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Neulich beim Durchfuttern: Das Essen beim Best Kept Secret Festival 2015


Imbisswagen heißen heutzutage Food Trucks und sind zum Trend geworden. An der Frankfurter Jahrhunderthalle fand kürzlich erstmalig ein "Food Truck Friday" statt, Besucher konnten sich an einer großen Anzahl von, na ja, aufgehübschten Imbisswagen qualitativ hochwertiges Essen kaufen und dazu Musik hören. Ich bin stattdessen nach Holland gefahren, da war gewissermaßen ein Food Truck Wochenende, an dessen Rande zusätzlich noch ein Festival stattfand.


Ich hatte ja bereits erwähnt, dass mich das Essensangebot beim Best Kept Secret Festival einigermaßen überrascht und auch erfreut hat. Vermutlich hat sich in den letzten Jahren auch bei Rock am Ring, Hurricane und Co. etwas getan, aber die Auswahl an originellen Ständen war gerade für ein nur mittelgroßes Festival gigantisch und kann eigentlich keine Wünsche offen gelassen haben. Einziges Manko: Bei den Menütafeln wurde im allgemeinen davon ausgegangen, dass jeder Niederländisch verstand (den Wrap mit den "2 katsen" habe ich dann lieber nicht bestellt), und auch Preise waren nicht immer angegeben. A propos Preise: Alles, was angeboten wurde, war relativ teuer, dafür waren die Portionen recht klein.


Die unterschiedlichen Imbisswagen und -stände waren ausgesprochen liebevoll gestaltet, so hatte ein Smoothiestand ein kleines Gewächshaus, viele verkauften aus Retro-VW-Bussen oder aber man saß in einer riesigen Version der verkauften Ware (Bitterballen, Kartoffel). Die Auswahl unter den Angeboten ging dabei fast schon in Richtung absurd, so konnte man unter anderem Austern, Sushi, frittierte Insekten oder auch Käsefondue bestellen. Auch Freunde des Konservativen kamen aber natürlich auf ihre Kosten und konnten Grillfleisch, Hot Dogs, Burger, Steinofenpizza, Sandwiches und vieles mehr bestellen, häufig standen mehrere Stände mit besonders beliebter Ware (Pommes, Pizza) zur Auswahl. Durch die große Auswahl hielten sich zudem die Wartezeiten, auch zu Stoßzeiten, in Grenzen.


Vegetarier wie ich hatten keinerlei Probleme, etwas Essbares zu finden. Es gab mehrere rein-vegane Stände, darüber hinaus hatte auch fast jeder "normale" Stand eine fleischfreie Alternative im Angebot. Und dann war da noch der ganze Süßkram, denn auch Eis, Waffeln, Crepes, Kuchen inklusive Latte Macchiato waren problemlos zu haben. An zwei Smoothie-Ständen konnte man sich einen individuellen Saft mixen lassen oder eine Schale Erdbeeren kaufen, so dass auch die Vitamine nicht zu kurz kamen.


Und da mich niemand daran hindern kann, zeige ich nun kurz, bei welchen Ständen wir im Verlauf der drei Tage was gekauft haben.

Am ersten Abend entdeckte ich aufgeregt einen Stand, der indonesisches Essen verkaufte, welches man in Deutschland eher selten bekommt. Was genau sie verkauften, verstand ich nicht, also bestellte ich bei Saté-Man blind die vegetarische Version und hyperventilierte kurz, als der Preis in die Kasse getippt wurde: 8 Euro 75! Dafür bekam ich eine überschaubare Portion mit Reis, Zwiebeln, grünen Bohnen und einer scharfen Sauce, die zugegebenermaßen sehr lecker schmeckte.



Mein Freund begnügte sich mit Pommes Frites, die bei Pomms' Chips immerhin in Bioqualität und mit Schale verkauft wurden, einzige Saucenoption war Mayonnaise. Kostenpunkt: 4 Euro für eine bescheidene Portion. Die Auswahl an diesem Stand beschränkte sich übrigens auf Fritjes und Kroketten.



Am Samstag lud ich als erstes mehr Geld auf meinen Armbandchip, denn uns war klar geworden, dass die ursprünglich veranschlagten 50 Euro bei weitem nicht für drei Festivaltage ausreichen würden. Wir mussten ja auch etwas trinken!

Zur Mittagszeit zog es mich zu Pieper Mobiel, wo es lecker aussehende Tapas-Teller gab. Als Veggie-Option kamen für mich nur die Patatas Bravas (frittierte Kartoffelwürfel mit einer scharfen Sauce) in Frage, die sehr lecker schmeckten und mit 4,50 Euro zu Buche schlugen.




Meinem Freund hatten es die in schicke Uniformen gekleideten Pizzabäcker bei Old Scuola angetan, die den Teig warfen, wie man es eher in Neapel als auf einem Festival vermutet hätte. Jede Pizza wurde erst nach Bestellung in einem der beiden Öfen zubereitet, zu allem gab es frisches Basilikum. Kostenbewusst entschied er sich für eine halbe Salamipizza, die 6,25 Euro kostete (die ganze hätte 10 gekostet) und nach seinen Angaben ausgesprochen gut schmeckte. Die einzige andere erhältliche Pizzasorte war übrigens Margherita - wirklich "old school" also!



Später zog es uns dann noch zum ausgesprochen niedlich gestalteten Verkaufsbus von I Scream For Icecream, wo wir uns je eine Kugel Eis für 2,50 Euro gönnten. Die Sortenauswahl war recht begrenzt, einiges war auch am Nachmittag bereits ausverkauft. Das Eis aus natürlichen Zutaten entpuppte sich als kleine Enttäuschung, denn es schmeckte nicht anders als ein beliebiges aus der Packung. Schade.



Am Festivalsonntag gab es noch so viel vom Speisenangebot zu testen, dass wir je zwei Stände aufsuchten. Unser Mittagessen stammte dieses Mal aus ein und derselben Quelle, Just Like Your Mom, einem Stand mit großem veganen Angebot. Nachdem ich mit dem Verkäufer geklärt hatte, dass der Chiliburger weder Käse noch Käseersatz enthielt, bestellte ich ihn für meinen Freund. Für mich selbst wählte ich das Kebab - beides kostete je 7 Euro.




Mein Kebab schmeckte ganz exzellent, enthielt allerdings ordentlich Knoblauch. Der Chiliburger war da sozial kompatibler, soll aber ebenfalls lecker gewesen sein. Aber... 7 Euro? Die Hälfte wäre auch ein angemessener Preis gewesen.

Nachdem uns am Sonntag noch eine lange Rückfahrt bevorstand, gab es später noch einen Imbiss. Ich wagte mich dieses Mal zu Buskruid Soups & Salads, wo ich eine gewagte Mischung aus Couscous, Rote Beete, Feta und ein paar Cashewnüssen bestellte. Ich glaube nicht, dass ich jemals bei einem Festival etwas so Gesundes gegessen hatte! Wieder einmal fiel die Portion für 4,50 Euro sehr überschaubar aus, aber geschmacklich war das Gericht exzellent.



Mein Freund testete stattdessen den zweiten Pizzastand auf dem Gelände, Wood Pizza. Hier kostete die ganze Pizza "nur" 8 Euro (es gab auch noch ein paar mehr Sorten), ich glaube aber auch, dass die Pizzen noch ein bisschen kleiner waren. Dafür gab es zu jeder noch einen kleinen Rucolaberg. Leut meinem Freund war auch diese - hauchdünne - Salamipizza gut, aber nicht ganz so wohlschmeckend wie seine erste.



Fazit: Ich hätte sicherlich noch weitere drei Tage Fressstände testen können, zumal wir zu den Smoothies und Waffeln überhaupt nicht gekommen sind. Für jemand, der bereits im Berufsleben steht, gehen die hohen Preise angesichts der Auswahl und Originalität auch in Ordnung, als Studentin hätte ich das vielleicht anders empfunden. Und ich bin schon gespannt, ob das nächste Festival (A Summer's Tale, Anfang August) kulinarisch mithalten kann.


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