Für alle, die den vergangenen Monat nicht in kompletter sozialer Abgeschiedenheit verbracht haben, ist das sicher keine Überraschung: Ad...

Sendeschluss: Adele, Adele, Adele


Für alle, die den vergangenen Monat nicht in kompletter sozialer Abgeschiedenheit verbracht haben, ist das sicher keine Überraschung: Adele hat ein neues Album namens "25" veröffentlicht, das eine Woche nach der Veröffentlichung bereits 800.000 mal verkauft worden war - plus 100.000 Downloads. In Zeiten, in denen es kaum ein Künstler schafft, sich über Musikverkäufe zu finanzieren, gelingt der Engländerin genau das. Rekorde auf allen Ebenen.

Als wäre das nicht genug, sorgen auch drei weitere Videos diese Tage für Adele-Aufmerksamkeit:

Zum einen trat die Sängerin verkleidet in einem Adele-Ähnlichkeits-Wettbewerb an, in dem den anderen Teilnehmerinnen nach und nach klar wurde, gegen wen sie da antraten:


Zum zweiten hat die andere große Diva unserer Zeit, Miss Piggy, die erste Single des neuen Albums, "Hello", gleich einmal gecovert:


Drittens war die Sängerin auch noch bei Jimmy Fallon zu Gast, wo sie mit dessen Studioband The Roots und ungewöhnlicher Instrumentierung selbst "Hello" zum Besten gab.

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Langsam wird schon fast unheimlich, wie viele traditionellen Fleischhersteller plötzlich im Veggie-Regal mitspielen wollen. Ganz klar kan...

Fleischeslust: Duell der Fleischfirmen-Nuggets (Rügenwalder vs. Ponnath)


Langsam wird schon fast unheimlich, wie viele traditionellen Fleischhersteller plötzlich im Veggie-Regal mitspielen wollen. Ganz klar kann hier viel Geld verdient werden, unter anderem meines, und auch wenn es ein seltsames Gefühl ist, plötzlich bei nicht gerade als tierfreundlich bekannten Firmen einzukaufen, habe ich damit grundsätzlich kein Problem, denn ich unterstütze ja deren Neuorientierung.

Schon eher bedenklich finde ich, dass in diesen vegetarischen Produkten oftmals viel Ei enthalten ist, und auch wenn ich keine Veganerin bin, kann ich das Argument, dass man mit dem Genuss solcher Veggiewaren kaum Tierleid vermeidet (die normale Legehenne hat weder ein langes noch ein schönes Leben, von den männlichen Legehennen mal ganz abgesehen), durchaus nachvollziehen.


Die beiden heutigen getesteten Produkte fallen auch prompt in die "mit Ei" Kategorie, es handelt sich einerseits um die "Vegetarischen Mühlen-Nuggets" von Rügenwalder und andererseits im die "Vegetarischen Nuggets" von Ponnath, dem Aldi-Großmetzger. Beide Produkte werden in 180-Gramm-Packungen verkauft und enthalten je neun Nuggets, das Rügenwalder-Produkt kostete mich hierbei 2,69, Ponnath nur 2,49 Euro.

Beide Produkte enthalten wie gesagt Ei, wobei es nicht die Hauptzutat darstellt. Bei den Rügenwalder-Nuggets stehen ganz vorne in der Zutatenliste Weizenmehl und Sojaprotein, bei Ponnath sind es Sojadrink und Weizenpaniermehl - auch das klingt recht ähnlich. Ponnath gibt übrigens an, das zugegebene Eiklar stamme aus Freilandhaltung, bei Rügenwalder ist lediglich von getrocknetem Eiklar die Rede.


Auch in der Pfanne waren die Nuggets kaum zu unterscheiden, so dass wird für das Testessen scherzhaft einen Tellerschutzwall aus Ketchup kreierten. Links sieht man, wie bei den Packungen im ersten Bild, die Rügenwalder-Nuggets, rechts die von Ponnath.

Im Geschmackstest schnitten beide Nuggets ausgesprochen positiv ab. Die Nuggets von Ponnath sind etwas fester, weshalb ich im Direktvergleich die lockeren Mühlen-Nuggets bevorzugte. Aus geschmacklicher Sicht kann ich aber für beide eine klare Kaufempfehlung aussprechen.

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In Teil 10 dieser Reihe war ich bereits bei McDonald's und habe damals den limitierten McBörgerding getestet - mit relativ katastrophal...

Frankfurt Vegetarisch (20): McDonald's Teil 2

In Teil 10 dieser Reihe war ich bereits bei McDonald's und habe damals den limitierten McBörgerding getestet - mit relativ katastrophalen Ergebnissen. Vielleicht deshalb - und weil mir der reguläre Veggieburger auch nicht schmeckt - ließ ich mir viel Zeit, die neueste vegetarische Errungenschaft der Burgerkette zu probieren, den Veggie Clubhouse. Vielleicht lag es auch an dem einigermaßen seltsamen Werbespot, den man sich für das Produkt ausgedacht hatte, und der auch von Profis viel Kritik geerntet hat.


Letzte Woche fiel mir aber plötzlich in der Mittagspause ein, dass ich ja noch diesen neuen Burger testen wollte, also tat ich es endlich. Bei McDonald's entschied ich mich aus Giergründen und entgegen meinem ursprünglichen Plan für ein Menü mit Pommes Frites und Cola, was zu einem Gesamtpreis etwas über 6 Euro führte - verschmerzbar, wenn man von den Kalorien absieht.

Mein Veggie Clubhouse befand sich in einer freundlich grünen Schachtel, die darüber informierte, dass der Burger an sich aus Quinoa, einer recht trendigen Getreideart besteht. Ihn umgab innerhalb der Pappschachtel noch eine Papiermanschette, die zur Sauberhaltung der Finger gedacht war - keine Ahnung, ob das beim regulären Clubhouse auch der Fall ist.


Der Burger befindet sich im McDonald's Standardbrötchen, was ich imemr noch besser finde, als wenn einem ein tolles Brötchen versprochen wird, das dann doch genauso schmeckt wie das reguläre Plastikbrot. Das Burger-Patty war relativ geschmacksneutral, hatte aber eine angenehme Konsistenz. Dazu gab es noch eine Schmelzkäsescheibe, Tomatenscheiben, rote Zwiebeln und viel Salat. Am erinnerungswürdigsten war sicher die rosa Sauce, die offenbar Mayonnaise enthielt, recht würzig war und für den Geschmack des Burgers ausschlaggebend war. Außerdem versaute ich mir damit trotz Papiermanschette meine Finger und wäre dankbar gewesen, wenn es bei McDonald's noch diese Erfrischungstücher gäbe, die früher immer dem McRib beilagen...

Insgesamt ist der Veggie Clubhouse mit Abstand der beste Veggieburger, den ich je bei McDonald's gegessen habe - was zugegebenermaßen aus meinem Mund kein großes Lob ist. Tatsächlich schmeckt er aber durchaus genießbar, und wenn ich auch sicher nicht nächste Woche einen weiteren kaufen werde, so werde ich ihn doch in Betracht ziehen, wenn ich mich zukünftig einmal wieder in einer McDonald's-Filiale befinde.


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Der heutige Sendeschluss kommt von der australischen Indie-Band The Jezabels und besticht vor allem durch die Machart des Videos: Hier ha...

Sendeschluss: The Jezabels - Come Alive


Der heutige Sendeschluss kommt von der australischen Indie-Band The Jezabels und besticht vor allem durch die Machart des Videos: Hier hat man offenbar Bild für Bild einzeln mit Ölfarbe auf Glas gemalt und dann daraus eine Animation gebastelt, sicherlich eine Heidenarbeit. Das Ergebnis kann sich sehen lassen und passt in seiner Düsterheit auch perfekt zu diesem Novemberwochenende.

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Bensheim ist ein 40.000-Einwohner-Ort an der Bergstraße. Das dortige Musiktheater Rex bucht mit besonderer Vorliebe die ganz großen Namen...

Neulich beim färöischen Sprachkurs: Eivør im Bensheimer Rex


Bensheim ist ein 40.000-Einwohner-Ort an der Bergstraße. Das dortige Musiktheater Rex bucht mit besonderer Vorliebe die ganz großen Namen: Seien es Iron Maiden, Coldplay, Simon & Garfunkel, Pink oder die Bee Gees, alle kommen sie nach Bensheim. Während man sich aber noch freut, Chris Martin und Co. bei der kommenden Tournee in kleinem Rahmen und für wenig Geld sehen zu können, entlarvt ein zweiter Blick ins Programmheft die angekündigten Coldplay als "Goldplay", und analog entpuppen sich bei genauerer Lektüre alle der Genannten als Cover-Künstler. Im November hatte man im Rex allerdings auch die Möglichkeit, die Levellers (die echten) und Mia. zu sehen. Und am Freitag war dort die färöische Sängerin Eivør Pálsdóttir zu sehen - es gibt insgesamt übrigens weniger Färöer als Bensheimer, nämlich um die 35.000.


Grund genug für mich, nach dem Büro einmal nicht in den Zug nach Hause sondern in einen an die Bergstraße zu steigen. Mein Freund ist ein starker Befürworter des Hobbys "Groundhopping" in Bezug auf Konzert-Veranstaltungsorte, und in Bensheim waren wir noch nie gewesen. Das Rex entpuppte sich als der ehemalige Güterbahnhof der Stadt, sehr verkehrsgünstig in der Nachbarschaft mehrerer Supermärkte gelegen. Selten verlief die Parkplatzsuche bei einem Konzert derart entspannt.


Im Inneren entpuppte sich das offensichtlich frisch renovierte Rex als recht große Halle, in deren Publikumsbereich man Stehtische mit Barhockern aufgebaut hatte - von denen die meisten bei unserem Eintreffen bereits besetzt waren. Als wir uns im hinteren Bereich niederließen, kam quasi sofort jemand, um unsere Getränkebestellung aufzunehmen, auch einen Flammkuchen hätten wir uns bestellen können. Die anderen Gäste waren in vielen Fällen älter als wir, und wir fragten uns, wie viele von ihnen die Künstlerin des Abends bereits kannten.


Während wir also unsere Getränke konsumierten und warteten, spielte der Soundmann von Eivør schon einmal einstimmende Musik von Emiliana Torrini und vom Twin Peaks-Soundtrack. Nachdem es keine Vorband gab, mussten wir uns nicht lange gedulden, bis die Künstlerin mit zwei Mitmusikern die Bühne betrat. Nun galt es zu entscheiden, wo wir das Konzert verfolgen wollten: Die meisten Gäste blieben einfach an ihren Tischen sitzen, nachdem unserer aber doch eine sehr suboptimale Sicht auf die Bühne bot, gingen wir letztlich einfach nach vorne.


Eivør steht bereits auf der Bühne, seit sie 13 war, und nach vielen vorherigen Veröffentlichungen hat sie dieses Jahr gleich zwei neue Alben heraus gebracht, eines auf Englisch ("Bridges") und eines auf Färöisch ("Slør"). Diese beiden bildeten auch die Grundlage für die Setliste des Abends. Mein Freund freute sich besonders auf "Petti Fyrir Petti", das laut einer Songliste, die er im Netz gefunden hatte, als fünfter Song hätte gespielt werden sollen - was aber dann nicht der Fall war.


Eivør trug ein recht seltsames Kleid, das schwarzen Samt, Ledereinsätze und eine weiße Countrybluse vereinigte, dazu eine schwarze Leggings mit vielen beabsichtigten Löchern und nackte Füße. Ihre blonden Haare trug sie offen, hatte aber zwei kleine Dutts, die mich an Björk in den 90ern erinnerten - oder an die Love Parade in derselben Zeit. Sie hatte zwei junge Männer, ebenfalls Färöer, dabei, von denen der eine Schlagzeug spielte und manchmal sang und der andere abwechselnd Keyboard, Moog und Bass bediente. Eivør selbst begleitete sich teils mit akustischer, teils mit elektrischer Gitarre, manchmal auf der Ukulele ("The Swing", "Tides") und zweimal auch mit einer großen Handtrommel ("Salt", "Trøllabundin").

Vor den meisten Liedern erklärte die Künstlerin meistens entweder, was der färöische Liedtitel auf Englisch bedeutete oder gab eine kleine Erklärung des Songs. So wissen wir nun, dass "Brotin" "Broken" bedeutet und "Salt" "Salz". Färöisch scheint ja gar nicht so schwierig zu sein, wie ich dachte.


Bei "Trøllabundin" hatte sie extra die deutsche Bedeutung des Titels auswendig gelernt, "verzaubert". Außerdem erklärte sie, dass das Lied sie schon seit vielen Jahren begleitet und sich dabei verändert und sie es deshalb für das aktuelle Album erneut aufgenommen habe - es gibt auch schon eine Veröffentlichung von 2004. In Bensheim sang sie den Song allein, begleitete sich und ihren Gesang dabei nur mit der Trommel und loopte beides, was im Ergebnis erstaunlich rund wirkte und zu einem der Highlights des Abends wurde.

Zu "Boxes" erklärte Eivør, sie habe ihr Haus auf den Färöer Inseln vor einigen Jahren verkauft und dabei beim Ausräumen festgestellt, dass sie viel zu viele Dinge besaß. Als sie dann endlich befreit im leeren Haus stand, schrieb sie den Song.


Nach "True Love" endete das Set zunächst, der ansehnliche Applaus holte die Band aber zurück, was meinen Freund wieder auf "Petti Fyrir Petti" hoffen ließ - stattdessen kam aber eine Coverversion des isländischen Sängers KK, "When I Think Of Angels", die Eivør ein weiteres Mal allein zur akustischen Gitarre vortrug. Mit Bandbegleitung folgte der, laut recherchierter Setliste, letzte Song: doch statt "Petti Fyrir Petti" spielten sie das sehr krachig ausklingende "Wake Me Up".

Als die Musiker nun ein weiteres Mal die Bühne verließen, hatte Bensheim immer noch nicht genug, so dass wir eine zweite Zugabe erklatschten, was gut war. Es handelte sich nun endlich um "Petti Fyrir Petti", was noch besser war. So erfuhr ein schöner Konzertabend einen gelungenen Abschluss.



Setliste:

Bridges
Remember Me
Brotin
Salt
Verð Mín
The Swing
On My Way To Somewhere
Røttu Skóvgarnir
Silvitni
Trøllabundin
Boxes
Tides
True Love

When I Think Of Angels
Wake Me Up

Petti Fyrir Petti

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Wir wussten es schon länger: Bereits beim Konzert in unserem Wohnzimmer vergangenen Oktober hatte Enno Bunger versichert, es gehe ihm mit...

Neulich beim Mini-Festival: Enno Bunger im Kölner Gebäude 9


Wir wussten es schon länger: Bereits beim Konzert in unserem Wohnzimmer vergangenen Oktober hatte Enno Bunger versichert, es gehe ihm mittlerweile besser als er es auf seinem Trennungsalbum "Wir sind vorbei" festgehalten hat. Nun ist der in der Tat auf weiten Strecken fröhlicher gestimmte Nachfolger "Flüssiges Glück" seit zwei Monaten erhältlich und Enno wieder auf Tour - und da er dieses Mal nicht direkt zu uns kam, machten wir uns am Samstag eben auf den Weg nach Köln, zu unserem ersten Enno Bunger-Konzert im Stehen, die ver bisherigen Konzerte waren allesamt bestuhlt gewesen.

Im ausverkauften Gebäude 9 hatten wir eigentlich, einen Tag nach der blutigen Konzert-Geiselnahme in Paris, mit etwas strengerer Security gerechnet - wobei es natürlich extrem unwahrscheinlich gewesen wäre, dass ausgerechnet diese kleine Halle in den Fokus von Attentätern gerät. In jedem Fall wurde am Einlass so gut wie überhaupt nicht kontrolliert, nicht einmal die Taschen.


Bei seiner aktuellen Tour hat Enno Bunger die perfekte Symbiose aus Vor- und Hauptbands geschaffen. Dass die Supportband später wieder als Teil des Hauptacts in Erscheinung tritt, habe ich natürlich schon öfter erlebt, aber hier waren gleich vier Bands in einem unterwegs. Den Anfang machten, nach einer Ankündigung von Enno selbst, er habe nicht einen, nicht zwei, sondern drei Supports, Lestat Vermon, das Soloprojekt von Woods of Birnams Phil Makolies, auf Tournee unterstützt von Onno Dreier (Keyboard) und Nils Dietrich (Schlagzeug), die ihrerseits die Band projektor sind. Dadurch, dass jeweils nur zwei Songs gespielt wurden, war es schwer, sich eine Meinung zum Dargebotenen zu bilden, sehr schnell war es vorbei. Es ist etwas irritierend (und lustig), wenn der Sänger nach dem ersten Lied wahrheitsgemäß sagt "Wir kommen nun zu meinem letzten Song" - was dann auch von Onno Dreier bei dessen Set aufgegriffen wurde.

Setliste:

When the Molecules are stopped...
Little Cute Bunny Shirt


Nach den zwei Songs von Makolies änderte sich die Band, nicht aber das Lineup auf der Bühne: Nun stellte sich dieselbe Gruppe, nachdem sie kurz Instrumente getauscht hatte, als projektor vor. Das ebenfalls zwei Lieder lange Set war immerhin doppelt so lang wie das bei uns im Wohnzimmer... Onno erklärte, die Band habe mittlerweile bei iTunes und Spotify eine EP namens "Vow" veröffentlicht, es gebe allerdings auch ein russisches Hip Hop Projekt mit demselben Namen bei Spotify... aber vielleicht sei deren Musik ja auch ganz gut. Onnos Stücke waren es.

Setliste:

Under My Chest
Body


Weiter ging es mit And the Golden Choir, einem Soloprojekt von Tobias Siebert, der alle Instrumente seiner "Band" selbst eingespielt und dann auf Schallplatten gepresst hat, zu denen er dann singt und jeweils ein bis zwei Instrumente live spielt. And The Golden Chor hatten wir bereits dreimal live gesehen, kannten bereits den quietschenden Wagen mit Retro-Lampe und Plattenspieler darauf sowie das auf die Bühne mitgebrachte mitgebrachte Rotweinglas und wussten somit, was uns erwartet (und fanden es auch gut).


Dem Kölner Publikum schien es weitgehend anders zu gehen: Ich hatte den Eindruck, dass Sieberts Musik nicht wirklich gut ankam, und der Geräuschpegel durch gebrüllte Gespräche lag nun höher als bei den anderen Vorbands. Dabei tat Siebert sein bestes, um sein Konzept zu erklären - er sagte, er habe fünf Jahre seines Lebens in die Rillens einer Schallplatten geritzt - und lobte auch überschwänglich sowohl das Gebäude 9 als auch seine musikalischen Kollegen... aber es half nicht wirklich. Dafür durfte er mit immerhin fünf Songs mehr als doppelt so lange spielen wie die anderen Support Acts. Die "Angelina"-Schallplatte knackt mittlerweile übrigens ziemlich stark.

Setliste:
Holy diamond
It's not my life
Cold Star (?)
?
Angelina


Nach den "Einzelvorstellungen" kehrten nun alle Musiker gemeinsam als Enno Bungers Liveband zurück, die Instrumente wurden noch ein wenig umgestellt, so dass Bungers Keyboard ganz vorne am Rand der Bühne zu stehen kam. - was für diejenigen, die direkt mittig in der ersten Reihe standen, allerdings bedeutete, dass sie nun eine ausgesprochen schlechte Sicht hatten. Los ging es ohne große Worte mit "Renn!", bei dem alle Musiker den Sprechgesang mitsprachen. Anschließend wurden wir begrüßt, und Enno erzählte vor der ersten Single des aktuellen Albums, "Neonlicht", dass er sich kürzlich selbst bei Rewe gehört habe. Ob das nun der Wahrheit entspricht oder nur dazu diente, den folgenden Kalauer "Ich wusste gar nicht, dass ich so ein Kassenschlager bin!" unterzubringen, bleibt unbekannt.

Nach dem nun folgenden "Zwei Streifen" erzählte Enno, er habe den Entwurf des neuen Plattencovers stolz seinem Vater gezeigt, der völlig entsetzt gemeint habe, Enno sehe darauf aus wie Jesus. Worauf Enno entgegnet habe "Wenn ich Jesus bin, wer bist du denn dann?"


Es folgten ein paar ältere Songs, "Pass auf dich auf" und "Blockaden" zeigten dabei, dass die alten Lieder durch den Einsatz von Gitarre, Bass und Schlagzeug anders klangen als auf Platte oder den Konzerten, die Enno mit Onno als Duo bestritt. Anschließend kam ein ganzer Block trauriger Lieder von "Wir sind vorbei". Zu "Regen", in dessen Verlauf sich das Schlagzeug immer mehr steigerte, erzählte Enno, als er damals bei seinem Plattenlabel PIAS von seiner kürzlichen Trennung erzählt habe, habe er die Dollarzeichen in den Augen seines Gesprächspartners gesehen - und ganz kann man sicher auch nicht von der Hand weisen, dass traurige Gefühle zu guter Musik führen. So fragte Enno auch anschließend "Und? Habt ihr Bock auf noch so'n trauriges Lied?" und spielte "Abspann", das im Publikum von vielen, hauptsächlich weiblichen Stimmen mitgesungen wurde.


"Roter Faden" schloss die Gruppe der deprimierenden Lieder dann ab, Tobias, Onno und Nils schlugen hier den Rhythmus mit jeweils zwei Schlagzeugsticks. Mit "Herzschlag" bewegten wir uns wieder in eine etwas optimistischere Richtung - doch mitten im Lied kippte direkt vor uns eine junge Frau um. Die Musiker unterbrachen alles, und während die Frau von umstehenden Zuschauern kompetent versorgt wurde und schnell wieder bei Bewusstsein war, wurden von der Bühne aus zahlreiche Wasserflaschen gereicht, dann folgte doch noch das Ende des Songs.

Als nächste spielte die Band "Heimlich", ein Lied, zu dem Enno erklärte, ein Journalist habe ihm vorgeworfen, dass der Text völlig misslungen sei. Enno dagegen meinte, es gehe ums Verliebtsein, das nun einmal keine sonderlich rationale Stimmungslage sei, und deshalb sei der Text in Ordnung. Außerdem erklärte er, musikalisch habe er sich bei diesem Song von "Baywatch" und "Full House" inspirieren lassen.


In ähnlich ausgelassener Laune folgte nun "Nichts immer alles jetzt", dessen Coldplay-ähnliche "Ohohohohoho"-Gesänge im Publikum nach und nach immer stärker mitgesungen wurden, dann kam ein weiterer Stimmungswechsel. Die anderen Bandmitglieder verließen die Bühne und Enno erklärte, jetzt folge ein Lied über Wut. Die Geschichte, dass ihn eine lange Autofahrt, bei der er unterhaltungstechnisch auf Radio NRJ in verschiedenen regionalen Varianten angewiesen war, zu dem Song inspiriert habe, kannte ich glaube ich bereits, nicht aber die dazu erfundene Wortschöpfung "Wutbunger". Die Toten Hosen scheinen Enno bei der damaligen Fahrt besonders genervt zu haben, und er meinte, es sei ja nun keine Kunst, zu irgendwelchen Textzeilen "Ohoho" zu brüllen: "Hier kommt Alex, ohoho", "An Tagen wie diesen, ohoho", "Ich spiele Piano, ohoho".

Nach Rückkehr der anderen Bandmitglieder spielte man gemeinsam die ebenfalls ärgerlich gestimmten Lieder "Die Flucht" (beinahe punkrockig gespielt) und "Wo bleiben die Beschwerden?", zu dem Enno sagte, er habe es im letzten Oktober geschrieben und damals nicht geahnt, wie viel mehr sich die behandelten Ereignisse noch zuspitzen würden. Er machte nun auch seine einzige kleine Bemerkungen zu der Geiselnahme in einer Pariser Konzerthalle am Vorabend und sagte, wir dürften nicht zulassen, dass irgendjemand diese Ereignisse für sich instrumentalisiere - was zu viel Applaus führte.


"Scheitern" bildete den Abschluss des Hauptteils, doch Enno kündigte beruhigend an, dass in jedem Fall noch eine Zugabe (genauer gesagt, meinte er, seine Ansage am Anfang spiegelnd, "nicht eine, nicht zwei, sondern drei Zugaben!") folgen würde, wenn wir genug klatschten. Und so hörten wir noch - ohne Schlagzeug - "Klumpen", dann mit normaler Bandbesetzung "Ich möchte noch bleiben, die Nacht ist noch jung" und zuletzt "Hamburg", das auf Platte wie auch live einen ausufernden Instrumentalteil aufweist und für das Tobias Siebert ans Schlagzeug wechselte - womit er im Verlauf des Abends wahrscheinlich jedes der vorhandenen Instrumente bedient hatte. Auf das gelungene letzte Lied folgte noch eine Verbeugung sämtlicher Bandmitglieder zu tosendem Applaus.


Setliste:

Renn!
Neonlicht
Zwei Streifen
Pass auf dich auf
Blockaden
Regen
Abspann
Roter Faden
Herzschlag
Heimlich
Nichts immer alles jetzt
Am Ende des Tunnels
Die Flucht
Wo bleiben die Beschwerden? 
Scheitern

Klumpen
Ich möchte noch bleiben, die Nacht ist noch jung
Hamburg







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In Großbritannien sind die Weihnachtswerbespots von Kaufhäusern und Supermärkten, allen voran die von John Lewis, eine riesige Sache. Jah...

Sendeschluss: Aurora - Half the World away


In Großbritannien sind die Weihnachtswerbespots von Kaufhäusern und Supermärkten, allen voran die von John Lewis, eine riesige Sache. Jahr für Jahr produziert die Kaufhauskette einen aufwändigen, emotionalen Spot, der stets von einer Coverversion begleitet wird. In den vergangenen Jahren wurden etwa "Please, Please, Please, Let Me Get What I Want", "The Power of Love" oder auch "Somewhere Only We Know" auf diese Art verwurstet und ich erinnere mich dunkel, dass viele Smiths-Fans mit der Nutzung von erstgenanntem Lied in der Werbung so gar nicht einverstanden waren.

Dieses Jahr hat es einen Oasis-Song erwischt, "Half The World Away". Interpretin ist dabei Aurora aus Norwegen, bei der sich die gesamte Welt einig zu sein scheint, dass ihr eine große musikalische Karriere bevorsteht. Ich sah die 19jährige dieses Jahr beim Maifeld Derby und kann den Eindruck eigentlich nur bestätigen.

Bleibt nur die Frage, ob man sich beim Clip für die rührige Weihnachtswerbung oder aber Aurora selbst entscheiden möchte. Hier sind beide.










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Wie oft hatte ich vor dem letzten Dienstag wohl die Editors live gesehen? Mindestens sechsmal denke ich, vielleicht sogar öfter. Dabei bi...

K(l)eine Überraschungen: Editors in der Offenbacher Stadthalle


Wie oft hatte ich vor dem letzten Dienstag wohl die Editors live gesehen? Mindestens sechsmal denke ich, vielleicht sogar öfter. Dabei bin ich bezüglich meiner Zuneigung zu dieser Band in den letzten Jahren zunehmend gespalten gewesen: Nach zwei brillianten Alben kam erst ein komisches mit 80er Jahre-Synthie-Klängen, anschließend hielt man sich plötzlich für U2. Live wurde die Band, nachdem sie 2006 im Frankfurter Mousonturm eines der besten Konzerte meines Lebens gespielt hatte, zwar keineswegs schlecht, aber doch sehr berechenbar.

Andererseits klingt das neue Album "In Dream" zumindest wieder nach Editors und hat auch den einen oder anderen tollen Song zu bieten. Dass Tom Smith ein großartiger Sänger ist, steht sowieso fest. Also ließ ich mich letztlich überzeugen, die triste Offenbacher Stadthalle für mein mindestens siebtes Konzert der Band aufzusuchen.


Ich weiß nicht, wie es um den allgemeinen Erfolg der Editors bestellt ist - ich vermute eigentlich, gut - zumindest in Offenbach hatte man aber anscheinend wenig Tickets verkauft, denn die Schwarzhändler vor der Halle waren gar nicht erst erschienen und innen hatte man den Tribünenbereich abgehangen und so den Zuschauerraum künstlich verkleinert. Allzu voll war es dennoch nicht, so konnten wir auch noch in die vierte Reihe spazieren, obwohl wir erst ankamen, als die Vorband quasi bereits auf der Bühne stand.

Beim Support handelte es sich um die Schotten The Twilight Sad, eine Band, die ich sogar schon einmal freiwillig live gesehen hatte. Ihre Musik gefällt mir durchaus, allerdings fällt es mir schwer, den ungewöhnlich strukturierten Songs zu folgen. Sänger James Graham machte auf der Bühne einen durchaus gestörten Eindruck, mein Freund raunte mir zu, er mache sich um Graham annähernd so viele Sorgen wie einst um Matt Berninger von The National. Die Band, die bereits vier Alben veröffentlicht hat, spielte in etwa 40 Minuten dieselbe Setliste, die sie vor allen anderen Editors-Konzerten der aktuellen Tour ebenfalls dargeboten hatte. James Graham durchlebte dabei sichtlich aufgewühlt seine Songtexte (und auch die Instrumentalteile), die restliche Band verhielt sich eher stoisch.


Beim letzten Song "And She Would Darken the Memory" schrie Graham gar, warf sich auf den Boden und ballte die Fäuste. Das Ganze war verstörend, aber auch faszinierend und musikalisch sowieso gut. Das Publikum reagierte ausgesprochen positiv auf die Band, was diese wiederum sichtlich genoss.

Setliste:

There's a Girl in the Corner
Last January
I Became a Prostitute
It Never Was the Same
Nil
Cold Days From the Birdhouse
And She Would Darken the Memory


In der nun folgenden Umbaupause wurden die üblichen Editors-Utensilien, also insbesondere ein Klavier, auf die Bühne geschafft. Als irgendwann nach Bier- und Wasserflaschen auch ein heißer Tee gebracht wurde, waren wir uns sicher, dass der Beginn unmittelbar bevor stand, es dauerte aber noch ein paar Minuten, bis die Band nach und nach die Bühne betrat und den ersten Song des aktuellen Albums, "No Harm" darbot - mit einer Beleuchtung, die sehr an das aktuelle Plattencover erinnerte. Erstaunlicherweise ließ sich hierfür nicht Tom Smith, sondern der Ersatzgitarrist Nic Willes (der aktuell Justin Lockey während dessen Vaterschaftsurlaub vertritt) am Klavier nieder. Nic war bereits 2014 kurz ein Editor.


Es folgte ein recht ausgewogener Mix aus allen vier Alben, wobei der Schwerpunkt (sieben Songs) natürlich auf der aktuellen Veröffentlichung lag, alle anderen wurden mit drei beziehungsweise vier Liedern berücksichtigt. Dabei hatten wir uns bereits darauf eingestellt, genau dieselbe Setliste zu hören, die die Band bereits die gesamte Tour dargeboten hatte, was ich nie so recht verstehen kann: Wenn man über einen Schatz guter Lieder verfügt, kann es doch keinen Spaß machen, Abend für Abend genau dasselbe Programm durchzuleiern?

Tatsächlich gab es aber zumindest eine kleine Überraschung, denn als auf meiner mitgebrachten Setliste "Bullets" kam, sagte Smith "we don't play this song much", und während ich mir noch ironisch dachte "Na ja, außer aktuell jeden Abend eben", fing stattdessen "Fingers in the Factories" an. Der Rest der Setliste war zwar identisch zu den anderen Abenden, aber zumindest die Reihenfolge wurde leicht variiert.


Das Publikum um uns herum schien, anders als ich, keine Präferenz für die älteren Songs zu haben. Sowohl die neuen Songs als auch das in meinen Augen ziemlich furchtbare "Ton of Love" von "The Weight of your Love" wurden ausgesprochen freudig begrüßt - nicht weniger als der meiner Meinung nach beste Song des Abends, "Munich". "All Sparks", das ich ebenfalls für einen Publikumsfavoriten gehalten hätte, verpuffte dagegen ziemlich. Mein meist gehasster Editors-Song, "Eat Raw Meat = Blood Drool" scheint leider ebenfalls einen festen Platz in deren Liveprogramm zu haben, aber außer mir hat das vielleicht auch niemand gestört.


Mein anderes Editors-Lieblingslied ist "Smokers outside the hospital doors", welches glücklicherweise ebenfalls bei jedem Editors-Konzert gespielt wird. In der aktuellen Tour ist es leider der Song, den Tom Smith allein mit der Gitarre darbietet, aus meiner Sicht eine ziemlich unglückliche Entscheidung. Natürlich ist es auch eine Freude, Tom solo singen zu hören, aber gerade dieses Lied ist ohne seine bombastische Instrumentierung und den Chor am Ende für mich einfach nur halb so schön. Schade. Kurz vorher hatten beim aktuellen Song "Salvation" bereits die Streicher gefehlt (die ja auch vom Band hätten kommen können) was meinen Begleiter ebenfalls enttäuscht hatte.


Tom Smith scheint über die Jahre betrachtet auf der Bühne immer ruhiger zu werden. Während er bei den frühen Konzerten 2006 noch ähnlich besorgniserregend verhaltensauffällig agierte wie der Sänger von The Twilight Sad, kletterte er 2012 immerhin noch auf seinem Klavier herum. Dieses Mal ging er zwar durchaus in seinen Liedern auf, aber die richtig dramatischen Gesten scheinen der Vergangenheit anzugehören. Dafür hat sich die restliche Band nervige Mitmach-Gesten angewöhnt und forderte öfter zum Mitklatschen auf, was meines Erachtens außerhalb des Musikantenstadls unterlassen werden sollte.


Mit "Munich" war der Hauptteil des Konzertes beendet, die Band kehrte aber für drei Zugaben (hier wurde die Tour-Setliste nicht verändert) zurück. Neben zwei Songs vom neuen Album spielte man eine extralange Version des sehr Gothic-Disco-mäßig anmutenden "Papillon". Das Konzert endete mit dem letzten Song von "In Dream", "Marching Orders", welches langsam begann und immer lauter wurde. Der Schlagzeuger bekam zur optimalen Kracherzeugung sogar ein kleines Extra-Schlagzeug gebracht.


Die Beleuchtung orientierte sich nach dem nachgeahmten Plattencover des ersten Songs übrigens an den Liedinhalten - rotes Licht zu "Blood", blaues zu "Ocean of Light", Strobo zu "Salvation". Auf Fotos der Amsterdamer Konzerte letzte Woche kann man sehen, dass dort am Bühnenrand Feuerwerk abgebrannt wurde. Ob dies in Offenbach aus Feuerschutzgründen unmöglich war oder aber den Aufwand bei eher wenig Besuchern nicht wert war, weiß ich nicht.

All das klingt furchtbar nörgelig, was aber gar nicht meinem eigentlichen Urteil entspricht. Die Editors mögen routiniert sein und ein festes Programm bevorzugen (und im Falle von Tom Smith offenbar auch ein festes Outfit pro Tournee), aber es bleibt dabei, dass sie über ein sehr gutes Songportfolio sowie einen phantastischen Sänger mit viel Bühnenpräsenz verfügen - der für den Erhalt seiner Stimme offenbar nicht einmal Tee benötigte, denn dieser wurde zwar zwischendurch ausgewechselt, blieb aber unberührt.


Setliste:

No Harm
Sugar
Life Is a Fear
Blood
An End Has a Start
Forgiveness
All Sparks
Eat Raw Meat = Blood Drool
The Racing Rats
Formaldehyde
Salvation
Fingers in the Factories
Smokers Outside the Hospital Doors
Bricks and Mortar
All the Kings
A Ton of Love
Nothing
Munich

Ocean of Night
Papillon
Marching Orders



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Als Get Well Soon, alias Konstantin Gropper, ankündigte, sein nächstes Album, das Ende Januar erscheint, werde sich mit Liebe beschäftige...

Sendeschluss: Get Well Soon - It's Love


Als Get Well Soon, alias Konstantin Gropper, ankündigte, sein nächstes Album, das Ende Januar erscheint, werde sich mit Liebe beschäftigen und deshalb einfach "Love" heißen, war irgendwie schon klar, dass es hier nicht um Händchenhalten im Sonnenschein gehen würde sondern um, nun ja, etwas verschrobenere Variationen zum Thema.

Diese Vermutung wurde mit dem nun veröffentlichten ersten Video, "It's Love" voll bestätigt. Udo Kier, dessen Anwesenheit mich an das eine oder andere Madonna-Video denken lässt, zeigt eine zweifellos unheimliche und beklemmende Interpretation des Themas, die an so manchen echten Fall der jüngeren Zeitgeschichte denken lässt. Gruselig und sehenswert.

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Wie im letzten Post berichtet, werde ich im kommenden Mai nach London reisen und zusehen, wie sich drei Viertel der Band Lush wieder verein...

Aus gegebenem Anlass: Meine Top 5 Lush-Videos

Wie im letzten Post berichtet, werde ich im kommenden Mai nach London reisen und zusehen, wie sich drei Viertel der Band Lush wieder vereinigen. Während die Bandmitglieder anscheinend überlegen, welche Lieder sie eigentlich noch können und welche davon gespielt werden sollten, werfe ich unauffällig meine Favoriten in Form meiner Top 5 Videos ins Spiel:

1. Ladykillers





2. Hypocrite





3. For Love





4. Desire Lines





5. Single Girl




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Meistens ist diese Kategorie des Monatsrückblicks die schwierigste für mich. Nicht, weil ich nicht genug erwerben würde, aber viele meine...

Gekauft: Oktober 2015


Meistens ist diese Kategorie des Monatsrückblicks die schwierigste für mich. Nicht, weil ich nicht genug erwerben würde, aber viele meiner Käufe fallen in die Kategorie "langweilig", und bei Kleidungskäufen habe ich keine Lust, das neue Teil angezogen zu präsentieren - und gefaltet oder auf dem Bügel funktioniert irgendwie ebenfalls nicht.


Da ich im Oktober Geburtstag hatte, quillt die Kategorie diesen Monat (soweit ich "geschenkt bekommen" hier ebenfalls berücksichtigen darf, was ich tue) geradezu über vor möglichen Kandidaten. Ich bekam Tee, zwei Schals, eine Handtasche, eine Krümelmonster-Tasse, Wein, einen Berg interessante Bücher, einen Mantel... es ist schwer, da etwas herauszupicken, aber das tollste Geschenk war wahrscheinlich die Lush-Mogelpackung.

Lush ist, wie die meisten sicherlich wissen, eine Kette von Kosmetikläden, in denen man vor allem extrem bunte Badekugeln und Seifen erwerben kann. Meistens riecht man die Geschäfte schon von weitem, weil die Produkte allesamt extrem stark parfümiert sind. Die Frankfurter Lush-Filiale zog vor vielen Jahren um, und ihr Nachmieter, ein Schuhgeschäft, roch in den ersten Wochen ebenfalls nach Lush!


Da ich Lush ganz gerne mag, war es nicht abwegig, dass mir mein Freund eine Metalldose mit dem Logo der Kette überreichte. In ihr befand sich die Massagebutter "Dirty" - eine etwas ungewöhnliche Wahl, aber auch nicht verdächtig. Erst unter dem Butterstück befand sich aber das eigentliche Geschenk, nämlich ein Besuch des Wiedervereinigungs-Konzertes in London von? Na? Genau, der Britpop-Band Lush!

Ich freue mich also auf eine Londonreise im kommenden Mai und auf ein Wiedersehen mit der Band, die ich zuletzt 1996 sah.

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Hurra, ich war im Kino! Zu sehen gab es den neuen Pixar-Film Alles steht Kopf , oder auch Inside Out . Als alter Pixar-Fan interessiere ...

Gesehen: Oktober 2015



Hurra, ich war im Kino! Zu sehen gab es den neuen Pixar-Film Alles steht Kopf, oder auch Inside Out. Als alter Pixar-Fan interessiere ich mich stets für die neuen Filme des Studios, was aber nicht bedeutet, dass ich alles sehen möchte. Im Fall von Alles steht Kopf dachte ich angesichts der Beschreibung - es wird gezeigt, wie ein Mädchen von seinen Gefühlen, Freude, Trauer, Wut, Angst und Ekel, gesteuert wird und alles nach einem Umzug durcheinander gerät - zunächst, dass der Film ein hochkomplexes Durcheinander werden würde. Erst als sich die lobenden Kritiken im Internet überschlugen, war ich doch interessiert.


Tatsächlich ist die "Mädchen zieht um"-Handlung des Films absolut nebensächlich, die Hauptfiguren sind die Gefühle und deren Konflikte miteinander. Regisseur Pete Docter hatte die Idee für den Film, als seine eigene Tochter sich mit dem älter werden veränderte, und die Darstellung verschiedener Bereiche des Bewusstseins (Langzeitgedächtnis, Bewusstsein, Vergessen, Träume) ist gleichermaßen kreativ wie lustig. Ich weiß gar nicht, inwieweit die eigentliche Zielgruppe des Films manche Gags verstehen kann, aber ich schätze, der Film funktioniert auch auf einer anderen Ebene. Wirklich sehenswert.


Im Fernsehen hat nun, passend zu Halloween, wieder die The Walking Dead-Saison begonnen, wobei mein Haushalt parallel auch die Spin-Off-Serie Fear the Walking Dead verfolgt. Während in der ursprünglichen Serie gewohnt Grässliches passiert und es wie immer keine Überlebensgarantie darstellt, zu den Hauptfiguren zu gehören, zieht das Spin-Off, das zeitlich früher spielt, seine Spannung hauptsächlich aus dem Wissen des Zuschauers, dass die Zivilisation, wie wir sie kennen, vorbei ist - was den Figuren noch nicht bewusst ist.

Insgesamt bin ich doch sehr überrascht, dass ich mit so viel Interesse und jahrelang eine intelligent gemachte Serie über Zombies verfolge - hätte mir das jemand vor fünf Jahren gesagt, hätte ich es nicht geglaubt!

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Ab sofort sind die Monatsrückblicke dreigeteilt. Damit sind die Posts nicht mehr so lang, und gleichzeitig passiert auf dem Blog mehr. Win-w...

Gelesen: Oktober 2015

Ab sofort sind die Monatsrückblicke dreigeteilt. Damit sind die Posts nicht mehr so lang, und gleichzeitig passiert auf dem Blog mehr. Win-win!


Widmen wir uns also zunächst den Büchern, die ich im Oktober gelesen beziehungsweise gehört habe. Hauptsächlich hatte ich einen Jo Nesbø-Monat. Dessen Krimireihe um den alkoholkranken norwegischen Polizisten Harry Hole begann ich irgendwann mit Leopard. Nachdem ich damit den Anfang bereits verpasst hatte, las und hörte ich anschließend in unregelmäßigen Abständen verschiedene Bände der Reihe, was ich so nicht empfehlen kann: Die Teile bauen, obwohl sie natürlich in sich abgeschlossen sind, in der Nebenhandlung durchaus aufeinander auf.

Folglich war es auch keine sonderlich brilliante Idee, spontan Koma, den bislang letzten Band der Reihe, anzuhören. Die Vorgängergeschichte Die Larve kann ich mir nun jedenfalls sparen, denn die Handlung dieses Romans wird in Koma so ausführlich wieder aufgegriffen, dass der ältere Roman sicherlich keine Überraschungen mehr für mich bereit hält. Und sonst? Durchaus ein solider Krimi. Harry will kein Polizist mehr sein und lehrt an der Polizeihochschule, dann kommt es in Oslo zu einer seltsamen Mordserie, bei der Polizisten an den Tatorten ungeklärter Mordfälle ermordet werden. Harry kehrt dann (natürlich) irgendwann wieder zur Polizeiarbeit zurück und klärt letztlich alles.


Spannend war der Roman schon, da kann man nichts sagen, allerdings nervt mich Nesbøs Vorliebe fürs Eklige, wenn es darum geht, Morde oder auch andere Brutalität zu schildern. Aus meiner Sicht wäre da weniger oft mehr, aber Autor und Verlag wissen sicherlich, was sich am besten verkauft.

Anschließend stellte ich dann überrascht fest, dass ich auch Der Fledermausmann, den ersten Band der Harry Hole-Reihe, als Hörbuch besitze, was ich völlig vergessen hatte. Also hörte ich nach dem letzten Teil kurzentschlossen den ersten und muss sagen: Den braucht kein Mensch. "Eklig" konnte Nesbø auch im ersten Band bereits, aber der Schauplatz Australien trug nichts zu der Geschichte bei (beziehungsweise schon, aber auf eine aufgesetzte, unrealistische Weise) und die Handlung wirkte auf mich völlig beliebig. Aber es ist doch auch schön, zu sehen, dass der Autor im Laufe der Zeit dazu gelernt hat.

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Ach, was war das schön, als ich irgendwann im Jahr 1995 auf MTV erstmals ein Garbage-Video sah. Ich glaube, es war "Vow". Z...

Think Pink: Garbage im Kölner Palladium


Ach, was war das schön, als ich irgendwann im Jahr 1995 auf MTV erstmals ein Garbage-Video sah. Ich glaube, es war "Vow". Zu dieser Zeit gab es nicht viele Band mit weiblicher Frontfrau, die ich mochte, und plötzlich gab es da diese Band, deren Musik einfach perfekt meinem Geschmack entsprach. Mit "Only happy when it rains" wurde dann endgültig klar, dass diese amerikanische Band mit schottischer Sängerin Aufmerksamkeit verdient hatte - die sie von mir auch mehrere Alben lang bekam.

Dass Garbage zwischenzeitlich in der Versenkung verschwunden sind, kann man eigentlich nicht behaupten, immerhin habe ich die Band noch 2012 zweimal live gesehen, einmal beim Hurricane-Festival und einmal in Manchester. Dennoch war für den Samstagabend in Köln eine Art Erinnerungsabend geplant, denn Garbage feiern mit ihrer aktuellen Tour kein neues Album, sondern den 20. Geburtstag ihrer Debütplatte.


Der Trend bei etwas "älteren" Bands, bei einer Tournee ein früheres, erfolgreiches Album von Anfang bis Ende durchzuspielen, ist ja seit längerem verbreitet, man denke an Kraftwerk, Pixies, The Jesus and Mary Chain, Patty Smith... Garbage nehmen den Ansatz im Vergleich aber geradezu übermäßig ernst, indem sie bei den aktuellen Konzerten nicht nur ihr Debütalbum komplett spielen, sondern zusätzlich noch zahlreiche Non-Album-Singles, B-Seiten und Coverversionen aus der Zeit zwischen 1995 und 1997. Nicht gebunden fühlt man sich dagegen an die Reihenfolge der Songs auf der Platte. Im Zugabenteil erlauben sie sich sogar einen kleinen Regelverstoß, aber dazu später...


Im Kölner Palladium war ich erst kürzlich gewesen, um Morrissey zu sehen, und im Vergleich zum letzten Besuch schien die Halle weniger gut gefüllt zu sein - was sich aber noch ändern sollte, Morrissey-Fans erscheinen anscheinend einfach früher als Garbage-Fans. Wir mussten, obwohl wir eine Weile nach Einlassbeginn angekommen waren, tatsächlich auch ziemlich lange warten, bis auf der Bühne etwas passierte. Obwohl wir im Netz nichts über eine Vorband gelesen hatten, gab es eine: Dutch Uncles aus Manchester. Die vier jungen Männer machten Popmusik mit androgynem Gesang und zahlreichen Xylophonklängen, die vor allem dadurch beeindruckte, dass sie unfassbar laut war. Ich stopfte, so schnell ich konnte, meine Ohrenstöpsel in meine Gehörgänge, und selbst mit Gehörschutz erschien mir die Lautstärke unangenehm.


Nach Ende des kurzen Sets und einer kurzen Umbaupause begann Garbages Auftritt mit einem Film, der, untermal von "Alien Sex Fiend", auf ein riesiges, weißes Tuch, das nun die Sicht auf die Bühne versperrte, projiziert wurde. Schon wieder eine Erinnerung ans Morrissey-Konzert. In Garbages Film ging es allerdings um ihr titelloses Debütalbum und generell die ersten Schritte der Band. Nach Ende der Einspieler betrat die Band hinter dem Tuch die Bühne und spielte den ersten Song "Subhuman" als Schattentheater, wobei die Musiker alle Tiermasken trugen. Anschließend fiel der Vorhang und im Falle von Shirley Manson auch recht schnell die Maske. Unter ihr trug sie nicht die gewohnten langen roten Haare, sondern war offensichtlich extra für die Jubiläumstournee beim Friseur gewesen: Ihre Haare waren genauso rosa wie das Federcover der "Garbage"-Platte - und ebenso wie die Federboa, die ihr Mikrophon zierte.


Die anderen Bandmitglieder ließen die Masken noch ein Lied lang an, und so wurde "Supervixen" unter anderem von einem Dinosaurier und einem Panda gespielt. Shirley trug zur neuen Frisur ein "kleines Schwarzes" mit Faltenrock, wobei in den Falten Nieten saßen, die bei Bewegungen zu sehen waren. Sehr schick. Im Bühnenhintergrund befanden sich vier Bildschirme, auf denen immer wieder etwas zu sehen war (bei "Cherry Lips" etwa Lippen), besonders auffällig waren diese Einspieler jedoch im allgemeinen nicht.


Nach "Queer" wurden wir dann mit "Happy Halloween Cologne" begrüßt (für den Song hatte die Band auch als Intro die Titelmelodie des gleichnamigen Horrorfilms benutzt), allerdings hatte Shirley auch gleich schlechte Nachrichten für uns: Der Monitorsound sei für alle Bandmitglieder ausgefallen, weshalb man gegenwärtig nicht hören könne, was man spiele. Shirley begann bereits spontan, die Setliste umzustellen (wobei mir nicht klar war, warum sich manche Songs für einen "Blindflug" besser eignen sollten als andere), da kam die erleichternde Meldung, dass nun wieder alles funktioniere. Es folgte mit "Driving Lesson" die erste B-Seite des Abends mit dem Hinweis von Shirley, dass man sich mit der Kraft der eigenen Gedanken aus jeder schwierigen Lage befreien könne.


Im anschließenden "As Heaven is Wide" meinte ich, Teile des englischen "Vater unser" zu hören, die im Originalsong nicht vorkommen, thematisch aber ja ganz gut passen würden. Mit "The Butterfly Collector" folgte anschließend ein (ebenfalls einst als B-Seite veröffentlichtes) The Jam Cover, von dem Shirley erzählte, sie habe das erste Mal bei einer drogenumnebelten Orgie mit einigen Punks gehört...


Weiter ging es mit bekannteren Songs vom Debütalbum. Bei "My Lover's Box" griff Shirley, die wir bis dahin nur ohne Instrumente gesehen hatten, überraschenderweise zu einer rosa Gitarre (deren Name angeblich "pink pussy" lautet). Vor "Sleep" stellte sie schnell die Bandmitglieder vor, neben Duke Erikson, Steve Marker und Butch Vig hatte die Band auch, wie bereits 2012, den Bassisten Eric Avery dabei. Das anschließende "#1 Crush" wurde als Liebeslied dem Publium und den Fans gewidmet. Laut meinem Freund hat sich Shirley dazu am Boden herum gewälzt, ich konnte das selbst nicht sehen.


Das in der gespielten Version langsam á capella beginnende und sich dann steigernde "Only Happy When It Rains" bildete gemeinsam mit dem anschließenden "Vow" sicher den Höhepunkt des Sets, das anschließend offiziell beendet war. Garbage hatten nun auch bereits 18 Lieder gespielt und hätten guten Gewissens Feierabend machen können, aber die Band kehrte noch für zwei B-Seiten, "Kick My Ass" und "Girl Don't Come" zurück. Anschließend wurde die Regel, nur Songs vom Debütalbum zu spielen, gebrochen, weil wir als Publikum das laut Shirley verdienten, und so endete das Konzert mit "Cherry Lips (Go Baby Go!)" von 2001 und "Push It"von 1998. Tatsächlich sind diese letzten beiden Lieder die einzigen, die bei dieser Tournee variieren, der Rest ist fest gesetzt, auch wenn die Reihenfolge sich ändert.


Mehrfach während des Sets erklärte Shirley Manson, die Band sei gerade ihrem deutschen Publikum unendlich dankbar, dass dieses die Band nun bereits so lange unterstütze, und gerade zu Köln hat man anscheinend eine besonders enge Verbindung (ein ehemaliges Label der Band befindet sich anscheinend dort). Vielleicht erklärt diese Verbundenheit die Auswahl der Stadt für das einzige Deutschlandkonzert dieser Tour.

Garbages Auftritt hat Spaß gemacht, leider war aber auch das Set der Hauptband viel zu laut und der Sound selbst für Palladium-Verhältnisse unterdurchschnittlich. Laut Shirley hat de Band ein neues Album quasi bereits fertig, insofern wird man die Band 2016 wiedersehen können - hoffentlich nicht wieder im Palladium.


Setliste:

Subhuman
Supervixen
Queer
Driving Lesson
As Heaven Is Wide
The Butterfly Collector (The Jam cover)
Not My Idea
Trip My Wire
Milk
Fix Me Now
My Lover's Box
Sleep
#1 Crush 
Stupid Girl 
Dog New Tricks
A Stroke of Luck
Only Happy When It Rains
Vow 

Kick My Ass (Vic Chesnutt cover) 
Girl Don't Come 
Cherry Lips (Go Baby Go!)
Push It



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