Neulich beim Vorstellungstermin: The Lake Poets in der Kölner Wohngemeinschaft

U.

Am Samstag wird The Lake Poets bei mir Zuhause im Wohnzimmer auftreten. Warum also vorher extra noch an einem Montagabend für sein Konzert nach Köln düsen?

Nun, erstens war das eine gute Gelegenheit, den Künstler in Ruhe zu sehen, ohne nagende Gastgeber-Fragen im Hinterkopf wie "Ob wir doch mehr Wein hätten kaufen sollen?", "Ob wir unsere Nachbarn wohl sehr stören?" oder auch "Müsste ich die Leute da hinten eigentlich kennen?". Zweitens wussten wir nicht, mit wie vielen Personen der Künstler bei uns auftauchen würde - im Vorfeld war von bis zu drei Musikern die Rede gewesen. Und drittens konnte man sich bei der Gelegenheit gleich persönlich vorstellen und so den Künstlern hoffentlich ein besseres Gefühl dabei geben, am Samstag in diesen komischen, unbekannten Ort zwischen Köln und Frankfurt zu reisen.

Also ging es wieder einmal in die Hostel / Kneipe / Bühnenkombination der Wohngemeinschaft, wo ich beim Eintreffen den Eindruck hatte, es seien viel weniger Zuhörer da als bei vorherigen Besuchen. Tatsächlich füllte sich, als der Einlass begann, der kleine Konzertraum neben der Kneipe aber dann doch zügig mit etwa 40 Personen. Obwohl sich auf der kleinen Bühne zwei Gitarren sowie ein Schlagzeug befanden, begann Martin Longstaff seinen Auftritt allein, kündigte aber sofort an, sein Freund James werde sich später unterstützend zu ihm gesellen.


Die ersten beiden Lieder, "Windowsill" und "Friend", kannte ich bereits vom The Lake Poets Konzert vor einem Jahr in Wiesbaden. Zu "Friends" beschrieb Longstaff einen im Lied geschilderten langjährigen Bekannten als "Scheißekopf", wobei ich mir unsicher bin, ob es dieses Wort im Deutschen eigentlich gibt.

Anschließend kam ein (für uns) neues Lied: Martin erklärte, dass er Unterricht im kreativen Schreiben sowohl für Kinder als auch Erwachsene gibt, und dass der Lied von "Lost in the City" von einem 11jährigen Mädchen namens Rebecca stamme - offensichtlich einem sehr traurigen Kind.

Nach dem Hit "Edinburgh" folgten wiederum zwei unbekannte Lieder, zunächst "Airborne" und dann "Scratch", wobei sich letzteres um eine Person aus Longstaffs Bekanntenkreis dreht, die sich ritzt.

Von dem nun folgenden "Your Face" wussten wir bereits aus Wiesbaden, dass es erstens in Nashville geschrieben wurde und zweitens für  Longstaffs damalige Freundin und heutige Frau geschrieben wurde. "Runaway" war uns dagegen wieder neu und handelt von der englischen "Traveller Community".


Nach "Northview", das sich um Longstaffs verstorbene Großmutter dreht, war es dann endlich Zeit für den vielfach angekündigten Auftritt des zweiten Musiker, James. Für das nun folgende "Dead Horses" war allerdings nicht nur der Schlagzeuger, der im Alltag ein Tonstudio betreibt, eingeplant, sondern auch das Publikum, das gebeten wurde, das Lied mit einem melodiösen Summen zu unterstützen.

Zu "See You Tonight" erfuhren wir zum einen, dass dieses Lied quasi der Heiratsantrag von Longstaff für seine Freundin war, zum anderen erklärte er, sein Begleiter James sei allerdings noch zu haben und habe bereits die Tinder-Profile sämtlicher anwesender Damen durchgearbeitet.

Das war es dann allerdings schon mit James, der bei sage und schreibe zwei Liedern mitgetrommelt hatte. Den Schlusssong "How to love me" bot Martin allein dar, verließ kurz die Bühne und kehrte dann noch für die akustische Zugabe "Shipyards" zurück, für die er sich vor der Bühne quasi ins Publikum stellte.

All die neuen Lieder lassen erwarten, dass nach zwei Jahren Pause ein zweites The Lake Poets Album bevorsteht - es bleibt abzuwarten, ob es am Samstag noch weiteres neues Material zu hören gibt. Jedenfalls ein schönes Konzert, dass die Vorfreude auf das nächste im heimischen Wohnzimmer verstärkt.

Setliste:

Windowsill
Friends
Lost in the city
Edinburgh
Airborne
Scratch
Your face
Runaway
North View
Dead Horses
See you tonight
How to love me

Shipyards

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