Baguette selbst - man hat die Wahl zwischen hell und dunkel - einen ausgesprochen frischen Eindruck.


Baguette Nummer zwei mit Basilikumtofu und Tomate schlägt mit 3,60 Euro zu Buche. Ich bin normalerweise keine allzu große Freundin von "nacktem" Tofu und hatte wiederum mit etwas eher Fadem gerechnet. Tatsächlich schmeckt das Baguette, auf dem auch ganze Basilikumblätter liegen, aber in etwa wie eines mit Mozzarellatomaten. Auch der zweite Geschmackstest fiel also durchaus positiv aus.

Es bleibt abzuwarten, ob die veganen Snacks in Frankfurt dauerhaft erhältlich bleiben oder gar ins reguläre, bundesweite Sortiment aufgenommen werden. Mir persönlich würde das auf jeden Fall gefallen.

Sendeschluss: Casper - Alles endet (aber nie die Musik)

U.

Ach ja, dieser Casper. Früher fand ich seine Stimme so unerträglich, dass ich mich mit seiner Musik nicht weiter beschäftigen wollte. Seit der Veröffentlichung des Albums "Hinterland" hat der Rapper sich aber dem Indierock stark angenähert und singt sogar ein wenig (so gut er eben kann). Das macht die Sache mit der Stimme zwar nicht besser, aber eines steht fest, seine Texte sind gut.

Das Video zu "Alles endet" ist eine filmische Fortsetzung von "Hinterland" und handelt von einem desaströs fehlgeschlagenen Tankstellenüberfall.

Fleischeslust: Paprika Veggie Gulasch

U.

Als mein Freund ein veganes Fertiggulasch von Veggie Life mit nach Hause brachte, war ich überrascht: Tatsächlich kenne ich solche Gulaschvariationen bereits (dasselbe oder ein sehr ähnliches hat auch Aldi im Sortiment). Ich mag sie auch ganz gerne. Mein Freund dagegen konsumiert Gulasch zwar mit und ohne Fleisch, aber ausschließlich als Gulaschsuppe.

Wenn man die Plastikpackung öffnet, wirkt ihr Inhalt zunächst nicht gerade appetitlich, aber als regelmäßige Konsumentin vegetarischer Fertigprodukte bin ich daran gewöhnt und erwarte es eigentlich auch nicht anders.


Eigentlich müsste man den Verpackungsinhalt lediglich erhitzen und mit der Beilage seiner Wahl servieren. Möchte man aber wie wir eine Gulaschsuppe, brät man zunächst eine Zwiebel an, fügt mit dem Gulasch noch eine Paprika und eine Kartoffel (beides natürlich geschnitten) hinzu und füllt dann mit Gemüsebrühe auf. Dann kocht man das Ganze, bis die Kartoffel weich ist, schmeckt eventuell noch einmal ab und ist fertig.


Das Gulasch ist sowohl in seiner Reinform als auch in der Suppenvariante relativ ölig - wobei dieser Umstand durch das Verdünnen gebessert wurde. Gegen den Geschmack der Suppe ließ sich rein gar nicht einwenden: würzig, leicht scharf und sehr lecker. Die "Fleischstücke" sahen realistisch aus und schmeckten angenehm. Insofern würde ich diese Zubereitungsart verglichen mit dem reinen Fertiggericht zukünftig bevorzugen.

Vor ein paar Tagen habe ich übrigens eine "echte" vegane Fertiggulaschsuppe gekostet, aber dazu später mehr.


Sendeschluss: Chris Garneau - Winter Song #1

U.

Zugegeben, in den letzten Tagen bewegten sich hier die Außentemperaturen manchmal um null Grad, aber so richtige Wintergefühle wollen dennoch nicht aufkommen. Herr Garneau hat allerdings ein ganzes Album zum Thema Winter aufgenommen, das man sich bei Bedarf besorgen kann - in digitaler Form, denn die physische Platte erscheint erst im April. Hoffentlich bedeutet das nicht, dass dann Schnee liegt!


Die Band, ihr Produzent und der Stau: Slut im Kölner Gebäude 9

U.

Ich habe hier ja bereits mehrmals geschrieben, dass es so verblüffend einfach ist, von Frankfurt aus am Feierabend mal eben schnell nach Köln zu düsen. Der Nachteil dieser Vorgehensweise: Sitzt man einmal im schnellen ICE, kann man nicht mehr umplanen. Und so konnte ich mit der erst am Montag unterwegs erhaltenen Information, dass Slut wegen Stauproblemen erst eine Stunde später auftreten würden, wenig anfangen und befand mich letztlich viel zu früh im unwirtlichen Köln Deutz, wo einen die Bundesbahn per Zugdurchsage sogar darauf hinweist, man solle, während der Zug dort hält, auf seine Wertsachen achten! Als nach einem langen Fußmarsch zum Gebäude 9 dort mein Versuch, die zugesicherten Gästelistenplätze einzufordern, ebenfalls scheiterte, konnte meine Laune kaum noch schlechter werden.


Zum Glück klappte das mit der Gästeliste später dann doch noch, und bald konnte ich den Ärger vergessen und mich auf die Vorband konzentrieren. Moment. Vorband? War dieser Typ nicht von Slut? Nun, jein. Bereits bei ihrem Wiener Konzert im letzten Jahr waren Slut mit dem Produzenten Tobias Siebert aufgetreten, der damals den abwesenden René Arbeithuber vertrat. Siebert ist selbst Sänger und Gitarrist bei Klez.e und Gitarrist bei Delbo, dieses Mal trat er aber als das Soloprojekt And The Golden Choir auf. Das Konzept der Auftritts war, dass Siebert für jeden Song eine andere, sicherlich individuell hergestellte Schallplatte auf dem mitgebrachten Plattenspieler vorspielte, wobei auf der laut knisternden Platte (das Knistern war sicher Absicht) einige Instrumente bereits eingespielt waren, die restlichen (im allgemeinen Gitarre oder Klavier) übernahm er dann live selbst und sparte sich so die Bandbegleitung. Die Musik an sich, insbesondere der im Gegensatz zu Sieberts anderen Bands englischsprachige Gesang, erinnerte mich an Radiohead. Durchaus angenehm, aber auch nicht weltbewegend.


Siebert war dann wenig später auch bei Slut wieder mit von der Partie, so dass die Band zu sechst war.  Ein weiteres Wiedersehen gab es mit einem "Musikkasten", den die Band zwar nicht in Wien, wohl aber 2011 in Mannheim dabei gehabt hatte, außerdem waren auch Chimes, wie ich sie kürzlich erst beim Erdmöbel-Weihnachtskonzert gesehen hatte, zu sehen, sowie Rasseln in allen vorstellbaren Formen und Größen.


Hinter der Band waren mehrere Bilderrahmen aufgehängt worden, die beim ersten Song, "Silk Road Blues", noch leer zu sein schienen, in die bei folgenden Liedern aber so einiges (Portraits, Schwarzweißfilme, grafische Muster) projiziert wurde. Nach "Silk Road Blues", das sich durch einen unheimlich langen Instrumentalteil auszeichnete, folgten fünf weitere Songs der aktuellen Albenveröffentlichung "Alienation". Bei "Anybody have a Roadmap" wiederholte sich die bereits in Wien erlebte Situation, dass sämtliche Bandmitglieder wie wild trommelten und dabei an Radioheads Livedarbietung von "There there" erinnerten.


Sänger Christian Neuburger erklärte, man habe bei den Aufnahmen für "Alienation" eigentlich mit fünf verschiedenen Produzenten arbeiten wollen, die je zwei Songs "bekommen" hätten. Die Zusammenarbeit mit Tobias Siebert sei aber so gut gelaufen, dass man letztlich fünf Songs mit ihm aufgenommen habe, er sei auch maßgeblich für die bei Slut neuen "Computergeschichten" verantwortlich. Siebert wirkte auch sehr vertraut mit der Band und eigentlich selbstbewusster als bei seinem Soloauftritt, wenn er mit Slut Gitarre spielte, sang, rasselte, den Tamburin schwang, am Equipment herumschraubte oder, bei "All show", zum Banjo griff.


Nach der Single "Remote Controlled" erklärte Neuburger, der Abend sei in verschiedene Abschnitte unterteilt und der "Alienation" zugedachte sei hiermit weitgehend beendet, es folge nun "ein Exkurs in die Vergangenheit" - nämlich zunächst "Andy" vom Konzeptalbum "Lookbook", dem zwei weitere, beinahe komplett instrumentale Stücke von dieser Platte folgten.


Auch zum Thema Köln hatte Neuburger etwas zu erzählen: Die Band habe früher eine Kölner Plattenfirma gehabt, was nun glücklicherweise vorbei sei. Diese hatte einen Marketingexperten nach Ingolstadt geschickt, der erst darum gebeten habe, bayerisch essen zu gehen - um sich dann ein Wiener Schnitzel zu bestellen. Anschließend habe er der Band geraten, sich in "Slut aus Ingolstadt" umzubenennen und deutsche Texte zu Coldplay-Melodien zu singen.

Wenn ich auch rein gar nichts gegen die aktuellen Slut-Songs habe, freute ich mich doch insbesondere über Altes, Bekanntes, das in Wien nicht gespielt worden war, nämlich vor allem "Why Porquoi", aber auch "Homesick".


Das Set endete mit "Reminder" und "Holy End", bei letztem kam dann auch, wie bereits in Wien gesehen, wieder der Drumstick als Gitarren"bogen" zum Einsatz. Auch bei den Zugaben griff man zunächst auf dieselben Songs zurück, nämlich "Mackie Messer" und "Easy to love" - allerdings gab es anschließend noch eine Überraschung, denn es folgte noch ein nach eigenen Angaben lange nicht mehr live gespieltes Lied: "Hope".

Für mich, die noch einen weiten Heimweg vor sich hatte und wegen des verzögerten Konzertbeginns sowieso spät dran war, um vor dem folgenden Arbeitstag noch ein paar Stunden Schlaf abzukommen, war es nun höchste Zeit, aufzubrechen. Aber trotz der Ärgernisse des früheren Abends und der dann wie erwartet kurzen Nacht war auch dieser vierte Slut-Konzertbesuch ein schönes Erlebnis.


Setliste (Quelle Konzerttagebuch):

Silk road blues
Anybody have a roadmap
Broke my backbone
Never say nothing
All show
Remote controlled
Andy
Big mistake
Swingquest
Alienation
If I had a heart
StillNo1
Stagged and torn
Why pourquoi (I think I like you)
Homesick
Reminder
Holy end

Die Moritat von Mackie Messer
Easy to love
Hope

Sendeschluss: Moscow Metro - Spirit Of A City

U.

Nachdem ich gestern auf das diesjährige Maifeld Derby verwies, ist es heute an der Zeit, eine der weniger bekannten Bands vorzustellen, die dort auftreten werden. Moscow Metro stammen aus Irland und haben erst zwei Singles veröffentlicht, diese hier untermalt aber gleich einmal den Trailer zum Festival.

Die Veranstalter scheinen von der Band also mehr als überzeugt zu sein, ich bin gespant, ob das auf das Derbypublikum ebenfalls zutreffen wird.






Maifeld Derby: The Same Procedure as Every Year

U.
Neues Jahr, neues Maifeld Derby. Bereits letztes Jahr, als mir das schlechte Wetter des ersten Tages und einige organisatorische Schwächen die Laune etwas vermiesten, hatte ich am Ende meiner Berichterstattung prognostiziert, dass ich bei den gnadenlos billigen "Scheuklappen-Tickets" für 2014 dann doch wieder schwach werden würde.

Das kleine Festival wächst und wächst: Bereits letztes Jahr erstreckte es sich über drei (statt vorher zwei) Tage. Das wurde für 2014 beibehalten und zudem die Preise erhöht - wobei bei (billigstenfalls) 45 Euro für ein dreitägiges Festival ja extrem wenig nörgeln kann.


Mittlerweile wurden auch die ersten Acts bestätigt, in diesem Jahr sind unglaublicherweise The National mit von der Partie! Mit Get Well Soon hat der Festivalorganisator seine eigene Band verpflichtet, aber nachdem diese seit dem Festivaldebut vor drei Jahren nicht Teil des Lineups waren, freue ich mich auch auf dieses Wiedersehen sehr.

Seit kurzem sind die verbilligten Tickets (sicherlich auch dank The National) ausverkauft, reguläre Eintrittskarten kosten nun ohne Camping 61,50 Euro - was bei 60 Künstlern ja immer noch mehr als vertretbar ist, zumal ein Einzelticket für The National in Köln einige Tage später bereits 42 Euro kostet.


Weitere Bestätigungen folgen noch, wobei ich befürchte, dass auch Judith Holofernes unter den noch zu bestätigten Künstlern sein könnte - sie tritt nämlich vorab im April im Rahmen eines "Derby Konzerts" in Heidelberg auf, und die meisten Bands, die ein solches geben, finden sich, dank identischem Veranstalter, früher oder später auch beim Festival ein. Ich hoffe einmal, dass ich mich umsonst sorge, sonst packe ich einfach einen Karton Eier ein.

Bereits bestätigt sind auch Motorama, große Favoriten unter anderem meiner Kollegen beim Konzerttagebuch - ich hoffe, dass live dann vielleicht auch bei mir der Funke überspringt. Über Girls from Hawaii (Platz 13 in den Platten vor Gericht-Jahrescharts) habe ich ebenfalls schon Gutes gehört.





Lego Will Find Me

U.
Es ist Zeit, mal wieder über Lego zu sprechen. Diese Woche eröffnete Christoph eine Facebook-Seite für seine putzigen Lego-Plattencover. Hier seine Version vom Cover meines Albums des Jahres:




Der aktuelle Musikexpress stellt aber eine weitere Variante derselben Idee vor: Harry Heaton baut auch Cover aus Lego, allerdings aus den winzigen "Einersteinen". Die Ergebnisse wirken durch die "Pixelgröße" unscharf und erinnern mich ein wenig an Haut in Roy Lichtenstein-Bildern. Übrigens: Wenn man auf dem Tumblr-Blog auf "Archive" klickt, werden per Mouseover-Effekt die Künstler und Alben angezeigt.

Hier ein paar Beispiele:






My Year In Lists (10)

U.

Singles


Aus! Vorbei! Schluss mit dem ewigen in die Vergangenheit sehen! 2014 findet nun bereits seit einer knappen Woche statt, morgen fahre ich zum ersten Mal wieder ins Büro, also höchste Zeit, die Jahresrückblicke Jahresrückblicke sein zu lassen und sich auf die Zukunft zu konzentrieren.

Meine Jahrescharts schließe ich heute noch schnell mit meinen Songs des Jahres 2013 ab.

5. Daft Punk - Get Lucky



4. Prag - Bis einer geht



3. Franz Ferdinand - Love Illumination



2. Sin Fang - Young Boys



1. Woodkid - I Love You


My Year In Lists (9)

U.

Filme

Wie gestern bereits erwähnt, laufen die Fernsehserien den Filmen langsam den Rang ab. Ob es daran liegt, dass ich 2013 kaum erwähnenswerte Kinoerlebnisse hatte? Oder habe ich mich einfach für die falschen Streifen entschieden? 

5. Thor - The Dark World


Hm. Irgendwie wurde für meinen Geschmack etwas zu viel albern gemetzelt, außerdem waren die Gegner, die das Universum zerstören wollte, recht uninteressant. Aber Thors Bruder Loki war samt Thor selbst und Jane Foster, dann doch unterhaltsam genug, um sich Rang 5 zu sichern.

4. The World's End


Das Ende der "Cornetto-Trilogie", deren vorangegangene Teile Sean of the Dead und Hot Fuzz sind, dreht sich eigentlich um eine Sauftour voneinander entfremdeter Jugendfreunde im ehemaligen Heimatort. Was sich dann entwickelt, überrascht völlig, was die Tatsache, dass die Handlung recht seltsam endet, aufwiegt.

3. Gravity


Ich muss gestehen, diesen Film nicht in 3D gesehen zu haben, was in diesem Fall ausnahmsweise sicherlich sinnvoll gewesen wäre. Dennoch bietet der Überlebenskampf von Astronauten, die für den Großteil der Handlung frei durchs All schweben, visuell unglaublich viel. Kino ist ja grundsätzlich (auch) dazu da, einen in Welten zu versetzen, die man anders nie erleben könnte. Hier klappt das definitiv.
 
2. Django Unchained

Diesen Film sah ich erst zwischen den Jahren, und die historische Korrektheit dürfte nahe bei der von Inglorious Basterds liegen, zu dem es auch sonst auffällige Parallelen gibt.Dennoch kann man nicht abstreiten, dass Quentin Tarantino es schafft, extrem unterhaltsame Filme zu machen - und in einem schwachen Kinojahr reicht das für Rang 2.

1. Star Trek: Into Darkness


Mit der alten Enterprise-Fernsehserie konnte ich gar nicht sonderlich viel anfangen, aber der Relaunch von J.J. Abrams konnte mich bereits mit dem ersten Teil überzeugen. Auch diese Fortsetzung war, nicht zuletzt dank Benedict Cumberbatch, mit dessen Einsatz man zurzeit als Filmemacher ja nichts
falsch machen kann, ein Genuss.

My Year In Lists (8)

U.

Fernsehserien


Es ist ja schon ein wenig abgedroschen, zu behaupten, dass Fernsehserien hinsichtlich Qualität und Bedeutsamkeit die neuen Kinofilme seien, aber das macht diese Aussage nicht weniger richtig. Am 1. Januar 2014 konnte man - wenn man denn Zugriff auf die BBC hatte - sowohl die erste Folge der 3. Staffel von Sherlock genießen als auch per NDR-Mediathek eine brandneue Folge des Tatortreinigers ansehen. Es sieht also ganz so aus, als würde auch das aktuelle Jahr serienmäßig ein gutes. Aber zurück zu 2013, als keine der genannten Serien lief, dafür aber jede Menge anderes Tolles.

Die hier in den letzten Jahren eigentlich standardmäßig in den Top 5 vertretenen Mad Men, True Blood und Dexter habe ich übrigens 2013 allesamt nicht geschaut. Da gilt es wohl, noch einiges aufzuholen.

5. Homeland (1. Staffel)


Mit der Entdeckung von Homeland war ich zweifellos ein wenig spät dran, ich  kenne auch erst eine Staffel, obwohl selbst im deutschen Fernsehen bereits die zweite lief. Wie Mad Men schafft die Serie den seltsamen Trick, das Interesse der Zuschauer an Figuren zu wecken, die allesamt nicht sonderlich sympathisch sind, aber dennoch nachvollziehbare Gefühlswelten bewohnen. Dass die Handlung extrem spannend ist und exzellent gespielt wurde, schadet natürlich auch nicht.


4. The Fall (1. Staffel)


Die einzige britische Serie in den Top 5. Nachdem so viele englische Schauspieler in letzter Zeit überzeugend Amerikaner gespielt haben (ich denke etwa an die Hauptrollen in Homeland, The Walking Dead, Sons of Anarchy und natürlich Dr. House), macht Gillian Anderson es einfach umgekehrt und spielt eine kaltblütige englische Kommissarin, die in Nordirland einen Frauenmörder jagt. Der Zuschauer weiß dabei mehr als die agierenden Personen, was unglaublich frustrierend ist, wenn der Mörder wieder einmal davon kommt. Eine zweite Staffel wird im kommenden Jahr gedreht.

3. The Walking Dead (1. und 2. Staffel)


Wieder eine Serie, mit der ich spät dran bin. Tatsache ist aber, dass ich Zombies unglaublich gruselig finde und mich deshalb lange Zeit nicht überwinden konnte, diese von allen Seiten gelobte Serie zu schauen. Nun hat es doch noch geklappt, und ich muss sagen, dass es die richtige Entscheidung war, die eigenen Ängste beiseite zu lassen. Plausible Handlungsstränge, überraschende Wendungen, die nachvollziehbare Vermittlung einer völlig kaputten Welt ... brilliant.

2. Hannibal (1. Staffel)


Tja, in den meisten guten Serien von 2013 litt man beim Zusehen ordentlich mit, das gilt auch insbesondere für Hannibal. Im Prequel der bekannten Kinofilme weiß nur der Zuschauer, dass Hannibal Lecter ein eiskalter Mörder und Kannibale ist, alle anderen halten ihn für einen untadeligen Psychologen. Mads Mikkelsen spielt den Psychopathen unglaublich gut, und den armen Will Graham (Hugh Dancy, wieder so ein englischer Schauspieler), dem es unter Hannibals "Fürsorge" stetig schlechter geht, möchte man am liebsten persönlich retten.

1. Game Of Thrones (3. Staffel)


Auch bei Game of Thrones fiel das Zusehen in diesem Jahr schwer, wenn die Hauptfiguren nicht nur verraten, sondern häufig auch gleich ermordet wurden. Selbst bei Vorabkenntnis der Romane waren einige Szenen, allen voran die berühmte "Red Wedding", schwer zu ertragen. Dennoch wie immer phantastisch und mit 10 Folgen viel zu kurz. Hodor!

My Year In Lists (7)

U.

Bücher


Dank der Seite Goodreads, die es einem ermöglicht, Bücher und Lesefortschritte sowie Buchbewertungen festzuhalten, weiß ich genau, dass ich 2013 insgesamt 36 Bücher vollendet habe. Viele davon, nämlich die Hälfte, waren Hörbücher, aber selbst nach deren Abzug verbleiben 18 Bücher, die ich in gedruckter Form fertig gelesen habe. Ganz ordentlich, finde ich.

Nachdem für 2014 keine Reduktion der Zeit zu erwarten ist, die ich in Zügen verbringe, werden es dieses Jahr wohl eher noch mehr werden. Das ist doch mal ein netter Nebeneffekt der Pendelei.

5. The Screaming Staircase - Jonathan Stroud (deutsch: Die seufzende Wendeltreppe)

Jonathan Stroud hat es mit seiner Bartimäus-Buchreihe schon zweimal in meine Jahresendcharts geschafft (hier und hier), nun hat er eine neue Serie begonnen, in der es, wir ahnen es, um übernatürliche Vorgänge in London geht. Wie schon bei Bartimäus ist das geschilderte Gegenwartslondon des Buches anders als das reale. In diesem Fall haben sich aus bislang unbekannten Gründen Geister zu einer gefährlichen Plage entwickelt, und nur Jugendliche sind in der Lage, sie zu bekämpfen. Fall Nummer eins war spannend, besonders interessiert mich aber die sicherlich in folgenden Episoden zu klärende Frage, was es grundsätzlich mit den Geistern auf sich hat.



4. A Madness Of Angels - Kate Griffin

Schon wieder, und nicht zum letzten Mal in dieser Liste, Übernatürliches aus London. In diesem Fall kehrt der Magier Matthew Swift von den Toten zurück, ist nicht mehr ganz er selbst und sucht zum einen nach seinem Mörder und zum anderen nach dem Grund für seine Auferstehung. Auch Kate Griffin schafft es in ihrer bislang vierbändigen Buchreihe sehr erfolgreich, das reale London und dessen Merkwürdigkeiten mit durchaus plausiblen magischen Elementen zu verknüpfen - etwa, wenn es um den magischen Nachtbus geht, der überall hinfährt, aber nur dann kommt, wenn es regnet, man völlig verzweifelt ist und der Abstand zwischen Fahrgast und Haltestelle erheblich ist. Leider gibt es die Bücher (noch?) nicht auf Deutsch.



3. Wolf Hall - Hilary Mantel (deutsch: Wölfe)

Endlich einmal etwas offensichtlicher Intellektuelles in dieser Liste: Die zweifache Booker-Prize-Gewinnerin Hilary Mantel schildert in Romanform die Ereignisse rund um Englands Austritt aus der katholischen Kirche. Hauptfigur ist der in Erzählungen über diese Zeit meist als Bösewicht dargestellte Thomas Cromwell, der bei Mantel ein missverstandener Intellektueller und Wohltäter ist. Ich bin normalerweise gegen historische Roman allergisch, aber das hier ist eine völlig eigene und zurecht preisgekrönte Liga.



2. Beat the Reaper - Josh Bazell (deutsch: Schneller als der Tod)

Das einzige Buch meiner Top 5, das nicht in London spielt! Aber in New York ist es ja auch sehr schön ... Peter Brown wollte als Jugendlicher eigentlich nur wissen, wer seine Großeltern ermordet hat, geriet dabei versehentlich in die Mafia und wurde dort zum Superkiller. Dank Zeugenschutzprogramm ist er in der Gegenwart des Romans Arzt, wird aber von seiner Vergangenheit immer wieder eingeholt. Ein überraschender Roman, der auf vielen Ebenen Stärken aufweist: Neben der offensichtlich spannenden Handlung gibt es auch Humor, interessante Figuren und überraschende Informationen via Fußnoten. Schade, dass die Fortsetzung das Niveau nicht halten konnte.



1. The Rook - Daniel O'Malley (nicht auf Deutsch erhältlich)

Ein Roman, den ich nur las, weil seine Inhaltsbeschreibung so spannend klang und er als "Kindle Deal des Tages" angeboten wurde. Wieder einmal sind wir im London der Gegenwart. Eine Frau kommt zu Bewusstsein und weiß nicht, wer sie ist und was passiert ist. Sie ist umgeben von Toten mit Gummihandschuhen, die sie offenbar angreifen wollten. In der Manteltasche findet sie einen Brief mit Basisinformationen zu ihrer Person - offenbar geschrieben von sich selbst. Sie muss den Anweisungen, die sie selbst vor ihrer Amnesie geschrieben hat, folgen, und entdeckt dabei Menschen mit übernatürlichen Fähigkeiten, zu denen sie selbst auch gehört. 

Eine weitere intelligente Umsetzung des Themas "Zauberei in London", die gleichermaßen spannend wie witzig ausfällt. Das Buch nennt sich "Teil 1", also hoffe ich, dass man zukünftig noch mehr über diese Welt erfahren wird.


My Year In Lists (6)

U.

Labbits

Na, alle gut ins neue Jahr gekommen? Hier wiederholte sich das alljährliche Silvesterphänomen, bei dem die eigentlich mutigere Katze zitternd unter der Bettdecke sitzt, während die eigentlich ängstlichere völlig ungerührt mit uns abhängt und durchs Fenster das Feuerwerk betrachtet.


Ich habe aber noch weitere Haustiere, nämlich eine stetig wachsende Sammlung rauchender Plastikhäschen, der Smorkin Labbits - hier berichtete ich bereits über sie. Zur schnellen Rekapitulation: Die Häschen funktionieren wie Überraschungseier, das heißt, man kauft eine ungerkennzeichnete Packung und erfährt erst beim Öffnen, welches Häschen man erwischt hat - wobei die richtig coolen natürlich besonders selten sind.


Meine bisherige Meute (oder wie auch immer man eine Gruppe Hasen korrekt nennt) bekam in der Vorweihnachtszeit unerwartet Zuwachs, denn mein Adventskalender enthielt überraschend viele Labbits, was ich natürlich sehr erfreulich fand. Das bringt mich in die Lage, auch im Hasenbereich die diesjährigen Top 5 präsentieren zu können:


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2.

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