Der große römische Eistest kehrt zurück: Gelateria dei Gracchi und I Pupi di Zucchero

U.

2013 gab es bei unserer Romreise die ausgesprochen erfolglose Blog-Kategorie "Der große römische Eistest". Grund genug, diese noch intensiver fortzuführen - wenn man schon jeden Tag riesige Portionen Eis vertilgt, will man es wenigstens mit dem Motto "Für den Blog!" rechtfertigen. Das Wetter bewegte sich auch konstant um die 32 Grad, so dass dem täglichen Eisgenuss nichts im Wege stand.

Tatsächlich hatte ich bereits vor unserer Reise mit Hilfe von Trip Advisor diverse Eisdielen auf einer Liste notiert und verfügte so quasi über eine To-Do-Liste zum Thema Speiseeis. Dabei fand ich auch eine ganze Reihe Gelaterias in dem Viertel unserer Ferienwohnung, Prati. Nehmen wir also zunächst zwei Eislokale unter die Lupe, die sich in Prati nahe am Vatikan befinden und voneinander auch nur durch eine Straßenecke getrennt sind:

Gelateria dei Gracchi 


Bereits vor der Tür des winzigen Ladens kann man sich eine Wartenummer ziehen, was aber bei unserem Besuch nicht notwendig war. Die Eissorten trugen italienische und englische Namen, was bei der Auswahl hilfreich war. Die Kundschaft schien tatsächlich halb und halb aus italienischen Anwohnern und Touristen zu bestehen.

Es gab um die 30 Sorten Eis, für einen mittleren Becher mit 3 Sorten bezahlte man 3,50 Euro - ein normaler Preis. Mein Begleiter entschied sich für Pistazie, Banane und Pfirsich, während ich Meringue-Pistazie, Gianduja (Nougat) und Pinienkern wählte.


Das Pistazieneis war gut, aber nicht sensationell. Meine Alternativwahl, das Pistazien-Baiser-Eis, schmeckte dagegen sehr neutral. Hervorragend war dagegen das Pfirsicheis, das laut meinem Freund schmeckte wie ein Biss in einen frischen Pfirsich - allerdings wirkte seine Farbe etwas unnatürlich. Das Bananeneis war dafür eher ein Flop, da sehr wässrig. Mir schmeckte mein Gianduja-Eis sehr gut, das Pinienkern-Eis schien erst geschmacksarm zu sein, konnte sich aber nur neben dem stärkeren Nougatgeschmack nicht so recht durchsetzen - eigentlich war es auch gut.



Fazit: Einen Besuch wert, aber rechtfertigt keine Anreise quer durch Rom.

Adresse: Via dei Gracchi 272, laut Website gibt es zwei weitere Filialen.

I Pupi di Zucchero


Diese Eisdiele stand eigentlich nicht auf meiner Liste, wir passierten sie aber immer wieder auf dem Weg zur U-Bahn-Haltestelle. Auffällig war nicht nur die Größe des Ladens, der auch über eine komplette, sehr attraktive Kuchentheke sowie eine weitere Eistheke mit veganen Sorten verfügt, sondern auch, dass die über 40 Sorten des nichtveganen Eises sehr aufwendig und originell dekoriert waren, etwa mit einem Zitronen-Fisch, zu Rosen geschnittenen Erdbeeren oder einer Espressokanne aus Schokolade. Vielleicht hilft der Patisseur hier ja auch bei der Eis-Dekoration.

Wie eigentlich in Italien üblich, bezahlt man hier erst an der Kasse und geht erst dann mit seinem Kassenzettel an die Eistheke, um bedient zu werden. Für 3 Euro gab es den mittleren Becher mit drei Sorten.


Mein Freund stellte sich als Versuchskaninchen zur Verfügung und testete das vegane Eis, von dem es 13 Sorten gab, sowie zusätzlich vegane Sahne. Er wählte die Sorten Pistazie, Zimt und Waldfrucht. Ich kaufte an der regulären Eistheke einen Becher mit Pistazie, Bacio und Himbeer-Schokolade.

Wenn man es mit dem veganen Eis schlecht meint, unterstellt man ihm eine silikonartige Konsistenz. ist man dagegen wohlgesonnen, stellt es eine gelungene Alternative zu milch- und sahnehaltigen Eissorten dar. Mein Freund fand das Waldfruchteis sehr fruchtig, aber eine Spur zu sauer. Der Geschmack vom Pistazien- und Zimteis war gut, wäre da nicht diese etwas feste Grundkonsistenz gewesen. Nachdem er mein Pistazieneis probieren durfte und merkte, wie dieses auf der Zunge zerlief, stand er für weitere vegane Experimente nicht mehr zur Verfügung.


Mein Himbeereis schmeckte mir sehr gut, die beigefügten Schokoladenstückchen waren extradunkel - auch, wenn sie wegen mir auch hätten fehlen dürfen, mochte ich sie gerne. Bacio-Eis schmeckt mir eigentlich immer und überall, so auch dieses.

Fazit: Schade, dass wir keine Gelegenheit hatten, auch die sehr lecker wirkenden kleinen Kuchen zu testen. Für Anwohner zum Sonntagscafé sicher ein Traum. Das Eis überzeugte mich mehr, als ich erwartet hatte, aber für Nichtveganer lohnt sich wahrscheinlich auch hier keine weitere Anreise - es sei denn, man möchte Kuchen holen und für den Weg noch ein Eis auf die Hand.


Adresse: Via Marcantonio Colonna 36

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