Manchmal ist es schon praktisch, einen Blog zu haben. Während ich ohne dessen Unterstützung nur hätte sagen können, dass ich vor vielen J...

Eine Hundertschaft auf der Bühne: Hundreds in der Frankfurter Jahrhunderthalle


Manchmal ist es schon praktisch, einen Blog zu haben. Während ich ohne dessen Unterstützung nur hätte sagen können, dass ich vor vielen Jahren bereits einmal ein Konzert der Reihe "Music Discovery Project" besucht habe, dass dieses mit der Band 2raumwohnung war und das zugehörige Sinfonieorchester Musik von Mahler spielte, zeigt ein Blick auf den zugehörigen Blogeintrag, dass dieses Ereignis 2011 stattfand und bringt einiges zu Tage, an das ich mich überhaupt nicht mehr erinnern konnte. Vieles davon wiederholte sich dieses Wochenende. Doch beginnen wir am Anfang.

Als ich letztes Jahr in Frankfurt ein Plakat erspähte, laut dem die Band Hundreds im Rahmen des Music Discovery Projects, das seit 2007 jährlich Künstler mit den unterschiedlichsten Stilausrichtungen gemeinsam mit dem hr-Sinfonierorchester auftreten lässt, zwei Abende in der Jahrhunderthalle spielen würden, war ich sofort sehr interessiert. Ich war relativ spät dran mit meinem Kartenkauf, nur an einem der beiden Abende ließen sich noch Tickets für zwei Plätze nebeneinander ergattern, und diese waren nicht in der besten Kategorie. Kurz danach waren beide Konzerte komplett ausverkauft.


Was erhoffte ich mir von einem Auftritt der elektronischen Band Hundreds mit einem Sinfonierorchester? Idealerweise deren wunderschöne Lieder ein einem neuen Arrangement, das die Möglichkeiten nutzte, die die Anwesenheit von knapp 100 professionellen Musikern auf der Bühne bot. Im Idealfall also eine ähnliche Erfahrung wie der Auftritt von Get Well Soon im Mannheimer Nationaltheater.

Gleichzeitig war klar, dass es nicht ganz genauso werden würde. Von meinem Besuch bei 2raumwohnung vor vielen Jahren erinnerte ich mich noch daran, dass die unterschiedlichen Interpreten häufiger abwechselnd als miteinander musiziert hatten. Und auch, wenn im Vorfeld dieses Mal keine spezifischen klassischen Stücke bekannt gemacht worden waren, zweifelte ich nicht daran, dass diese gespielt werden würden.


Unsere Plätze in der Jahrhunderthalle entpuppten sich am Abend selbst wirklich als ziemlich schlecht - zwar saßen wir in der ersten Reihe, aber so weit links, dass wir die "Bandbühne", die vor die reguläre Bühne gebaut worden war (auf dieser befand sich das Orchester) nur von der Seite erspähen konnten. Direkt vor uns befand sich eine Videoleinwand, die man aus größerem Abstand aber leichter hätte betrachten können.

Der Konzertabend begann mit einer kurzen Ansprache des youFM Moderators Johannes Sassenroth, der das Motto "BeziehungsKiste" erläuterte - unterschiedliche Musikstücke gingen das Thema aus verschiedenen Perspektiven an, beispielsweise begann der Abend mit zwei Stücken aus "Romeo und Julia" von Sergej Prokofjew, wobei sich im ersten die Protagonisten begegnen und im zweiten Romeo an Julias Grab steht - also der Kiste, wie Sassenroth kalauerte.


Dem Programmheft hatten wir bereits entnommen, dass außer Prokofjew und natürlich Hundreds auch Tan Dun und Leonard Bernstein sowie Astor Piazzolla gespielt werden würden - eine wirklich sehr bunte Auswahl. Neben Hundreds war als weiterer "Fremdmusiker" auch der Percussionist Simone Rubino eingeladen. Die Dirigentin Elim Chan überraschte mich durch ihr Geschlecht - aus Ignoranzgründen hatte ich gedacht, dass sämtliche Dirigenten männlich wären.

Los ging es also mit den Romeo und Julia-Stücken, dazwischen - die Musiker schlichen sich jeweils sehr diskret auf die und von der vorderen Bühne - hatte Simone Rubino seinen ersten Auftritt als Solist. Seine Trommelei gefiel mir in den ersten paar Minuten, langweilte mich jedoch leider schnell. Zum Glück boten als nächstes Intermezzo Hundreds ihren ersten Song dar, "Fighter". Zu unserer Überraschung war neben den Geschwistern Milner auch der Live-Schlagzeuger Florian Wienczny mit von der Partie - wir hatten gedacht, dass er anwesende Schlagzeug-Solist sämtliche Percussion-Einsätze übernehmen würde, wenn er schon einmal da war. Tatsächlich wurde der erste Hundreds-Song, das gehörte wohl zum Konzept, völlig normal dargeboten, also ohne Einbezug des Orchesters.


Zum ersten Zusammenspiel kam es dann hinterher, als Simone Rubino gemeinsam mit dem Orchester auftrat und "Autumn" von Tan Dun interpretierte. Und als Hundreds anschließend für "Wilderness" zurückkehrten, wurden sie sowohl vom Orchester als auch von Simone begleitet. Weiter ging es dann ohne Hundreds mit "Winter", dann wurden "Separate the Sea" und "Our Past" wiederum von allen gemeinsam dargeboten. Einen Bruch gab es dann bei "Rabbits on the Roof", das Hundreds gleich anschließend ohne orchestrale Begleitung spielten. Bei den recht lauten elektronischen Klängen am Ende des Songs konnte ich auch beobachten, wie sich einer der Geiger das rechte Ohr zuhielt...

Weiter ging es dann mit dem aus meiner Sicht überflüssigsten Teil des Abends: Das Orchester spielte Tänze aus "West Side Story", Simone trommelte und klopfte. Zum Glück durften Hundreds in der Mitte "Please Rewind" und "Aftermath" spielen, sonst hätte ich von den süßlichen Melodien vielleicht Diabetes bekommen. Nach einem weiteren Instrumentalteil, der sich um die West Side Story-Melodie zu "Maria" drehte, stand dann Eva allein auf der Bühne und sang, nachdem es keine Pause, sondern lediglich einen musikalischen Übergang gegeben hatte,  zur orchestralen Begleitung "Wind in the Pines".


Nachdem Hundreds wieder in gewohnter Formation, aber auch mit Orchester, "Stones" dargeboten hatten, war das Programmheft eigentlich durchgearbeitet. Für das begeistert applaudierende Publikum hatte man aber noch eine Zugabe in Reserve: Alle zusammen performten noch den Hundreds-Song "Beehive", wobei dieses Mal nicht "nur" Florian und Simone Rubino für Percussion sorgten, sondern noch zwei Schlagzeuger aus dem Orchester mit nach vorne kamen und dort mittrommelten.

Das Konzert ließ mich mit gemischten Gefühlen zurück. Hundreds mit einem Orchester zu hören, war zweifellos ein tolles Erlebnis, tatsächlich war die Band wohl bereits mehrere Jahre zuvor vom Hessischen Rundfunk angesprochen worden und nun froh, diesen Traum von orchestralen Arrangements ihrer Musik endlich umsetzen zu können.


Was nun das Motto BeziehungsKiste und das Drumherum anging: Na ja. Es hätte sicherlich geholfen, wenn ich mit Simone Rubinos Trommelei oder West Side Story mehr hätte anfangen können, aber auch die Nicht-Hundreds-Stücke, die mir gefielen, erschienen mir im Kontext recht beliebig. Man kann alles irgendwie zueinander in Beziehung setzen (im schlechtesten Fall ist es eben keine gute), ein Mehrwert oder eine neue Erkenntnis bot sich mir dadurch nicht. Mit Hundreds und großem Orchester ohne weiteres Drumherum, dafür ein paar Liedern mehr, wäre ich also noch zufriedener gewesen.

Das Konzert kann man sich übrigens hier in voller Länge ansehen und -hören.

Setliste:

Fighter
Wilderness
Separate the Sea
Our Past
Rabbits on the Roof
Please Rewind
Aftermath
Wind in the Pines
Stones

Beehive

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Wenn ich gelegentlich versuche, ein Youtube-Tutorial anzusehen, verliere ich meistens nach wenigen Minuten die Geduld. Überhaupt habe ...

Sendeschluss: Erdmöbel - Tutorial



Wenn ich gelegentlich versuche, ein Youtube-Tutorial anzusehen, verliere ich meistens nach wenigen Minuten die Geduld. Überhaupt habe ich wenig Geduld bei Youtube. In Texten kann man weniger interessante Passagen schnell überfliegen, im Video hat man diese Möglichkeit nicht.

Wie die Band Erdmöbel zu Tutorials steht, weiß ich natürlich nicht. Der neue Song tut so, als wolle er einen lehren, sich selbst zum Weinen zu bringen - im schauspielerischen Kontext - vielleicht lehnt sich der Song auch an ein echtes Tutorial. Im Video, das wiederum zum Song gedreht wurde, mimen diverse Schauspielerinnen wie Maren Eggert, Petra Nadolny oder Corinna Harfouch einerseits die Anleitung und andererseits deren Umsetzung. Nachdem die Anleitung darauf basiert, sich reale positive wie negative Ereignisse präsent zu machen, wirken die "geschauspielerten" Gefühle echt, außerdem beginnt man als Zuschauer natürlich zwangsläufig zu überlegen, welche eigenen Erinnerungen man für die hervorzurufenden Emotionen heranziehen würde.

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Mein Freund war schon wieder ohne mich bei einem Konzert! Meistens geht er dann ja zu Noel Gallagher, aber auch über seine andere Lieblin...

Neulich als Schotten den Frankfurter Osten erkundeten: Belle & Sebastian in der Batschkapp


Mein Freund war schon wieder ohne mich bei einem Konzert! Meistens geht er dann ja zu Noel Gallagher, aber auch über seine andere Lieblingsband, Belle & Sebastian, durfte er hier schon berichten, letztes Jahr im September. Da fällt es mir natürlich etwas schwerer, neue Fragen zu stellen.


Christoph schrieb auf Facebook, die Vorband weigere sich, ihren Namen zu verraten. Habt ihr ihn dennoch herausbekommen?

Er ist wohl noch ein Konzert-Anfänger und wusste nicht, dass man sich auch im Vorfeld über die Vorband informieren kann. Es soll sogar Menschen geben, die wegen der Vorband zu Konzerten gehen!


An diesem Abend stand uns eine - ohne unhöflich sein zu wollen - nicht mehr ganz junge Dame, die sich im Verlauf ihres rund 30-minütigen Sets als Jane Weaver vorstellte, mit zwei Begleitmusikern gegenüber. Bereits zur Hochphase des Britpop war sie in einer Band namens Kill Laura aktiv, die aber nicht über einige Single-Veröffentlichungen hinauskam. Seitdem ist sie, mit einem kurzen Intermezzo bei der Band Misty Dixon, solo aktiv und hat bereits sieben Alben veröffentlicht.

Musikalisch erinnerte mich das Dargebotene ein wenig an The Long Blondes - und nicht nur, weil Jane lange blonde Haare hatte und ihren Gitarristen um einen Kopf überragte. Am besten gefielen mir "The Architect" aus ihrem letzten Album "Modern Kosmology" sowie "I Need A Connection".


Ich habe Dich erst im September anlässlich deines letzten B&S Konzertes befragt. Gab es denn seitdem eine Neuveröffentlichung?

Ja, gab es, wurde aber auch Zeit, denn ihr letztes Album "Girls in Peacetime Want To Dance" liegt bereits 3 Jahre zurück.  Im September in Utrecht kündigten sie die Veröffentlichung einer EP an. Daraus wurde eine insgesamt dreiteilige Serie, die im Verlauf der letzten drei Monate veröffentlicht wurden.


Und ist das Ganze technisch gesehen noch dieselbe Tour?

Das Konzert in Utrecht fand gar nicht im Rahmen einer richtigen Tournee statt, so dass der Anreiz dorthin zu fahren besonders hoch war. Die aktuelle Tour, die seit Anfang Februar läuft hat auch keinen bestimmten Titel. Den nach den EPs gewählten Titel "How To Solve Our Human Problems" hätte die Tour auch nicht wirklich verdient, da insgesamt nur 3 Songs aus diesen gespielt wurden ("We Were Beautiful", "I'll Be Your Pilot" und "The Same Star").


Hat sich die Setliste verändert?

Natürlich. Zwar haben Belle & Sebastian immer ein festes Gerüst an Songs, die nahezu immer gespielt werden, wie "Nobody's Empire", "I'm A Cuckoo", "We Were Beautiful", die das Konzert auch eröffneten, aber danach wird deutlich variiert. Im Vergleich zu Utrecht wurden 9 andere Songs gespielt. Als zweite Zusage sogar auf Zuruf aus dem Publikum, nämlich "Get Me Away From Here, I'm Dying". Das war an dieser Stelle auch dringend notwendig, denn bis dahin gab es keinen Song aus meinem Lieblingsalbum "If You're Feeling Sinister".

Welche Lieder gefielen dir denn am besten?

Am meisten gefreut habe ich mich über "Dog On Wheels" und "Sleep The Clock Around". Doch einen Ohrwurm verpasste mir als letztes Lied "The Party Line", in dessen Verlauf sich Stuart Murdoch durchs Publikum bis auf die zur Empore führenden Treppe kämpfte und es dort sang.


Wurde wieder "Perfect Couples" gespielt?

Hinsichtlich dieses Liedes scheine ich tatsächlich Pech zu haben. Nach dem A Summer's Tale Festival 2015 und dem Konzert in Utrecht 2017 fand das von Stevie gesungen Lied, welches ich von allen Belle & Sebastian Songs am wenigsten zu schätzen weiß, für mich zum dritten Mal in Folge Eingang in die Setliste. Gut, dass es mittlerweile in einer gekürzten Fassung gespielt wurde. Dafür bekam Stevie mit "The Wrong Girl" noch einen Song zugestanden.


Gab es in Frankfurt auch, wie in Utrecht, Fahrradgeschichten zu hören?

Zunächst entschuldigte man sich erst einmal dafür, dass man in 21 Jahren erstmals nach Frankfurt gekommen sei, was mich daran denken ließ, dass mein erstes Belle & Sebastian Konzert auch bereits 20 Jahre zurückliegt! Überraschenderweise war die Batschkapp bei Weitem nicht ausverkauft, was aber wohl auch am üppigen Ticketpreis von insgesamt 45 € gelegen haben mag.

Da Belle & Sebastian erst aus Berlin angereist waren, fehlte vermutlich die Zeit für eine ausgiebige Fahrradtour. Stattdessen zeigte die Band zwischendurch in einer Art Dia-Show Bilder, die sie beim Bummeln rund um die Batschkapp geschossen hatten. Offensichtlich nicht die schönste Ecke Frankfurts. Stuart erzählte zu jedem Bild etwas und forderte - wie in den 70ern bei einem Dia-Abend - danach immer wieder dazu auf das nächste Bild zu zeigen. Und so sahen wir die Band mit Hunden posierend, die Band in einem Stadion trainierend oder auch abfotografierte Postkarten, offensichtlich auch noch aus den 70er Jahren.


Und was wurde sonst so erzählt?

Am amüsantesten war ein Exkurs über "shy people", den Stuart, der, ich kann es bezeugen, auch nicht als unterhaltsame Rampensau geboren wurde, mit der Bemerkung "shy people are a waste of time" schloss. Stevies versuchte das durch die Bemerkung, dass Belle & Sebastian eigentlich die Band für schüchterne Menschen sei, wieder gut zu machen, worauf Stuart uns acapella mit "Ask" von The Smiths besänftigte: Shyness is nice, and shyness can stop you, from doing all the things in life you'd like to. Sarah ergänzte etwa zum Thema "Shy Tories", was Stuart durch die Bemerkung, dass er Band dieses Namens gar nicht kenne, ins Absurde kippen ließ.


Durftest du auf der Bühne tanzen? 

Zu "The Boy With The Arab Strap" und "Legal Man" wurden natürlich wieder Leute aus dem Publikum zum Tanzen auf die Bühne geholt. Ich hatte mir, um dich (und Stuart nach seiner "shy people" Bemerkung) zu beeindrucken, auch fest vorgenommen an der Bühneninvasion teil zu nehmen. Aber in Deutschland läuft eben alles viel gesitteter oder nach festen Regeln ab und offensichtlich dürfen in der Batschkapp nur 15 Personen auf der Bühne stehen, so dass nur 6 Zuschauer zur Band dazu stoßen durften.

Hast du außer den schönen Fotos auch an die Setliste gedacht?

Klar:

Nobody's Empire
I'm a Cuckoo
We Were Beautiful
I'll Be Your Pilot
Dog on Wheels
Perfect Couples
If She Wants Me
Piazza, New York Catcher
Little Lou, Ugly Jack, Prophet John
The Same Star
Stay Loose
The Wrong Girl
Simple Things
The Boy With The Arab Strap
Legal Man

Sleep The Clock Around
Get Me Away From Here, I'm Dying
The Party Line

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Die Editors sind wieder da! Am 9. März erscheint "Violence", wenn die Single "Magazine" ein Vorbote für deren Stilsei...

Sendeschluss: Editors - Magazine


Die Editors sind wieder da! Am 9. März erscheint "Violence", wenn die Single "Magazine" ein Vorbote für deren Stilsein sollte, wird es wohl ganz schön poppig. Beim ersten Videoansehen hat mich der Song nicht wirklich gepackt, aber jetzt, wo ich ihn nochmals laufen lasse, muss ich bei den "Aahahahas"doch ein wenig mitwippen.

Was das Video betrifft, hatte der Regisseur anscheinend kürzlich einen Alptraum über den Konkurrenzkampf zwischen Bewerbern bei Vorstellungsgesprächen. Bleibt abzuwarten, ob Tom Smith bei den anstehenden Editors-Konzerten seinen gewohnten Look aus schwarzer Jeans mit schwarzem T-Shirt trägt oder auf seinen neuen schwarzen Anzug mit Krawatte umsattelt...

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Poliça sind, anders, als der Name vielleicht vermuten lässt, eine US-amerikanische Band. s t a r g a z e dagegen ist eine Berliner Forma...

Sendeschluss: Poliça + s t a r g a z e - Agree



Poliça sind, anders, als der Name vielleicht vermuten lässt, eine US-amerikanische Band. s t a r g a z e dagegen ist eine Berliner Formation, die sich zwischen Klassik und Popmusik bewegt. Gemeinsam haben beide nun ein Album aufgenommen, "Music For The Long Emergency", das vom gleichnamigen Buch von James Howard Kunstler inspiriert wurde.

Das Buch kenne ich nicht und von beiden separaten Formationen bislang auch nichts - "Agree" ist jedoch musikalisch angenehm und zeichnet sich darüber hinaus zur Abwechslung durch ein Video aus, dessen Geschichte ich auf Anhieb verstehe. Juhu!





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Bereits zu Nikolaus bekam ich eine sehr edel aussehende Schachtel Karamellbonbons geschenkt, aber Ihr wisst ja, wie das ist: Zu nichts ko...

Gekauft: Januar 2018


Bereits zu Nikolaus bekam ich eine sehr edel aussehende Schachtel Karamellbonbons geschenkt, aber Ihr wisst ja, wie das ist: Zu nichts kommt man in der Weihnachtszeit, nicht einmal zum Essen von (noch mehr) Süßigkeiten. Und so wurde es Januar, bis ich mich den Bonbons von Frl. Diehl widmen "konnte".

Meine Schachtel enthält (na gut, enthielt) zehn Karamellbonbons, die auf den ersten Blick gleich aussehen. Schnell zeigt sich beim genaueren Betrachten aber, dass jedes Bonbon anders beschriftet ist und dass ich tatsächlich keines doppelt hatte. Auf der Rückseite der Verpackung findet man ebenfalls eine Auflistung der enthaltenen Geschmacksrichtungen, und dabei ist noch eine Broschüre, der man zum einen entnehmen kann, dass es sich bei Frl. Diehl um eine kleine Manufaktur aus Koblenz handelt und zum anderen kann man sämtliche erhältliche Sorten nachlesen.


Nachdem ich die Bonbons nun endlich probiert habe, kann ich berichten, dass es sich um ein ziemlich weiches Karamell handelt. Mir persönlich sind die Bonbons etwas zu groß, um sie einfach ganz zu lutschen, also beiße ich kleinere Stücke ab und lutsche dann diese. Die Sorten schmecken genauso, wie sie gekennzeichnet sind, also etwa nach Schokolade mit Muskat, Meersalz oder Vanille Orange. Alle Geschmacksrichtungen, die ich bisher getestet habe, fand ich gleichermaßen natürlich (außer Karamell und den geschmacksgebenden Komponenten ist auch nichts enthalten) wie lecker. Für Karamellfreunde eine tolle Geschenkidee.

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Was schaute ich im Januar? Es lief im regulären Fernsehen die zwölfte (zwölfte!) Auflage von  Ich bin ein Star, holt mich hier raus!  Lei...

Gesehen: Januar 2018



Was schaute ich im Januar? Es lief im regulären Fernsehen die zwölfte (zwölfte!) Auflage von Ich bin ein Star, holt mich hier raus! Leider schaffe ich es nicht, diesem Format, das seinen dramatischen Höhepunkt für mich eigentlich schon im Jahr 2011 (der Staffel mit Sarah Knappik) erreicht hatte, den Rücken zuzukehren. Dabei wäre es im Grunde völlig ausreichend, einfach täglich die sehr lustigen Berichte zu lesen, die Anja Rützel bei Spiegel Online veröffentlicht. Noch dazu bekäme ich dann mehr Schlaf...

Als ich noch an meinem Arbeitsort lebte, war es kein riesiges Problem, ein paarmal pro Woche erst gegen Mitternacht ins Bett zu kommen - jetzt, da ich eine volle Stunde früher aufstehe als damals, schon. Tatsächlich habe ich deshalb auch bei weitem nicht die komplette Staffel gesehen, zumal die Folgen selten so fesselnd waren, dass es nicht möglich gewesen wäre, irgendwann zu beschließen, lieber schlafen zu gehen.

Neben diesem Quatsch sah ich noch die Filmversion von Girl on the Train (ok) und begann mit der vierten Staffel von Homeland (ebenfalls, wobei man meiner Meinung nach auch gut eine Staffel ohne Liebesgeschichte um Carrie hätte machen können).

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Im Januar widmete ich mich dem letzten Band der Jugendbuchserie um die Geisterbekämpfungstruppe Lockwood & Co.:  The Empty Grave.  Da...

Gelesen: Januar 2017


Im Januar widmete ich mich dem letzten Band der Jugendbuchserie um die Geisterbekämpfungstruppe Lockwood & Co.: The Empty Grave. Das fünfte und letzte Buch der Reihe (wobei man bei Jonathan Stroud nicht wissen kann, ob ihm nicht irgendwann doch noch etwas für einen Zusatzband einfällt - bei der Bartimaeus-Serie war das so) beantwortet endlich (fast) alle Fragen, die von den vorausgehenden Teilen aufgeworfen wurden.

Wie immer bei Jonathan Stroud entspricht die dargestellte Realität der unseren, mit einem kleinen Unterschied. Bei Lockwood & Co. ist dies die Tatsache, dass Geister wirklich existieren und sich in den letzten Jahrzehnten zu einer gefährlichen Plage entwickelt haben: Fast überall spukt es nachts, und wenn man als Lebender mit einem Geist in Berührung kommt, endet das meist tödlich. Da außerdem nur Kinder und Jugendliche Geister sehen und hören können, sind so gut wie alle von ihnen berufstätig und kümmern sich nachts unter gefährlichen Bedingungen um die Beseitigung von diversen Spuk-Ursachen.

Im letzten Teil der Reihe erfährt man nun endlich, warum genau es eigentlich so viele Geister gibt und welche Rolle die großen Geister-Beseitigungs-Agenturen sowie die geheimnisvolle Orpheus Society spielen. Auch einige Fragen zu Lockwoods Herkunft und seiner Familie werden beantwortet. Insgesamt ein schönes Ende der Geschichte, deren Universum ich vermissen werde. Wie gesagt, vielleicht fällt Jonathan Stroud ja irgendwann noch etwas dazu ein?

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Das Palladium weckt als Veranstaltungsort bei Menschen durchaus unterschiedliche Gefühlsregungen. Als mein Freund und ich entdeckten, das...

Und das ging so: Kettcar im Kölner Palladium


Das Palladium weckt als Veranstaltungsort bei Menschen durchaus unterschiedliche Gefühlsregungen. Als mein Freund und ich entdeckten, dass Kettcars Konzert im für uns etwa gleich gut erreichbaren Wiesbaden bereits ausverkauft war, für das Palladium aber (noch) Tickets zu haben waren, kauften wir diese eher mit zusammengebissenen Zähnen: Wer will schon ins Palladium, wo der Sound meist schlecht ist, man dafür das Publikum gut beim Reden hören kann, wo das Parken eine Qual ist, man von weiter hinten die Bühne nicht sehen kann und das Garderobensystem eine Zumutung darstellt?

Ganz anders dürfte die Reaktion bei Kettcar ausgefallen sein, denn wie die Band gestern Abend von der Bühne aus erzählte, hatte man ursprünglich ins E-Werk (gleich gegenüber) gewollt, das sei aber bereits mit einer Karnevalsveranstaltung belegt gewesen. Im größeren Palladium hatte man ursprünglich geplant, den Stehbereich auf der Galerie zu sperren und auchden hinteren Teil der riesigen Halle abzuhängen, um den Raum voller erscheinen zu lassen - aber dann wurden alle Tickets verkauft. Das Palladium mit seiner Kapazität von 4000 Personen ausverkauft zu haben schmeichelte der Band sichtlich - es war ihr größtes Innenraumkonzert aller Zeiten, weder Berlin noch Hamburg hatte mehr Publikum.


Der Abend begann aber natürlich mit der Vorband, das heißt, eigentlich mit Marcus Wiebusch, der es sich nicht nehmen ließ, diese persönlich anzukündigen. Er erklärte, Fortuna Ehrenfeld hätten Kettcar nun schon bei der gesamten Tournee begleitet und man sei ganz begeistert von dem Kölner Trio - und bitte das Publikum deshalb darum, ihm Aufmerksamkeit zu schenken.

Das taten wir dann natürlich auch, wobei ich soeben per Internet feststellte, dass Fortuna Ehrenfeld streng genommen nur aus dem Sänger und Songschreiber Martin Bechler besteht, der für seine Albenveröffentlichungen (es gibt zwei) sämtliche Instrumente selbst einspielt. Bechler stammt aus Köln Mülheim, hatte es also nicht weit zum Palladium. Dieser Umstand erklärte vielleicht sein Outfit:  Er trug einen Schlafanzug und passend dazu Bärenpfoten-Hausschuhe. Seine Mitmusiker - eine Keyboarderin und ein Schlagzeuger - hielten es da eher mit Kleidung, die generell als öffentlichkeitstauglich akzeptiert wird.


Fortuna Ehrenfeld passt gut zum Label Grand Hotel van Cleef und auch als Vorband zu Kettcar, mit deutschen Texten und einer gewissen Intellektualität. So richtig packen konnte mich die Musik dennoch nicht. Als Vorband hat man es im übrigens auch bei ausdrücklicher Empfehlung durch den Hauptact im Palladium nicht leicht: Das Reden der Zuschauer führte dank der Hallenakustik zu einem ungewöhnlich hohen Geräuschpegel.

Setliste:

Gegen die Vernunft
Analoges Mädchen
Rakete
Nach Diktat verreist
Das letzte Kommando
Penn’ könn’
Glitzerschwein
Hundeherz
Der Puff von Barcelona


Weiter ging es dann recht schnell mit Kettcar selbst, die an diesem Abend komplett in schwarz gekleidet waren. Die Band hat im Oktober ihr neuestes Album "Ich vs. Wir" veröffentlicht, das auch den Anlass der Tour bot. Vorher war es länger eher still um die Hamburger Band gewesen. Das 2012er Album "Zwischen den Runden" gilt in Fankreisen als eher mau, und anschließend kam 2014 Marcus Wiebuschs Soloalbum "Konfetti" heraus, so dass man sich fragen konnte, ob es mit Kettcar vorbei sei - von der "verwandten" Band Tomte ist schließlich seit den Soloalben von Thees Uhlmann nichts mehr erschienen.


Kettcar gibt es aber noch, und sie sind, so formulierte Wiebusch es ironisch, "nun eine politische Band". Offenbar haben die aktuellen Lieder "Sommer '89 (Er schnitt Löcher in den Zaun)", "Ankunftshalle" und "Mannschaftsaufstellung" größere Diskussionen ausgelöst, oder, wie Wiebusch zu "Sommer '89" sagte: "Wir haben uns über dieses Lied so dermaßen viel Scheiße anhören müssen".

Tatsächlich sieht die Band sich selbst offenkundig nicht als großartig anders als früher, und so wurden alte und neue Songs auch fröhlich durcheinander gewürfelt - etwa in einem "Emo Block" mit Liebesliedern von 2012 ("Rettung") und 2005 ("48 Stunden" und das nur zu zweit vorgetragene "Balu"). Viele Lieder wurden übrigens per LED-Wand mit Videos untermalt, bei "Sommer '89" oder "Ankunftshalle" etwa mit dem veröffentlichten.


Immer wieder kam man zwischen den Songs auf das Thema Köln, und das nicht nur, als im Text zum Song "Im Taxi weinen" der Verkehrsverbund Hamburgs HVV spontan zur Kölner KVB geändert wurde. Für Heiterkeit sorgte eine Geschichte, dass die Band 2001 ein Konzert im Luxor gespielt habe. Damals war man auf der Suche nach einem Label, das ihr Debütalbum "Du und wieviel von deinen Freunden" veröffentlichen sollte, und hatte mehrere Repräsentanten des Labels Zomba eingeladen. Das Konzert lief dann auch großartig, nur waren die Label-Repräsentanten gar nicht erst erschienen und teilten per E-Mail mit, Kettcar seien ihnen in jedem Fall zu alt. Im Nachhinein ein Glücksfall, denn die Absage führte letztlich zur Gründung des eigenen Labels Grand Hotel van Cleef. So kann es gehen: 2001 zu alt für einen Plattenvertrag, 2018 das Palladium ausverkaufen.


Mit "Deiche" fand das Konzert der ausgesprochen gut aufgelegten Band zunächst ein fulminantes Ende, man ließ sich aber bereitwillig für eine ausgiebige Zugabe zurück auf die Bühne klatschen. Zu dieser zählte auch, quasi als Coverversion, Wiebuschs Solosong "Der Tag wird kommen", zu dem das Publikum nachdrücklich aufgefordert wurde, die Hände in die Luft zu heben, zur Not auch ironisch. Eine schnelle und rockige Version von "Ich danke der Academy" führte dann zu Pogo unter den meist mittelalten Zuschauern um uns herum. Ein zweites Ende fand das Konzert dann mit "Landungsbrücken raus", doch Kettcar ließen sich ein letztes Mal zurück bitten und spielten aus Rausschmeißer noch den neuen Song "Den Revolver entsichern". Dieser stellt den Versuch der Band dar, einmal ein positives und ermutigendes Lied zu schreiben, was mit dem Refrain "Von den verbitterten Idioten nicht verbittern lassen" halbwegs gelungen ist.


Damit was das Konzert dann wirklich beendet. Dass Kettcar wieder toll waren, ist nicht weiter unerwartet. Ungewöhnlicher war da schon der Mann im Schlafanzug mit Federboa und seine Bärenpfoten, aber auch er war nicht das Überraschendste, das wir an diesem Konzertabend sahen:  Über uns auf der Galerie konnten wir nämlich gut sehen, dass ein Mann auf diversen Papierbögen das gesamte Konzert mitmalte - zu gerne wüsste ich, ob es nun eine ganze Reihe Live-Porträts gibt oder ob er sich wie Sara Riel beim Norður Og Niður Festival nur von der Musik zu abstrakten Linien inspirieren ließ.

Setliste:

Trostbrücke Süd
Balkon gegenüber
Graceland
Money Left to Burn
Sommer '89 (Er schnitt Löcher in den Zaun)
Wagenburg
Rettung
48 Stunden
Balu
Benzin und Kartoffelchips
Tränengas im High-End-Leben
Kein Außen mehr
Im Taxi weinen
Mannschaftsaufstellung
Ankunftshalle
Deiche

Auf den billigen Plätzen
Der Tag wird kommen
Ich danke der Academy
Landungsbrücken raus

Den Revolver entsichern

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