Neulich im Antwerpener Zoo

U.

Mein Reiseführer ist der Meinung, dass der Antwerpener Zoo von touristischem Interesse sei. Dem wollte ich schon zustimmen, bis ich entdeckte, dass der Eintrittspreis 22,50 Euro beträgt. 22,50! Für einen Zoobesuch! Bei dem man nicht einmal ein Tier geschenkt bekommt! Ein wenig Onlinerecherche brachte dann zu Tage, dass man nur die richtigen Vergleichspunkte finden muss, um sich angesichts eines solchen Preises besser zu fühlen. So kostet auch der Kölner Zoo immerhin 17,50 Euro Eintritt, den Londoner Zoo kann man gar nur für 22,50 PFUND besuchen.


Der Frankfurter Zoo, den ich in den letzten zehn Jahren mehrfach besucht habe, ist im direkten Vergleich bei 10 Euro Eintritt ein regelrechtes Schnäppchen, bietet sich aber ansonsten für einen direkten Vergleich mit dem in Antwerpen an. Beide Zoos wurden Mitte des 19. Jahrhunderts gegründet, verfügen noch über einige ältere Gehege aus der Ursprungszeit und sind mit 10 beziehungsweise 11 Hektar Größe eher klein zu nennen. Außerdem befinden sich beide Institutionen mitten in der Stadt - der Antwerpener Zoo ist sogar ein direkter Nachbar des Hauptbahnhofs. Eine weitere Gemeinsamkeit: Beide Zoos verfügen über ein Nachttierhaus.


Ein Alleinstellungsmerkmal des Antwerpener Zoos ist, dass man zwei Koalabären hält, diese zieren auch als Aushängeschild das Werbematerial und Plakate - die in der Stadt allgegenwärtigen Koala-Abbildungen überzeugten mich letztlich auch davon, den Zoo überhaupt besuchen zu wollen, und der erste Weg nach der Ankunft führte zu ihrem Gehege. Die beiden sind, wie es sich für ihre Art geziemt, nicht gerade lebhaft - bei unserem Besuch wachte der eine selbst zur Fütterung nur kurz auf, der andere setzte sich in einen Berg Eukalyptuslaub und begann mit der Nahrungsaufnahme, schlief darüber aber auch irgendwann wieder ein... aber bei Koalas ist alles, was sie tun, niedlich, da sieht man ihnen eben zur Not auch beim Schlafen zu.


Überraschend ist in Antwerpen, dass viele Tierarten gemischt gehalten werden, beispielsweise teilen die Brillenbären ihr Gehege mit winzigen Äffchen, und die Waschbären haben eine Wohngemeinschaft mit einem Skunk.


Nicht jede Gattung hat den Platz zur Verfügung, den man ihr wünschen würde. Während eine Gruppe von Löwen (Vater, Mutter, Tochter) ein recht ansehnliches, offenbar neu angelegtes Gehege hat, sitzt die allein lebende Sibirische Tigerin in einem ziemlich überschaubaren Bereich. Allerdings ist Tigerin Yessie schon 17, ihr Lebenspartner starb vor kurzem und ein Umbau des Geheges ist anscheinend in Planung. Yessie wird das aber wohl nicht mehr erleben. Ganz traurig wird es dann nebenan beim Leopard und den beiden Jaguaren (immerhin einmal interessant, die beiden optisch so ähnlichen Gattungen einmal im Vergleich zu sehen), denn diese Großkatzen haben sichtlich viel zu wenig Platz und der Leopard wirkt verhaltensgestört. Hier macht der Vergleich zum in Frankfurt vor einigen Jahren neu gestalteten Raubkatzendschungel mit viel Platz und Rückzugsmöglichkeiten ziemlich traurig.


Traurig anzusehen waren auch die Lebensbedingungen vieler Vögel, insbesondere der großen Raubvögel. Statt in Volieren mit viel Platz zum Fliegen hausten sie in Käfigen, in denen es sich kaum lohnte, die großen Flügel auszubreiten. Zeitgemäß wirkte eine solche Haltung nicht.

Der Antwerpener Zoo hat auch einiges an "Showeinlagen" zu bieten, so gibt es eine tägliche Seelöwendarbietung (die wir nicht sahen) und auch mehrmals am Tag Vorstellungen verschiedener Raubvögel. Eher unbeteiligt sahen wir hier, wie der Bengalenuhu "Gizmo" so dermaßen überhaupt nicht auf die ihm gegebenen Kommandos hörte, dass es schon wieder ziemlich lustig war. Ich sehe keine große Zukunft für Gizmo im Showgeschäft, aber ein sehr schöner Uhu ist er trotzdem...


Was gab es noch? Der Antwerpener Zoo hat vier Giraffenkühe, eine bunt zusammen gewürfelte Schar aus Hybriden der verschiedenen afrikanischen Rassen, die sich wegen ihrer Nicht-Reinrassigkeit nicht weiter fortpflanzen sollen - aber es ist doch schön, zu sehen, dass sie als Zootiere leben dürfen. Sowohl die Giraffen als auch die Elefanten (die nur zu zweit sind, einer davon das ehemalige Kölner Elefantenbaby "Ming Jung") hätten ebenfalls ein schöneres Gehege verdient, was offenbar auch bereits in Arbeit ist: Die Giraffen bekommen eine neue Savannenanlage, wodurch den Elefanten nach ihrem Umzug ein größerer Bereich zur Verfügung steht.


Besonders stolz ist der Zoo auf das kürzlich neu eröffnete Aquarium, interessanter da ungewöhnlicher fanden wir das Schmetterlingshaus, in dem man ohne Glasabtrennung direkt den Insekten ausgesetzt war - soweit sich diese sehen lassen wollten. Es gibt auch noch etliche andere Sondergebäude, etwa ein Haus für die Menschenaffen und ein Reptilienhaus.


Natürlich hat der Zoo noch viel, viel mehr zu bieten, da wären etwa noch etliche kleine Affenarten, viele Okapis, das erwähnte Nachttierhaus oder auch Riesenkänguruhs. Es gibt gleich zwei Bereiche, in denen Pinguine gehalten werden, einer davon schien sich geradezu in der Aufmerksamkeit der Menge zu sonnen und ließ sich den Kopf streicheln. Auch das Verhältnis der Pfleger zu den Tieren schein innig zu sein, so sahen wir ein Kamel, dass einen Kuss auf die Nase gedrückt bekam.


Wie in jedem Zoo erwiesen sich die Erdmännchen als extrem lustig, wobei wir uns zuerst verwirren ließen, weil auch die ähnlich aussehenden Mangusten eine Anlage hatten, auf der sie seltsam langweilig herumsaßen - bis wir erkannten, dass sie auch gar keine Erdmännchen waren. Vielleicht können die echten Erdmännchen den Mangusten gelegentlich einige Nachhilfestunden in Unterhaltsamkeit geben.


Zu entdecken gibt es also mehr als genug, und die Tatsache, dass man sich auf dem kleinen Areal quasi einen ganzen Tag lang beschäftigen kann (unser Besuch dauerte fünf Stunden), lässt einen auch den Eintrittspreis mit etwas wohlwollenderen Augen sehen. Hoffentlich wird er in Verbesserungen im Vogel- und Raubkatzenbereich investiert.


Übrigens sind die sommerlichen Öffnungszeiten um zwei Stunden verlängert, der Zoo schließt um 19 statt um 17 Uhr. Nur den Tieren hat das offenbar niemand erklärt: Während es zum Ende des Besuchs auf der Besucherseite angenehm ruhig wurde, schienen auch die Tiere in Feierabendstimmung zu kommen und zogen sich vielfach aus den Freigehegen in nicht einsehbare Bereiche zurück.









Das echte Leben als Krimi: Serial

U.
Im Oktober 2014 hörten Tausende Menschen den Podcast "Serial", eine wöchentliche Serie über den Versuch einer Journalistin, ein reales Verbrechen von 1999 aufzuklären. In den USA ging sowohl die Serie als auch der Fall durch sämtliche Medien, in Deutschland war das Echo nicht ganz so riesig - sicherlich auch, weil man die Folgen nur auf Englisch hören kann. Nachdem sie aber weltweit kostenlos auf iTunes verfügbar sind, habe ich mir die 12 Folgen im letzten Monat angehört und kann bestätigen, dass sie überaus fesselnd sind - auch wenn von Anfang an klar ist, dass man als Zuhörer am Ende keine befriedigende Antwort bekommen wird.


Die Handlung dreht sich um die Ermordung der 18jährigen Schülerin Hae Min Lee in Baltimore, ein Verbrechen, für das ihr Exfreund, Adnan Masud Syed, eine lebenslange Haftstrafe verbüßt. Adnans Familie ist von dessen Unschuld überzeugt und hat die Journalistin Sarah Koenig um Hilfe gebeten. Diese beleuchtet den Mordfall von so vielen Seiten wie möglich, spricht mit Zeugen und spürt einige Beteiligte auf, die während des Gerichtsverfahrens nicht zur Verfügung standen. Jede Folge hat dabei ein Hauptthema, etwa Adnans Alibi, die Zuverlässigkeit des Hauptbelastungszeugen, den Fundort der Leiche und so weiter.


Für den versierten Krimifreund ist die Geschichte so aufreibend, weil es viele Ungereimtheiten gibt, die aber kein einheitliches Bild ergeben. Genau wie Sarah Koenig ist man einerseits dazu geneigt, Adnan zu glauben, denn dieser beteuert auch nach über zehn Jahren im Gefängnis seine Unschuld - was bedeutet, dass er nicht begnadigt werden kann, denn das setzt Reue voraus. Auch sein Motiv, Hae zu ermorden, erscheint mehr als schwach, darüber hinaus wirk er in seinen Telefoninterviews, die er vom Gefängnis aus gibt, sympathisch und ehrlich. Aber wer kann es nur dann gewesen sein? Es gibt Anzeichen, dass die Polizei ausführlich mit dem Belastungszeugen sprach, ohne dass es davon Aufzeichnungen gäbe, außerdem bezahlte die Staatsanwaltschaft für dessen Verteidigung als Beteiligter, was höchst ungewöhnlich ist.

Dann gibt es aber immer wieder Details, die den Zuhörer denken lassen, dass Adnan schuld sein muss. Warum beispielsweise kann er sich angeblich nicht mehr genau daran erinnern, was er am Tag von Haes Verschwinden gemacht hat, obwohl ihn die Polizei bereits zu diesem Zeitpunkt kontaktierte?


Für den Zuhörer ergibt sich letztlich als plausibelste Lösung, dass es kein Verbrechen gegeben hat, denn wer sollte das Mädchen einfach ohne guten Grund umbringen? Dass die Tat geschehen ist, steht aber nun einmal als einziges fest. Ähnlich wie bei der Geschichte um die vermeintliche Mörderin Amanda Knox scheint keine Erklärung Sinn zu ergeben, aber irgendetwas muss ja die Wahrheit sein.

Die Autorin und Moderatorin macht dabei kein Hehl aus ihrer eigenen Ratlosigkeit und Hin- und Hergerissenheit, was sie sehr sympathisch erscheinen lässt. Und so lässt einen Serial gleichermaßen fasziniert und ratlos zurück. Ich freue mich auf die nächste Staffel.

Sendeschluss: Summer Camp - You're Gone

U.

Wo kommen nur alle diese Zombies in Musikvideos her? Lassen sich alle Regisseure von The Walking Dead und Z Nation inspirieren? Der von diesem Video kennt sicherlich auch Whip It, diesen Film, in dem Ellen Page eine Karriere im Roller Derby macht - zumindest ich kenne die Sportart ausschließlich durch diesen Film.

Hier haben wir also nun ein Zombie- und ein Nicht-Zombie-Team, die gegeneinander antreten, und deren Trainer ein ehemaliges Paar sind, dessen Liebe sicherlich über der Zombiesache zerbrochen ist. Oder etwa doch nicht?

Fleischeslust: Soja Schnetzel von Vantastic Foods

U.

Sojaprodukte in Trockenform gab es hier schon in verschiedenen Varianten: Vor allem als "Hackfleisch", aber auch als Medaillons und als Schnitzel. Fehlt noch die Variante als "Geschnetzeltes", die mein Freund neulich von einem Einkauf in der größten Rewe-Filiale in unserer Gegend mitbrachte. Als er dann gestern abends unterwegs war, wäre das eigentlich meine Gelegenheit gewesen, allein etwas für mich zu kochen, das ihm nicht schmeckt - die Auswahl an Gerichten ist hierbei durchaus groß. Nachdem es aber so heiß war, fiel mir nichts ein, backen wollte ich auf keinen Fall etwas, und schließlich fand ich im Blog "Vegetarian Diaries" ein Rezept für eine Burrito Bowl. Mexikanisch geht bei Hitze immer, außerdem werden für das Gericht nicht alle Zutaten erhitzt, ich würde die neu gekauften Soja Schnetzel testen können... ich hatte einen Gewinner!

Zunächst musste ich noch einkaufen. Zu meiner Erleichterung war es gar kein Problem, beim fußläufigen Mini-Rewe eine Dose schwarze Bohnen zu erwerben (sie waren allerdings bei den regulären Hülsenfrüchten versteckt, nicht etwa bei den exotischen Kochzutaten), die anderen mir fehlenden Zutaten (Avocado, Barbecue-Sauce, Sojasauce) waren ebenfalls erhältlich.


Für das Rezept musste man die Schnetzel anders verarbeiten, als ich das gewohnt bin: Normalerweise übergieße ich das Trockenprodukt mit reichlich kochender Gemüsebrühe und gieße diese dann irgendwann ab. Für das Rezept sollte man die Sojastreifen nur knapp bedecken (so dass später alle Flüssigkeit aufgenommen und nichts abzugießen wäre), außerdem wurden in diesem Zubereitungsschritt bereits Sojasauce und Tomatenmark hinzu gefügt.

Dann hieß es erst einmal 15 Minuten warten, also setzte ich auch gleich den Reis auf, bereitete Guacamole zu, briet ein paar Zwiebelringe an und schnitt Gemüse. Anschließend ging es ans Kochen: Die Schnetzel wurden in heißem Öl angebraten und dann mit der Barbecuesauce glasiert. Parallel musste ich Zwiebeln anbraten und dann den Reis und die schwarzen Bohnen dazu geben, außerdem Chili und Rauchpaprika.


Dann ging es auch schon ans Anrichten, wobei ich bereits beim Kochen gemerkt hatte, dass ich für eine Person viel zu viel Essen hatte. Ich hatte zwar alle Zutatenmengen halbiert, aber dennoch schienen mit die "Fleisch"- und Reisportionen überdimensioniert zu sein. Oder anders gesagt: Ich brauchte zum Anrichten, schließlich handelte es sich um eine Burrito BOWL, eine Salatschüssel!

Ich gab zunächst die Schnetzel und den Reise hinein, obendrauf kamen dann Gurken- und Paprikastückchen, die angebratenen Zwiebeln und ein Klecks Guacamole. Und was soll ich sagen? Es schmeckte exzellent. Insbesondere der Bohnen-Reis war ausgesprochen schmackhaft. Was die Schnetzel betrifft, werde ich sie beim nächsten Versuch lieber "klassisch" behandeln. Bei Soja-Medaillons und den großen Sojaschnitzeln bin ich es gewöhnt, die Sojastücke nach dem Einlegen in Gemüsebrühe zunächst ein bisschen auszupressen und erst dann weiter zu marinieren. Dadurch sind die Stücke dann innen trockener.


Insgesamt war ich aber sehr angetan und habe auch überraschend viel von meiner Riesenportion geschafft. Auf Vegetarian Diaries gibt es auch ein Rezept für Burritos, das probiere ich dann beim nächsten Mal aus.


Sendeschluss: U2 - Song for Someone

U.

Der heutige Sendeschluss ist kein Video sondern eher ein Kurzfilm. Ein Sträfling (Woody Harrelson) wird aus dem Gefängnis entlassen und von seiner Tochter (Harrelsons echte Tochter) abgeholt. Beide sind sich offenbar fremd, aber einander freundlich gesinnt, und fahren in eine ungewisse Zukunft.

Die Karriere von U2 habe ich sehr lange überhaupt nicht verfolgt, aber der Song klingt durchaus schön.


Sendeschluss: Will Currie & The Country French - No Nothing

U.

"No Nothing" der kanadischen Band Will Currie & The Country French klingt zunächst etwas nach Radiohead, später dann eher nach Rufus Wainwright. Cool finde ich vor allem das Video, in dem die Geschehnisse scheinbar live als Aquarell gemalt werden. Wenn ich da an meinen eigenen VHS-Aquarellkurs denke... gut, dass niemand ein Video drehen muss, während ich live etwas Erkennbares zu Papier bringen soll!

Gelesen, gesehen, gekauft: Juni 2015

U.
Ich mag den Sommer, ich mag ihn wirklich. Aber wenn es so heiß ist, dass man nicht auf der Terrasse herumliegen kann, sondern sich im dunklen Haus verschanzen muss, macht die Sache irgendwie keinen Spaß! Denken wir also an den Juni zurück, als das Wetter noch etwas europäischer war...

Gelesen


In dem Alter, in dem meine Altersgenossen Stephen King lasen, war mir das viel zu gruselig. Erst als Erwachsene las ich The Shining und Misery und fand beide viel besser und "literarischer" als erwartet. Kings Roman 11/22/63 brachte es dann letztes Jahr gar auf Platz 1 meiner liebsten Hörbücher des Jahres. Im letztgenannten Roman kommt die Stadt Derry in Maine vor, Handlungsort von Kings Roman It, inklusive einiger Gastauftritte der handelnden Figuren. Also wollte ich diesem Roman auch einmal in Angriff nehmen. Außerdem kosten die Hörbücher bei Audible alle gleich viel, da ist eines mit 44 Stunden und 57 Minuten ein echtes Schnäppchen!

Einmal mehr war ich davon beeindruckt, dass King schlicht und ergreifend ein guter Schriftsteller ist, der die Welt der Kindheit in den 50ern überraschend glaubwürdig darstellen kann. Die Figur "It" selbst ist ein extrem furchteinflößendes Wesen und die Erzählidee an sich - die Geschichte der Kinder und der mittlerweile erwachsen gewordenen wird parallel so erzählt, wie sich die Erwachsenen schrittweise an die Vergangenheit erinnern können - ist originell und funktioniert. Allein das Ende fand ich etwas schwächer als den Rest, aber dennoch tut es mir um die 44 Stunden nicht leid, zumal Steven Weber auch ein toller Vorleser ist.

Gesehen


The Jinx (Der Unglücksbringer) ist eine sechsteilige Dokumentation des US-Senders HBO, die bei ihrer Erstausstrahlung im Februar so hohe Wellen schlug, dass selbst ich etwas davon mitbekam - und mich freute, als die Serie nur wenige Monate später auf Sky kam.

Inhaltlich geht es um Robert Durst, mittlerweile 72jähriger Sohn einer New Yorker Milliardärsfamilie, der im Laufe seines Lebens mehrfach unter Mordverdacht geriet, aber jedes Mal davon kam. Der sonst öffentlichkeitsscheue Durst erklärte sich überraschend bereit, mit dem Regisseur Andrew Jarecki, der einen auf Dursts Geschichte basierenden Spielfilm gemacht hatte, zusammen zu arbeiten, und gab ihm mehrere Interviews.

Die sechsteilige Serie erzählt die Lebensgeschichte Dursts und geht der Frage nach, ob er die Morde nun begangen hat oder nicht. Das Ende ist hierbei aus Zuschauersicht fast zu schön um wahr zu sein - wobei es einerseits doof ist, es vorab zu verraten, andererseits kann das Ansehen der einstündigen Folgen ziemlich langatmig werden, wenn man als Zuschauer nicht weiß, dass am Ende mehr geklärt wird, als man bei einer Dokumentation über unabgeschlossene Mordfälle realistisch betrachtet erwarten könnte.

Gekauft


Dank Poststreik kann ich hier noch keine Tickets zeigen, aber mein größter Einkauf im Juni waren Tickets fürs A Summer's Tale Festival Anfang August. Neben Damien Rice, Tori Amos, Ride und Belle & Sebastian bietet das Festival auch Workshops, Vorträge, Filme und Aktivitäten an. Das Konzept richtet sich an etwas ältere Interessenten als Festivals das normalerweise tun, so wird unter anderem viel für mitgebrachte Kinder angeboten, und auch ein Luxusmenü könnte man vorab buchen. Ich bin gespannt, wie das wird!

Und damit ich auch ein Bild zeigen kann:



Nachdem ich in den letzten Jahren kaum Parfum benutzt, geschweige denn gekauft habe, erwarb ich im Juni gleich zwei: Estée Lauders "Bronze Goddess" erscheint jährlich neu - mit identischem Duft, aber neuer Flasche, immer im Sommer und stets limitiert. Das Eau Fraîche duftet nach Bergamotte, Vanille und Kokos, im Grunde erinnert es an eine teure Sonnencreme. Sehr angenehm.

Jo Malone kannte ich bis vor Kurzem überhaupt nicht. Die Firma bietet relativ simple (und leider teure) Düfte an, die man nach Belieben miteinander kombinieren soll. Als ich sah, dass es "Earl Grey & Cucumber" gibt, musste ich sofort zuschlagen, das klang einfach zu erfrischend. Ist es auch.

Sendeschluss: Beirut - No No No

U.

Beirut bringen im September ein neues Album heraus, "No No No" ist sowohl die erste Single als auch der Albumtitel. Beim Videodreh nutzte man die Playback-Situation voll aus und nutzte ein Baguette und ein Stinktier als Trompetenersatz, auch sonst wurden die Instrumente nicht allzu ernsthaft bedient.

Neulich beim Durchfuttern: Das Essen beim Best Kept Secret Festival 2015

U.

Imbisswagen heißen heutzutage Food Trucks und sind zum Trend geworden. An der Frankfurter Jahrhunderthalle fand kürzlich erstmalig ein "Food Truck Friday" statt, Besucher konnten sich an einer großen Anzahl von, na ja, aufgehübschten Imbisswagen qualitativ hochwertiges Essen kaufen und dazu Musik hören. Ich bin stattdessen nach Holland gefahren, da war gewissermaßen ein Food Truck Wochenende, an dessen Rande zusätzlich noch ein Festival stattfand.


Ich hatte ja bereits erwähnt, dass mich das Essensangebot beim Best Kept Secret Festival einigermaßen überrascht und auch erfreut hat. Vermutlich hat sich in den letzten Jahren auch bei Rock am Ring, Hurricane und Co. etwas getan, aber die Auswahl an originellen Ständen war gerade für ein nur mittelgroßes Festival gigantisch und kann eigentlich keine Wünsche offen gelassen haben. Einziges Manko: Bei den Menütafeln wurde im allgemeinen davon ausgegangen, dass jeder Niederländisch verstand (den Wrap mit den "2 katsen" habe ich dann lieber nicht bestellt), und auch Preise waren nicht immer angegeben. A propos Preise: Alles, was angeboten wurde, war relativ teuer, dafür waren die Portionen recht klein.


Die unterschiedlichen Imbisswagen und -stände waren ausgesprochen liebevoll gestaltet, so hatte ein Smoothiestand ein kleines Gewächshaus, viele verkauften aus Retro-VW-Bussen oder aber man saß in einer riesigen Version der verkauften Ware (Bitterballen, Kartoffel). Die Auswahl unter den Angeboten ging dabei fast schon in Richtung absurd, so konnte man unter anderem Austern, Sushi, frittierte Insekten oder auch Käsefondue bestellen. Auch Freunde des Konservativen kamen aber natürlich auf ihre Kosten und konnten Grillfleisch, Hot Dogs, Burger, Steinofenpizza, Sandwiches und vieles mehr bestellen, häufig standen mehrere Stände mit besonders beliebter Ware (Pommes, Pizza) zur Auswahl. Durch die große Auswahl hielten sich zudem die Wartezeiten, auch zu Stoßzeiten, in Grenzen.


Vegetarier wie ich hatten keinerlei Probleme, etwas Essbares zu finden. Es gab mehrere rein-vegane Stände, darüber hinaus hatte auch fast jeder "normale" Stand eine fleischfreie Alternative im Angebot. Und dann war da noch der ganze Süßkram, denn auch Eis, Waffeln, Crepes, Kuchen inklusive Latte Macchiato waren problemlos zu haben. An zwei Smoothie-Ständen konnte man sich einen individuellen Saft mixen lassen oder eine Schale Erdbeeren kaufen, so dass auch die Vitamine nicht zu kurz kamen.


Und da mich niemand daran hindern kann, zeige ich nun kurz, bei welchen Ständen wir im Verlauf der drei Tage was gekauft haben.

Am ersten Abend entdeckte ich aufgeregt einen Stand, der indonesisches Essen verkaufte, welches man in Deutschland eher selten bekommt. Was genau sie verkauften, verstand ich nicht, also bestellte ich bei Saté-Man blind die vegetarische Version und hyperventilierte kurz, als der Preis in die Kasse getippt wurde: 8 Euro 75! Dafür bekam ich eine überschaubare Portion mit Reis, Zwiebeln, grünen Bohnen und einer scharfen Sauce, die zugegebenermaßen sehr lecker schmeckte.



Mein Freund begnügte sich mit Pommes Frites, die bei Pomms' Chips immerhin in Bioqualität und mit Schale verkauft wurden, einzige Saucenoption war Mayonnaise. Kostenpunkt: 4 Euro für eine bescheidene Portion. Die Auswahl an diesem Stand beschränkte sich übrigens auf Fritjes und Kroketten.



Am Samstag lud ich als erstes mehr Geld auf meinen Armbandchip, denn uns war klar geworden, dass die ursprünglich veranschlagten 50 Euro bei weitem nicht für drei Festivaltage ausreichen würden. Wir mussten ja auch etwas trinken!

Zur Mittagszeit zog es mich zu Pieper Mobiel, wo es lecker aussehende Tapas-Teller gab. Als Veggie-Option kamen für mich nur die Patatas Bravas (frittierte Kartoffelwürfel mit einer scharfen Sauce) in Frage, die sehr lecker schmeckten und mit 4,50 Euro zu Buche schlugen.




Meinem Freund hatten es die in schicke Uniformen gekleideten Pizzabäcker bei Old Scuola angetan, die den Teig warfen, wie man es eher in Neapel als auf einem Festival vermutet hätte. Jede Pizza wurde erst nach Bestellung in einem der beiden Öfen zubereitet, zu allem gab es frisches Basilikum. Kostenbewusst entschied er sich für eine halbe Salamipizza, die 6,25 Euro kostete (die ganze hätte 10 gekostet) und nach seinen Angaben ausgesprochen gut schmeckte. Die einzige andere erhältliche Pizzasorte war übrigens Margherita - wirklich "old school" also!



Später zog es uns dann noch zum ausgesprochen niedlich gestalteten Verkaufsbus von I Scream For Icecream, wo wir uns je eine Kugel Eis für 2,50 Euro gönnten. Die Sortenauswahl war recht begrenzt, einiges war auch am Nachmittag bereits ausverkauft. Das Eis aus natürlichen Zutaten entpuppte sich als kleine Enttäuschung, denn es schmeckte nicht anders als ein beliebiges aus der Packung. Schade.



Am Festivalsonntag gab es noch so viel vom Speisenangebot zu testen, dass wir je zwei Stände aufsuchten. Unser Mittagessen stammte dieses Mal aus ein und derselben Quelle, Just Like Your Mom, einem Stand mit großem veganen Angebot. Nachdem ich mit dem Verkäufer geklärt hatte, dass der Chiliburger weder Käse noch Käseersatz enthielt, bestellte ich ihn für meinen Freund. Für mich selbst wählte ich das Kebab - beides kostete je 7 Euro.




Mein Kebab schmeckte ganz exzellent, enthielt allerdings ordentlich Knoblauch. Der Chiliburger war da sozial kompatibler, soll aber ebenfalls lecker gewesen sein. Aber... 7 Euro? Die Hälfte wäre auch ein angemessener Preis gewesen.

Nachdem uns am Sonntag noch eine lange Rückfahrt bevorstand, gab es später noch einen Imbiss. Ich wagte mich dieses Mal zu Buskruid Soups & Salads, wo ich eine gewagte Mischung aus Couscous, Rote Beete, Feta und ein paar Cashewnüssen bestellte. Ich glaube nicht, dass ich jemals bei einem Festival etwas so Gesundes gegessen hatte! Wieder einmal fiel die Portion für 4,50 Euro sehr überschaubar aus, aber geschmacklich war das Gericht exzellent.



Mein Freund testete stattdessen den zweiten Pizzastand auf dem Gelände, Wood Pizza. Hier kostete die ganze Pizza "nur" 8 Euro (es gab auch noch ein paar mehr Sorten), ich glaube aber auch, dass die Pizzen noch ein bisschen kleiner waren. Dafür gab es zu jeder noch einen kleinen Rucolaberg. Leut meinem Freund war auch diese - hauchdünne - Salamipizza gut, aber nicht ganz so wohlschmeckend wie seine erste.



Fazit: Ich hätte sicherlich noch weitere drei Tage Fressstände testen können, zumal wir zu den Smoothies und Waffeln überhaupt nicht gekommen sind. Für jemand, der bereits im Berufsleben steht, gehen die hohen Preise angesichts der Auswahl und Originalität auch in Ordnung, als Studentin hätte ich das vielleicht anders empfunden. Und ich bin schon gespannt, ob das nächste Festival (A Summer's Tale, Anfang August) kulinarisch mithalten kann.


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