Neulich als ich mich um ein Musical drückte: The Divine Comedy in Den Atelier, Luxemburg

U.


Ich nenne die Band The Divine Comedy, deren Musik mein Freund gerne und häufig auflegt, gerne "The Divine Musical". Stets habe ich beim Zuhören den Eindruck, dass ich gerade der Tonspur eines musikalischen Dramas lausche und stelle mir dabei vor, wie zu den Songs auf der Bühne getanzt und gekämpft oder auch einmal abseits des Geschehens traurig allein (und vielleicht mit einer Phantommaske) gesungen wird. Nachdem ich aber weiß, dass es es bei einem Livekonzert eben keine große Bühnenshow mit Gruppentanz und Kämpfen geben würde, hält sich mein Interesse an einem Konzertbesuch in Grenzen. Deshalb war ich ganz froh, dass mein Freund für den Konzertbesuch in Luxemburg am letzten Freitag eine andere Begleitung finden konnte. Ich genoss den Freitagabend auf dem Sofa und fragte am nächsten Morgen, wie die Konzertreise so war.


(Warum) Spielt The Divine Comedy eigentlich nicht in Deutschland?

Warum sich Neil Hannon in Deutschland so rar macht, weiß ich auch nicht, aber zuletzt habe ich ihn 2010 in Köln gesehen. Aktuell stehen jedoch nur Hamburg und Berlin als deutsche Tourneestops fest. 


Lohnt sich dafür die Reise nach Luxemburg?

Auf jeden Fall, denn im Gegensatz zu dir konnte ich einen neuen Ground machen und einen Länderpunkt erhalten, da ich zuvor noch kein Konzert in Luxemburg gesehen hatte.


War das Publikum luxemburgisch oder gab es viele Konzertreisende?

Überraschend war zunächst, dass man nachmittags noch Karten für das Konzert kaufen konnte, denn sowohl die vorherigen Stationen (3x Paris) als auch die folgende (Straßburg) waren ausverkauft. In dem schönen, aber recht kleinen Club hörte man munteres Sprachengemisch. Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch - aber es waren auch Luxemburger anwesend, denn Lisa O’Neill, die das Vorprogramm bestritt, wurde auf Nachfrage erklärt, dass man sich mit „Moien“ begrüßt. Und Neil Hannon sollte später eine Textzeile aus „A Drinking Song“ leicht umändern und erhielt dafür Szenenapplaus. Bei „There'll always be an England, an Ireland and a France, a Liechtenstein and Finland, and we have only one chance.“ wurde ein Zwergenstaat durch den anderen ersetzt.


Wie war die Vorband?

Die Irin Lisa O’Neill spielte mit ihrem musikalischen Partner  netten Folk zur Akustikgitarre, Banjo oder Mandoline. Spannender als die Musik war ihre Kommunikation mit dem Publikum und ihre zahlreichen Ansagen. Zum Beispiel zu „Elvis, I Give You Irish Stew“ erzählte Lisa, dass sie sich eine eigene Elvis-Figur gebastelt habe, mit dieser durch die Wohnung tanze und Gespräche führen würde, wenn sie ihm zum Beispiel erklären müsste, was CDs seien. Nach der Erklärung, dass diese ganz okay, aber nicht so gut wie Vinyl seien, hatte sie natürlich bei mir ein Stein im Brett.


Die Phantasieuniform kenne ich schon aus dem Netz. Gab es weitere Kostüme? Vielleicht als Katze oder Zug?

Neil Hannon eröffnete das Konzert tatsächlich in seinem Napoleon-Kostüm, was auch passend war, da sehr früh „Napoleon Complex“ und „Catherine The Great“ gespielt wurden, dazu trugen die vier Bandmitglieder Husarenjacken. Das erste Konzertdrittel war vom aktuellen Album „Foreverland“ geprägt. Highlights waren „The Parc“, welches Hannon mit “The fascists are rising we should make a Pact'”  ankündigte, und natürlich das anschließende „To The Rescue“.

Nach „The Certainty Of Chance“ verschwand Hannon von der Bühne, während die Band einen etwas längeren Instrumentalteil spielte. Zu „The Complete Banker“ erschien er wieder mit Hemd, Anzug, Melone und Regenschirm. Sein “I hope there are no members of the banking community here tonight”  bezog sich auf den kritischen Text des Songs, den Hannon aber zwischendurch vergaß und durch Improvisationen überbrückte. Er erklärte scherzhaft, dass er über Tausend Lieder geschrieben habe und nicht alle Texte kennen könne. 
Das war es aber auch schon mit Kostümen und Verkleidungen.


Kulissen? Requisiten?

Kulissen gab es keine, wir waren schließlich nicht in einem Musical, sondern auf einem Rock’n’Roll-Konzert! Zumindest am Ende des Hauptteils. Nach einem kurzen Akustikteil, der auf Barhockern sitzend dargeboten wurde („A Lady Of A Certain Age“ und Songs Of Love“), wechselte Hannon zur elektrischen Gitarre und spielte zum Tanz auf: „At The Indie Disco“, „Becoming More Like Alfie“, „Something For The Weekend“, „I Like“ und „National Express“ - was für ein toller Block! „I’m multi-talented - I can even play electric guitar“, sagte Hannon dazu und ergänzte noch ein „poorly“.

Aber Requisiten gab es: Ein Steckenpferd stand unbenutzt am Bühnenrand. Direkt daneben ein riesiger hölzerner Globus, der überraschenderweise aufklappbar war und sich als Hausbar der Band entpuppte. Seinen Bandmitgliedern spendierte er eine Runde Dosenbier, eine Flasche Wein ging ans Publikum. 


Hat Neil Hannon denn musicalhaft deklamiert?

An der einen oder anderen Stelle, das muss ich zugeben, schon. Häufig setzte er auch bewusst auf untermalende Mimik oder übertriebene Gestik. Bei „Our Mutual Friends“, meinem Lieblingslied von The Divine Comedy, endete seine darstellerischen Einlagen der Textzeilen „Then privately we danced, but couldn't seem to keep our balance, a drunken haze had come upon us. We sank down to the floor and we sang.“ natürlich damit, dass er zu Boden sank und dort eine Weile liegen blieb. 
Bei „A Drinking Song“ sprang Hannon passend in die Rolle des Trinkers und gab, mit Bierglas in der Hand, eine leicht lallende und taumelnde Performance. Textzeilen wie „Well, bloody my nose
and blacken my eye, if it ain't some young Turk in search of a fight.“ wurden von ihm mit gespielten Boxhieben auf Nase und Auge unterstrichen.


Wies die Setliste Überraschungen auf?

Im Großen und Ganzen steht die Setliste, aber gelegentlich wird variiert, so kamen wir in den Genuss des selten gespielten „When The Lights Go Out All Over Europe“. Gelegentlich spielen The Divine Comedy auch Coverversionen auf Zuruf. Leider wurde „There Is A Light That Never Goes Out“ überhört und statt dessen „Mamma Mia“ von ABBA zum Besten gegeben. Das war der Moment im Konzert, der einem Musical am nächsten kam.


Hat er das Duett einfach allein gesungen? Oder weggelassen?

Das wäre schön gewesen, denn „Funny Peculiar“ ist der Skip-Kandidat auf dem letzten Divine Comedy Album und war es auch beim Konzert. Der Song wurde gemeinsam mit Lisa O’Neill dargeboten.


Wie lange hat der Spaß denn gedauert? Und gab es Zugaben?

Knapp zwei Stunden, aber im Vergleich zu den Konzerten in Paris wurden 2 Songs ausgespart, so dass wir „nur“ deren 24 zu hören bekamen. An der Stimmung kann es nicht gelegen haben.
Es gab einen Zugabenblock mit insgesamt 3 Liedern. Traditionell wurde das Konzert mit „Tonight We Fly“ beendet.


Hast du mir etwas mitgebracht?

Christoph konnte mich gerade noch zurückhalten, sonst hätte ich dir diesen Strickpullunder, der dieses Jahr nur schwer vom Spitzenplatz im Ranking des ungewöhnlichsten Merchandise zu verdrängen sein wird, mitgebracht. Andere Gäste hatten keine Freunde dabei, die sich rettend in den Weg warfen: Zwei Fans kauften den Pullunder tatsächlich.


Hast du außer den schönen Fotos auch an die Setliste gedacht?

Klar:

How Can You Leave Me on My Own
Napoleon Complex
When the Lights Go Out All Over Europe
Catherine the Great
Bad Ambassador
The Pact
To the Rescue
The Certainty of Chance
The Complete Banker
Bang Goes the Knighthood
Generation Sex
Our Mutual Friend
Funny Peculiar
Mamma Mia (ABBA cover)
A Lady of a Certain Age
Songs of Love
At the Indie Disco
Becoming More Like Alfie
Something for the Weekend
I Like
National Express

Assume the Perpendicular
A Drinking Song
Tonight We Fly


Wenn du möchtest, kannst du dir eines der Pariser Konzerte in guter Qualität hier ansehen.

Sendeschluss: Elbow - Gentle Storm

U.

Wenn man sich Elbows neues Video zu "Gentle Storm" ansieht, denkt man zunächst etwas irritiert - zumindest, wenn man schon etwas älter ist - dass es eine seltsame Idee ist, im Jahr 2017 ein Video von 1985 zu imitieren: Wie in Godley & Cremes "Cry" von vor 22 Jahren singen bei Elbow neben den Bandmitgliedern unterschiedliche Köpfe in Nahaufnahme das Lied und werden immer nach und nach in den nächsten Sänger gemorpht. Auch Michael Jackson griff die Idee 1991 für sein Video zu "Black or White" auf.

Herr Godley 1985


Herr Godley 2017

Tatsächlich ist "Gentle Storm" aber nicht einfach eine ideenlose Kopie, sondern ein Zitat. Während die meisten Youtube-Kommentatoren sich nämlich hysterisch darüber austauschen, an welchen Stellen des Videos Benedict Cumberbatch (kreisch!) für einige Sekunden zu sehen ist, haben andere bemerkt, dass einer der morphenden Köpfe niemand anderes als Kevin Godley ist - von Godley & Creme. Dieser ist ganz nebenbei auch der Regisseur des Videos. Und so ist es dann plötzlich eigentlich doch sehr witzig.




Neulich nach der langen Pause: Spaceman Spiff im Kölner ARTheater

U.

Als sich die Frage stellte, ob wir die aktuelle Spaceman Spiff-Tournee in Wiesbaden oder in Köln besuchen sollten, plädierte ich für Köln: Der Freitag gefiel mir als Konzerttermin einfach besser. Dabei hätte der Wiesbadener Auftritt im atmosphärischen Walhalla stattgefunden. Das Kölner ARTheater ist eigentlich auch nicht schlecht, allerdings verfolgt uns hier das Konzertfoto-Pech: Waren wir bei Hundreds noch ohne Speicherkarte für die Kamera angereist, hatten wir dieses Mal zwar alles dabei, dafür war aber die Beleuchtung der Bühne so düster gehalten, dass das Fotografieren dennoch kaum möglich war. Aber beginnen wir am Anfang.

Während ich per Bahn aus Frankfurt angereist war, kam mein Freund mit dem Auto (und den Tickets) aus dem Westerwald. Als ich vor dem Eingang noch eine gute Viertelstunde auf ihn warten musste, entdeckte ich die Kölner Gepflogenheit, mit offener Bierflasche beim Konzert einzutreffen und diese vor dem Einlass noch schnell zu leeren. Als Massenphänomen hatte ich das in Frankfurt bislang nur bei den Böhsen Onkelz gesehen (deren Konzert ich nicht besucht habe, ich habe nur einmal eine U-Bahnstation mit den Konzertbesuchern geteilt).


Der Konzertsaal selbst war anderes als bei Hundreds nicht bestuhlt und schon gut gefüllt mit bestens gelaunten Kölnern. Ein barrierefreier Blick zur Bühne war nicht mehr zu ergattern, außerdem ging das Konzert sehr kurz nach unserem Eintreffen los. Während wir zunächst davon ausgingen, dass es keine Vorband gab, stellte sich später heraus, dass wir den Auftritt von Marcel Gein einfach komplett verpasst hatten. Dafür kannten wir Spaceman Spiffs Mitmusikerin bereits: Bei der aktuellen Tournee begleitet ihn wieder Clara Jochum am Cello (manchmal singt sie auch mit, spielt Xylophon oder Keyboard). Clara hatte er bereits 2014 in Mannheim dabei gehabt, mittlerweile ist sie auch ein Mitglied seiner neuen Band Otago, die englischsprachige Lieder macht und demnächst ein Album veröffentlicht,  auf Tournee gehen und ebenfalls im ARTheater auftreten wird.


Zu Clara erfuhren wir, dass sie in Musikpädagogik promoviert und ihre ersten Auftritte mit Spaceman Spiff als Studienpraktikum anrechnen ließ, so dass er auch einen Bewertungsbogen über sie ausfüllen musste. Als gute Arbeitgeber habe er sie aber im Anschluss an das Praktikum übernommen. Die aktuelle Tournee ist die erste nach eineinhalb Jahren Pause. Dennoch war nicht nur das ARTheater bereits im Vorfeld ausverkauft, wie der Künstler mit ein wenig Rührung erzählte. Es ist sogar bereits ein Zusatzkonzert angesetzt.

Wegen der Pause und des neuen Bandprojektes setzte sich die Setliste hauptsächlich aus den drei vorhandenen Spaceman Spiff-Alben zusammen, nur zwei Lieder, "Norden" und "Rom" waren neu. Während Clara die ersten sechs Lieder auf dem Cello begleitete und bei "Photonenkanonen" mitsang, verließ sie anschließend die Bühne und kehrte erst nach einigen Songs zurück, die Lieder dazwischen bestritt Spaceman Spiff allein mit der Gitarre.


Wir erfuhren dabei viel zu den jeweiligen Liedern: Etwa zitiert "Straßen" mit "wo wir hingehen, brauchen wir keine Straßen" den Film "Zurück in die Zukunft", bei "Photonenkanonen" scheinen viele Fans der Meinung zu sein, das Lied genau verstanden zu haben, es dreht sich aber tatsächlich um die Erkenntnis, dass nichts schwarz oder weiß ist. Das neue Lied "Rom" handelt davon, dass mit dem Älterwerden (Hannes Wittmer ist um die 30) Freunde aus dem Leben verschwinden, weil sie in Beruf oder Familie aufgehen. "Schnee" ist sein Abschiedslied an Würzburg und angeblich sein "Angels", weshalb er gegen Ende des Songs auch ein paar Zeilen des Robbie Willams-Songs einbaute.

Nach dem ebenfalls neuen "Norden", das davon handelt, dass sich Liebe und Freiheit (hoffentlich) nicht ausschließen müssen, kehrte Clara zu "Teesatz" zurück, was bejubelt wurde und Hannes dazu anregte, zu überlegen, wie Claras potenzielle Facebookseite heißen könnte: Er bevorzugt "Clara Fall", "Clara Elfer" oder, französisch auszusprechen, "Clara Denier". Man sieht also, das Kalauern und das Schreiben sentimentaler Lieder gehen irgendwie Hand in Hand (Gell, Enno Bunger?).


Mit dem vielfach mitgesungenen "Vorwärts ist keine Richtung", für das sich auch Marcel Gein wieder auf der Bühne einfand, und für das der Rhythmus geloopt wurde, endete das Konzert eigentlich, aber dem Publikum wurde gar nicht ernsthaft abverlangt, eine Zugabe einzufordern - beinahe nahtlos folgten noch ein Lied, das ich als "Satelliten" notierte, das aber möglicherweise anders hieß, sowie "Nichtgeschwindigkeit". Zu letztgenanntem erfuhren wir noch, dass die Tournee nach einer Zeile aus diesem Song "Drüben im Park" heißt, und dass er den Song in der Vergangenheit eher selten live gespielt hat, weil er recht orchestral ist - mit Marcel und Clara ging es aber doch. Sogar einen kleinen Rausschmeißer bekamen wir noch, in Form einer akustischen Version von "Die Gedanken sind frei".

Ein schönes Konzert eines sichtlich nach langer Pause hochmotivierten Künstlers, das für mich nur unter den schlechten Sichtverhältnissen sowie der hohen Temperatur litt - gerne wäre man wie Spaceman Spiff nur im T-Shirt dagestanden, im eigentlich jahreszeittechnisch passenden Wollpullover wurde es doch extrem heiß. Neu für uns, die wir Spaceman Spiff zweimal 2014 gesehen hatten, war die Tendenz in der zweiten Konzerthälfte, Rhythmen und Melodiebestandteile zu loopen.

Setliste:

Der Tag an dem ich nicht verrückt wurde
Egal
Straßen (wo wir hingehen brauchen wir keine Straßen)
Photonenkanonen
Milchglas
Rom
Schnee
Norden
Irgendwie ist immer woanders
Teesatz
Han Solo
Oh Bartleby
Mind the gap
Vorwärts ist keine Richtung

Satelliten (?)
Nichtgeschwindigkeit

Die Gedanken sind frei

Sendeschluss: Kid Koala featuring Emilíana Torrini - Collapser

U.

DJ Kid Koala hat ein Album mit Emilíana Torrini gemacht, das in Richtung Ambient Pop geht - wozu auch dieses Video passt, das an eine Mischung aus Weltraum und Lavalampe erinnert. Meine Musikredaktion weist außerdem darauf hin, dass das zugehörige Album Music To Draw To: Satellite ebenfalls thematisch mit dem All zu tun hat. Passt also alles zusammen.

Gekauft: Dezember 2016

U.

Der Dezember steht traditionell eher im Zeichen des Schenkens und Beschenktwerdens als des Kaufens. Allerdings fuhr ich am 30. Dezember extra nach Frankfurt zu Kaufhof, weil ich seit geraumer Zeit zwei Gutscheine besaß und diese einlösen wollte, so lange es in der Parfümerieabteilung noch 20 % Rabatt "auf alles" gab.

Bei teuren Kosmetikartikeln bin ich stets hin- und hergerissen: Mir ist völlig bewusst, das man im Drogeriemarkt für wenig Geld zum Teil sehr gute Produkte erwerben kann. Nicht selten stammen diese sogar aus demselben Konzern wie die Luxusmarken: L'Oréal stellt beispielsweise neben der Artikeln von L'Oréal Paris und Maybelline an den DM-Theken unter anderen auch die Luxuskosmetika von Lancôme und Armani her. Andererseits ziehen mich die teuren Schächtelchen von Chanel, Yves Saint Laurent und wie sie alle heißen dann doch an. Als ich dort also quasi umsonst und zusätzlich mit Rabatt einkaufen konnte, war es also ein bisschen, als würde man ein Kind im Süßigkeitenladen loslassen.

Mit einem signifikanten Unterschied: Für Gutscheine im Wert von 80 Euro konnte ich dank Rabatt quasi Waren für 100 Euro einkaufen. Das klingt zunächst nach viel, aber das Ergebnis fiel, nun, recht übersichtlich aus:

Ein Nagellack von Chanel, ein Foundation Stick von Bobbi Brown, ein Concealer sowie ein (aufgeschwatzter) Corrector von Urban Decay und ein Kajalstift derselben Marke: Diese fünf kleinen Gegenstände ließen mich trotz Rabatt sogar übers Ziel hinaus schießen, und ich legte an der Kasse noch etwa 20 Euro von meinem eigenen Geld drauf.

Immerhin kann ich vermelden, dass ich mit meinen Einkäufen sehr zufrieden bin, bis auf den Nagellack habe ich schon alles in Gebrauch.

Gesehen: Dezember 2016

U.

Der Dezember stand für mich im Zeichen von Harry Potter: Nicht nur las ich das gestern vorgestellte Drama, ich sah auch den Film Fantastic Beasts and where to find them, der ebenfalls irgendwie im Potter-Universum spielt, wenn auch in den USA und in den Zwanziger Jahren.

Kurz gesagt: Ich hatte mir mehr versprochen. Am Film an sich ist wenig auszusetzen, aber irgendwie hat er außer vielen putzigen, entfleuchenden Tieren auch eher wenig zu bieten. Die magische Welt der USA funktioniert anders als die in Großbritannien, was zunächst recht interessant erscheint, aber bald hat man die Unterschiede begriffen, und dann... mich konnte der Film nicht so recht packen, und die Tatsache, dass die ursprünglich geplante Trilogie dank des Erfolges von Teil 1 bereits zum Fünfteiler aufgeblasen wurde, stimmt mich besonders skeptisch.

Sicher scheint zu sein, dass kommende Teile düsterer sein werden: Wenn man die Rolle des bösen Zauberers Grindenwald schon mit Johnny Depp besetzt, wird er in zukünftigen Filmen sicherlich auch eine wichtige Rolle spielen.

Gelesen: Dezember 2016

U.

Ich frage mich gerade, ob ich schon einmal einen Monatsrückblick derart spät veröffentlicht habe. Es gäbe natürlich eine leichte Methode, das via Blogstatistik herauszufinden, aber so wahnsinnig interessant ist es ja eigentlich nicht. Ich vermute, dass dies nicht der späteste Rückblick aller Zeiten ist - wahrscheinlich kommt er mir nur so vor, weil zwischendurch Weihnachten und der Jahreswechsel stattgefunden haben.

In jedem Fall weiß ich noch gut, was ich in der Weihnachtszeit gelesen habe, nämlich den "achten Band" von Harry Potter, Harry Potter and the Cursed Child. Zu dem Buch muss gesagt werden, dass es sich erstens um keinen Roman sondern um ein Drama handelt, das aktuell in London aufgeführt wird. Zweitens basiert die Geschichte zwar auf einer Idee von JK Rowling, geschrieben wurde das Stück aber von Jack Thorne.

Dennoch spielt die Geschichte zeitlich nach den sieben Harry Potter-Bänden, insofern ist sie auch irgendwie eine Fortsetzung. Die Hauptfiguren stammen aus der im Epilog des letzten Harry Potter-Bandes kurz vorgestellten nächsten Generation: Harry Sohn Albus und Draco Malfoys Sprössling Scorpius werden unwahrscheinliche beste Freunde. Da sie beide in Hogwarts Außenseiter sind - Albus leidet sehr darunter, nicht so begabt und bemerkenswert wie sein berühmter Vater zu sein und erntet viel Spott dafür - geraten sie auf der Suche nach einer Bewährungsprobe in eine gefährliche Zeitreisegeschichte, die die Leser beziehungsweise Zuschauer zurück in die Handlung des vierten Harry Potter-Bandes um da trimagische Turnier transportiert.

Mehr soll hier gar nicht verraten werden, weil es den Lesegenuss trüben könnte. Was schade ist, denn nur zu gerne würde ich auf eine eher schlecht ausgedachte "Anschlussstelle" zu den Vorgängergeschichten verweisen, was aber nicht möglich ist, ohne eines der Hauptereignisse zu enthüllen.

Deshalb nur ganz allgemein: Als eigenständige Geschichte, die den Leser zurück in JK Rowlings Universum führt, macht Harry Potter and the Cursed Child durchaus Freude, zumal Albus und insbesondere Scorpius hochsympathisch sind. Über die Logik der Handlung innerhalb der größeren Zusammenhänge der bekannten Geschichten sollte man nicht allzu tief nachdenken.

Sendeschluss: Jens Lekman - What's That Perfume That You Wear?

U.

Jens Lekman ist wieder da! Schlappe fünf Jahre nach seinem letzten Album "I Know What Love Isn't" veröffentlicht er am 17. Februar sein viertes Werk, "Life Will See You Now". Vorab gibt es die hier vorgestellte Single, deren Video mit schwebenden Telefonhörern und spontanen Tänzern m Wohnungsflur einiges Seltsames zu bieten hat. Der Sound klingt immer noch recht typisch, zumindest bei dieser Single aber doch sehr disco-ig. Willkommen zurück!

My Year In Lists (10)

U.


So, mit diesem Post erkläre ich das Jahr 2016 für erledigt. Allerdings muss ich meinen Monatsrückblick für den Dezember auch noch veröffentlichen... aber die Monate Januar bis November sind ab jetzt in jedem Fall Geschichte...

5. Suede - Outsiders



4. James - Dear John



3. Oscar - Sometimes



2. The xx - On Hold



1. Teleman - Düsseldorf


My Year In Lists (9)

U.

Dieses Jahr sind die musikalischen Kategorien etwas nach hinten gerückt - dabei ist ja zumindest bei den Alben dank meiner Bewertungen bei Platten vor Gericht schon relativ klar, wie der Hase läuft...

5. Hundreds - Wilderness



4. Suede - Night Thoughts



3. Get Well Soon - Love



2. The Slow Show - Dream Darling



1. Teleman - Brilliant Sanity






My Year In Lists (8)

U.


Suppen

Hier gibt es bekanntlich auch weniger ernst gemeinste Kategorien, und nachdem ich 2016 eine gewaltige Zahl Fertigsuppen aus dem Glas vertilgt habe, stelle ich hier einmal die vor, die ich am liebsten mochte.

5. Tomatensuppe von Alnatura


Esse ich seit Jahren gerne, allerdings ist sie schwerer zu bekommen, seit DM sie aus dem Sortiment geschmissen hat. Absolut nicht zu vergleichen mit Tütensuppen oder dem, was Supermärkte sonst so in Dosen abfüllen (was ja meist ziemlich scheußlich ist). Allerdings seit diesem Jahr nicht mehr die beste Tomatensuppe dieser Art, die ich kenne (siehe Rang 2).

4. Mitternachtssuppe von Reichenhof


Mit Platz vier werfe ich gleich mal mein Konzept um, hier nur Glas-Suppen zu ranken - so bin ich eben, verrückt und spontan... Die Suppe mit diversen Gemüsestücken ist leicht sauer und scharf und schmeckt einfach prima, trotz Dose. Ebenfalls nicht ganz einfach zu bekommen, kürzlich wurde ich bei Globus fündig.

3. Little India von Little Lunch



Little Lunch war ursprünglich als "Suppen-Abo" gedacht, dass man sich nach Hause bestellen sollte. Mittlerweile wurden die Suppen aber dank der Vox-Sendung "Die Höhle der Löwen" recht bekannt und sind in fast jedem Supermarkt zu haben. Im Grunde mag ich alle Sorten sehr gerne, wobei mich allerdings die "neue Generation" (Kartoffel, Little Thai, Little Italy) weit weniger überzeugt. Little India schmeckt jedenfalls angenehm nach Curry und ist so im Fertigsuppensegment sicherlich einzigartig.

2. Tomatensuppe von Little Lunch


Noch besser als die exotischeren Sorten ist allerdings die Tomatensuppe von Little Lunch. Dank der Beigabe von Chili schmeckt sie angenehm scharf. Während ich andere Suppen irgendwann satt habe, kann ich diese quasi immer essen.

1. Fruchtige Gemüsesuppe von Daily Soup


Daily Soup, erhältlich in manchen DM-Märkten, wirkt auf mich wie eine Nachahmung von Little Lunch. Nachdem die Sortenauswahl hier aber anders ist, gewinnt der Kunde, indem er noch mehr Geschmacksrichtungen zur Auswahl hat. Auch bei Daily Soup schmeckt mir im Grunde alles (sehr gut ist auch die Kartoffelsuppe mit Kreuzkümmel), aber aktuell hat es mir vor allem die Gemüsesuppe angetan.

My Year In Lists (7)

U.

Die Sache mit mir und den Filmen wird immer schwieriger. Ich gehe kaum ins Kino, und wenn doch, löst das, was ich sehe, selten riesige Begeisterung aus. Vieles, was mir gefallen könnte, verpasse ich vermutlich aus Ignoranz. Und wenn es dann doch einmal einen Film gibt, über den ich Bescheid weiß, und den ich gerne sehen möchte, verpasse ich ihn aus Zeit- und Organisationsgründen. Und so sehe ich heutzutage hauptsächlich Marvel-Filme, die sicherlich qualitativ nicht schlecht sind - aber mir ist doch bewusst, dass es Besseres geben muss.

Immerhin: Die immer wieder komplett daneben gehenden Versuche von DC-Comics, ein eigenes Kino-Universum zu erschaffen (dieses Jahr mit Batman v Superman und Suicide Squad) zeigen, dass Marvel dann doch vieles richtig macht.

5. The Jungle Book


Das Dschungelbuch im Original von 1967 war der erste Film, den ich im Kino gesehen habe - eine klassische und gute Wahl. Mein Bedürfnis nach einem CGI-Remake der Geschichte um den Jungen im Dschungel war nicht wirklich vorhanden, lediglich die sehr guten Kritiken ließen mich bei Sky einschalten. Und man muss sagen: Besser hätte man eine Neuverfilmung wohl nicht angehen können. Sehr schön umgesetzt, teilweise deutlich düsterer als das Original und aufgrund der kleinen Änderungen auch spannend.

4. Zoomania (Original: Zootopia)


Auch hier war mein Interesse am Film eigentlich gleich null. Ich habe weder etwas gegen Animationsfilme noch gegen solche, die sich an andere Altersgruppen richten. Aber mittlerweile gibt es in dieser Kategorie doch zu viel Massenware, und diese Geschichte um wie Menschen agierende Großstadttiere schien für mich dazu zu gehören. Lediglich die Tatsache, dass der Film bei Rotten Tomatoes sagenhafte 98 % positive Kritiken aufweist, ließ mich bei Sky einschalten.

Tatsächlich ist Zoomania eine recht konventionelle, aber sympathische Geschichte nach dem Muster "Hauptfigur entscheidet sich für ein quasi unmögliches Ziel und beißt sich durch" mit extrem viel Humor, der zumindest bei mir sehr gut funktionierte. Diese Faultiere...!

3. Die Insel der besonderen Kinder (Original: Miss Peregrine's Home For Peculiar Children)


Wenn mich dann doch einmal etwas ins Kino treibt und kein Marvel-Film ist, handelt es sich nicht selten um einen neuen Tim Burton. Die Geschichte um Kinder mit außergewöhnlichen Begabungen, die von bösen Mächten bedroht werden und sich vor ihnen außerhalb der Zeit verstecken, passt perfekt zum typischen Burton-Stil. Allerdings hätte die Geschichte von "innerlich" interessanteren Figuren profitiert.

2. Deadpool


Und hier haben wir den Marvel-Film. Neben Deadpool sah ich dieses Jahr auch X-Men: Apocalypse, Captain America: Civil War und Doctor Strange. Schlecht war keiner der Filme, aber richtig begeistern konnten sie mich auch nicht. Deadpool hatte hier das Glück, sich nicht auf tausend vorausgegangene Geschichten stützen zu müssen, und war schlicht und ergreifend lustig. Manchmal ist weniger eben mehr.

1. Raum (Original: Room)


Schon die Romanvorlage schaffte es in meine Jahrescharts. Zum Film kann man nicht viel mehr sagen, als dass er eine ideale Verfilmung darstellt - im allgemeinen ist es ja recht schwierig, von Filmen zufriedengestellt zu werden, wenn man die Buchvorlage bereits kennt. Aber die Geschichte um die junge Frau, die mit ihrem kleinen Sohn in einem winzigen Gartenhäuschen eingesperrt ist, und diesem aufgrund der Notsituation eine etwas modifizierte Weltsicht beibringt, funktioniert als Film ebenso wie als Buch - insbesondere, da beide Versionen klarstellen, dass mit der "Befreiung" bei weitem nicht alle Probleme gelöst sind. Nur das Filmplakat hätte ruhig weniger kitschig ausfallen können!

My Year In Lists (6)

U.

Fersehserien

Wird diese Serienflut, bei der man kaum zwinkern kann, ohne etwas Sehenswertes zu verpassen, auch irgendwann wieder aufhören? Irgendwie sieht es nicht danach aus, und natürlich war auch 2016 ein starkes Serienjahr.

5. Stranger Things (Staffel 1)


Dass es eine derart gute Serie gerade einmal auf Rang 5 schafft (und The Walking Dead, Game of Thrones und, man glaubt es kaum, selbst iZombie dieses Jahr gar nicht erst diese Höhen erreichen), zeigt schon, dass die Konkurrenz unglaublich stark war. Die auf 80er Jahre gemachte Geschichte um eine Gruppe Jungen, ein mysteriöses Mädchen und ein gruseliges Monster schlug gewaltige Wellen, weil sie einfach jedem gefiel. Mir natürlich auch. Weiteres schrieb ich hier.

4. The Young Pope (Staffel 1)


Jude Law als erzkonservativer Papst, der nicht in der Öffentlichkeit auftreten und die weltliche Macht der Kirche wiederherstellen will... und auch Wunder vollbringen kann. Ich weiß immer noch nicht genau, was uns die Serie eigentlich sagen will (möglicherweise wird das in Staffel 2 deutlicher?), aber spannend, interessant und ästhetisch ansprechend (sowie hervorragend gespielt) war sie allemal. Hier schrieb ich bereits dazu.

3. The Knick (Staffel 2)


Clive Owen als drogensüchtiger, aber auch genialer Chirurg, umgeben von lauter meist selbstsüchtigen aber auch irgendwie bemitleidenswerten Menschen in New York um 1900, und das Ganze aus der Feder von Steven Soderbergh. Selten fand ich eine Serie so aus einem Guss, und ich bin immer noch ein bisschen traurig, dass sie nach zwei Staffeln endete - auch,  wenn das Finale wirklich spektakulär war. Hier schrieb ich dazu.

2. The Leftovers (Staffel 2)


Die erste Staffel von The Leftovers, einer Geschichte um die Menschen, die nach der "Rapture", der Aufnahme der des Himmels würdigen Menschen in ebendiesen, auf der Erde zurück geblieben sind, war an Verrücktheit kaum zu übertreffen, und ich konnte mit beim besten Willen nicht vorstellen, wie man diese verrückte Geschichte sinnvoll fortsetzen könnte. Überraschenderweise war Staffel 2 aber ebenso skurril und faszinierend. Mehr dazu hier.

1. Westworld (Staffel 1)


Zugegebenermaßen musste ich erst ein Youtube-Erklärvideo schauen, um halbwegs zu begreifen, was mir das Finale der ersten Staffel meiner Lieblingsserie 2016 sagen wollte. Aber immerhin fand ich das Ende anschließend recht befriedigend! Abgesehen von der faszinierenden Thematik über künstliche Menschen überzeugte hier eine gleichermaßen komplexe wie gut ausgedachte Geschichte sowie eine unglaublich gute visuelle Umsetzung. Auch über Westworld schrieb ich bereits.


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