In jüngeren Jahren (viel jüngeren Jahren, so mit 14) war ich eine recht furchtlose Bäckerin, die gerne Rezepte ausprobierte, die als b...

Neulich als ich Macarons machte



In jüngeren Jahren (viel jüngeren Jahren, so mit 14) war ich eine recht furchtlose Bäckerin, die gerne Rezepte ausprobierte, die als besonders schwierig galten. Mittlerweile weiß ich, dass ich für solche Dinge keine Geduld mehr habe, und dass ich beim Auftauchen der kleinsten Schwierigkeiten Lust bekomme, alles sofort hinzuschmeißen - was mir alljährlich beim Backen von Weihnachtsplätzchen passiert. Die ersten 20 Minuten machen noch Spaß, anschließend bereue ich, jemals angefangen zu haben.

Deshalb war ich auch zunächst alles andere als begeistert, als mir ein Freund zum Valentinstag eine Silikon-Backmatte für Macarons schenkte. Macarons gelten als überaus schwierig, und ich hatte nicht die geringste Lust, etliche misslungene Versuche zu starten, um dann irgendwann eines Tages ein essbares Produkt zu erhalten. Ich wollte gerne Macarons essen, nicht ihnen meine gesamte Freizeit widmen. Nichtsdestotrotz war die Matte nun einmal da, also beschloss ich, die Sache zumindest einmal auszuprobieren.


Die Website Ofenkieker hat dankenswerterweise ein Youtube-Video veröffentlicht, das jeden Macarons-Arbeitsschritt genau erklärt. Angeblich ist diese Rezeptvariante eine besonders einfache, also war ich sofort überzeugt. Narrensicher ist aber natürlich auch dieses Rezept nicht: Man muss genau die richtige Menge Eiweiß abwiegen und zunächst mit Zucker erhitzen (aber natürlich nicht zu stark) und außerdem bereits gemahlene Mandeln gemeinsam mit Puderzucker durch ein Sieb jagen, weil sonst zu grobe Stückchen dabei sein könnten. Dann schlägt man das Eiweiß für geraume Zeit, bis man schließlich die Mandelmischung unterrühren darf, außerdem ist nun der richtige Zeitpunkt für Lebensmittelfarbe - die aber auf keinen Fall flüssig sein darf, sondern in Pulver- oder Pastenform sein sollte.


Nun ist der Teig mehr oder weniger fertig, aber es sind noch längst nicht alle Fehlerquellen umschifft: Man muss ihn nämlich sanft rühren, bis er genau die richtige Konsistenz hat - hierfür ist das Video eine sehr gute Unterstützung, weil es verschiedene Teigkonsistenzen als richtig und falsch zeigt.

Hat man die richtige Teigkonsistenz erreicht, werden die Macarons per Spritzbeutel in die runden Ringe der Silikonmatte gespritzt. Die Ringe sind hierbei eine große Hilfe - freihändig hätte ich sicher nur formlose Klumpen hinbekommen. Selbst mit der Matte wurden meine Macarons bei weitem nicht so kreisrund wie gekaufte.


Das gefüllte Blech kam dann für eine halbe Stunde in den Ofen, was den Herstellungsprozess extrem verlangsamte: Ohne zweite Matte musste der restliche Teig warten, bis die erste Ladung fertig gebacken und auch schon abgekühlt genug war, um sie von der Matte zu entfernen.

Nach diesem Rezept backte ich in den letzten Wochen einen Berg rosaner und grüner Macarons. Ein verbreiteter Schönheitsfehler, den auch viele meiner Kekschen aufwiesen: Sie waren innen hohl, was bedeutet, dass man irgendetwas falsch gemacht hat. Im Grunde erschwert es aber nur das Füllen.


Ach ja, die Füllung! Für meine rosa Macarons bereitete ich unter Verwendung der übrig gebliebenen Eigelbe eine sehr leckere Mokkafüllung zu, die auf einer französischen Buttercreme basierte. Die grünen Macarons wurden mit einer Pistazien-Ganache gefüllt. Beide Füllungen ließen sich recht unkompliziert zubereiten. Lediglich die Dosierung fiel mir schwer - von beiden Füllungen hatte ich, als sämtliche Macarons zusammengesetzt waren, etwas übrig. In Zukunft darf ich wohl erst die Hälften aufeinandersetzen, wenn die Füllung verbraucht ist.

Die fertig gefüllten Macarons mussten im Kühlschrank eine Nacht durchziehen, dann war plötzlich Eile angesagt: Wegen der Füllungen auf Eier-, Butter und Sahnebasis sollten die Kekse nämlich innerhalb von maximal drei Tagen verzehrt werden.


Und wie schmeckten meine ersten Macarons nun? Nachdem ich den ersten vor dem Durchziehen probiert hatte, war ich ziemlich enttäuscht. Nach der Nacht im Kühlschrank hatten sich jedoch die Geschmäcker verbunden und der Keks war weicher geworden: Plötzlich waren beide Sorten extrem lecker. Ich persönlich fand die Mokka-Variante etwas gelungener, aber die Kommentare in dieser Hinsicht unterschieden sich.

Nachdem der erste Macarons-Versuch dann letztlich doch recht erfolgreich war, habe ich mittlerweile eine zweite Matte gekauft, die das Backen zukünftig beschleunigen sollte. Außerdem habe ich mir dieses Buch besorgt und werde demnächst das darin enthaltene Grundrezept ausprobieren, das in vielen Punkten anders ist als das, was ich getestet habe: Hier müssen die Eiweiße vor der Weiterverarbeitung einige Tage altern, auch die fertig geformten Macarons müssen vor dem Backen erst einmal stehen - und werden anschließend nur recht kurz gebacken.


Außerdem ist es laut dem Buch möglich, bereits gefüllte Macarons einzufrieren. Das muss ich definitiv testen, denn dann würde es sich viel mehr lohnen, größere Mengen (man will ja auch mehr als eine Sorte anbieten) vorzubereiten und dann bei Bedarf einfach aufzutauen.

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